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Gutachter
oder bezahlter Killer? ...Sie entscheiden!
Hier
in Texas nutzen die Staatsanwälte routinemäßig zwei Arten von
"Gutachtern", um während der Schuld- /Unschuldsphase des Prozesses
und in der Strafbemessung eine Verurteilung zum Tode sicherzustellen. Diese
beiden Arten von professionellen Gutachtern sind
1. Pathologen
2. Psychologen.
Sie werden durch die Staatsanwaltschaft bezahlt, um "für" den Fall
des Staates auszusagen. Schon allein deshalb ist diese "bezahlte
Aussage" voreingenommen und ohne einen Zweifel auch vorverurteilend.
Ethische Grundsätze, die diesen beiden Berufszweigen eigen sind, werden über
Bord geworfen für den allmächtigen Dollar.
Es gab einen Pathologen, Dr. Ralph Erdmann, der regelmäßig für den Staat
Texas arbeitete. Dieser Mann war in 40 Bezirken angestellt und das zur selben
Zeit. Er hat wahrscheinlich Tausende Autopsien vorgenommen und diente der
Staatsanwaltschaft als Gutachter in Hunderten Todesstraffällen in Texas. Viele
dieser Fälle basierten ausschließlich auf Indizienbeweisen und Erdmanns
Aussage war entscheidend, wenn es darum ging, eine Verurteilung zu erreichen.
1992 wurde Dr. Erdmann als "Betrüger" entlarvt. Es wurde
nachgewiesen, das er Hunderte Autopsien gefälscht hatte, dass er illegal
Leichenteile verkaufte und im gesamten Norden Texas in zahllosen Mord- und
Todesstraffällen falsche medizinische Aussagen gemacht hatte.
Es wurde bewiesen, dass seine Zeugnisse gefälscht waren und dass er seinen
medizinischen Abschluss in Mexiko gemacht hatte. Für einen bestimmten
Geldbetrag kann man in Mexiko jede Art von Abschluss "kaufen". Die
Staatsanwaltschaft, die den Hintergrund untersucht, musste davon gewusst haben,
aber da er in den Zeugenstand getreten war und genau das aussagte, was sie
von ihm hören wollten, hat man es übersehen.
Dann um es noch schlimmer zu machen... zahlten sie diesem Mann Höchstsummen für
seine Aussagen.
In einem Todesstraffall schwor er, dass das Opfer an Gehirnblutungen starb, die
durch den Angeklagten hervorgerufen wurden. Nach dem Prozess verpflichtete der
Verteidigungsanwalt einen national angesehenen Pathologen. Der fand heraus, dass
das Opfer an einem Herzanfall gestorben war. Drei weitere Pathologen bestätigten
das. Wirklich ulkig... es wurden keinerlei Anzeichen für zerebrale Blutungen
gefunden.
Ich frage Sie, ist das wirklich ein Gutachter oder ein bezahlter Killer?
Dr. Erdmann wurde entlassen und bekam eine Verurteilung auf Bewährung und dann
verließ er den Staat. Doch bis zum heutigen Tag gibt es Todestraktinsassen in
Texas, die noch immer im Trakt sitzen und versuchen den Staat dazu zu bringen,
das er zugibt, dass durch die Aussage von Dr. Erdmann ein Fehler gemacht wurde.
In der Strafbemessungsphase ist es entscheidend nachzuweisen, dass der
Angeklagte "in Zukunft eine Bedrohung für die Gesellschaft" sein
wird. Um dieses auf effektive Weise zu tun, wenn der Angeklagte kaum eine oder
gar keine kriminelle Vergangenheit hat, nimmt man einen Psychologen, der
etwa 30 Minuten bis eine Stunde mit dem Angeklagten verbringt. Er ist dann
bereit, seine bezahlte Aussage zu machen. Der am meisten berüchtigte Psychologe
war James Grigson, auch bekannt als "Dr. Tod". Er wurde extensiv
überall in Texas genutzt und über 85% der Fälle, in denen er aussagte,
endeten mit einem Todessurteil. Häufig beschrieb er den Angeklagten als einen
unverbesserlichen Soziopathen, der wieder töten würden, würde man ihn nicht
hinrichten.
Drei seiner Aussagen, in denen er behauptete, der Angeklagte sei ein Soziopath,
der wieder töten würde, wurden im Bundesgericht überführt, denn die
Angeklagten waren unschuldig.
Er wird immer noch häufig bestellt, denn alles worum sich der Staatsanwalt
sorgt, ist die Verurteilung... die praktisch erkauft und mit dem Geld der
Steuerzahler bezahlt wird.. Diese Gutachter bekommen üblicherweise $ 2.500 bis
10.000 Dollar pro Tag. Hinzu kommen Reisekosten und Erstattung der
Hotelauslagen. Der Verteidigung stehen hier zwischen $ 500 und $ 1.000 zur Verfügung.
Wir können einfach nicht mithalten.
Es ist seltsam festzustellen, dass die Aussagen in allen Fällen, in den Dr.
Grigson im Prozess ausgesagt hat, fast identisch sind.
Die American Psychiatric Association (APA) hat diese Praxis kritisiert und öffentlich
alle angeprangert, die an solchen Aktivitäten beteiligt sind. Es wurde öffentlich
gesagt, dass unter keinen Umständen jemand in der Lage sei, das zukünftige
Verhalten einer Person vorherzusagen. Die APA hat 92 Verurteilte innerhalb von
vier Jahren studiert. Zwei Drittel von diesen 92 Personen hat niemals irgendein
gewalttätiges Verhalten gezeigt. 90% haben nie gegen die Regeln verstoßen. 90%
waren zum "Trusty Status" befördert worden (Status- "zuverlässig"),
zwei erreichten einen "Bachelor's Degree" in Kunst ("Jungkünstler")
und nur zwei waren gewalttätig.
Die Praxis bezahlter Aussagen muss aufhören, denn für den richtigen Preis sagt
jemand genau das, was der Staatsanwalt hören möchte. Genaugenommen verkaufen
sie ihre Seele und der Angeklagte wird zum Opfer. Ich frage Sie heute... ist es
wirklich die Aussage eines Gutachters oder nur eines althergebrachten Killers?
Sie sind der Richter.
Farley C. Matchett
Erschienen im Magazin "Death
Row" Oktober/2002
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zum Thema: 2.
Psychologen aus dem Artikel von Farley Matchett
TEXAS
Fehler bei Todesurteilen behauptet - 31.März 2004
Mit der Erklärung, dass Texas es Geschworenen erlaubt,
Entscheidungen über Leben und Tod aufgrund von Beweisen zu fällen, die
weniger verlässlich sind, als ein Münzwurf, sagt eine neue Studie,
dass Experten normalerweise falsch liegen, wenn sie behaupten, dass
Angeklagte in Kapitalmordprozessen in der Zukunft gefährlich sein
werden.
Die Studie einer gemeinnützigen Rechtsanwaltsgruppe konzentriert sich
auf den entscheidenden Moment in Kapitalprozessen, in den Geschworene
entscheiden, ob der Mörder wahrscheinlich wieder handgreiflich wird.
Die Gruppe, Texas Defender Service, untersuchte 155 Fälle und kam zu
der Schlussfolgerung, dass die psychiatrischen Experten in 95 Prozent
der Fälle falsch lagen, als sie, für die Ankläger aussagend, die
Angeklagten als chronische Bedrohungen darstellten.
Texas ist laut dem Bericht einer von nur drei Staaten, die bei
Todesstrafenprozessen einen Blick in die Zukunft verlangen. In der
Studie wird darum ersucht, dass die Gesetzesgeber das System verbessern
und die Frage der „zukünftigen Gefährlichkeit“ aufheben, die mit
den grausamen Tests in mittelalterlichen Prozessen verglichen werden.
„Es wäre genauso gut, wenn wir die Menschen in kochendes Wasser
werfen würden, um zu sehen, ob sie schwimmen,“ sagte Andrea Keilen,
die Vizedirektorin der Gruppe, in einer gedruckten Erklärung, mit der
die Feststellungen der Gruppe bekannt gegeben wurden.
Gemeinsam mit einem Psychologieprofessor der Sam Houston Universität
untersuchte die Gruppe die Gefängnisunterlagen verurteilter Insassen,
deren Verurteilungen teilweise durch die Behauptung eines Experten der
Anklage zustande kamen, dass der Angeklagte eine zukünftige Gefahr
darstellt.
Die Insassen haben durchschnittlich 14 Jahre nach ihrer Verurteilung im
Gefängnis gesessen. Acht von ihnen, oder fünf Prozent, haben
ernsthafte Angriffe getätigt, die als Angriffe definiert werden, die zu
Verletzungen führten, die mehr Behandlung als eine Bandage benötigten.
31, oder 20 Prozent, hatten keine Unterlagen über Disziplinarprobleme.
Und 116, oder 75 Prozent, brachen relativ kleine Regeln, begingen aber
keine schweren Angriffe.
Manche Todesstrafenbefürworter begegneten den Feststellungen der Gruppe
mit Skepsis und lehnten den Bericht als einen Angriff ab, der dazu
gedacht ist, die Todesstrafe abzuschaffen, statt sie nur zu verbessern.
Dianne Clements, leitende Direktorin der Opferrechtsgruppe Justice For
All sagte, dass sie die Frage über zukünftige Gefahr als zusätzliche
Hürde, und nicht als Hilfe, für die Ankläger sieht.
Sie stellte außerdem in Frage, ob irgendetwas festgestellt werden kann,
wenn Insassen beobachtet werden, die bewacht werden und, in den meisten
Fällen, 23 Stunden am Tag in ihren Zellen verbringen.
„Das Gefängnis und das gesamte System ist dafür gedacht, diese Art
des gewalttätigen Verhaltens zu verhindern,“ sagte sie.
Keilen antwortete, indem sie sagte, dass es angemessen ist zu bedenken,
wie Insassen hinter Gittern handeln, weil das der Ort ist, wo sie
hinkommen, wenn die Geschworenen entscheiden, dass sie nicht länger gefährlich
sind.
Freilassung ist keine Möglichkeit. Wenn Verurteilte in Kapitalfällen
der Todesstrafe entkommen, können sie erst nach vierzig Jahren Bewährung
beantragen.
Nachdem Fälle untersucht wurden, die bis 1976 zurückreichen, jener
Zeit in der Texas die Todesstrafe wiedereinführte, zitierte die Studie
erschütternde Unterschiede zwischen dem, was Experten im Prozess
vorhersagten und dem, was danach geschah.
„Es gibt nichts, das der Welt bekannt ist, was diesen Mann ändern
wird,“ zitiert der Bericht einen Psychiater, der 1976 für die Anklage
gegen Randall Dale Adams aussagte, der schuldig gesprochen wurde, einen
Polizisten in Dallas erschossen zu haben.
Falsch verurteilt wurde Adams nach zwölf Jahren im Gefängnis
entlastet. Während er hinter Gittern war, wurde seine Strafe in eine
lebenslange Gefängnisstrafe umgewandelt, er arbeitete als Bürokraft,
lebte in einem Schlafsaal und wurde von den Beamten als „der ideale
Insasse“ beschrieben.
Die Gruppe fand nur drei Fälle, in denen Ankläger des Bezirks Bexar
Psychiater dafür einsetzten, auszusagen, dass die Angeklagten
wahrscheinlich gefährlich bleiben würden.
In San Antonio benutzten Verteidigungsanwälte, die versuchen ihre
Klienten vor dem Todestrakt zu retten, viel eher Psychiater als die Ankläger,
sagen lokale Anwälte.
Das war, was im letzten Kapitalprozess des Bezirks geschehen ist. Doch
von der Diagnose des Arztes unbeeindruckt brauchten die Geschworenen nur
vierzig Minuten um zu entscheiden, dass der Angeklagte gefährlich ist
und sterben soll.
Quelle: San Antonio Express-News
http://www.mysanantonio.com/news/metro/stories/ |
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