(Der Autor B.Tomm-Bub war
Studiogast)
Ursachen/Was kann man tun?
Haben ältere Kinder und
Jugendliche die Möglichkeit etwas eigentlich verbotenes zu tun, so tun es auch
viele wirklich. Das hat viel mit dem eigentlich normalen Prozeß des
Erwachsen-Werdens zu tun. Man will zeigen, daß man jemand eigenständiges ist,
man will Bereiche schaffen in denen man selber bestimmt, was man tut und was
nicht, usw.
Im Falle des Alkohols sind
damit aber teils erhebliche Gefahren verbunden: Entwicklungsstörungen des Gefühlslebens
und der menschlichen Reifung zum Beispiel.
Weiter wird jedes zehnte,
alkoholversuchende Kind später zum Alkoholiker, zum Süchtigen werden und
-NIEMAND weiß, welches von den Zehn das ist!
Ursachen gibt es viele:
-das Suchtpotential der Droge
Alkohol selbst (grob ca. 10%)
-vernachlässigende oder überbeschützende
(!) Eltern
-Angst vor der Zukunft,
Arbeitslosigkeit und Umweltzerstörung
(durchaus empfinden auch schon
Kinder diese Bedrohungen!)
-gestörte oder zerstörte
Familien
(Scheidungsdramen, Tod,
schwerkranke oder süchtige Eltern, etc.)
-ein falsches Bild von Männlichkeit
bei alkoholversuchenden Jungens
-traumatische Erlebnisse aller
Art in der Kindheit (sexueller Mißbrauch, Verluste,...)
-falsche Vorbilder (Familie,
Freundeskreis, Stars)
Bei alledem sollte man aber
nicht vergessen: Aus ganz normalen Familien kommen ganz normale Suchtkranke!.
Das bedeutet: Alkoholismus zieht sich in fast gleich hohem Ausmaß durch ALLE
Gesellschaftsschichten!
Einen Punkt möchte ich noch
besonders hervorheben:
Damit komme ich zu der Frage
Was kann man tun?:
-Nicht abschrecken, keine
Horrorgemälde malen, das macht erwiesenermaßen die Kinder erst recht
neugierig, erhöht den Reiz das Verbotene nun gerade zu tun!
-Wir müssen alles bei ihnen stärken,
was in Richtung Aktivität geht, in Richtung selber Leben! Etwas positives, das
ich selbst geschaffen habe, macht mich viel glücklicher und zufriedener als
jeder Rausch. Und wenn ich etwas Schlechtes erfolgreich ertragen habe, dann kann
ich mit Recht stolz auf mich sein! Das müssen wir den Kindern nahebringen.
-Vielleicht am wichtigsten: Wir
müssen jedem Einzelnen sagen: DU BIST JEMAND! DU BIST ETWAS WERT! Und zwar
genausoviel wie jeder andere Mensch. Oft werden Menschen, auch Kinder und
Jugendliche nur noch an dem gemessen, was sie LEISTEN können. Die
Leistungsschwachen und die, die zu oft versagen: sie werden als nichts wert
angesehen und womit sie sich trösten -ist klar!
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---Ende dieses Konzeptes