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Amok
und Selbstmord
Amok
kommt aus dem Malaiischen und bedeutet "Wut". Erstmals wurde auch dort das
Phänomen beschreiben. Menschen begannen zu grübeln und verfielen in einen
mörderischen Anfall von Tobsucht. Hierzulande verstehen Experten darunter
eine erweiterte Suizid-, Selbstmordhandlung.
Für Außenstehende wird Selbstmord häufig nur als die einfachste Lösung
gesehen, um Problemen aus dem Weg zu gehen - als der leichteste Weg, als
Flucht eben. Dennoch könnte es sein, dass zu so einer Entscheidung
vielleicht sogar mehr Mut gehört, als zu jeder anderen.
Gedanken darüber, sich das Leben nehmen zu wollen, sind meist mit sehr
widersprüchlichen Gefühlen verbunden. Dies ist auch verständlich, denn
eine solch schwerwiegende Entscheidung kann - wenn sie in die Tat
umgesetzt ist - nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Aber auch wenn sehr viele Gründe für einen Selbstmord sprechen sollten, so
wird durch einen einzigen Grund, der für das Weiterleben spricht, eine
eindeutige Entscheidung für den Tod unmöglich. Andererseits ist aber
wiederum dieser eine Grund selten ausreichend, um sich ein sinnvolles
Weiterleben vorstellen zu können. Nicht leben und nicht sterben können ist
das Problem.
Wenn Sie selbst gerade dabei sein sollten, darüber nachzudenken, ob für
Sie ein Weiterleben sinnvoll ist, so sollten Sie darauf achten, dass Sie
eine solche Entscheidung mit einem klaren Kopf überdenken können. Die
Erfahrung zeigt, dass die meisten Menschen irgendwann schon mal die
Möglichkeit in Betracht gezogen haben, das eigene Leben zu beenden. Für
viele ist dies für eine gewisse Zeit sogar ein tröstlicher Gedanke
gewesen, der geholfen hat, eine schwierige Lebensphase leichter zu
überstehen. Das heißt, diese Gedanken bedeuten nicht immer gleich, dass
man es wirklich tun wird.
Ich gehe davon aus, dass auch Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Ihr Leben
beenden sollen, sonst hätten Sie wahrscheinlich gar nicht hierher gefunden
und auch bestimmt nicht soweit gelesen. Das eigene Leben zu beenden, ohne
ausreichend über das Für und Wider nachgedacht zu haben, wäre auch unklug.
Das wäre dann eher ein Unglücksfall und keine bewusste und sichere
Entscheidung. - Sie sollten also einige Zeit vergehen lassen, um zum
Beispiel nicht mehr unter dem Schock von aktuellen Ereignissen zu stehen,
und Sie sollten auch nicht in Ihrem Denken durch Alkohol oder andere
Drogen eingeschränkt sein. Sie sollten ausgeruht und gut gegessen haben,
wach und nüchtern sein, wenn Sie sich bewusst entscheiden wollen.
Warum sich Menschen das Leben nehmen:
Es
müssen sehr triftige Gründe sein, warum sich Menschen das Leben nehmen.
Auch wenn gerne das Wort Freitod verwendet wird, so fühlen sich viele die
es tun, eher von den Umständen dazu gezwungen. Es fällt schwer hier von
Freiheit zu sprechen.
Manche Menschen wollen anderen nicht länger zur Last fallen oder können
ihrem Leben keine Freude mehr abgewinnen; manche deshalb, weil sie
Menschen, die sie geliebt haben, durch Trennung oder Tod verloren haben.
Immer häufiger auch sind es alte Menschen, die vereinsamt sind oder sich
überflüssig fühlen. Andere glauben, dass sie eine nicht wieder gut zu
machende Schuld auf sich geladen haben und wollen sich selbst bestrafen.
Menschen, die mit dem Wissen leben müssen, eine schwere oder unheilbare
Krankheit zu haben, stellen sich ebenfalls häufig die Frage, ob das
Weiterleben so noch einen Sinn hat. Manchmal sind es auch berufliche oder
finanzielle Schwierigkeiten, welche die eigene Existenz in Frage stellen.
Aber viele leben schon längere Zeit mit dem sehr tief verwurzelten Gefühl,
eigentlich gar nicht leben zu dürfen. Sie sind vielleicht in schwierigen
Erziehungssituationen oder zerrütteten Familienverhältnissen aufgewachsen
oder mussten als Kind schlimme Erfahrungen machen, so dass sie zu Menschen
kein richtiges Vertrauen entwickeln konnten.
Sind hier auch Ihre Motive genannt?
Es kann
sein, dass Sie die Gründe, die für Sie selbst im Moment die größte Rolle
spielen, in der obigen Aufzählung nicht vorfinden, denn es sind hier nur
die genannt, die am häufigsten vorkommen. Ein sehr wichtiger Punkt, der in
dieser Aufstellung fehlt, ist Ihre eigene Meinung, ob solche Probleme
lösbar sind oder ob Sie glauben, ihnen hilflos ausgeliefert zu sein. Der
Grad der Hoffnungslosigkeit, der durch diese eigene Einschätzung entsteht,
ist oft entscheidend dafür, ob sich Menschen noch mal selbst eine Chance
geben wollen, oder nicht - und sei es, dass sie sich erlauben, sich Hilfe
zu holen. - Diese Hilfe gibt es!
Krisendienste
Dort
werden Sie Menschen kennen lernen, die sich ausreichend Zeit nehmen
werden, sich mit Ihnen und Ihrer schwierigen Lebenslage zu befassen. Vor
allem wenn Sie bisher noch nie die Möglichkeit hatten, mit einem Fachmann
(-frau) über Ihre Probleme zu reden, sollten Sie dies bei einer solchen
schwerwiegenden Entscheidung tun.
Aber auch wenn Sie schon mit solchen Fachleuten für Krisen oder
Psychotherapeuten zu tun hatten und nicht weitergekommen sind, sollten Sie
nicht gleich aufhören, weiterzulesen. Es kann sein, dass Sie dort bisher
nur auf Menschen getroffen sind, die Ihnen als Person vielleicht nicht so
zugesagt haben, wo "die Chemie einfach nicht gestimmt hat" (so sagt man
heute gerne). In einem solchen Fall nützt dann die ganze Erfahrung, die
ein solcher Mensch auch haben mag, natürlich wenig.
Vielleicht wollen Sie aber auch zunächst gar keinen persönlichen Kontakt.
Das wäre gut möglich, denn es ist sicher auch kein Zufall, das Sie gerade
hierher gefunden haben, um Antworten auf Ihre Fragen zu bekommen. Unsere
technisierte Welt hat einige Möglichkeiten geschaffen, vollkommen anonym
über ganz persönliche Probleme zu reden. Einerseits ist dies bedenklich,
weil es auch zeigt, wie stark die Zunahme der Vereinzelung in unserer
Gesellschaft ist. Andererseits ist es eine gute Chance für Menschen, die
sich sehr isoliert fühlen.
Telefonseelsorge
ist
eine solche Einrichtung. Der Name ist leider etwas irreführend, denn Sie
werden keine Seelsorger im üblichen Sinn am anderen Ende der Leitung
antreffen, sondern ausgebildete Laien oder auch wieder Fachleute, die mit
solchen Problemen gut vertraut sind. Sie arbeiten in der Regel rund um die
Uhr. Oft besteht hier auch die Möglichkeit zu einem brieflichen Kontakt,
wenn Ihnen nicht nach Reden zumute sein sollte (Briefseelsorge).
Hilfe aus Büchern
Es gibt
einige Krisenberater, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen auf diesem
Gebiet sehr gut zusammengefasst in ein Buch gepackt haben.
Schuldnerberatungsstellen
Wenn
Sie Ihr Leben deshalb beenden wollen, weil Sie in eine (oder mehrere) der
vielen Schuldenfallen geraten sind, von denen es heute ja sehr viele gibt,
dann finden Sie hier sicherlich die richtigen Leute. Vielleicht sind Sie
sogar der Meinung, dass Ihre Schulden so hoch geworden sind, dass Sie
diese nie mehr abzahlen können. Sie sollten sich in diesem Fall umgehend
an eine solche Stelle wenden. Dort gibt es Experten (-innen), die Wege
kennen, um aus solchen scheinbar ausweglosen Situationen herauszukommen.
Es gibt sie in jeder größeren Stadt.
Selbsthilfegruppen
Es ist
zwar schwer vorstellbar, dass sich Menschen am eigenen Schopf aus dem
Sumpf ziehen können, aber es geht in gewisser Weise, sonst würden die
Selbsthilfegruppen nicht so einen großen Zulauf haben. Ein wichtiger Grund
dafür ist, dass in solchen Gruppen immer auch einige Mitglieder sind, die
ihr Problem schon ganz gut in den Griff bekommen haben. Sie sind deshalb
oft qualifizierter als wirkliche Fachleute. Manche behaupten sogar, dass
Fachleute nie die Erfahrung erreichen können, wie sie ehemals Betroffene
haben. - Sicher mag es für den Einzelnen Überwindung kosten, diesen Weg zu
gehen, und manche schließen sich lieber einer Gruppe in der Nachbarstadt
an, weil sie auch wirklich anonym bleiben wollen. Ein solcher Schritt kann
einen kleinen Schritt wieder ins Leben bedeuten.
Foren
Im
Internet gibt es heute die Möglichkeit sich am Bildschirm über eigene
Probleme auseinanderzusetzen. Das heißt also hier und jetzt sofort. Dies
ist vielleicht die anonymste Art, miteinander in Kontakt zu kommen und
sich auszutauschen. Ein deutschsprachiges Forum zum Thema Selbstmord
finden Sie beispielsweise hier.
Psychotherapie
Diese Möglichkeit setzt voraus, dass Sie sich nicht in einer akuten Krise
befinden. Das Sie sich innerlich und von Ihrer äußeren Lebenssituation
doch so stabil fühlen, dass Sie auch eine Wartezeit bis zu einem
Erstgespräch beim einem(r) Psychotherapeuten(in) überbrücken könnten.
Websites
Mehr zum Thema
Selbstmord:
http://selbstmord.suizid.tripod.com/selbstmord/
Bericht über illegalen Medikamentenhandel per Internet:
http://people.freenet.de/suizid.freitod.selbstmord/
Buchempfehlung:
http://people.freenet.de/selbstmordstudie/
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