Selbstschliff eines Achromatischen Refraktorobjektivs |
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Politur Zunächst brauchen wir ein Polierwerkzeug. Ich habe mir dazu verschiedenen Gipsplatten (rund) gegossen, wobei ich als Form die geschliffenen Rohlinge benutzt habe. Vorher habe ich diese mit Frischhaltefolie abgedeckt und mit Alufolie einen Damm herum gebaut. So ca. 2cm Dicke für die Gipswerkzeuge reichen sicher aus. Nach dem Erhärten wieder mit Epoxyharz einstreichen, damit das Werkzeug wasserfest wird und keine Gipsbrösel die Linsen verkratzen. Wieder Alufolie als Damm herumbauen. Dann kommt der unangenehme Teil: Das Polierpech. Ich habe es in einer kleinen Blechdose in einem Wasserbad erwärmt, bis es ganz flüssig war. Mein Pech war sehr hart, so daß ich es mit Bienenwach vermengt habe. Dann habe ich es vorsichtig auf das Gipswerkzeug gegossen. Der Damm sorgt dafür, daß das Pech bleibt wo es hingehört. Vorsicht: Das Zeug klebt wirklich wie Pech, d´rum heißt´s auch so ... Am Besten im Keller oder im Garten machen, sonst gibt´s Ärger :-) Wenn das Pech beim Abkühlen stabil aber noch nicht allzu fest ist, dann muß man den Linsenrohling aufpressen. Vorher etwas Polierrot mit Wasser zu einem Brei vermengen und mit einem Pinsel auf die Linse auftragen, sonst läßt sich die Linse nicht mehr ablösen. Das Aufpressen erfordert etwas Druck, also evtl. vorsichtig beschweren. Wenn das Pech erstarrt ist, dann sollte sich die Linse lösen lassen. Falls nicht, dann hilft ein Wechselbad aus warmen und kaltem Wasser. Durch die Ausdehnung sollte sich die Linse lösen. Wie immer gilt: Mit Gefühl arbeiten ! Das Pechwerkzeug braucht jetzt noch Kanäle in Form eines Gitters. Diese habe ich mit einer Winkelleiste aus Alu hineingeritzt. Die Winkelleiste auf die Spitze stellen und vorsichtig schaben. Wichtig ist daß die Ritzen nicht symmetrisch zur Mitte liegen, sondern das Gitter von der Mitte versetzt ist, sonst gibt´s Astigmatismus. Bei mir hatten die kleinen Pechquadrate ca. 2cm Kantenlänge. So, jetzt nochmal das Werkzeug in einem Wasserbad oder mit einem Fön erwärmen, Poliermittelbrei auf die Linse und nochmal aufeinanderpressen, bis die Linse komplett auf den Pechquadraten aufliegt. Nun tief Luft holen, etwas Poliermittel mit Wasser anmischen, mit einem Pinsel auf das Pechwerkzeug aufbringen und polieren. Gleichmäßige Striche wie beim Feinschliff. Wird erst ein wenig ruckartig gehen und man muß ggf. öfters das Werkzeug leicht anwärmen und anpressen. Wichtig: Immer nach ca. 15 Strichen das Werkzeug gegen das Glas drehen. Nach ca. 1h sieht man schon deutlich, daß das Glas durchsichtiger wird. Wie lange man pro Fläche polieren muß läßt sich kaum sagen. Bei den mittleren Flächen (R2 und R3) muß man nichtvöllig auspolieren. Da habe ich es mit je 2h gut sein lassen. Die Ölfüllung gleicht kleinere Unregelmäßigkeiten aus. R1 und R4 müssen aber auspoliert sein. Wenn man Sonnenlicht mit einer Lupe auf die Oberfläche Projiziert oder man mit einem Laserstrahl (z.B. Laserpointer) daraufleuchtet, dann dürfen die Brennpunkte kaum noch sichtbar sein. Aber nach ein paar Stunden, verteilt auf mehrere Tage (sonst wird der Muskelkater zu stark) ist auch diese Phase überstanden. |
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