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![]() Unter dem ständigen Druck der Lakota gegen 1805 mussten sie dieses Gebiet wieder aufgeben. Sie zogen nun in das Gebiet zwischen den Bighorn Mountains im Norden und dem Arkansas River im Süden, den Rocky Mountains im Westen und den Black Hills im Osten. Die Cheyenne, die nun die typische Prärienomadenkultur besaßen, waren nicht nur gute Büffeljäger, sondern auch mutige Krieger. Sie bildeten militärische Einheiten, die auch zeremonielle Funktionen hatten, wie zum Beispiel die Teilnahme am Sun Dance. Dabei wurden die jungen Krieger mittels Pflöcke und Lederriemen, die durch ihre Haut gezogen wurden, an einen Mast gebunden und "tanzten" mehrere Stunden. Aufgrund der körperlichen Strapazen bekamen sie Visionen, die dann ihr Leben prägten. Diese Einheiten waren hauptsächlich verantwortlich für den Schutz des Stammes und die Wahrung von Disziplin und Ordnung, also eine Art Polizei. Sie wurden entweder durch erfahrene und reifere Häuptlinge, oder durch auserwählte Einheiten, wie z.B. die Wolf Soldiers, Fox Soldiers, Dog Soldiers und Red Shields oder Bull Soldiers und später die Thunder Bows, ebenfalls bekannt als Bowstrings, organisiert. Das Leben der Cheyenne wurde im frühen 19. Jahrhundert durch ihre Bedürfnisse, die Umgebung, in der sie lebten, und ihrer Religion bestimmt. Es war ihnen so möglich, einen wirtschaftlich zufriedenstellenden Standard, ein diszipliniertes Familien- und Sippenverhalten zu erreichen und sich mit anderen Stämmen zu verbünden und zu handeln. Dies wiederum gab ihnen die Gewährleistung für ein friedliches Miteinander unter den Stämmen. Dadurch, daß die Cheyenne über die Jahre große Pferdeherden heranzüchteten und Pferdediebstahl einer der Hauptgründe von Streitigkeiten mit anderen Stämmen waren, wuchs jedoch zwischen ihnen und den Pawnee eine ständige Feindseligkeit. 1826 zogen Gruppen von Cheyenne und Arapaho gegen Süden, um im Gebiet des Arkansas mit den weißen Siedlern Handel zu treiben. Dabei kam zu einer Spaltung des Stammes, wobei eine Gruppe, die heutigen Northern Cheyenne, zu den Oberläufen des Platte Rivers zogen. Die heutigen South Cheyenne zogen in den Bereichen der mittleren und südlichen Prärien, wo jedoch einige internen Stammeskriege herrschten. Da sie dieses Gebiet als ihre neue Heimat sahen, wurden sie oft in diese Streitigkeiten mit einbezogen. Gegen 1830 vereinigten sie sich mit den Arapaho. 1851 ermordeten die Pawnee Alights on the Cloud, ein prominenter Häuptling der Cheyenne. Die Cheyenne zogen nun 1853 zusammen mit ihren Verbündeten, den Arapaho, den Brule' Sioux, und kleine Gruppen von Kiowa und Crows, gegen die verhassten Pawnee in den Krieg, der jedoch für sie eine große Niederlage mit sich brachte. Die Pawnee hatten eine so gute Verteidigungsposition, aus der die Gegner sie nicht locken konnten. Die Schlacht fand für Stunden keine Entscheidung, bis dann plötzlich Pottowatomi-Krieger auf Pferden den Pawnee zur Hilfe kamen, die mit neuen Repetiergewehren bewaffnet waren. Da die Prärieindianer gegen diese Waffen machtlos waren, blieb ihnen nur die Flucht und die Pawnee konnten diesen Kampf für sich entscheiden. Ein Jahr später revanchierten sich die Cheyenne für diese Niederlage, indem sie gemeinsam mit den Kiowa 113 Pawnee den Weg abschnitten und diese bis auf den letzten Mann umbrachten. Auch die Northern Cheyenne sollte keinen Frieden finden. 1850 überfluteten die Goldgräber deren Territorium. Sie verhielten sich diesen neuen Siedlern zuerst freundlich gegenüber. Erst 1863 erhoben sich die Cheyenne, Arapaho, Kiowa und Comanche gegen diese ständige Einwanderung in deren Gebieten. Somit kam es nun verstärkt zu Konflikten mit den Siedlern und dann auch mit der Armee. Es wurden bis Ende 1866 154 Soldaten und Zivilisten getötet und allein auf Fort Phil Kearny 51 Angriffe verübt. Währenddessen war die Regierung in Washington von dem Frieden auf den Plains überzeugt. Red Cloud, Sitting Bull und Dull Knife schlugen mit ihren Kriegern am Powder River die Truppen von Colonel Nelson Cole und Lieutenant Samuel Walker, wodurch es anschließend zu Verhandlungen kam. Diese scheiterten jedoch, da die Union Pacific Railroad nicht bereit war, ihre Eisenbahnlinie durch das Gebiet von Nebraska einzustellen. Erst nach einer weiteren Schlacht, dem Fettermann Massaker im Peno Creek Valley, bei der die Cheyenne 81 Soldaten töteten, wurde das Gebiet geräumt. Im Harney-Sanborn-Vertrag von 1851 wurde den Northern Cheyenne alles Land zwischen den Black Hills und den Rocky Mountains bis zu den Sand Hills in Nebraska als ewiges Eigentum zugesichert. Bereits zwei Jahre nach Unterzeichnung wurde er wieder gebrochen und es wurde eine Eisenbahnlinie durch dieses Land verlegt, Telegrafenmäste errichtet und Forts erbaut. Mit der nun entstehenden "Zivilisation" kamen Krankheit, Mord und Tod. Es wurde die noch wenigen Büffel durch Soldaten und profitgierigen Jägern niedergemetzelt. Sie wurden zuerst nur für die Versorgung der Truppen und Eisenbahnbauer benötigt. Es wurden jedoch auch enorme Mengen aus "sportlichen" Gründen abgeschossen. Die Siedler trieben nun ihre Longhorn-Herden durch das Indianergebiet. Einer dieser Triebe ist der 1500 Meilen lange Chisholm-Trail, der von Texas nach Wyoming ging. Dadurch wurden Quellen und Flüsse verunreinigt, Gras und sonstige Flora niedergetrampelt und die Lebensbedingungen für die Indianer immer unerträglicher. ![]() Trotz ihrer friedlichen Absichten wurden ihre Lager immer wieder von Freiwilligenkorps angegriffen, worauf es dann wieder zu Vergeltungsaktionen kam. Auch die anderen Stämme in diesem Gebiet wurde nervös und es kam stammübergreifend zu immer mehr Auseinandersetzungen mit den Siedlern und der US-Armee. Black Kettle versuchte bei J. Evans, dem Gouverneur von Colorado, und Colonel Chivington eine friedliche Lösung zu finden. Den Häuptlingen wurde gestattet in der Nähe von Fort Lyon am Sand Creek im südöstlichem Colorado Schutz zu suchen und dort ihr Winterlager aufzuschlagen. ![]() betrunkenen Soldaten skalpiert und verstümmelt. Auch Massaker am Sand Creek White Antilope wurde mit dem Friedensorden an seiner Brust vor seinem Tipi erschossen. Angespornt von diesem "Erfolg" führte Chivington später weitere Aktionen gegen die Cheyenne und Arapaho an, wobei neun Cheyenne Häuptlinge getötet wurden, u.a. White Antelope, War Bonnett und Old Yellow Wolf, sowie Left Hand von den Arapaho. Die Überlebenden flüchteten zu ihren Angehörigen, den Dog Soldiers, am Smokey Hill River. Im Januar 1865 griffen die Cheyenne dann unter Führung von Roman Nose die Poststation von Julesburg südöstlich von Laramie an, die sie komplett plünderten und zerstörten. Durch viele weitere Überfälle gewannen sie nun die Herrschaft über dieses Gebiet zurück. Im sogenannten Red Cloud Krieg kämpften 1866 Northern Cheyenne Seite an Seite mit den Lakota und Nord Arapaho erfolgreich um den Erhalt ihrer Jagdgründe im Gebiet des Powder Rivers, die ihnen in dem Vertrag von Fort Laramie am 6.11.1868 als Besitz zuerkannt wurden. Die auf ihrem Territorium befindlichen Forts wurden abgerissen. Trotz des Sand Creek Massakers unterzeichnete Black Kettle im Oktober 1867 wie auch andere Häuptlinge den Medicine Lodge Creek Vertrag, in dem den Prärie Indianern Reservationen zugewiesen wurden. Bereits ein Jahr später wurde dieser Vertrag seitens der Regierung als nichtig erklärt. Im gleichen Jahr, am 27. Januar 1868 wurde durch Colonel George Armstrong Custer am Washita Fluß wieder ein Lager von Black Kettle angegriffen. In dem Massaker starben 100 Cheyennes, zum großen Teil Frauen und Kinder, sowie 800 ihrer Pferde. Diesmal befand sich auch ihr Häuptling Black Kettle unter den Opfern. Little Robe, der neue Häuptling, ergab sich anschließend. Nach diesem Massaker wurden erstmals Stimmen der indianerfreundlichen Bevölkerung laut, die stark das Vorgehen von Custer und Sheridan kritisierten Im gleichen Jahr griff Roman Nose einen Spähtrupp unter Führung von General Forsyth an. Die Soldaten retteten sich jedoch auf eine Insel und empfingen die Indianer mit ihren neuen Repetiergewehren. Bei diesem Angriff starb auch Roman Nose im Kugelhagel. Am 9.12.1875 forderte die Regierung die Indianer auf, sich bis zum 31.01.1876 bei den Indianeragenturen zu melden, damit ihnen ihre Reservate zugeteilt werden konnten. Diese Aufforderung stellte einen groben Vertragsbruch seitens der Regierung und dem Laramie Treaty von 1868, in dem den Indianern das Gebiet der Black Hills (dem heiligen Gebiet der Indianer) zugesprochen wurde, dar. Aufgrund der Witterung und der Verstreuung der einzelnen Stämme war es ihnen auch gar nicht möglich, dieser Aufforderung nachzukommen. Für die Indianer kam dieses Verlangen einer offenen Kriegserklärung gleich. Das Militär hatte den Befehl, diese Aufforderung in die Tat umzusetzen. Nun erhoben sich sogar die Krieger aus den Reservationen und die Streitmacht der Indianer wuchs auf ca. 30.000 Mann an. Eine Nordabteilung des 7. Kavallerieregimentes unter Führung von Oberstleutnant G. A. Custer hatte den Auftrag die Indianer aufzuspüren. Er wollte die Indianer jedoch alleine schlagen, da er sich durch den folgenden Ruhm die Nominierung zum Präsidenten erhoffte. Er hatte jedoch die Kampfkraft der indianischen Krieger unterschätzt. ![]() ![]() ![]() Nun glaubte man, da so viele gestorben waren, daß bald niemand mehr da wäre, der sich an ihre Namen erinnert und am Lagerfeuer über ihre Heldentaten erzählt. Aber sie irrten sich. 1990 zählte man 11.456 Nachkommen der Cheyenne, in dem Northern Cheyenne Reservat bei Lame Deer am Tongue River in Montana und im Südwesten Oklahomas. Aber heute kennt jeder noch den Namen von Dull Knife, seine Taten und seine Häuptling Dull Knife Aussage : "Ich würde eher sterben, als mein Zuhause zu verlassen, der Platz, wo mein Vater und dessen Vater zuvor lebten." |
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