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TibetInfoPage
Die
weiterführende Tibet-Informationsseite
Infos in Stichworten zu
Das Bild Tibets ist in vieler Hisicht von westlichen Utopien und Träumereien mit geprägt, einem "Mythos Tibet" (siehe die Rezensionen Andreas Gruschkes zum "Mythos Tibet" sowei Martin Brauens Katalog zur Zürcher Ausstellung "Traumwelt Tibet"). Es mag vieles im Argen liegen auf dem Dach der Welt, doch hat sich - bei aller berechtigten Kritik an den herrschenden politischen Verhältnissen in Tibet - so manches getan und verändert, und nicht alles nur zum Schlechten.- Klischees
- übergangenen positiven Nachrichten gestern und heute
- übergangenen negativen Umständen gestern und heute(auf Vorschlag von Andreas Gruschke)
An dieser Stelle sollen daher oft nicht wahrgenommene, vernachlässigte oder unterdrückte Informationen zur Sprache kommen. Dabei wird gelegentlich aus gängigen Quellen zitiert oder mit Informationen der Tibet-Unterstützer-Szene verglichen; dies soll deren Informationen nicht generell disqualifizieren - wir halten ihre Arbeit für sehr wichtig - sondern soll zeigen, wie wichtig es ist, sich seine Informationen kritisch zu beschaffen. Auffällig ist, dass es entgegen dem gängigen Bild im Westen, dass nämlich alle negativen Nachrichten aus Tibet unterdrückt würden (hier gibt es jedoch zum Glück eine Fülle von Organisationen, die Kritisches aus Tibet berichten), es tatsächlich schwierig ist, positive Wortmeldungen zu hören.
Dass wir hier diese positiven Wortmeldungen veröffentlichen, soll nicht dazu dienen, alle negativen Lügen zu strafen - leider gibt es noch genug schwerwiegende Probleme und Ungerechtigkeiten auf dem Dach der Welt. Es geht vielmehr darum, durch die differenzierte Darstellung dessen, was in Tibet geschieht, sich als Diskussionspartner aller seiten zu qualifizieren, denn wir sind der Meinung, dass dann viel eher auch Einfluss in Tibet genommen werden kann als durch die wenig hilfreiche Dämonisierung Chinas.
Wer selbst Infos beizutragen hat, schicke diese bitte per E-mail an die TibetInfoPage, Diskussionen können auf der Chat-Seite begonnen bzw. geführt werden.
| Tibet in der heutigen Zeit |
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| è Atomares Tibet? |
| è Ein Klischee: Tibetische Namen werden in neue chinesische umbenannt... |
| è Die falsche Deutung des chinesischen Namens von Tibet |
| è Tibetische Flagge |
| Tibet in der Vergangenheit |
| è |
| è |
| Buddhistische Lebenshaltung und westliche Klischees |
| è Tibetische Buddhisten essen kein Fleisch - wer sagt das? |
| è HELP: Praktische Hinweise für Tibet-Reisen |
„Ich habe neben dem Beispiel
Bhutans (...) noch die Vision einer chinesischen Gemeinschaft, so wie wir
sie als europäische Gemeinschaft praktizieren. Warum wäre es
nicht möglich, daß dieses riesige Chinesische Reich friedlich,
mit seinen Minderheiten zusammengeschlossen, lebt? Die Fahne der Chinesen
mit ihren fünf Sternen, deren einer für Tibet steht, deutet das
ja eigentlich schon an. Die Voraussetzungen scheinen gar nicht so schlecht,
denn es gibt keinen Zweifel über die chinesische Tüchtigkeit,
die in der übrigen Welt durch ihre Leistung Anerkennung gefunden hat.
Tibet und die anderen Minderheiten, denen man ihre Sprache läßt,
ihre Kultur, ihre Sitten und Gebräuche, könnten einfach ein Teil
dieses ungeheuren gelben Reiches sein, wenn man betont, daß es sich
nicht um Minderheiten, sondern um Partner handelt."
[Zit. aus: Heinrich Harrer: „Wiedersehn mit Tibet", Innsbruck 1983, S.145] |
Tibet in der heutigen Zeit
Atomares Tibet?Wie in vielen Veröffentlichunge der Tibet-Unterstützer-Szene zu lesen ist, schreibt man auch auf der interessanten Tibetfocus-Seite im Internet:«China betreibt seit Ende der 50er Jahre Atomforschung. Den grössten Teil seiner Atomindustrie - Produktion und Forschung - befindet sich auf tibetischem Gebiet. Der letze atomare Testversuche fand Im Juni 1996 statt. Die Anzahl der bisher erfolgten Testversuche auf tibetischem Boden wird auf 55 geschätzt. (...) Am Kokonor-See im Norden Tibets befindet sich das chinesische "Los Alamos", genannt die "9. Akademie". Anfang der 60er Jahre wurde mit dem Bau dieser zentralen Forschungsstätte, grösstenteils unterirdisch angelegt, begonnen. 1967 war die atomare Forschungs- und Produktionsstätte voll in Betrieb. Auch im Bereich dieser Anlage häufen sich Krankheiten und Todesfälle unter den dort lebenden Nomaden.» (Carsten Nebel, 1998, in Tibetfocus)Eigentlich ist es unverständlich, dass die doch nicht unwesentliche Information, dass die im Westen als 9. Akademie bekannte Nuklearforschungsanstalt schon seit Jahren geschlossen und inzwischen schon ein Jahrzehnt nicht mehr in Betrieb ist, sich in keinster Weise in den üblichen Tibet-Berichten niederschlägt. Die Schliessung der Nuklearforschungsanstalt auf der Nordostseite des Sees Kokonor wurde 1987 beschlossen und ist seit Beginn der 1990er Jahre definitiv umgesetzt. Wäre das Gelände tatsächlich verstrahlt, dann würden dies im wesentlichen die heute dort untergebrachten Behörden abbekommen, denn pikanterweise ist nach Schließung der sog. Neunten Akademie (unter diesem Namen firmierte die merkwürdigerweise auch nur im Westen) die Verwaltung der autonomen Präfektur Haibei (tib. Tshojang) untergebracht worden. Der Regierungssitz dieser Region liegt also nicht in der Kreisstadt Haiyan, sondern sozusagen auf dem "flachen" Land. Das Gelände kann inzwischen - bei Voranmeldung und Arrangement in der Provinzhauptstadt Xining - auch von Ausländern besucht werden: «...the former nuclear research centre which, after its definite shut-down at the beginning of the 1990s, is housing the government offices of the Tibetan Autono-mous Prefecture of Haibei ('North [Qing]hai', Tib. Tshojang). This may be the reason why it [= Lamo Garthog Küntu Dewa Ling monastery] could not be visited before 1995, but in the meanwhile it is open for visitors!» (Op. cit. A. Gruschke, "The Cultural Monuments of Tibet’s Outer Provinces. Amdo", vol. 1, Bangkok 2001, p. 229) Infos
von Andreas
Gruschke
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| Klischee:
Tibetische Namen werden in neue chinesische umbenannt... Die chinesische Umschrift (Pinyin) tibetischer Namen unterscheidet sich
von der exakten Transkription der chinesischen Zeichen, da man in China
versucht, sich so dem tibetischen Lautwert anzunähern. Wegen
unterschiedlicher Quellen, mangelhafter Übertragungen
und Dialektunterschieden lassen sich Fehler
und Ungereimtheiten in der Transkription
tibetischer Namen selbst in westlichen Schriftsystemen meist nicht
ganz vermeiden. Die Artikulation der Wörter
kommt der richtigen tibetischen Aussprache (Lhasa-Hochsprache
und, gelegentlich, Dialekte) meistens dann am nächsten,
wenn die lateinischen Buchstaben als Vokale auf deutsch und die Konsonanten
(insbesondere j, ch, sh, r) auf englische
Art und Weise ausgesprochen werden.
„Bemerkungen zu Umschrift und Aussprache tibetischer Namen (Zit. aus: A.
Gruschke, „Tibet.
Weites Land auf dem Dach der Welt", Freiburg 1993)
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Klischee:
XIZANGDie falsche Deutung des chinesischen Namens von Tibet als „Westliches Schatzhaus" |
| In
westlichen Publikationen wird häufig betont, dass der chinesische
Name Tibets (gemeint ist Zentraltibet, also die Autonome Region Tibet,
chin. Xizang Zizhiqu) auf die viel versprechende Ausbeutung des
Landes hinweise, da Xizang soviel wie „Westliches Schatzhaus" heiße.
[Rechts einige
Beispiele]
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„Bei der Invasion von 1950 ging es den Chinesen
nicht zuletzt darum, die Kontrolle über Tibets Bodenschätze zu
erlangen. Die Chinesen kennen Tibet unter dem Namen Xizang, ‘westliches
Schatzhaus’, ein Name, der sich aus dem alten Mythos herleitet, dass Tibet
Gold und andere Reichtümer besitze."
(Zit. S. 160: Galen Rowell, „Ein Paradies wird geplündert", in: Helmut Steckel (Hg.), „Tibet - eine Kolonie Chinas", Hamburg 1993, S.160-167)„Nicht von ungefähr nennen die Chinesen ihr Nachbarland Tibet ‘Xizang’, was ‘Schatzhaus im Westen’ heisst." (Zit. S. 142: Hans Mäder, „Tibet - Land mit Vergangenheit und Zukunft", Zürich 1997)„Holz ist nicht der einzige Reichtum im »Schatzhaus des Westens«, wie Tibet früher in China genannt wurde." (Zit. S. 132: Klemens Ludwig, „Raubbau im Schatzhaus", in "Tibet - Schönheit, Zerstörung, Zukunft" von Franz Alt, Klemens Ludwig und Helfried Weyer, Frankfurt a.M. 1998, S. 125-135) |
| So wunderbar sich diese
Erklärung anzubieten scheint, ist sie historisch ebenso falsch wie
z.B. die (fiktive) Behauptung, Frankreich heiße so - „France" - weil
man dort den Franc als Währung hat...
Der chinesische Begriff zang, ausgesprochen wie das tibetische tsang, steht als ethnischer Begriff für die Tibeter im allgemeinen und leitet sich historisch auch von der zentraltibetischen Provinz Tsang (gtsang) ab. Bereits vor vielen Jahrhunderten - also lange vor Entstehen der VR China - beziehen sich chinesische Quellen auf Zentraltibet mit Wusi-Zang, später Wei-Zang, was die lautliche Wiedergabe der Namen der zentraltibetischen Provinzen Ü (geschrieben dbus, im Altertum noch etwa „wus", später „ü" ausgesprochen) und Tsang ist. Der tibetische Raum wurde aus chinesischer Sicht lange Zeit in ein China näher liegendes „Vorderes Tibet" (Qian Zang) und „Hinteres Tibet" (Hou Zang) gegliedert, bis sich für das von China aus gesehen weit im Westen liegenden Zentraltibet Xizang, wörtlich „West-Tibet(er)", oder „Tibet[ische Gebiete] im Westen" durchsetzte. Der chinesische Begriff zang, der regelmäßig als Schatzhaus gedeutet wird, heißt in erster Linie „Speicher, Verwahrungsort" - und nur in Kombination mit bao (also: baozang) auch „Schatz, Bodenschatz". Die Frage danach, warum von den wenigen im Chinesischen existierenden und zang auszusprechenden Schriftzeichen gerade dieses für „Verwahrungsort" ausgewählt wurde, erübrigt sich vielleicht schnell, wenn wir auf die Bedeutungen anderer, ebenfalls zang ausgesprochener, aber nicht für die Tibeter ausgewählter Zeichen betrachten: „weibliches Schaf, Diebesbeute, schmutzig, Roß/ edles Pferd, groß/ rauh, Eingeweide, bestatten" - alles Begriffe, die als positive Namensbezeichnung meistens ungeeignet wären und eben - wohl mit Bedacht - auch nicht gewählt wurden. Darüber hinaus wäre noch zu betonen, dass im Chinesischen das gleiche Zeichen zang, das für die Tibeter und Tibet steht, außerdem die Bezeichnung für „heilige Schriften, religiöse Schriften" ist, insbesondere für Schriften des buddhistischen Kanons. In diesem Kontext müsste man sogar sagen, es bot sich eigentlich kein besseres Schriftzeichen als dieses zang für die Tibeter an, aber eben nicht in einer Bedeutung als „westliches Schatzhaus", sondern eher im Sinne von: „Raum der Menschen im Westen, die heiligen Schriften folgen". So kompliziert diese Deutung klingen mag, steht sie - von der wahrscheinlicheren einfachen Ableitung vom Provinznamen Tsang abgesehen - der Wahrheit doch erheblich näher als die an den Haaren herbei gezogene Erklärung von Leuten, die meist weder von Chinesisch noch von Tibetisch eine Ahnung haben. © Andreas Gruschke
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Die tibetische
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Die heutige
tibetische Flagge soll unter dem 13. Dalai Lama (1876 - 1933) entstanden
sein, war aber kein Hoheitszeichen des alten Tibet:
«...The Tibetan flag emblazoned
with two snow lions holding three gems ... had become the main symbol of
the protestors although it had only be adopted as a national flag-in-exile.
(Op. cit. Tsering
Shakya, The
Dragon in the Land of Snows. A History of Modern Tibet Since 1947,
London 1999, p. 417 & p. 523, n. 68)
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Tibet in der Vergangenheit
Tibet vor 1949Auffassung der Lhasa-Regierung 1949 von der Ausdehnung Tibetsby MeIn Tibet èèè to read the full article ... click here
„It is interesting to note that the idea of unification of all the Tibetan-speaking population applies only to regions under Chinese control. There was no attempt among the refugees to identify Tibetan-speaking populations of Nepal, India and Bhutan as part of Greater Tibet." (Op.
cit. Tsering Shakya, The
Dragon in the Land of Snows.
A History of Modern Tibet Since 1947, London 1999, p. 520, n. 115) |
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zum Klosterwesen im alten Tibet: „All schools agree that there are risks with Tantric practice, but most are more willing to take them than the Gelugpa. The Gelugpa system was to produce a small minority of intensively trained scholastics and a smaller elite of Tantric adepts, while the vast majority fell out at some point early in the academic training." (G.
Samuel, Civilized Shamans. Buddhism in Tibetan Societies, Washington,
D.C./ London 1993, p.511)
„The main aim
of religion is the good of others while that of politics is triumph of
oneself and defeat of others, religion and politics are contrary and cannot
blend harmoniously. (...) The ways of religion and politics are different.
If it were true that the ways of religion and politics were one it would
have been point-less for the Lord Buddha to renounce his throne and family
life and become a monk."
(Namkhai
Norbu, The Necklace of gZi. A Cultural History of Tibet, Dharamsala
1981/ 1984, p.32)
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| Tibetische Buddhisten
essen kein Fleisch - wer sagt das?
„From the Glorious Kalachakra
Tantra:
(Zit. aus: Damchø Gyatsho Dharmatala, "Rosary of White Lotuses, being the clear account of how the precious teaching of Buddha appeared and spread in the great Hor country", translated and anotated by Piotr Klafkowski, Asiatische Forschungen, Bd. 95, Wiesbaden 1987, S.147) |
[Foto: Eveline Dürr] |
Dalai Lama - Oberhaupt aller tibetischer Buddhisten?
Kailash, nicht nur buddhistische Weltenachse, sondern auch heiliger Berg der Hindus? Anteil der Lamas an der Macht Zahl der Mönche in den Klöstern Zahl der tibetisch-buddhistischen Klöster gestern und heute
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| Bei Fragen zu anderen Themenbereichen bezüglich Tibets und tibetischer Kultur versuchen wir Ihnen auf den folgenden Seiten weiter zu helfen: |
è Einführung in den tibetischen Buddhismus: Vom kleinen zum diamantenen Fahrzeug |
| Praktische Hinweise für Tibet-Reisenè click here. |
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