Reisebericht von Inge und Thomas Unkel

Um es voran zu sagen:
Die kapverdischen Inseln sind, von Sal einmal abgesehen, für Pauschaltouristen ungeeignet. Wer aber gerne freundliche Menschen trifft, schöne Landschaften erwandern will und auf europäischen Perfektionismus verzichten kann, der wird einen schönen und erlebnisreichen Urlaub haben.
Unseren 14tägigen Urlaub im Frühjahr 2001 hatten wir in drei Etappen eingeteilt:

  1. Santo Antao
  2. Sao Vincente
  3. Sal
Anreise
In einem 6-stündigen Flug geht es mit Condor von Frankfurt nach Sal, dem einzigen internationalen Flughafen der Inselgruppe. Da wir erst am Spätnachmittag starten und es zwischen Deutschland und unserem Reiseziel eine Zeitverschiebung von zwei Stunden gibt, kommen wir recht spät an. Trotzdem müssen wir uns noch den in Deutschland gebuchten Weiterflug am nächsten Tag bestätigen lassen, was nach einiger Wartezeit auch klappt.
Da keine kapverdeanischen Escoudos (CVE) eingeführt werden dürfen, wollen wir Geld wechseln. Laut Reiseführer soll es im Flughafengebäude einen Geldwechselautomaten geben. Die Wechselbank hat natürlich zu später Stunde geschlossen, also begeben wir uns auf die - vergebliche - Suche. Zwar haben wir dann am nächsten Tag den Automaten gefunden, er steht gleich neben dem Warteraum für inländische Flüge, aber er ist defekt.
Zum Glück haben wir einige kleine Dollarnoten dabei um mit dem Taxi nach Espargos fahren zu können. Mitreisende haben uns später erzählt, dass die Taxifahrer auch warten, bis man im Hotel Geld gewechselt hat.
Das Hotel Atlantico ist sauber und annehmbar, doch in der Nacht starten und landen Flugzeuge auf dem nur wenige Kilometer entfernten Flughafen. Wir schrecken mehrfach aus dem Schlaf hoch. An eine ungestörte Nachtruhe ist nicht zu denken.
Am nächsten Morgen stehen wir sehr früh auf um unseren Weiterflug nicht zu verpassen. Der Taxistand befindet sich übrigens genau gegenüber dem Hotel.
Mit einer ATR 42, einer kleinen Propellermaschine für knapp 40 Personen, fliegen wir nach Sao Vincente. Wir genießen den angenehmen Flug und die gute Landung. Die Wartezeit vor dem Weiterflug vertreibe ich mir mit intensivem Studium des Reiseführers. Erst jetzt erfahre ich, dass Piloten, die den Flughafen von Santo Antao ansteuern wollen, wegen der nur 400 m langen Landebahn eine Sonderausbildung brauchen. Auch bei aufkommenden Bedenken gibt es jetzt kein zurück mehr.
Wir fliegen mit dann einer Twinotter, einer noch kleineren Propellermaschine, mit knapp 20 Mitreisenden zu unserem ersten Urlaubsziel. Auch dieser Flug ist sehr schön und angenehm. Die Piloten, denen wir durch die geöffnete Tür des Cockpits zusehen können, machen ihre Sache gut.
Nach kurzer Zeit haben wir unsere Flughöhe erreicht und die Meerenge nach Santo Antao überquert. An einem Gebirgsrücken zeigt sich ein wunderbares Naturschauspiel: Eine Wolkenbank - in dem ansonsten fast wolkenfreien Himmel - staut sich an einem Bergrücken und die Nebelschwaden fließen förmlich über den Kamm hinweg die Bergflanke hinunter bis sie sich bald auflösen.
Kurze Zeit später sehen wir die Start- und Landebahn von Ponta do Sol auf einer Landzunge. Anfang und Ende liegen direkt in der Brandung und die Aufsetzmarkierungen für die Flugzeuge befindet sich unmittelbar am Beginn der Landebahn. Eine genaue Punktlandung fast wie auf einem Flugzeugträger ist erforderlich. Es sieht schon sehr abenteuerlich aus.
Im Landeanflug fliegen wir parallel zur Landebahn, machen dann einen 180 Grad-Wende, kommen der Brandung immer näher und setzen punktgenau auf. Es war ein schöner und aufregender Flug, aber als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben bin ich dann doch etwas erleichtert.

Kapverden | Santo Antao | Von Ponta do Sol nach Fontainhas
| Von Ribeira Grande über Rinhao und Lombo Branco | Zum Leuchtturm Fontes Perreira Melo | Durch den Ribeira de Torre | Ins Duque-Tal und durch das Figueiral de Pau | Sao Vincente | Wanderungen auf Sao Vincente | Sal

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