Nr.-Flagge Danzig 109,
Unterscheidungssignal HFLR,
Vollschiff,
Holzbau
Vollschiff
PAULINE,
Ölgemälde auf Leinwand, zwischen 1838 und 1844 im
Besitz des Focke Museum
in
Bremen.
H.
51 cm, B. 78 cm. 1905 Erworben. Inv. Nr. B.244
,
Kiellegung 3.12.1838, Stapellauf 22.3.1839, Johann
Lange, Bremen Grohn (# 132)
Es ist ein einfaches
Porträt eines Voll- oder
Fregattschiffes mit simpler Wasserdarstellung und nicht besonders
deutlich
gemalter Takelage. Das Schiff, von Backbord vorn gesehen,
läuft unter Vollzeug.
Am Bug ist der Schiffsname lesbar, um den schwarzen Rumpf laufen braune
Streifen, und an Deck stehen neben einer großen
Kajüte Matrosen mit runden
Hüten. Vom Topp des Fockmastes flattert die Reedereiflagge von
H. H. Meier
& Co. (blau mit rotem Rechteck und weißem M), vom
Großmast ein Namenswimpel
und achtern die Bremer Flagge. Im Hintergrund sind ein Raddampfer und
die Küste
zu erkennen.
254 Preußische
Normallasten = 507 tdw (380 NRT), 31.34 m, 8.76 m,
5.17 m, 12 Mann Besatzung
Besitzverhältnisse:
1839
PAULINE Hermann Hinrich Meyer &
Co.,
Bremen / HB
1844
PAULINE Johann Lange, Bremen Vegesack /
HB
PAULINE Johann
Langes Erben, Bremen Vegesack /
HB
1862
PAULINE Gerhard & Carl Lange,
Bremen / HB
1863
PAULINE Hermann Behrent, Danzig / PR
1868
PAULINE Hermann Behrent, Danzig / NB
Siegel des Reeders Hermann
Wilhelm Behrent
1871
PAULINE J.O. Krohn, Danzig / D
1873
4.10. bei Barrow GB in schwerer
See gestrandet Lit.3, und zum
Abbruch verkauft.
Quelle: STRANDGUT: Reinhart Schmelzkopf
- Siegfried F o r n a c o n
Lit.1:
Höver 1934,
S. 184 und
189
Bremer Vulkan 1955
S. 178
Lit.2:
1832 - 1849 Friedrich
Spengemann, Die
Reisen der
Segelfregatten ISABELLA, PAULINE, META und UHLAND nach Nordamerika.
Bremen:
Vahland & Co. 1937. (passenger lists from a logbook, indexed in
Wehner
75ff.).
Lit.3:
Peter Michael
Pawlik, Von der Weser in die Welt
Ausschnitt:
PAULINE (HFLR) Vollschiff
1839 160 CL/380 RT 31,5 x 8,8 x 5,2 [132]
Die PAULINE lief auf dem Schiffbauplatz in Grohn am 3.
Dezember 1838 für H.H. Meier & Co., Bremen, vom Stapel
und wurde nach der
Ehefrau eines Teilhabers, Pauline
Adami, benannt.
Der Dichter Gustav
Schwab
(1792 - 1850), der mit dem Reeder Meier
befreundet war, verfasste zum Stapellauf das
nachstehende Gedicht:
Das
Haus ist ausgebauet, / Hat weder Dach noch Grund, / Sein Grund das ist
die Woge / Der bodenlose Schlund.
Sein Dach das ist der
Himmel, / Gewölbt in rot und blau / Taghell
und sternengolden / Und wieder wettergrau.
Der welcher in's Verborg'ne / Des Wassers Tiefen legt,
/ Ist's der auf seiner Rechten / Das Haus
allmächtig
trägt.
Er heftet ihm wie Flügel / Gefüllte Segel
an; / In seinem Botendienste / Furcht es den Ocean.
Und so durch Wellenbrausen / Und so durch Wellenruh'
/ Führt es im Tausch / die Schätze
Getrennten
Ländern zu.
Verlaß' dann diesen Hafen,
/ Den deutscher Fleiß gebaut! / Fort Schiff dann in
die Weite / Der Welt dich umgeschaut!
Nicht unser Erstgebor'nes, / Doch auch ein liebes Kind;
/ Sei glücklich auf der Welle, / Wie Deine
Brüder sind!
Zu unseres Bremens Ehre, / Zu Deiner Herren Glück,
/ Mit
schwerer Ladung scheide, / Mit schwerer komm' zurück.
ja, stolz auf Deine Flagge / Auf Deinen Namen stolz,
/ Werd' ein erfahr'nes, edles, / Bewährtes
Wogenholz.
Die
PAULINE war für die Nordatlantik Passagierfahrt
bestimmt. Die Jungfernfahrt begann unter Führung von
Kapitän Jürgen
Meyer aus
Vegesack am 1. April 1839 und führte mit 82 Passagieren, davon
77 im
Zwischendeck, nach New York, das nach 36-tägiger Reise am 6.
Mai erreicht wurde.
Auch die nächsten fünf Reisen gingen mit Passagieren
von Bremerhaven nach New
York, die letzte unter Kapitän Friedrich
G. Schelling. Aus dem
nächsten Jahr ist eine schwere Havarie des
Schiffes überliefert. Auf der Reise von New York nach Bremen
wurde das Schiff
in einem Sturm entmastet und musste den Hafen von Cowes anlaufen.
Am 31. Januar 1844 wurde die PAULINE an den Erbauer, Johann
Lange,
Vegesack, für 10.000 Reichstaler L'dor verkauft und schon am
23. April zu
dem Preis von 13.000 Reichstaler an die Bremer Firma Johann
Lange Sohns &
Witwe
weiterveräußert. Für dieses Handelshaus
fuhr die PAULINE unter den
Kapitänen Christoph
de Harde, Johann
Wächter, Conrad
Lamke, Lüder
Stelljes,
Theodor
Julius Reichert und
nahezu zwanzig Jahre. Das
Fahrtgebiet des Schiffes war in diesem Zeitraum vor allem Ostindien und
Fernost
sowie Australien. Beispielhaft sind drei Rundreisen aus den Jahren 1845
- 1848
unter Kapitän Martin
Hashagen Conrad Lamke. 27.
März 1845 ab Bremerhaven nach Singapore,
Hongkong, Shanghai, Manila und zurück, Ankunft Bremerhaven am
10. Mai 1846.
Bereits einen Monat später, am 16. Juni 1846, lief die PAULINE
unter Führung
von Kapitän Lüder
Stelljes wieder
aus, nach Port Adelaide, Manila, Canton und
Singapore, um am 12. Juli 1847 zur Weser zurückzukehren. Die
nächste Reise
begann erst am 21. November 1847 und führte in etwas anderer
Reihenfolge nach
Adelaide, dann Simapore, Shanghai, Manila und zurück nach
Bremerhaven. 1862 ging die PAULINE in das Eigentum von Gerhard und Carl
Lange, Bremen,
über; das Kommando übernahm Kapitän Martin
Meiners. Unter
dessen
Führung hatte das Schiff eine besonders schwere Reise zu
bestehen. Die
Weser-Zeitung berichtete darüber am 2. Januar 1863:
Stanley
(Falkland Inseln), 13. Octbr. Das Bremer Schiff PAULINE, Capt. Meiners,
von Bremen nach Honolulu bestimmt und in Folge
heftiger Stürme, mit denen es am Cap Horn zu kämpfen
hatte, hierher
zurückgekommen, hat zu viel Schaden gelitten, um seine Ladung,
welche gelöscht
werden soll, weiter befördern zu können.
Die PAULINE wird nach Bremen
zurückkehren und die Ladung mit einem anderen Schiffe
weitersegeln.
Wohl
infolge dieser Havarie wurde die PAULINE 1863 nach Danzig
veräußert. Neuer. Eigner war Herrmann
Behrent,
Kapitäne wurden C.A.
Rasch aus
Neufahrwasser (1870), und E.
Wockenfoth aus
Danzig (1873).
Die
PAULINE strandete am 4. Oktober 1873 infolge schwerer
See bei Barrow in England und wurde abgebrochen. Das nicht versicherte
Schiff
befand sich mit 12-köpfiger Besatzung in Ballast auf der Reise
von Sundsvall in
Schweden nach Barrow.
Dokument zur
PAULINE als pdf-Datei 1.428 MByt
Im digitalen Archiv der
Zeitung SCOTSMAN, http://archive.scotsman.com,
es einen Eintrag zu einer Meldung unter Shipping Intelligence
datiert mit dem 21. Oct. 1873 zur PAULINE aus Danzig.
Ausschnitte aus dem Bureau Veritas Schiffsregister (BV):

BV 1851

BV 1854

BV 1856

BV 1863

BV 1865; hier muß es H. Behrent heißen.
Links zu Passagierlisten der PAULINE
http://www.slsa.sa.gov.au/fh/passengerlists/1846Pauline.htm
http://www.slsa.sa.gov.au/fh/passengerlists/1848Pauline.htm
http://www.slsa.sa.gov.au/fh/passengerlists/1849Pauline.htm
http://mariners.records.nsw.gov.au/1857/05/018pau.htm
http://mariners.records.nsw.gov.au/1857/05/scan.asp?filename=018pau.gif