Güterwagen-Drehgestelle: Pressblech, genietet - Saar
Version 3.01.83.1, Stand: 27. Dezember 2007

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Foto ältere Ausführung (Vergleich Saar/Y 13)  - Skizze, Fotos jüngere Ausführung - Kommentar - Daten

a) Ältere Ausführung (Fw 990.04.000.00.001)
 
Drehgestell Bauart Saar (Fw 990.04.000.00.001); Foto: Hermann Jahn Pressblech-Drehgestell, SNCF Bauart Y 13; Foto: Peter Driesch
  Drehgestell Bauart "Saar" (Fw 990.04.000.00.001),
  dreieckige Bremsschaulöcher, 14 Federblätter

  (Bahnhofswagen Bhf. Offenbach, 
  ex Rk 673, .. 80 380 1 228-., ex .. 80 381 9 139-.;
  Offenbach, 19. April 1992)

  SNCF Bauart Y 13 (Pressblech, genietet)
  Hersteller: Arbel, 1941
  verwendet bei einem ehemals franz. Kesselwagen

  Foto: Peter Driesch, Hamburg-Neuhof 1983
  (Werkskesselwagen der Firma Hansa-Matex)


 
Drehgestell Bauart Saar (Fw 990.04.000.00.001); Foto: Hermann Jahn   Drehgestell Bauart "Saar" (Fw 990.04.000.00.001),
  dreieckige Bremsschaulöcher, 14 Federblätter

  Binos, Springe, Werkswagen No. 1
  ex Rk 673 (Wagennummer, Hersteller nicht lesbar)
  Baujahr 1951
  Springe, 8. April 2007

b) Jüngere Ausführung (Fw 991.04.000.00.001)
 
  Drehgestell Bauart "Saar"
  mit kreisrunden Bremsschaulöchern
  nach Zeichnung Fw 991.04.000.00.001 Saar

  Quelle: 
   Merkbuch für die Schienenfahrzeuge der Deutschen 
   Bundesbahn. Güterwagen. Band 2. DV 939 F, Januar 1967

Drehgestell Bauart Saar (Fw 991.04.000.00.001); Foto: Hermann Jahn   Drehgestell Bauart "Saar" (Fw 991.04.000.00.001),
  runde Bremsschaulöcher, 12 Federblätter

  Städt. Häfen Hannover RS 63
  ex Rk 674 
  (Wagennummer und Hersteller unbekannt)
  Hannover Linden Hafen, 25. Dezember 2007


 
Drehgestell Bauart Saar (Fw 991.04.000.00.001); Foto: Hermann Jahn   Drehgestell Bauart "Saar" (Fw 991.04.000.00.001),
  runde Bremsschaulöcher, 12 Federblätter

  Städt. Häfen Hannover RS 63
  ex Rk 674 
  (Wagennummer und Hersteller unbekannt)
  Hannover Linden Hafen, 25. Dezember 2007

1950 und 1952 beschafften die Eisenbahnen im damals eng mit Frankreich verbundenen Saarland zwei Serien von Flachwagen (SSlma 47, 48/Rk 673, 674).

Bei deren Drehgestellen handelt es sich um genietete Pressblech-Drehgestelle, die eine enge Verwandtschaft mit dem französischen Y 13 erkennen lassen. Bei den Saar-Drehgestellen fallen zunächst die seitlichen, um die Federpakete herumgeführten Bügel auf. Ich nehme an, dass es sich dabei um Federfangbügel handelt, die bei einem Federnbruch ähnlich wie die Federfangböcke eine behelfsmäßige Notlagerung der Federn gewährleisten sollten. Auf Grund der deutlich höheren Anzahl der Federblätter dürfte für die sonst üblichen und auch beim Y 13 vorhandenen, auf dem Foto von Peter Driesch gut erkennbaren Federböcke kein Platz mehr gewesen sein (siehe auch Skizze). Darüberhinaus musste die Konstruktion der Federböcke dem durch die Federblattanzahl veränderten Maß für die Federaufhängung Rechnung tragen. Weshalb die Wagen mit diesen Federn ausgestattet wurden, ist mir nicht bekannt, beide haben bei einem Eigengewicht von 26,2 t eine Tragfähigkeit von lediglich 29,5 t.
Darüberhinaus sind die Bremsschaulöcher etwas kleiner gehalten, als bei dem von Peter Driesch fotografierten Y 13 aus dem Jahr 1941. Bei der zweiten Ausführung des Saar-Drehgestells aus dem Jahr 1952 (nach Zeichnung Fw 991.04.000.00.001) wurden die Bremsschaulöcher nochmals verkleinert und nur noch als kleine, kreisrunde Ausschnitte ausgeführt.

Ursprünglich waren beide Varianten mit Gleitlagern ausgestattet. Es ist davon auszugehen, dass sowohl das in Offenbach (ältere Ausführung) als auch das in Hannover Linden Hafen (jüngere Ausführung) fotografierte Saar-Drehgestell ursprünglich gebremst waren.

Bemerkenswert ist, dass die vom französischen Y 13 abgeleiteten Saar-Drehgestelle das früher, vor Einführung des ORE-Standards übliche maß für den Achsschenkelmittenabstand von 1956 mm (französische Y-Drehgestelle: 1970 mm) hatten. Das "französische" Saar-Drehgestell konnte also nicht mit französischen Radsätzen bestückt werden.

Der Werkswagen No. 1 der Firma Binos (früher: Bison) in Springe/Deister wird vermutlich auch in den nächsten Jahren noch auf dem vom übrigen Netz abgetrennten Gleisanschluss stehen und zu besichtigen sein. Der RS 63 der Städt. Häfen Hannover ist bis auf weiteres in Betrieb und wird in Hannover Linden Hafen für die Bedienung der dort angesiedelten Schrottlager verwendet. 

 
  Pressblech-Drehgestell, genietet   Frankreich, Y 13   DB Bauart Saar
  Zeichnungsnummer   10.041078,
  10.041079
  a) Fw 990.04.000.00.001 
  b) Fw 991.04.000.00.001 
  Achsstand   1800 mm   1800 mm
  maximaler Laufkreis-Durchmesser    940 mm   940 mm
  Bauart der Achsen    
  Bauart der Achslager    
  Querspiel der Achsen    
  Längsspiel der Achsen    
  Achsschenkelmittenabstand   1970 mm   1956 mm
  Blatt-Tragfedern    
    Gestreckte Länge     a) 1160 mm, b) 1150 mm
    Anzahl der Federblätter    9   a) 14, b) 12
    Federblattquerschnitt     a) 90 x 13 mm
  b) 90 x 15 mm
    Traghöhe    
  erstes Baujahr     a) 1950, b) 1952

Anmerkung: In der DV 939 F finden sich in der Beschreibung der Drehgestelle zu beiden Bauarten die Angaben: 10 Federblätter, 1150 mm gestreckte Länge und 120 x 16 mm Federblattquerschnitt. Die in der Tabelle angebenenen abweichenden Werte stammen aus den Beschreibungen der Wagen (Rk 673, Rk 674).

Quelle:
Deutsche Bundesbahn: Merkbuch für die Schienenfahrzeuge der Deutschen Bundesbahn. Güterwagen.Band 2. DV 939 F,  Januar 1967 und nachfolgenden Berichtigungen (bis B 12)
Rowagg Eisenbahnbedarf GmbH: Katalog "Technische Angaben", Düsseldorf 1974 (Sammlung Per Topp Nielsen)

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