Reptilien
- Stefan Gera -
Definition von Reptilien: Kriechtiere mit Schuppen oder Panzern behäutet, wechselwarme Klasse der Wirbeltiere, angepasst an das Landleben, Entwicklung ohne Verwandlung
( Metamorphose ), in Mitteleuropa vertreten durch Schildkröten, Echsen und Schlangen.
Einleitung
Schon vor Jahrmillionen Jahren bewegten sich riesige vierfüßige Kolosse mit langen Hälsen durch unsere Sümpfe. Diese Art der Reptilien gehörten zu den ältesten unseres Planeten.
Doch die Blütezeit der Reptilien neigte sich dem Ende zu, als im Tertiär die Säugetiere und Vögel als Abkömmlinge begannen, sich zu ihrer heutigen Vielfältigkeit zu entwickeln.
Die heute noch lebenden Reptilien sind nur ein schwacher Abglanz jener gestaltreichen Artenfülle früherer Zeit. Sie haben oft unter einer völlig unbegründeten Abneigung der Menschen zu leiden. Doch wer sich näher mit diesem Verfemten des Tierreiches beschäftigt, wird immer wieder neue Besonderheiten bei ihnen bemerken, die einen in einen Bann schlagen. Da wären z. B. die Schönheit eines Krötenauges, die leuchtenden Farben mancher Frösche, das liebenswürdige Wesen der Schildkröten, die urtümliche Gestalt vieler Echsen oder die unbeschreibliche Eleganz einer dahinkriechenden Schlange.
Körperbau und Lebensweise
Die Reptilien oder Kriechtiere sind geschwänzte Wirbeltiere mit trockener, fast drüsenloser und verhornter Haut, die mit Schuppen oder Schilden bedeckt ist. Schildkröten, Schnabelechsen, Krokodile und die meisten Echsen besitzen zwei Gliedmaßenpaare mit in der Regel je fünf Fingern. Einige Echsenformen und Schlangen sind gliedmaßenlos. Das Herz besteht aus zwei Vorkammern und, bis auf das der Krokodile, aus zwei nicht völlig voneinander getrennten Kammern. Die Reptilien sind wechselwarme Tiere, die keine eigene Körperwärme erzeugen oder aufrechterhalten können und sind deshalb in ihren Lebensfunktionen von der Umgebungstemperatur abhängig. Bei lebensungünstigen Temperaturen wie bei Frost oder zu großer Hitze flüchten sie in Verstecke, wo viele Arten auch einen Sommer - oder Winterschlaf durchführen. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt oder über 42 °C sind jedoch tödlich.
Die geographische Verbreitung der heute lebenden Reptilien ist durch klimatische Verhältnisse festgelegt, wobei Temperaturen die Hauptrolle spielen. Reptilien sind fast weltweit, überwiegend jedoch in den Tropen und Subtropen verbreitet.

Anzahl der verschiedenen Reptilienarten auf der Erde
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Hier sind sie in größter Arten- und Individuenzahl anzutreffen. Je
mehr man sich vom Äquator nach Norden oder Süden hin in kühlere
Gebiete entfernt, umso mehr nimmt die Zahl der Arten ab. In den
gemäßigten Breiten leben meist nur wenig kleine Formen. Lediglich die
Bergeidechse und die Kreuzotter dringen bis zum Polarkreis hervor.
Die Reptilien haben sich in ihrem Verbreitungsgebiet an fast alle Lebensräume angepasst. Die meisten Arten sind echte Landtiere, nicht selten bevorzugen sie aber die Nähe von Gewässern.
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Fortpflanzung und Entwicklung der Reptilien
Bei den Reptilien treten oft beträchtliche äußere Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf. Die Männchen verfügen meistens über einen kräftiger ausgebildeten Kopf, einen längeren Schwanz und eine deutlich verdickte Schwanzwurzel. Auch eine prächtigere Färbung ist ihnen oftmals eigen. Männliche Schildkröten weisen einen leicht konkaven Bauchpanzer auf. Alle Reptilien sind getrenntgeschlechtlich, und es findet bei ihnen eine innere Befruchtung statt. Das Sperma wird mittels versteifbarer Begattungsorgane in die Geschlechtsgänge des Weibchens eingebracht. Krokodile und Schildkröten besitzen einen unpaarigen Penis, bei Schlangen und Echsen sind paarige, anschwellbare Schläuche vorhanden, von denen nur einer während der Begattung gehen oft Liebesspiele voraus, die von Arzt zu Art recht unterschiedlich sind. Man kann bei Eidechsenmännchen als Folge von Revierkämpfen Verstümmelungen beobachten. Die meisten Reptilien legen pergament - oder lederschalige Eier von walzenförmiger Gestalt, die denen der Vögel gleichen. Die Entwicklung der Eier nimmt schon im Eileiter des Muttertiere ihren Anfang, bei einzelnen Arten entwickelt sich der Keim hier schon vollständig. Das Junge durchbricht noch im Eileiter die Schale und wird anschließend lebendig geboren..
Zu den mitteleuropäischen lebendgebärenden Arten gehören z.B. Waldeidechse, Glattnatter, Kreuzotter, Wiesenotter, Sandotter und Aspisviper.
Bei den lebendgebärenden Kriechtieren durchlaufen die befruchteten Eier ihre Keimlingsentwicklung im Eileiter des Weibchens. Entweder bei der Eiablage oder schon kurz davor im Eileiter reißt dann die dünne Eihülle auf, und das vollständig ausgebildete Jungtier beginnt seinen eigenen Lebensweg. Diese Form des Lebendgebärens steht der Entwicklung des in die Außenwelt abgelegten Eis ( Oviparie ) noch nahe. Sie unterscheidet sich jedoch vom Lebendgebären ( Viviparie ) der phylogenetisch höher entwickelten Säugetiere, was man Ovovivparie nennt.
Reptilienei
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Die Mehrzahl der Reptilien legen Eier (ovipar). Mit der Entwicklung des Amnioten - Eies wurden die Reptilien in ihrer Entwicklung unabhängig vom Wasser. Die Embryonalentwicklung der Reptilien ist (wie bei Vögeln und Säugern) durch das Vorhandensein von schützenden Embryonalhäuten gekennzeichnet: das Amnion (Schafhaut) ist die innerste Embryonalhülle und enthält den Embryo und das Fruchtwasser. Die Allantois, eine Ausstülpung des embryonalen Darms, dient dem Gasaustausch des Embryos, also auch als Atmungsorgan. Bei den Schlangen und einigen Echsen ist nur ein Lungenflügel funktionstüchtig, bei anderen Reptilien sind dagegen beide Lungenflügel gleichermaßen entwickelt. Brusthöhle und Bauchhöhle sind bei den Reptilien nicht durch ein Zwerchfell getrennt, so dass die Atmung durch Kontraktionen der Thorax- und Abdominalmuskulatur ermöglicht wird. Die meisten Reptilien legen Eier mit ledriger Schale, manche erzeugen jedoch auch hartschalige Eier, die Vogeleiern gleichen. Einige schlüpfende Reptilien haben am Oberkiefer einen spitzen, nur vorübergehend vorhandenen Eizahn, mit dem sie die Eischale durchbrechen. |
Das Nervensystem
Das Zentralnervensystem der Reptilien besteht aus einem verhältnismäßig großen, ungefurchten Vorderhirn, einem kleinen Zwischenhirn, einem Mittelhirn, einem Hinterhirn, einen Nachhirn und dem Rückenmark.
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Am Vorderhirn erkennt man zwei gut entwickelte
Riechklappen. Bei den Schildkröten stehen letztere durch Nervenfasern
direkt mit den Geruchsorganen in Verbindung. Vom Dach des Zwischenhirns
entspringt die Epiphyse ( Zirbeldrüse der Wirbeltiere ), die auf der
Oberseite zwischen den Enden des Vorderhirns emporragt. An der
Unterseite des Zwischenhirns hängt die Hypophyse ( Hirnanhangsdrüse ).
Das Mittelhirn ist vor allem für Bewegungsabläufe verantwortlich. Das
Hinterhirn besteht bei den Schildkröten, einigen Echsen und der
Brückenechse aus einer nach vorn ansteigenden Platte, die bei den
Schlangen nach hinten ragt und die Rautengrube bedeckt. Bei den
Krokodilen ist das Hinterhirn größer als bei den anderen Reptilien.
Das meist unten gekrümmte Nachhirn verfügt über eine mehr oder weniger große Rautengrube. Im Nachhirn liegen vor allem die automatischen Zentren für die Atmung, den Blutkreislauf und die Reflexzentren für die Nahrungsaufnahme. Das Rückenmark verläuft durch den Wirbelkanal bis in das Schwanzende. Bei den Kriechtieren ist das sympathische Nervensystem gut entwickelt. |
Das Atmungssystem
Die Lungen sind das Hauptatmungsorgan der Kriechtiere. Sie sind von sackartiger Gestalt, weisen wabenähnliche Vorsprünge auf und stehen über die Bronchien, den Kehlkopf und die Luftröhre mit der Mundhöhle in Kontakt. Bei den Schildkröten und den Krokodilen stellen die Lungen dichte, schwammige Gewebe dar. Die Lungen von Schlangen und von schlangenähnlichen Echsen sind langgestreckt, wobei die linke mehr oder weniger rückgebildet ist oder auch gänzlich fehlt, während die rechte vergrößert und am Ende glattwandig ist. Neben den Lungen verfügen Reptilien noch über einige andere Atmungsorgane. So können im Wasser lebende Schlangen und Schildkröten durch Hautatmung und durch Mundhöhlenatmung Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen. Daneben haben zahlreiche Wasserschildkröten große Kloakensäcke, die an der Rückwand der Kloake liegen. Die Kloakensäcke werden durch Kloakenspalten mit sauerstoffreichem Wasser gefüllt, das sauerstoffarm wieder ausgestoßen wird.
Das Blutgefäßsystem
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Das Herz der Reptilien, das in einen Herzbeutel eingeschlossen ist,
liegt mit Ausnahme der Schlangen weit vorne in der Brusthöhle. Die
Herzkammer ist durch eine Scheidewand in eine rechte und eine linke
Herzkammer geteilt. Bei den Krokodilen ist der Aortenhauptstamm
vollständig geteilt, während er bei den Echsen und den Schildkröten
äußerlich gemeinsam aus der rechten Herzkammer zu entspringen scheint.
Aber auch hier ist er immer geteilt, so dass die Lungenarterie und der
linke Aortenbogen das Blut aus der rechten, der rechte Bogen dagegen aus
der linken Herzkammer wegführt.
Bei den Echsen besteht die Aortenwurzel in der Regel aus zwei Aortenbögen pro Seite, bei den anderen Reptilien aus einem Aortenbogen. Die beiden Aortenbögen der Echsen vereinigen sich dorsal ( zum Rücken ) vom Herzen. Das vom Körper und von den Organen kommende venöse Blut fließt hauptsächlich aus den großen Hohlvenen in den rechten Vorhof. Das in der Lunge mit Sauerstoff angereicherte, arterielle Blut fließt in den linken Vorhof. Die rechte Herzkammer erhält immer venöses und die linke immer arterielles Blut. Die Hauptmenge des venösen Blutes fließt aus der rechten Herzkammer zur Lunge. Das Blut der Reptilien besteht aus dem Blutplasma, den roten und den weißen Blutkörperchen und den Blutplättchen. |
Die Haut
In Anpassung an die natürliche Umwelt auf dem Lande und im Wasser hat die Haut der Reptilien durch Verhornung der äußeren Schichten größere Festigkeit und Elastizität als die der Amphibien. Auffällig ist die Drüsenarmut der Haut, die eine übermäßige Verdunstung verhindert. Die Haut der Kriechtiere besteht aus einer mehrschichtigen Oberhaut
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( Epidermis ) und einer Lederhaut
( Corium ). Die Epidermis, die sich aus fünf bis zehn Zellschichten
aufbaut, ist in eine äußere Hornschicht und eine untere Keimzone
aufgegliedert. Beide sind durch eine Zwischenzone miteinander verbunden.
Aus der unteren Keimzone gehen andauernd lebende Zellen hervor, die sich
abplatten und nach außen schieben, wobei die Zellkerne und schließlich
auch die Zellen zugrunde gehen. Die abgestorbenen Zellen bilden dann die
Hornschicht, die besondere Formen haben kann.
Eine nicht unbeträchtlich Zahl von Reptilien ( Krokodile, verschieden Echsen )lagern Kalk in der Lederhaut ab, was zu Knochenschuppen im Bindegewebe führt. Die vielfältige geformten Hornschuppen gehen alle aus der äußeren Hornschicht hervor. Es gibt gekielte (g) und ungekielte Schuppen. Bei den Schlangen und Echsen überdecken die vorderen Körperschuppen die hinteren dachziegelartig(f). Die Schuppen der Echsenschwänze(b) sind oft zu unregelmäßigen Wirteln angeordnet. Körnerschuppen (c)können sich an der Kehle, an den Augenlidern und auf dem Rücken befinden. Die Schuppen können kegelartig (d) entwickelt oder zu Dornen ausgezogen sein oder die Form von Rückenkämmen annehmen. Die Schuppen auf der Bauchseite werden als Schienen oder Schilde bezeichnet. Desgleichen die, die Köpfe der Reptilien in gesetzmäßigen Mustern bedecken. Sie sind daher wichtige Hilfsmittel für die Artenbestimmung. Das Gleiche gilt auch für die Beschuppung von Rücken, Bauch und Schwanz. |
Die äußere Körperdecke der meisten Schildkröten, unter denen das knöcherne Innenskelett liegt, sind Hornplatten, wie auch Kieferränder dieser Tiere nicht mit Zähnen, sondern mit Hornschneiden bewaffnet sind.
Die Färbung der Reptilien wird durch die in den Zellen der Lederhaut liegenden Chromatophoren verursacht. Die Körperfärbungen und Zeichenmuster der Kriechtiere sind überaus abwechslungsreich. Zahlreiche Reptilien verändern ihre Körperfarbe mit zunehmenden Alter. Einige Schlangen und Krokodile können unter dem Einfluss von Temperaturen, Helligkeitswerten und von psychischen Erregungen, ihre Körperfärbung für kurze Zeit verändern.
Evolution der Reptilien
Qaustenflosser ( Crossopterygii )
Die Reptilien nehmen in der Evolution der Wirbeltiere eine
zentrale Rolle ein. Von einigen Vertretern wie den Mosasaurien abgesehen, die
sich sekundär an das Leben im Wasser gewöhnt hatten, lebten die Reptilien als
erste Tiergruppe vollständig auf dem Festland, dem sie durch Ausbildung von
Eiern mit fester
poröser Schale und einer Embryonalhülle, durch wechselwarme
Körpertemperatur, Lungenatmung und Schuppenhaut angepasst waren. Die Reptilien
lassen sich aus urtümlichen Amphibien ableiten. Die ersten Reptilien traten im
Paläozoikum während des Oberkarbons vor etwa 300 Millionen Jahren auf. Die
stammesgeschichtliche Blütezeit lag im Mesozoikum von der Trias bis zur
Kreidezeit, das als das Zeitalter der Reptilien bekannt ist. Die Kriechtiere
haben sich nicht – wie manchmal angenommen – aus den Lurchen
weiterentwickelt, sondern eine parallele Entwicklung seit dem Karbon
durchlaufen. Hervorgegangen sind sie ebenso wie die Lurche aus den
Qausterflossern des Devon. Die Mehrzahl der Reptilien ist gegen Ende der Kreidezeit
wieder ausgestorben, so dass von den ursprünglich 23 bekannten
Reptilienordnungen heute noch 4 Ordnungen mit etwa 6000 Arten übriggeblieben
sind:
1.) Schildkröte ( Testudines )
2.) Schnabelköpfe ( Rhynchocephalia )
3.) Krokodile ( Crocodilia )
4.) Eigentliche Schuppenkriechtiere ( Squamata )
Systematische Gliederung der deutschen Reptilien
1.) Ordnung: Schildkröten, Testudines
Unterordnungen: Cryptodira, Pleurodira
Familie: Sumpfschildkröte, Emydidae
Gattung: Echte Sumpfschildkröte, Emys
Art: Europäische Sumpfschildkröte, Emys orbicularis
2.) Ordnung: Echsen, Sauria
Familie: Schleichen, Anguidae
Gattung: Eigentliche Schleichen, Anguis
Art: Blindschleiche, Anguis fragilis
Familie: Eidechsen, Lacertidae
Gattung: Halsbandeidechsen, Lacerta
Smaragiedechse, Lacerta viridis
Waldeidechse, Lacerta vivipara
Gattung: Halsbandeidechsen, Podarcis
Art: Mauereidechse, Podarcis muralis
3.) Ordnung: Schlangen, Serpentes
Familie: Nattern, Colubridae
Gattung: Kletternattern, Elaphe
Art: Äskulapnatter, Elaphe longissima
Gattung: Schwimmnattern, Natrix
Art: Ringelnatter, Natrix natrix
Würfelnatter, Natrix tessellata
Gattung: Glattnattern, Coronella
Art: Schlingnatter, Coronella austriaca
Familie: Vipern, Viperidae
Gattung: Ottern, Vipera
Art: Kreuzotter, Vipera berus
Aspivisper, Vipera aspis
Brückenechse
Die Brückenechsen sind die einzigen Vertreter der Reptilienordnung Rhynchocephalia.

Sie hatten vor 200 Millionen Jahren während des Juras ihre Blütezeit hatte. Heute lebt die Brückenechse ausschließlich auf einigen Inseln vor der Küste Neuseelands. Sie ist untersetzt, besitzt einen großen Kopf, einen kräftigen Schwanz und einen stacheligen Rückenkamm, von den eigentlichen Echsen unterscheidet sie sich durch das Vorhandensein einer knöchernen Brücke am Schädel hinter dem Auge. Die Brückenechse kann 80 Zentimeter lang werden und erreicht ihre volle Größe gewöhnlich erst mit 50 bis 60 Jahren. Sie lebt als Einzelgänger, gräbt Erdhöhlen, ist überwiegend nachtaktiv und ernährt sich von Insekten, Schnecken, Eidechsen, jungen Vögeln und Vogeleiern. Mit Recht nennt man sie ein lebendes Fossil, denn sie stellt den letzten Überlebendenrest dieser Reptilienordnung da. Ihren Namen trägt sie nicht weil sie eine Brücke zwischen den Jahren der Saurier- und der Jetztzeit schlägt, sondern nach der vollständigen doppelten Rückenbrücke über ihrer Schläfenregion., wie wir sie bei den heutigen Reptilien nur noch bei Krokodilen finden. Bemerkenswert ist das Fehlen eines Begattungsorgan bei Männchen, was sonst bei keinem anderen Reptil festzustellen ist. Die Brückenechse besitzt wie viele andere Echsen auch das sogenannte "dritte Auge", das Scheitelauge. Es ist wie ein richtiges Auge gebaut, doch fehlt ihm die Regenbogenhaut. Es liegt unter der Haut, durch einen Nervenstrang steht es mit der Zirbeldrüse des Gehirns in Verbindung. Zum Sehen taugt es daher nicht, sondern es steht wahrscheinlich, mit der Wärmeregulation der Tiere in Zusammenhang. Die Zähne stehen auf den Kieferrändern und verwachsen im Alter zu einen höckerigen Gerat, so dass dadurch ein Zahnwechsel unmöglich wird. Die Brückenechsen kauen also ihr Zahnwerk immer weiter ab, bis sie im Alter nur noch mit Rändern der Kiefer beißen. Auf Neuseeland selbst sind diese Echsen schon ausgestorben und man findet sie nur noch auf kleinen Nachbarinseln., deshalb sind diese Tier vom Aussterben sehr bedroht. Eine eigenartige Lebensgemeinschaft herrscht zwischen den Brückenechsen und den Sturmvögeln der Gattung Puffinus. Sie teilen sich eine unterirdische Bruthöhle, wobei das Zusammenleben trotz ihrer Verschiedenheiten harmonisch abläuft. Der ausschlaggebende Faktor ist das herab fallende Laub in den Bruthöhlen.. Durch das Laub bildet sich eine Humusschicht. Das ständige Herumwühlen der Vögel und Brückenechsen vermischt Erde und Pflanzenstoffe zu einer etwa halbmetertiefen, einheitlichen Beschaffenheit ab, die für die Tiere lebensnotwendig ist. Die Brückenechsen quartieren sich aber nicht nur bei Vögeln ein, sondern sind wahrscheinlich auch selbst in der Lage, ihre eigene Behausung zu graben. Auf Grund sorgfältiger Temperaturmessungen an den Brückenechsen hat man herausgefunden, dass die Tiere ihre höchste Aktivität bei 12 C° entfalten und auch noch bei wesentlich niedrigeren Wärmegraden durchaus lebhaft sind. Man hat es bei ihnen mit der niedrigsten Vorzugstemperatur zu tun, die man jemals bei einen Reptil festgelegt hat.
Etwa 10 Eier legt das Weibchen im Hochsommer, in flache Mulden ab, die meist ein gutes Stück von den Wohnhöhlen entfernt liegen. Über die vorausgegangene Paarung weiß man nicht viel. Nach einer außergewöhnlichen Zeitigungsdauer, die bis zu 13 Monate betragen kann, schlüpfen die Jungen aus ihren Eiern und finden in der Nähe ihres Brutplatz Unterschlupf. Erst nach etwa einem Jahr schließen sie sich dann den Wohnkolonien der Erwachsenen an. Die Vermehrung der Brückenechsen ist leider sehr gering. So sind die Eier während der Zeitungsdauer viel stärker den Zufällen der Umwelt ausgesetzt und es entwickeln sich zumeist auch nur die Hälfte oder ein Drittel der Eier. Die anderen entfalten sich entweder gar nicht oder enthalten Missbildungen. Hinzu kommt das die Weibchen nicht in jedem Jahr trächtig sind. Es ist also weiterhin höchst erforderlich die Brückenechsen in einem hohem Ausmaße zu schützen!
2.) Squamata: ( Schuppenkriechtiere )
Echsen
Die Unterordnung der Echsen ( Sauria ) gehört zur großen Ordnung der Eigentlichen
Schuppenkriechtiere ( Squamata ), die außerdem noch die Doppelschleichen und die Schlangen umfasst. Es gibt mindestens 3750 verschiedene Echsenarten, die überall in den tropischen und gemäßigten Breiten vorkommen. Sie werden in 16 Familien eingeteilt, von denen die der Geckos ( Gekkoidae ) , Leguane ( Iguanidae ),
Skinke ( Scincidae ) und Echten Eidechsen die Artenreichsten sind.
Körperbau und Fortbewegung
Von allen Reptilien weisen die Echsen die größten Unterschiede in Größe und Körperbau auf. Die kleinsten Gekkos werden nur ein paar Zentimeter lang, während der Komodo- Waran eine Größe von bis zu 3 Metern erreicht. Echsen ähneln in ihrer äußeren Gestalt Salamandern und Molchen, doch unterscheiden sie sich von diesen durch eine trockene, schuppige Haut, Füße mit Krallen und nach außen geöffnete Ohren. Die meisten Echsen sind schlank, haben vier kurze Gliedmaßen und einen langen Schwanz, der bei vielen Arten abgeworfen und wieder regeneriert werden kann. Der Schwanz baumbewohnender Arten, wie dem Chamäleon, wurde als Greiforgan entwickelt. Die Beine mancher Echsen können stark verkürzt oder nur noch rudimentär vorhanden sein, so dass diese Tiere, wie die Blindschleiche, schlangenhaft aussehen. Von den Schlangen unterscheiden sie sich aber dadurch, dass ihre Augenlider beweglich sind und der Aufbau des Schädels, insbesondere des Unterkiefers, von dem der Schlangen abweicht. So sind die Unterkieferknochen der Echsen, im Gegensatz zu denen der Schlangen, fest miteinander verbunden.
Echsen bewegen sich je nach Körperbau und Lebensraum auf unterschiedliche Weise. Der Halsbandleguan und der Basilisk laufen sehr schnell auf ihren gut entwickelten Hinterbeinen. Die letztere Art kann dank ihrer hervorragend entwickelten Hinterbeine und des peitschenartigen Schwanzes sogar über eine Wasseroberfläche laufen. Geckos ( siehe unten ) besitzen winzige Haken an den Zehen, die es ihnen ermöglichen, sich auch an glatten Oberflächen festzuhalten. Einige Echsen sind gute Schwimmer, und viele sind an das Klettern in Bäumen angepasst.
Lebensraum
Echsen sind weltweit in tropischen und subtropischen Regionen anzutreffen. Einige wenige Arten leben auch in temperierten Zonen, jedoch keine in arktischen Regionen. Die Echsen leben häufig in Wüstengebieten oder auf entlegenen kleinen Inseln mitten im Ozean. Sie sind dieser Art von Lebensraum besonders gut angepasst, da sie Harnsäure nicht als Flüssigkeit, sondern als feste weißliche Masse ausscheiden und so den Flüssigkeitsverlust gering halten. Viele der wüstenbewohnenden Arten haben einen relativ platten Körper, so dass sie sich in die engsten Felsplatten zwängen können, oder sind stromlinienförmig und können sich in den Sand wühlen. Sie haben meist große, breite Füße mit kurzen Zehen, manchmal auch schuppige Häute zwischen den Zehen. Die große Fußfläche verhindert das Einsinken in den lockeren Wüstensand.
Ernährung
Je nach Art unterscheiden sich die Ernährungsgewohnheiten der Echsen erheblich. Während die meisten Fleischfresser sind, ernähren sich andere, wie die Leguane, hauptsächlich pflanzlich. Die Gila-Krustenechse, die in der Wüste lebt, frisst die Eier anderer Wüstenreptilien sowie auch kleine Nager und Ameisen. Darüber hinaus dient ihr Schwanz als Speicherorgan für Nahrungsreserven. In Abhängigkeit von ihrer Größe jagen Warane Insekten, Vögel und Reptilien, sie fressen Eier, Kleinsäuger und Aas und können sogar für Menschen bedrohlich werden.
Beispiel für Echsen: Geckos
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Die Geckos bilden die Familie der Gekkonidae., die aus rund 85 Gattungen mit 800 Arten besteht. Sie sind in ganz Afrika, Süd- und Zentralasien, Australien sowie in Südamerika weit verbreitet und kommen sogar in den wärmeren Gegenden Nordamerikas und Europas vor. Die Geckos sind besonders für ihre lauten Rufe und ihre Fähigkeit zum Klettern an senkrechten Flächen bekannt. Sie sind nachtaktiv und haben sich aus einer sehr artenreichen und alten Echsenfamilie entwickelt. Die Fossilfunde lassen sich auf rund 50 Millionen Jahre, das heißt bis zum Eozän, datieren. Die meisten der 800 Geckoarten sind klein und kräftig gebaut und haben einen kurzen Schwanz. Sie werden häufig für Waldbewohner gehalten, leben aber auch in sehr trockenen Gebieten. Viele von ihnen besiedeln steiniges Gelände, ziehen manchmal aber auch zu Menschen ins Haus, wo sie Jagd auf Insekten machen, die vom Licht angelockt werden. |
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Der in Südostasien heimische Tokke ist mit einer Länge von 30 cm der größte Vertreter dieser Familie. Er ist in Malaysia häufig in Häusern zu finden, wo er Jagd auf Insekten macht. Außerdem frisst er Vögel und sogar Säugetiere. Wenn seine Beute zu groß ist und sie sich nicht mit einem Biss töten lässt, packt er die mit den Zähnen und schlägt sie immer wieder zu Boden oder eine Wand. |
Schlangen
Am auffälligsten erscheint bei den Schlangen die langgestreckte Gestalt. Diese Verlängerung des Körpers darf man als Folge der besonderen Bewegungsweise ihrer Vorfahren ansehen, die unter den Echsen zu suchen sind und die sich unter waagerechten Windungen ihres Körpers über den Boden schlängelten, wie es auch heute noch die Blindschleiche und zahlreiche gliedmaßenlose andere Arten tun. Im Zusammenhang damit streckte sich nicht nur der Leib, sondern auch die inneren Organe; ein Lungenflügel bildete sich zurück, die nutzlosen Gliedmaßen verschwanden völlig. Da die Schlangen ihre Beute im ganzen herunterschlingen, hat sich der gesamte Kieferapparat zu einem losen Spangenwerk aufgelockert, dessen Dehnungsfähigkeit durch zusätzliche Gelenke erhöht ist. Dadurch können die Schlangen mit Leichtigkeit ihr Maul über eine Beute spannen, deren Größe den Umfang ihres eigenen Körpers erheblich übertrifft.
Körperbau und -funktionen


Der lange, schlanke Körper der Schlangen enthält eine hohe Zahl von Wirbeln: nie weniger als 100 und mitunter mehr als 300. Mit Ausnahme der ersten beiden hat jeder Wirbel ein Paar Rippen, die mit dem Kopf verbunden sind. Das Skelett ist leicht gebaut und abgewandelt, es ermöglicht große Bewegungsfreiheit. Der Schädel ist besonders locker gebaut und in mehrere Richtungen streckbar, was der Schlange ermöglicht, im Verhältnis zur Größe ihres Kopfes und Körpers große Beute zu verschlingen. Diese Beweglichkeit zeigt sich insbesondere bei den beiden Knochen des Unterkiefers, die über einen kurzen, beweglichen Knochen mit dem Schädel und vorne lediglich über ein elastisches Band verbunden sind. In beiden Kiefern sitzt eine große Zahl scharfer, nadelspitzer Zähne, die alle nach hinten gebogen sind. Die Zähne sind in sechs Reihen angeordnet, parallel zur Längsachse des Kopfes: zwei Reihen auf jeder Seite des Oberkiefers und eine auf jeder Seite des Unterkiefers. Wenn eine Schlange Beute fängt, ermög- lichen ihr die nach hinten gebogenen Zähne festen Halt. Die Beute wird rasch getötet und durch abwechselnde Bewegungen der Zahnreihen, welche die Nahrung ins Maul ziehen, verschlungen. Im Maul wird die Nahrung eingespeichelt (entgegen einer verbreiteten Meinung speicheln Schlangen ihre Nahrung nicht schon ein, bevor sie diese aufnehmen). Die meisten Beutetiere werden leicht und rasch verschlungen, das Verschlingen einer wirklich großen Mahlzeit kann jedoch mehrere Stunden dauern. Die großen Pythons können Tiere bis annähernd 70 Kilogramm Gewicht verzehren, eine derartige Mahlzeit zu verschlingen ist aber ein mühsamer Prozess.
Fortbewegung
Eine überraschende Eigenschaft der Schlangen ist ihre Fähigkeit, sich ohne Beine rasch fortbewegen zu können, was auf recht unterschiedliche Weise erfolgt. Am häufigsten kriechen sie einfach wellenförmig, eine Methode, die man als Schlängeln bezeichnet. Hierbei stößt sich die Schlange an der Hinterseite jeder Kurve oder Wellen- bewegung vom Untergrund ab und gleitet geschmeidig vorwärts. Eine zweite Form könnte man raupenartige Fortbe- wegung nennen; auf diese Weise bewegen sich nur die Schlangen mit schwererem Körperbau. Hierbei wird die Haut auf der Unterseite durch starke Muskeln vor und zurückbewegt, und die breiten Bauchschilder greifen in den
Untergrund und bewegen dadurch die Schlange vorwärts. Diese Fortbewegungsform gab Anlass zu der irrtümlichen Behauptung, Schlangen würden "auf ihren Rippen laufen"; tatsächlich aber bewegen sich die Rippen bei keiner der vier Formen der Fortbewegung vorwärts und rückwärts. Einige wüsten lebende Schlangen zeigen auf dem losen Sand eine ganz spezielle Fortbewegungsweise, die man als Seitenwinden bezeichnet.Hierbei rollt die Schlange ihren Körper in einer schlingenartigen Bewegung seitwärts am Boden entlang. Die vierte Methode ist eine ziehharmonikaartige Fortbewegung, bei der der Körper abwechselnd ausgestreckt und zusammengezogen wird, während sich die Schlange von einem Verankerungspunkt zum nächsten bewegt. Diese Art der Fortbewegung dient zum Überqueren glatter Oberflächen und zum Klettern. Die Häufigste der vier Fortbewegungsformen und zugleich diejenige, bei der sämtliche Schlangen die höchste Geschwindigkeit erreichen können, ist das Schlängeln. Nicht alle Schlangen vermögen sich auf jede der anderen Methoden fortzubewegen. Die höchste nachgewiesene Geschwindigkeit einer Schlange liegt bei ungefähr 13 Kilometern pro Stunde – dies ist langsamer, als ein erwachsener Mensch laufen kann; aber nur wenige Schlangen können sich so schnell fortbewegen. Beim Klettern können alle Methoden außer dem Seitenwinden eingesetzt werden; Schwimmen erfolgt ausschließlich durch Schlängeln. Einigen Arten der Familie Colubridae ( Nattern wie die Vipernatter sowie die Königsnatter und deren Verwandte) aus Ostasien und Neuguinea schreibt man die Fähigkeit zu, fliegen zu können. Doch sie fliegen nicht wirklich, können sich aber aus recht hohen Bäumen fallen lassen oder herabstürzen und unverletzt zu Boden fallen oder teilweise gleiten.
Gifte
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Schlangengifte sind eine komplexe Mischung aus Eiweißen, die verschiedene Körpergewebe schädigen und Beutetiere lähmen oder töten. Häufig teilt man die Gifte in zwei Hauptgruppen ein: in neurotoxische Gifte, welche auf die Nerven einwirken, und hämotoxische Gifte, die das Blut betreffen. Tatsächlich aber enthalten alle Gifte Bestandteile beider Formen, einer davon herrscht jedoch gewöhnlich vor. Neurotoxische Gifte sind im Allgemeinen wirkungsvoller; sie wirken in der Regel auf das Zentralnervensystem und führen zu Atmungsstillstand und unterdrücken die Herzfunktion. Hämotoxine zerstören die Blutzellen, die innere Auskleidung der Blutgefäße und andere Gewebe. Weil Hämotoxine die Zellen des Blutgefäßsystems lokal zerstören, breiten sie sich langsamer aus und wirken weniger schnell als Neurotoxine. |
Vorkommen
Schlangen leben in sämtlichen wärmeren Regionen der Welt, außer auf einigen Inseln. In Europa kommen sie bis zum Polarkreis vor, doch die Artenzahl nimmt von den Tropen zu den Polen hin rapide ab. Ungefähr 2 500 Arten sind bekannt. Man teilt sie (je nach Klassifikationssystem für die spezialisierten grabenden und baumbewohnenden Schlangen) in acht bis zehn Familien ein. Die Familie Colubridae (Nattern) ist die größte und umfasst die häufigsten Schlangen aller Kontinente mit Ausnahme Australiens, wo die Elapidae (Giftnattern) sämtliche anderen zahlenmäßig übertreffen. Zur letzteren Gruppe gehören einige der tödlichsten Schlangen der Welt, wie Mambas, Kobras und Korallenschlangen. Zwei weitere bedeutende Giftschlangengruppen sind die Grubenottern, darunter die Klapperschlangen, der Buschmeister, und die Gewöhnliche Lanzenotter aus der Familie Crotalidae (Grubenottern) sowie die Vipern aus der Familie Viperidae mit den Ottern; bisweilen werden auch beide Gruppen zu den Viperidae gestellt. Die größten Schlangen der Welt sind die Vertreter der Familie Boidae (Riesenschlangen), wozu die Boas und Pythons gehören. Einige Vertreter dieser Familie erreichen allenfalls eine Länge von 60 Zentimetern; die Riesen der Familie werden jedoch gelegentlich über neun Meter lang.
Durch ihre räuberische Lebensweise spielen Schlangen eine bedeutende Rolle bei der Erhaltung des natürlichen Gleichgewichts, insbesondere hinsichtlich der Kontrolle von Nagetieren, die zumeist eine sehr hohe Fortpflanzungsrate aufweisen.
Verhalten
Schlangen besitzen ein hoch entwickeltes Nervensystem. In Menschenobhut zeichnen sie sich durch eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit aus. Die Vertreter zahlreicher Arten sind beim ersten Fang sehr erregt, reagieren jedoch in der Regel positiv auf behutsamen Umgang. Eine Stimme fehlt den Schlangen zwar, doch zischen sie oft laut. Bullennattern und ihre Verwandten besitzen vor der Öffnung ihrer Luftröhre eine kleine Klappe, wodurch sie besonders eindrucksvoll zischen können. Viele Schlangen zittern bei Erregung mit ihrem Schwanz, und wenn sie sich zufällig gerade in trockenem Gras oder Laub aufhalten, erzeugen sie dadurch ein hörbares Surren. Bei Klapperschlangen mit ihren hornigen Rasseln, die sie mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 50 Bewegungen pro Sekunde bewegen, ist dies besonders ausgeprägt. Dieses Rasseln dient wie das Zischen dazu, Feinde zu warnen; es ist kein Signal für andere Klapperschlangen. Jedes Mal, wenn sich die Schlange häutet, wird der Rassel ein neues Segment hinzugefügt; das geschieht ein- bis fünfmal pro Jahr. Von Zeit zu Zeit brechen aber auch Segmente ab, so dass die Zahl der Rasselsegmente kein Hinweis auf das Alter der Schlange ist.
Das Sehvermögen ist bei den meisten Schlangen gut entwickelt, doch viele grabende Schlangen sind praktisch blind. Bei der Jagd auf Beutetiere verlassen sich Schlangen weitgehend auf ihren scharfen Geruchssinn. Außerdem besitzen sie einen zusätzlichen chemischen Sinn, den sie bei ihren meisten Aktivitäten einsetzen. Hierzu schnellen sie ihre Zunge vor, nehmen dabei Düfte auf und führen die Zunge zum Munddach, wo sie mit einem Sinnesorgan in Kontakt kommt, das man als Jacobson’sches Organ bezeichnet.

Außerdem nehmen sie mit der Zunge auch Berührungsreize wahr. Für Geräusche, die durch die Luft übertragen werden, sind Schlangen taub. Eine Klapperschlange hört also das Rasseln einer anderen nicht, und genauso wenig hört eine Kobra die Flöte eines Schlangenbeschwörers.Schlangen vermögen jedoch Schwingungen des Bodens oder eines anderen Untergrundes wahrzunehmen, auf dem sie sich gerade aufhalten. Grubenottern, wie auch einige Boas und Pythons, besitzen noch ein weiteres Sinnesorgan, einen Wärmerezeptor, mit dessen Hilfe sie geringe Temperaturunterschiede erfassen können.
Der Wärmerezeptor der Grubenottern sitzt in einer Grube zwischen Augen und Nasenlöchern, nach der die Familie benannt ist. Mittels dieser Rezeptoren können Schlangen warmblütige Beutetiere bei Nacht lokalisieren und erbeuten. Sämtliche Schlangen sind Fleischfresser und ernähren sich von einer Vielzahl von Tieren: Insekten, Spinnen und Schnecken bis zu Fröschen, Mäusen und Ratten. Seltsamerweise frisst eine Reihe von Schlangen ausschließlich andere Schlangen.
Kreuzotter- Vipera berus
Beschreibung: Kaum eine andere Schlange besitzt eine derart veränderliche Körperfärbung wie die Kreuzotter. Es gibt braune, graue, graublaue, gelbliche, rotbraune, kupferrote, olivgrüne und ganz schwarze Exemplare.
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Die Männchen unterscheiden sich von den
Weibchen durch die Färbung. Sie sind grau in allen Schattierungen. Der
Rücken wird von einem breiten, schmalen , schwarzen oder sehr dunklen
Zickzackband überzogen. Rundliche Flecken bedecken die beiden
Körperseiten, in ungefähr gleichen Abständen. Darüber hinaus sind
Männchen meist etwas kleiner als Weibchen.
Die Weibchen sind meist braun, es gibt aber auch kupferfarbene und ziegelrote. Hellbraune Kreuzottern haben meist ein helles Zickzackband, während bei dunkel gefärbten Tieren auch das Zickzackband dunkel ist. Nur selten findet man einfarbige Kreuzottern. |
Die Färbung beider Geschlechter ist im Frühjahr stets leuchtender als im Sommer und Herbst. Sowohl bei Männchen wie auch bei Weibchen befindet sich am Hinterkopf ein X oder ein mit der Spitze nach vorn gerichteter Winkel. Ein dunkles Band zieht sich vom Auge bis zur Halsregion. Die Pupille der Kreuzotter ist wie bei den anderen europäischen Vipern im Licht stets zu senkrechten Schlitzen verengt.
Lebensraum: Verbreitet sind diese Tiere in Europa, mit Ausnahme des äußersten Südens und in Nord- und Mittel-Asien. Kreuzottern besiedeln die verschiedenartigsten Lebensräume, sowohl in der Ebene wie auch im Gebirge. Sie bevorzugen ein raues Klima mit starken Temperaturgegensätze, hohe Bodenfeuchtigkeit und reichlich Niederschläge. In Moorgebieten und Heiden befinden sie sich ebenso, wie in der Latschenregion hoher Berge. Dichte Wälder, die keine Sonne durchlassen meiden sie. Ihre Schlupfwinkel haben sie meist unter niedrigem Gebüsch, Wurzelstöcken, unter Steinen und besonders bevorzugen sie die Löcher von Kleinsäugern.
Verhalten: Bei milder Witterung verlassen die Kreuzottern bereits im Februar ihr Winterquartier, die sie im Spätherbst oft zu mehreren aufgesucht haben. Nach der ersten Frühjahrshäutung pflanzen sich die Kreuzottern von März bis Mai fort. Vor der Paarung liefern sich Männchen turnierähnliche Kämpfe, wobei sie unter zuckenden Bewegungen ihre Oberkörper aufrichten , ihre Leiber umschlingen und sich dann gegenseitig zur Seite abzudrängen versuchen. Vier bis sechs Monate nach der Paarung bringt das Weibchen 5- 20 lebende Junge zur Welt. Unmittelbar nach der Geburt häuten sich die jungen Kreuzottern. Sie sind sofort auch sich alleine gestellt und ernähren sich von kleinen Eidechsen und Fröschen. Später verzehren sie dann Kleinsäuger wie Wühlmäuse. Kreuzotter töten ihre Beutetiere durch blitzartiges Zuschlagen der Giftzähne. Das gelbliche Gift besteht aus kompliziert aufgebauten Eiweißverbindungen, die in erster Linie auf den Blutkreislauf einwirken, die Blutgefäße schädigen und die roten Blutkörperchen zerstören. Nach dem tödlichen Gift wird das Beutetier unter lebhaftem Züngeln aufgesucht und meist vom Kopf her, verschlungen. Die Verdauung dauert 3- 6 Tage. Im Frühjahr und Herbst ist die Kreuzotter tagaktiv und sonnt sich in der Nähe ihres Verstecks.
Sonstiges: Die Kreuzotter greift in der Regel keine Menschen an, sondern flieht vor ihnen. Verständlicherweise beißt das Tier zu, wenn es angefasst oder unbeabsichtigt getreten wird. Dennoch sind Todesfälle nach Kreuzotterbissen sehr selten. Die Folgen eines Bisses sind vorübergehender Natur und äußern sich hauptsächlich mit Kreislaufstörungen, lokalen Ödemen ( blaue Flecke), Brechreiz, Muskel- und Gliederschmerzen.
3.) Testudines: ( Schildkröten )

Fortpflanzung der Schildkröten
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Bei Schildkröten variiert das Geschlecht äußerlich nach Proportionen und Formen bestimmter Körperteile. Bei der griechischen Landschildkröte z.B. ist das hintere Teil des Bauchpanzers etwas nach Innen gewölbt und passt so über den Panzer des Weibchens. Dadurch kann das Männchen beim Geschlechtsakt nicht abrutschen. Ferner ist der Schwanz des Schildkrötenmännchens länger und die Basis dicker, da hier der Penis liegt. Bei einigen Arten wie den Suppenschildkröten, sind die Vorderkrallen der Männchen zum Festklemmern am Weibchen länger. Bei einigen Arten, wie auch den Riesenschildkröten ( siehe Bild), leitet das Männchen seine Annäherung an das Weibchen mit nickenden Kopfbewegungen ein und stößt vor und nach der Paarung Laute aus. Bei anderen Arten kommt es vor dem zu regelrechten Kämpfen bevor sie mit dem Geschlechtsakt beginnen. |
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Emys orbicularis |
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Europäische Sumpfschildkröte |
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European pond turtle |
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Ordnung: |
Testudines |
Schildkröten |
Turtles / Tortoises / Terrapins |
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1. Ordnungsgruppe: |
Cryptodira |
Halsberger-Schildkröten |
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Familie: |
Emydidae |
Sumpfschildkröten |
Common Fresh-water Turtles |
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Gattung: |
Emys |
Europäische Sumpfschildkröten |
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Verbreitungsgebiete: |
Nordwestafrika, Spanien, Südfrankreich, Italien, Balkan, Griechenland, Osteuropa; kleine Vorkommen in Ostdeutschland, vor allem an der Ostsee, möglicherweise aufgrund von Einbürgerungen. |
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Größe/Gewicht: |
je nach Unterart zwischen 12 und 25 cm |
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Rückenpanzer: |
Braun-grün mit stern- oder punktförmiger gelblicher Zeichnung. Kein ausgeprägter Altersmelanismus. |
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Bauchpanzer: |
Gelb bis dunkelbraun, je nach Unterart. |
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Extremitäten: |
Dunkelgrau-grünlich mit gelben Punkten. Klar gezeichnet - nicht verwaschen. |
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Lebensweise: |
Tagaktiv, vor allem morgens und abends; sonnt sich lange am Ufer, wo sie bei Gefahr schnell wegtauichen kann. Schwimmt gut und taucht lange. Winterschlaf von Oktober bis März/April. Paarung im Mai, Eiablage im Juni an Land in feuchter Erde, Schlupf der zunächst nur 2 cm langem Jungschildkröten oft erst im nächsten Frühjahr. |
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Temperatur: |
Im Gartenteich zwischen 16 und 28°C. Keine Teichheizung notwendig. In (abzulehnender) Aquarienhaltung ca. 22°C. |
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Nahrung: |
Allesfresser. Pflanzliche und tierische Kost. Gelatinefutter, getrocknete Garnelen, Fische, Wasserinsekten. Schildkröten-Fertigfutter aus dem Zoohandel bitte nur sporadisch füttern, da es i.d.R. zu proteinhaltig ist. |
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Zucht: |
Ab einem Alter von ca. 6 - 9 Jahren möglich. Die Tiere paaren sich das ganze Jahr über. Weibchen legen im späten Frühjahr und ggf. frühen Herbst ca. 6 - 12 Eier in trockenes Substrat. Der Eiablageplatz wird sorgfältig ausgesucht und muss stark sonnenbestrahlt sein. |
4.) Crocodilia: ( Krokodile )

Die ersten Panzerechsen tauchten vor rund 200 Millionen Jahren auf und lebten ursprünglich an Land. Die heute lebenden Arten kommen weltweit in Gewässernähe tropischer und subtropischer Gebiete vor. Sie verbringen die meiste Zeit im Wasser, wo sie sich durch seitliche Schlängelbewegungen ihres kräftigen Ruderschwanzes schwimmend fortbewegen. Panzerechsen sind an eine räuberische Lebensweise angepasst und besitzen nur wenige natürliche Feinde. Verknöcherte Hornplatten bilden einen Hautknochenpanzer. Etwa 30 bis 40 Zähne sitzen in tiefen Höhlungen im Kieferknochen und sind bei geschlossenem Maul fest miteinander verzahnt. Bei den Echten Krokodilen ragt bei geschlossenem Maul auf jeder Seite der vierte Unterkieferzahn hervor. Im Gegensatz dazu sind diese Zähne bei Alligatoren nicht sichtbar. Mit den Zähnen wird die Beute ergriffen und festgehalten. Im Wasser treibend sind oft nur die vorstehenden Nasenlöcher, Augen und Teile des Rückens sichtbar. Panzerechsen sind stimmbegabte Reptilien. Sie erzeugen vor allem während der Paarungszeit zischende, brüllende oder bellende Laute. An Land bewegen sich die Panzerechsen auf dem Bauch kriechend fort, doch können sie auch hochbeinig laufen.
Beispiel für Krokodile:
Echte Krokodile
Einige Arten aus der Familie der Echten Krokodile sind die größten
lebende Reptilien. Echte Krokodile sind in der Regel an ihrer langgezogenen, dreieckigen Schnauze zu erkennen, die sich von den langen, schmalen Schnauzen der Gaviale und den kurzen, ovalen Schnauzen der Alligatoren unterscheidet. Das Leistenkrokodil ist vermutlich das größte heute lebende Kriechtier. Es erreicht eine Länge von sieben Metern und wiegt über 1 000 Kilogramm. Diese Art bewohnt die Küstengewässer von Indien, Südchina, Malaysia und Australien. Eine kleinere Art, das Sumpfkrokodil, lebt in Binnengewässern Indiens und Sri Lankas. Das afrikanische Nilkrokodil ist wegen starker Bejagung in weiten Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets ausgerottet. Am unteren Nil leben nur noch wenige Tiere. Im oberen Nil und südwärts bis zum Kap der Guten Hoffnung kommen Nilkrokodile
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noch relativ häufig vor. In der Neuen Welt leben vier Krokodilarten. Das Rautenkrokodil ist auf Kuba und die Insel Isla de la Juventud beschränkt. Es besitzt eine relativ kurze Schnauze und erreicht eine Länge von dreieinhalb Metern. Das etwa gleichgroße Beulenkrokodil kommt entlang der Küstenebene des Mexikanischen Golfes, auf der südmexikanischen Halbinsel Yucatan sowie in Belize und im Norden Guatemalas vor. Das Verbreitungsgebiet des sechs Meter langen Orinoko-Krokodils erstreckt sich auf |
das Entwässerungsgebiet des Flusssystems des Orinokos. Das Spitzkrokodil, die größte neuweltliche Art, erreicht sieben Meter Länge und bewohnt ein ausgedehntes Gebiet vom Süden Floridas bis zum Norden Südamerikas, einschließlich der Antillen.
In einigen Teilen der Welt werden Krokodileier gegessen. Die Haut findet bei der Ledergewinnung Verwendung. Ein Extrakt aus den Moschusdrüsen wird zur Herstellung von Parfüms genutzt. Aufgrund von Bejagung gelten die meisten Arten der Echten Krokodile, darunter das Spitzkrokodil und das Nilkrokodil, als gefährdete Arten. In Australien wurde die Jagd auf Krokodile 1997 nach 25-jähriger Pause wieder zugelassen, da sich die Tiere im Norden des Landes deutlich vermehrt haben: In den küstennahen Flüssen leben mindestens 75 000 Krokodile.
Krokodilschädel
Anhand ihrer Schädelformen kann man vier Krokodilgruppen unterscheiden. Krokodile( ganz links ) haben einen langen, konischen Schädel. Der Alligatorschädel besitzt eine stärker gerundete Schnauzenregion und der Kaimanschädel ist kurz und breit. Der Gavialschädel ( ganz rechts ) ist leicht an der stark verlängerten Schnauze und den spitzen Zähnen zu erkennen.


Wörterbuch: ovipar = gelegte Eier, die sich selbst überlassen werden
Ovovivipar = die Jungen schlüpfen noch im Mutterleib
vivipar = lebend gebärend
Quellen:
Lexika:
Bücher:
Internet: