Die
SAMMLUNG HISTORISCHER TASTENINSTRUMENTE
FRITZ
NEUMEYER / Rolf Junghanns / Bradford Tracey
leicht aktualisierte Fassung des Orgiginaltextes von Rolf Junghanns
Die Sammlung historischer Tasteninstrumente im Schloß Bad Krozingen enthält über fünfzig Instrumente, die die Entwicklung des Klavierbaues im Laufe von vier Jahrhunderten repräsentieren. Sie entstand nicht nur aus dem Sammeln dekorativer Kunstgegenstände und dem Vorsatz, kostbare Denkmäler des Musikinstrumentenbaues zu erhalten und zu pflegen, sondern sie verdankt ihre Entstehung vor allem dem praktischen Interesse eines Musikers an der Wiederbelebung des vergangener Zeiten.
Durch Studien in der Berliner Musikinstrumentensammlung unter ihrem Leiter Curt Sachs hatte Fritz Neumeyer die Erkenntnis gewonnen, daß die Musik vergangener Jahrhunderte auf unserem heute gebräuchlichen Instrumentarium wesentl verändert wird, weil sich die historischen Instrumente in Klang und Spielweise von den heutigen grundlegend unterscheiden. Aus dieser Erkenntnis heraus faßte der junge Kapellmeister vor mehr als 70 Jahren den Entschluß, eine eigene Sammlung historischer Tasteninstr aufzubauen, um mit diesen Instrumenten die Musik des 16. bis 19. Jahrhunderts in ursprünglichen Klangbild aufführen zu können.
Mit Sachverstand und Glück konnten zahlreiche kostbare Originalinstrumente erworben werden. Es galt jedoch nicht nur, alte Instrumente zu finden, sondern auch, sie so restaurieren zu lassen, daß sie wieder klingen wie zur Zeit ihrer Entstehung. Die Restaurierungen hat vor allem Klavierbaumeister Rudolf Dobernecker besorgt, der auch die Sammlung betreute dafür sorge, daß die Instrumente jederzeit einwandfrei spielbar waren. Damit für die Interpretation der gesamten Klaviermusik zwischen 1550 und 1850 das entsprechende Tasteninstrument zur Verfügung steht, wurde die Sammlung der Originalinstrumente durch originalgetreue Nachbauten nicht mehr erhältlicher Instrumententypen vervollständigt.
Seit
1974 befindet sich die Sammlung im Schloß Bad Krozingen, wo die alten
Instrumente und die historischen Räume sich in harmonischer Weise
ergänzen. Das Schloß, eine ehemalige Propstei des Klosters St.
Blasien, ist heute im Besitz der Familie von
Gleichenstein.
Es wurde im Jahre 1579 erbaut und um die Mitte des 18. Jahrhunderts von
Johann Caspar Bagnato umgebaut. Aus dieser Zeit stammen die reichen Stuckarbeiten
sowie die köstliche Ausstattung des ehemaligen Festsaales, in dem
allmonatlich mehrere Konzerte stattfindenden unter der Regie von Sally
Fortino. Bei diesen Schloßkonzerten
wird ausschließlich auf historischen Instrumenten musiziert. Es sind
nicht nur die Tasteninstrumente der Sammlung allein, sondern oft auch im
Zusammenmenklang Streich- oder Blasinstrumenten oder auch mit Singstimmen
zu hören.
Nach
dem Tode von Fritz Neumeyer 1983 erbte sein Schüler Rolf Junghanns
die Sammlung. Er gründete 1985 mit seinerm Freund Bradford Tracey
die "Friedenauer Kammerkonzerte" in Berlin Friedenau, die bis zu Junghanns´Tod
1993 mit gleicher Zielsetzung von beiden geleitet wurden. Sie versuchten
hier, die Ideen Fritz Neumeyers an seiner alten Wirkungsstätte umzusetzen.
In Berlin entstand damals die Idee, diese Sammlungen zu nutzen, um in einer
geeigneten, der Kammermusik angemessenen Atmosphäre nicht nur auf
historischen Instrumenten zu musizieren, sondern sie auch einem interessierten
Publikum vorzuführen und zu erläutern.
In
einem von Ladislaus Nowack 1905 - 07 erbauten Wohnhaus in der Friedenauer
Isoldestraße, dem "Kronprinzenhaus", einem wilhelminischen Gebäude,
Neo-Barock mit Jugendstilelementen, fanden sich im Erdgeschoß Räumlichkeiten,
die Tracey und Junghanns in eigener Initiative und weitgehend aus eigenen
Mitteln renovierten und in einen Kammermusiksaal mit Nebenräumen umbauten.
Um sich ihren Traum zu verwirklichen, verschuldeten sich die beiden Musiker
und lösten Lebensversicherungen auf - ein Werk echter Idealisten.
Auf Wunsch der Initiatoren verzichteten die Architekten auf ausgeklügelte
akustische Konstruktionen - die Musik sollte klingen wie einst in Schloß
und Kirche. "Mozart", sagte Tracey damals den Journalisten, "hatte ein
völlig anderes Instrument, als den heutigen Konzertflügel. Wir
wollen zeigen, wie die Musik früher geklungen hat".
Ein
Teil der Instrumente der Sammlung Neumeyer stand in wechselnder Auswahl
bis 1993 im dortigen Kammersaal in Berlin und die Friedenauer Kammerkonzerte
wurden mit abgestimmten Programmen parallel zu den Bad Krozinger Schloßkonzerten
organisiert.
Nach Traceys Tod 1986 erbte Junghanns auch dessen kleinere Sammlung von Tasteninstrumenten. Nach dem Tode von Rolf Junghanns wurden dann alle Instrumente wieder in Bad Krozingen zusammengeführt. Die Friedenauer Kammerkonzerte bestehen noch heute und werden von einem Förderverein mit den Zielsetzungen von Neumeyer, Junghanns und Tracey betrieben.
Die Sammlung ist von Anfang an so angelegt, daß in historischer Systematik die wichtigsten Typen des Clavierbaus, also Cembali, Clavichorde, Virginale, Hammerflügel und Kleinorgeln, in ihrer jeweiligen zeittypischen Form vertreten sind und unterscheidet sich von allen anderen Museen durch ihren privaten Charakter und vor allem dadurch, daß ihre Besitzer Musiker waren, die täglich auf den Instrumenten spielten und sie regelmäßig für Konzerte innerhalb und außerhalb des Schlosses und für Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen benutzen. Alle drei wohnten zeitweise auch im Schloß Bad Krozingen.
Die Sammlung Historische Tasteninstrumente wurde im Frühjahr 1995 in eine Stiftung des bürgerlichen Rechts eingebracht. Aufgrund der historisch gewachsenen Beziehungen zwischen Professor Neumeyer und dem Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Freiburg hat sich die Albert-Ludwigs-Universität an dieser Stiftung Historische Tasteninstrumente der Sammlung Neumeyer-Junghanns-Tracey beteiligt.
Der
Rektor der Universität Freiburg, Prof. Dr. Wolfgang Jäger, unterzeichnete
in Anwesenheit von Prof. Dr. Helmut Engler, dem Vorsitzenden des Stiftungskuratoriums,
und Prof. Dr. Hannsdieter Wohlfahrt, dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes,
eine entsprechende Vereinbarung. Die Universität beteiligt sich mit
einer jährlichen Summe von 30.000 Mark an den laufenden Kosten und
der Pflege der Instrumente. Aus dieser Stiftungsvereinbarung ergibt sich
eine enge Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Historischer Tasteninstrumente
und des Musikwissenschaftlichen Seminar. So ist das Seminar zukünftig
berechtigt, die im Schloß Bad Krozingen untergebrachte Sammlung zum
Zwecke von Forschung und Lehre zu nutzen. Außerdem sind öffentliche
Vortragsveranstaltungen des Seminars vorgesehen.
| FRITZ
NEUMEYER
|
wurde am 2. Juli 1900 in Saarbrücken geboren. Nach dem Musikstudium in Köln und Berlin war er von 1924-1927 Kapellmeister und Chordirektor am Stadttheater Saarbrücken. Seit 1928 wandte er sich verstärkt der Beschäftigung mit historischen Instrumenten und der Aufführungspraxis alter Musik zu. Als Gründer der «Saarbrücker Vereinigung für Alte Musik« und später als Mitglied des «Kammermusikkreises Scheck-Wenziger« hat er entscheidend zur Wiederbelebung des historischen Klangbildes beigetragen. 1939-1944 unterrichtete er an der Berliner Musikhochschule, von 1946-1968 als Professor an der Musikhochschule Freiburg i. Br. Zahlreiche Konzertreisen mit der Cappella Coloniensis und anderen Kammermusikvereinigungen führten ihn durch die ganze Welt. Rundfunkaufnahmen und eine große Zahl von Schallplatten machten ihn als einen der bedeutendsten Interpreten alter Musik bekannt. Als Komponist schrieb er vor allem Vokalmusik mit Begleitung von Instrumenten und eine große Zahl von Volksliedsätzen, besonders über lothringische Volkslieder. Fritz Neumeyer starb 1983. |
| ROLF
JUNGHANNS ![]() |
geboren
am 19. August 1945 in Gotha, studierte bei Fritz Neumeyer an der Freiburger
Musikhochschule historische Tasteninstrumente und Generalbaß. Seit
1970 unterrichtete er diese Fächer an der Schola Cantorum Basiliensis.
Als Spezialist für die Aufführungspraxis alter Musik auf historischen
Instrumenten trat er durch Schallplattenaufnahmen sowie durch eine rege
Konzert- und Rundfunktätigkeit im In- und Ausland hervor. Von 1987
bis 1993 war er Leiter der Friedenauer Kammerkonzerte.
|
| BRADFORD
TRACEY ![]() |
geboren am 7.Juli 1951 in Sydney, Nova Scotia, Kanada, studierte zunächst Musikwissenschaft in Toronto und ging 1971 nach Europa, um sich dem Spiel auf historischen Tasteninstrumenten zuzuwenden. Er studierte an der "Schola Cantorum Basiliensis" bei Rolf Junghanns, später bei Fritz Neumeyer. Er besaß eine kleine Sammlung historischer Tasteninstrumente und war Kurator eben der "Sammlung historischer Tasteninstrumente Fritz Neumeyer" im Schloß Bad Krozingen. Diese Sammlung wiederum gehörte seit dem Tode Neumeyers seinem Freund und Kollegen Rolf Junghanns. Neben seiner Arbeit im Schloß Bad Krozingen unternahm er Konzertreisen in Europa und Amerika und spielte zahlreiche Schallplattenaufnahmen ein. Er erhielt 1979 mit 28 Jahren eine Professur an der Berliner Hochschule der Künste. Tracey starb am 17.9.1987 in Freiburg i.Br. |
2. Zur Geschichte
der Tasteninstrumente
Bis ins 18. Jahrhundert wurde die Bezeichnung »Clavier" (im Sinne von >Klaviatur<) für alle Arten von Tasteninstrumenten verwendet, galt also sowohl für die Orgel als auch für Cembalo und Clavichord.
DIE ORGEL
Das älteste Tasteninstrument ist die Orgel, bei der die Töne durch Pfeifen erzeugt werden. Sie läßt sich bis in die Antike zurückverfolgen und hat sich schon im Mittelalter zum großen Kircheninstrument mit mehreren Reihen von Pfeifen für jeden Ton (sog. Register) entwickelt. Die Bezeichnungen 8-Fuß, 4-Fuß etc. für die verschiedenen Höhenlagen der Register, die auch auf das Cembalo übertragen wurden, geben die Länge der jeweils tiefsten Pfeife an. Das 8-Fuß-Register entspricht der Normallage, 4' klingt eine, 2' zwei Oktaven höher etc.
Die große Kirchenorgel hatte meist mehrere Klaviaturen (Manuale) und eine Pedalklaviatur. Das Orgelpositiv ist ein kleines, nicht fest eingebautes Instrument, sowohl für den geistlichen als auch für den weltlichen Gebrauch. Tragbare Kleinorgeln nennt man Portativ. Eine besonders im 16. und 17. Jahrhundert beliebte Kleinform ist das Regal, das nur ein einzelnes Register von schnarrenden Zungenpfeifen hat.
DAS CLAViCHORD
Der Ursprung des Clavichordes läßt sich ebenfalls bis in die Antike zurückverfolgen. Es entwickelte sich aus dem Monochord, einem mit Saiten bespannten Resonanzkasten, an dem durch Teilen der Saiten an verschiedenen Stellen die Gesetzmäßigkeit der Verhältnisse von Saitenlänge und Tonhöhe untersucht werden konnten.
Das Clavichord (aus clavis =Taste und chorda = Saite) entstand gegen Ende des Mittelalters aus der Verbindung des Monochordes mit der von der Orgel her bekannten Klaviatur. Am Ende des Tastenhebels sitzen kleine abgeflachte Messingstäbchen, die Tangenten, die die Saiten an verschiedenen Stellen abteilen und gleichzeitig in Schwingung versetzen. Bei den frühen Clavichorden werden bis zu fünf, später in der Regel je zwei Töne an verschiedenen Stellen der gleichen Saiten (meist ein Saitenpaar) erzeugt; dieses sog. gebundene Clavichord braucht deshalb weniger Saiten als das um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Gebrauch kommende bundfreie Clavichord, bei dem jeder Ton seine eigenen Saiten hat.
Der Klang des Clavichordes ist außerordentlich leise, dabei für das Ohr sehr angenehm. Der Ton läßt sich durch den Anschlag auf das Feinste dynamisch nuancieren. Durch Veränderung des Tastendruckes erreicht man eine Art von Vibrato, die sog. Bebung, die jedoch selten und nur als besonderer Effekt angewendet wurde.
Das Clavichord war neben Cembalo und Orgel in Gebrauch, wurde jedoch wegen seiner geringen Tonstärke vor allem als Instrument »zum Studiren, sowie überhaupt zur musikalischen Privatunterhaltung» gebraucht. Eine große Blüte erlebte es nach dem Stilwandel um die Mitte des 18. Jahrhunderts zur Zeit der Empfindsamkeit, als es wegen seiner Ausdrucksfähigkeit als das "einsame, melancholische, unaussprechlich süße" Instrument gefeiert wurde, vor allem in den deutschsprachigen Ländern, wo in den Werkstätten Silbermann, Stein, Hubert und Späth & Schmahl hochgerühmte Instrumente entstanden.
DAS CEMBALO
Das Cembalo entstand ebenfalls gegen Ende des Mittelalters aus dem schon im Altertum bekannten Psalterium (ein Resonanzkasten mit Saiten, die man mit der Hand oder mit einem Plektrum anriß, das nun mit einer Klaviatur versehen wurde. Dieser Vorgang wird deutlich in der italienischen Bezeichnung clavicembalo (aus clavis = Taste und cymbalum als gebräuchlicher Name für das Psalterium. Der englische Name ist harpsichord (auf die Verwandtschaft mit der Harfe hinweisend), der französische ist clavecin, auf deutsch heißt das Instrument Kielflügel wegen seiner Flügelform und der Federkiele, mit denen die Saiten angezupft werden. Diese aus Kolkrabenfedern geschnittenen Kiele sind beweglich angebracht an kleinen hölzernen Stäbchen, den Springern oder Docken, die auf dem hinteren Ende des Tastenhebels sitzen.
Unter Cembalo versteht man im allgemeinen den großen, flügelförmigen Typ der Gattung Zupfklaviere, der meist mehrere Register, d.h. mehrere Saiten für jeden Ton hat, die in unterschiedlichen Oktavlagen gestimmt sein können. Bei zweichörigem Bezug handelt es sich meist um zwei 8'-Register, oft auch um 8' und 4'. Dreichörige Instrumente haben meist zweimal 8' und 4'. Instrumente mit 6' oder auch mit 2' sind zwar bekannt, aber so außerordentlich selten, daß sie nicht als repräsentativ für den Cembalobau gelten können. Häufig anzutreffen sind Instrumente mit zwei Manualen, die abwechselnd gespielt oder auch (meist durch Einschieben des Untermanuals( zusammengekoppelt werden können. Das Ein- und Ausschalten der Register erfolgt durch Handzüge. Pedale zum Registrieren finden sich ganz selten bei Instrumenten des späten 18. Jahrhunderts; die bei modernen Instrumenten häufig anzutreffenden Registrierpedale sind in dieser Form Erfindungen der Cembalobauer des 20. Jahrhunderts. Der Cembalobau der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts übernahm nach der Wiederentdeckung des Instrumentes zunächst so viele Errungenschaften des modernen Klavierbaues, daß eine große Zahl von Instrumenten entstand, die sich stark von alten Cembali unterscheiden und deshalb ganz anders klingen. Erst nach 1950 begann man wieder, sich genauer an den historischen Vorbildern zu orientieren.
Eine registerartige Klangveränderung ruft der Lautenzug hervor, bei dem die Saiten nahe dem Steg durch kleine Leder- oder Filzstückchen abgedämpft werden.
Für besonders große Cembali findet sich gelegentlich die italienische Vergrößerungsform Cembalone. Die Kleinformen der Gattung, meist nur mit einem Register, heißen Virginal (von virga = das Stäbchen, das die Zupfvorrichtung trägt) oder Spinett (von spina = der Dorn, d. h. das aus dem Federkiel geschnittene Plektrum). Es gibt rechteckige und vieleckige (polygonale lnstrumente. Erstere werden meist Virginal genannt, letztere häufiger als Spinett bezeichnet, doch werden diese Namen wechselnd verwendet. Ganz kleine Instrumente, die meist eine Oktaven höher gestimmt sind, nennt man auch Spinettino.
Bei den ältesten Instrumenten betrug der Umfang der Klaviatur weniger als vier Oktaven. Der im 17. Jahrhundert am häufigsten anzutreffende Umfang ist 4 Oktaven C- c3 mit sog. kurzer Oktave: das Tastenbild der tiefsten Oktave ist E bis c, wobei die Taste E auf C, die Taste Fis auf D und die Taste Gis auf E gestimmt ist; die chromatischen Zwischentöne fehlen. Später findet man volle vier Oktaven, danach erweitert sich der Umfang allmählich bis auf volle fünf Oktaven um die Mitte des 18. Jahrhunderts.
In den verschedenen Ländern und im Laufe der Zeiten gibt es eine Vielfalt der unterschiedlichsten Cembalotypen. Führend waren zunächst im 16. und 17. Jahrhundert die italienischen Cembali, die im allgemeinen einen vollen, dunklen, lautenähnlichen Klang besitzen, im 17. Jahrhundert auch die niederländischen Instrumente, die meist heller, obertöniger, etwas silbrig klingen. In den Niederlanden war über mehrere Generationen hinweg vor allem die Werkstatt der Familie Ruckers in Antwerpen berühmt. Im 18. Jahrhundert gab es mehrere Zentren des Cembalobaues: weiterhin in Italien, in den Niederlanden (Dulcken), von dort beeinflusst in Frankreich (Blanchet, Taskin), auch in Deutschland, das sich nach allen Seiten hin orientierte (Hass, Silbermann) und später auch in England (Kirckman, Shudi), wobei die charakteristischen Eigenarten der Instrumente in den verschiedenen Zeiten und Ländern dem jeweiligen musikalischen Stil entsprechen.
DAS HAMMFRKLAVIER
Im Laufe des 18. Jahrhunderts suchte man nach einem Instrument, das die Tonfülle des Cembalos mit der Ausdrucksfähigkeit des Clavichordes vereinigte, und fand es im Hammerklavier. Das Anschlagen von Saiten mit kleinen Hämmerchen war bereits vom Hackbrett bekannt, das (in der Zigeunermusik auch als Cymbal) noch heute in der Volksmusik gespielt wird. Schon im Jahre 1709 hatte Bartolomeo Christofori in Florenz eine Hammermechanik erfunden für sein "cembalo col piano e forte" oder kurz "Pianoforte", das erste Hammerklavier. Dieses Instrument kam aber erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts allgemein in Gebrauch. In dieser Zeit existierten Cembalo, Clavichord und Hammerklavier etwa gleichberechtigt nebeneinander. Die gegen Ende des 18. Jahrhunderts üblichen Bezeichnungen für die verschiedenen Arten von Tasteninstrumenten waren Kielflügel oder einfach Flügel für das Cembalo, Clavier nun ausdrücklich für das Clavichord und Pianoforte oder Fortepiano für das Hammerklavier. Daneben gab es den sog. Tangentenflügel, einen Versuch, Eigenschaften der drei anderen Instrumententypen zu vereinigen. Hier werden statt der Hämmer kleine Holzstäbchen in Form von Chlavichord-Tangenten gegen die Saiten geschleudert, und es entsteht ein cembaloartiger Klang, der durch einen "Moderator" hammerklavierähnlich gefärbt werden kann. Doch gegen 1800 hatte das Pianoforte, für das nun auch gelegentlich ,gleichbedeutend der deutsche Name Hammerklavier verwendet wurde, alle anderen Gattungen verdrängt.
Bedeutend für die Entwicklung des Hammerklavieres war die Erfindung der sog. Prellzungenmechanik (Prellmechanik mit Auslösung), später auch Wiener Mechanik genannt, durch den mit Mozart befreundeten Klavierbauer Johann André Stein. Chakteristisch für diese Mechanik ist die außerordentlich leichte, sensible, ausdrucksfähige Spielart. Instrumente mit dieser Mechanik wurden vor allem in Wien und Süddeutschland gebaut.
Neben Wien war London das zweite Zentrum des Hammerklavierbaues, in den ersten Jahrzehnten vor allem durch die berühmte Werkstatt Broadwood, die zunächst Cembali und seit 1773 auch Hammerklaviere baute und im englischen Klavierbau über 100 Jahre lang führend war. In England wurde statt der Wiener Mechanik vor allem die robustere ,,Stoßzungenmechanik" verwendet (deshalb auch "Englische Mechanik" genannt), die weniger sensibel war, aber einen kräftigeren Anschlag ermöglichte, und aus der sich schließlich die moderne Klaviermechanik entwickelte.
Charakteristisch für die Wiener Hammerflügel ist neben dem klaren, obertonreichen Klang und der empfindlichen Spielart vor allem der Reichtum an Klangfarben, der durch die sog. »Veränderungen« noch vergrößert wird. Diese wurden in der frühesten Zeit durch Handzüge, später durch Kniehebel und schließlich durch Pedale bedient. Die wichtigsten Veränderungen sind:
1. Fortezug, d. h. Aufhebung der Dämpfung. Das Durcheinanderrauschen der Saiten wurde lange Zeit nur registerähnlich als besonderer Effekt eingesetzt und nicht wie beim modernen Klavier zur Verbesserung des Klanges und Vereinfachung der Spielart.
2. Pianozug oder Moderator: ein Tuchstreifen schiebt sich zwischen die mit hartem Hirschleder bezogenen Hämmer und die Saiten, so daß die Hämmer durch das weiche Tuch hindurch auf die Saiten schlagen und dabei ein sehr leiser, gedeckter Ton entsteht. Der Tuchstreifen besteht auch gelegentlich aus mehreren Tuchlagen, so daß der Grad der Abdämpfung durch verschiedenen Pedaldruck differenziert werden kann bis hin zum zartesten clavichordähnlichen Pianissimo.
3. Verschiebung: die ganze Mechanik wird seitlich verschoben, so daß die Hämmer nicht alle drei der meist für jeden Ton vorhandenen Saiten anschlagen, sondern nur jeweils zwei oder eine (due corde oder una corda, von Beethoven verschiedentlich genau vorgeschrieben). Der Klang wird dabei leiser und gläsern-durchsichtig. Die charakteristische una-corda-Klangfärbung fehlt beim "linken Pedal" des modernen Flügels, der nur noch Verschiebung auf zwei Saiten bewirkt.
Fagottzug: eine Pergamentrolle wird auf die Baßsaiten des Instrumentes gedrückt, und es entsteht ein schnarrender Klang, der dem des alten Fagottes ähnelt. Der Fagottzug ist im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts bei vielen Wiener Hammerflügeln zu finden und war besonders für Märsche und fremdländische Effekte beliebt, wie auch der Janitscharenzug, der auch Türkische Musik genannt wurde. Diese Vorrichtung imitiert große Trommel, Becken und Glockenspiel der kriegerischen türkischen Janitscharenmusik. Als große Trommel wird der Resonanzboden von innen angeschlagen, das Becken wird durch den Schlag eines Metallbügeis auf die tiefsten Baßsaiten nachgeahmt, und gleichzeitig erklingen drei Glöckchen.
Besondere Bezeichnungen für die verschiedenen Formen des Hammerklavieres sind »Hammerflügel« für das große flügelförmige Pianoforte und »Tafelklavier« für das rechteckige Instrument, das äußerlich oft noch wie ein Clavichord aussieht. Sehr beliebt wurden später auch aufrechte Hammerklaviere, die weniger Platz einnahmen als ein Flügel und meist sehr dekorativ ausgestaltet waren. Bei den aufrechten Klavieren unterscheidet man je nach der äußeren Gestaltung zwischen Lyraflügel (die Form der Lyra war im Biedermeier besonders beliebt), Schrankflügel (mit eingebauten Fächern), Giraffenflügel (links sehr hoch, nach rechts abfallend) und Pyramidenflügel. Aus diesen aufrechten Flügeln entwickelte sich später das Pianino, aus dem schließlich die heute normalerweise als »Klavier« bezeichnete Kleinform entstand.
Der Name ,,Hammerklavier« bedeutete ursprünglich dasselbe wie «Pianoforte« oder «Fortepiano« und wurde erstmals von Beethoven zur Verdeutschung dieser Fremdwörter verwendet. Heute versteht man unter Hammerklavier die Vielzahl der verschiedenen Klaviertypen etwa zwischen Mozart und Brahms, die unserem modernen Klavier vorausgingen, aber nicht dieses selbst, obwohl es genaugenommen auch ein Hammerklavier ist.
Die frühen Hammerklaviere der Mozartzeit klingen noch sehr cembaloähnlich und sind auch fast wie ein Cembalo gebaut: ganz aus Holz, mit einem dünnen Resonanzboden und dünnen Saiten. Die Hämmerchen, deren Größe nur ein Achtel derjenigen eines modernen Klavierhammers beträgt, sind mit Leder überzogen. Das ergibt einen sehr klaren, deutlich zeichnenden, obertonreichen Klang. Mozarts Flügel ist also klanglich vom modernen Klavier viel weiter entfernt als vom Cembalo.
Die Entwicklung vom cembaloartigen Fortepiano der Mozartzeit zum eisengepanzerten modernen Konzertflügel, die nur etwa 50 Jahre dauerte, geht schrittweise vor sich. Der Umfang vergrößert sich nach und nach von fünf Oktaven auf mehr als sieben Oktaven. Im Bestreben nach größerem Tonvolumen baute man allmählich Instrumente mit dickeren Saiten, größeren Hämmern und stärkerem Resonanzboden. Das verlangte eine entsprechend stärkere Konstruktion: von der leichten Kastenbauweise des Cembalos kam man nach und nach zu einem leichten, dann immer stärkeren hölzernen Rahmen, der sogenannten Raste, schließlich war die Verstärkung durch Eisenspreizen nötig, dann kamen eiserne Platten hinzu und als letzter Schritt um iS6o ein durchgehender Eisenrahmen, der deutlichste Unterschied zwischen altem und modernem Klavier. Im Laufe der Bemühungen um kräftigeren Klang mußte das Leder auf den Hammerköpfen, das gerade den deutlichen Ton ausmachte, durch Filz ersetzt werden. Die Mechanik wurde immer schwerer und komplizierter, zuletzt durch die Einführung der doppelten Repetitionsmechanik von Sebastian Erard. Man konnte nun viel lauter und viel schneller spielen als vorher. Diese Entwicklung entsprach dem aufkommenden Virtuosentum, das durch die Verbürgerlichung des Musiklebens gefördert wurde.
Wie beim Klavier, so läßt sich auch bei allen anderen Musikinstrumenten eine Veränderung des Klangideales feststellen: allgemein wird der Klang stärker, brillanter, dabei aber weniger farbig und weniger deutlich. Die älteren Blasinstrumente werden ersetzt durch neue Modelle mit veränderten Mensuren und modernerem Klappen- bzw. Ventilsystem, denen gewisse charakteristische Klangfarben und Eigenarten der alten Instrumente fehlen, und die alten Streichinstrumente werden durchweg zugunsten des neuen Klangideales, das stärkere Saitenspannung erfordert, umgebaut und modernisiert.
Bemerkenswert bei der Entwicklung der Musikinstrumente ist die Tatsache, daß im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts außerordentlich große Veränderungen stattfanden, während seit dem späten 19. Jahrhundert bis heute nichts Wesentliches mehr verändert wurde.
Da mit allen Musikinstrumenten in gleicher Weise grundlegende Veränderungen vor sich gingen, ist eine Kombination historischer und moderner Instrumente (etwa Cembalo oder Mozartflügel mit moderner Violine oder Flöte) nicht sinnvoll und bleibt klanglich meist unbefriedigend.
Während für die Interpretation der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts die Verwendung historischer Instrumente, besonders des Cembalos, heute bereits fast selbstverständlich ist, wird meist übersehen, daß auch die Musik der Klassik und Romantik nicht für unsere heutigen Instrumente geschrieben wurden. Mozart, Beethoven und Schubert etwa besaßen Klaviere, die sich von unserem modernen Flügel stark unterscheiden, sie komponierten für diese Instrumente und rechneten mit ihren besonderen Eigenarten und Möglichkeiten.
Wir müssen uns daran gewöhnen, die Musikinstrumente der früheren Jahrhunderte nicht als unvollkommene Vorläufer der heutigen Instrumente zu betrachten. Diese Instrumente sind in ihrer Art vollkommen wie die Musik ihrer Zeit. Der musikalische Stil und der Klang des jeweiligen zeitgenössischen Instrumentariums entsprechen sich. Diese Erkenntnis, die sich durch die Beschäftigung mit historischen Instrumenten und der ihnen entsprechenden Spielweise und Aufführungspraxis gewinnen läßt, kann zum Verständnis der Musik entscheidend beitragen.
3. Die schönsten Instrumente der Sammlung
Die
Sammlung Fritz Neumeyer / Rolf Junghanns / Bradford Tracey bietet einen
vollständigen Überblick über die Entwicklung der Tasteninstrumente
im Laufe von drei Jahrhunderten. Darüber hinaus zeichnet sie sich
auch dadurch aus, daß sie besonders schöne Instrumente der großen
Meister des Klavierbaues enthält. Von den Cembali und sonstigen Zupfklavieren
sind neben drei wertvollen Originalinstrumenten
| 4 | Cembalone
von Francesco Nobili, Rom 1695, restauriert von Walter Ebeloe, Hamburg
G1 - f3. 8´,4´ |
| 7 | Spinettino
(Oktavspinett), unsigniert, italienisch, 17 Jahrhundert, restauriert von
Rudolf Dobernecker, Freiburg
C/E - c3. Länge 69,5 cm, Breite 28 cm, Höhe 9 cm In einem bemalten Kasten späteren Datums |
| 8 | Virginal,
unsigniert, aus der Schweiz, 17. Jahrhundert
C/E-c3. Reiche Bemalung |
hervorragende
Nachbauten französischer und niederländischer Cembali
| 5 | Cembalo,
zweimanualig, nach Blanchet, Paris um 1730
von William Dowd, Paris 1973 F1 - f3. 8‘, 8‘, 4‘ Reich verziert mit Chinoiserien mit Gold in Rot und Schwarz |
| 3 | Cembalo,
zweimanualig, nach Ruckers, Antwerpen um 1620, von William Dowd, Paris
1975
G1 / H1- d3 , 8‘, 8‘, 4‘ Reiche flämische Dekoration |
sowie
eines italienischen Spinettes und eines Doppelvirginals zu erwähnen:
| 10 | Spinett
nach italienischem Vorbild um 1600, von Matin Scholz, 1946
von William Dowd, Paris 1973 C - c3 ,poligonal mit vorgebauter Tastatur |
| 9 | Doppelvirginal
nach Hans Ruckers, Antwerpen 1591, von John Koster, Boston 1974
C/E - c3 , 8‘, 8‘, 4‘ Reiche flämische Dekoration. Auf der linken Seite des Instruments ist ein Oktavspinett eingebaut, das herausgenommen und als "2. Manual"auf das Virginal gesetzt werden kann. |
Unter
den Clavichorden befinden sich Originalinstrumente der bedeutendsten Meister
des 18. Jahrhunderts: Späth & Schmahl und Hubert .
| 14 | Clavichord,
gebunden, von Späth & Schmahl, Regensburg 1787, Rothenburg, restauriert
von Rudolf Dobernecker, Freiburg
A1 - f3 ,Untergestell mit zwei Schubladen |
| 17 | Clavichord,
bundfrei, von Christian Gottlob Hubert, Ansbach 1772, restauriert von Rudolf
Dobernecker, Freiburg
F 1 - f3 , Untergestell mit 6 Schubladen. Leihgabe des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Freiburg |
Nicht
nur eine Rarität, sondern auch ein außerordentlich klangschönes
Instrument ist das sechsoktavige gebundene Clavichord
| 16 | Clavichord,
gebunden, unsigniert, Deutschland um 1800, restauriert von Rudolf Dobernecker,
Freiburg
F 1 - f4 , Reiche bunte Bemalung, Untergestell mit zwei Schubladen |
| 22 | Hammerflügel
von Johann André Stein, Augsburg um 1780, restauriert von Rudolf
Dobernecker, Freiburg
F1 - f3. Zweichörig. 2 Kniehebel: Fagott, Moderator, Forte. Wiener Mechanik ohne Fänger |
| 28 | Hammerflügel
von Nannette Streicher, née Stein, Wien 1816,
F1 - f4. Dreichörig, nur die sechs tiefsten Töne zweichörig 4 Pedale: Verschiebung, Fagott, Moderator, Forte. Wiener Mechanik |
|
33 |
Hammerflügel von Johann Baptist Streicher und Sohn, Wien 1864, restauriert von Hugo Haid, Nürnberg A2 - a4. A2 - H2 einchörig, C1 - Dis zweichörig, E - a4 dreichörig 2 Pedale: Verschiebung, Forte. Zwei Eisenspreizen. Wiener Mechanik mit Hebeldämpfung |
Ein
Meisterwerk des Wiener Klavierbaues ist auch der Flügel von Conrad
Graf , dem von Franz Schubert besonders geschätzen Klavierbauer. Beethoven
und Schumann besaßen ebenfalls Instrumente dieses berühmten
Meisters.
Der
englische Klavierbau ist durch zwei Hammerflügel aus der Werkstatt
Broadwood vertreten. Der frühere aus dem Jahre 1798 entspricht
den Instrumenten, die Haydn in England spielte, der spätere von 1817
ist ein Schwesterinstrument von Beethovens letztem Flügel.
| 31 | Hammerflügel
von Conrad Graf, Wien 1825, restauriert von Martin Scholz
C1 - g4. Dreichörig, nur die fünf tiefsten Töne zweichörig 4 Pedale: Verschiebung, Fagott, Moderator, Forte. Wiener Mechanik |
| 24 | Hammerflügel
von John Broadwood & Sons, London 1798, restauriert von Rudolf Dobernecker,
Freiburg
F1 - c4. Dreichörig 2 Pedale: Verschiebung, Forte. Stoßzungenmechanik |
| 29 | Hammerflügel
von John Broadwood & Sons, London 1817, restauriert von Kurt Wittmayer,
Wolfratshausen
C1 - c4. Dreichörig 2 Pedale: Verschiebung, Forte (geteil). Stoßzungenmechanik |
Dekorative
Biedermeiermöbel und gleichzeitig vorzügliche Musikinstrumente
sind der Lyraflügel von Johann Christian Schleip, dem Erfinder dieses
beliebten Instrumcntentyps, und der Schrankflügel . Bescheiden-bürgerliche
Musikinstrumente von großem Reiz sind die verschiedenen Arten von
Tafelklavieren, darunter ein um 1785 gebautes Instrument mit hölzernen
Hämmerchen und eines aus der Werkstatt des Komponisten und Klaviervirtuosen
Muzio Clementi .
| 47 | Lyraflügel
von Johann Christian Schleip, Berlin um 1835, restauriert von Rudolf
Dobernecker, Freiburg
C1 - a4 3 Pedale: Verschiebung, Fagott, Forte. |
| 46 | Schrankflügel
unsigniert, Schweiz (?), um 1820 1798, restauriert von Rudolf Dobernecker,
Freiburg
C1 - g4 5 Pedale: Forte, Fagott, Moderator (zweifach), Verschiebung |
| 34 | Tafelklavier,
unsigniert, sächsisch um 1785 restauriert von Rudolf Dobernecker,
Freiburg
F1 - f3 Ein Handhebel:Forte, Moderator durch Verschieben der Mechanik unter eine Lederzangenleiste. Stoßmechanik mit Holzhämmerchen |
| 40 | Tafelklavier
von Muzio Clementi, London 1820, restauriert von F.C.Colt
C1 - f4 Ein Pedal:Forte, Stoßzungenmechanik |
Einer
der wenigen erhaltenen Tangentenflügel von Späth & Schmahl
, zwei weitere Mozartflügel aus den Jahren 1780 und 1795, sowie
der vielseitige Flügel von Michael Rosenberger (um 1810) mit
seinen reichen Veränderungen und der eindrucksvollen «türkischen
Musik« (Janitscharenzug) sind noch besonders erwähnenswert.
Zusammen mit zahlreichen weiteren Klavieren stellen diese Instrumente eine
außergewöhnliche Sammlung spielbarer Tasteninstrumente des 17.
bis 19. Jahrhunderts dar:
| 19 | Tangentenflügel
von Späth & Schmahl, Regensburg 1801, restauriert von Rudolf
Dobernecker, Freiburg
F1 - f3 Zweichörig, 3 Kniehebel: Verschiebung, Moderator, Forte. 3 Handhebel: Harfe (geteilt) Aufhebung der Dämpfung im Diskant |
| 20 | Hammerflügel,
unsigniert (Mathäus Heilmann, Mainz ?)um 1780, restauriert von Martin
Scholz
F1 - f3. Zweichörig Kniehebel: Moderator, Forte. Wiener Mechanik ohne Fänger |
| 26 | Hammerflügel
von Michael Rosenberger, Wien um 1810 restauriert von Rudolf Dobernecker,
Freiburg
F1 - f4 .F1 - b1 Zweichörig, h1 - f4 6 Pedale: Verschiebung, Fagott, Moderator (zweifach),Forte, Janitscharenzug Wiener Mechanik |