Sven Ekdahl, Die „Banderia Prutenorum“ des Jan Dlugosz – eine Quelle zur Schlacht bei Tannenberg 1410. Untersuchungen zu Aufbau, Entstehung und Quellenwert der Handschrift. Mit einem Anhang: Farbige Abbildungen der 56 Banner, Transkription und Erläuterungen des Textes (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Philologisch-historische Klasse, Dritte Folge, 104), Göttingen 1976, S. 170:
 

Fol. 2v Abb.2

[DURINK:] Latitudo/Longitudo.

Nota: hoc banderium 1 minus alias gonicza chorongew 2 continent in longitudine unam ulnam cum quartali, in latitudine autem unam ulnam tantum.

[DLUGOSZ und HAND II 3:] Banderium a) magistri cruciferorum minus 4 ; sub quo erant milites cruciferorum ordinis magis notabiles et prestantes et aliqui milites mercenarii, qui ex variis Almanie 5 partibus advenerant, et aliqui b) curienses atque cubicularii magistri.


a) von Dlugosz später vorangestellt.
b)  durch Verweis am Rand von Hand II eingefügt.

1   Es handelt sich um einen Gonfanon in abgewandelter Form, s. S. 23-30 u. 132 ff.
2   Polnisch, wörtlich: „Läuferfahne“. Die Bezeichnung „Rennfahne“ oder „Rennbanner“ dürfte aber auch nicht falsch sein, s. S. 133 f.
Zur Frage dieser Hand s. Kap. 13. Obwohl sie die jüngste ist, wird sie in der Forschung als Hand II bezeichnet. Vgl. Anm. 1 zu fol. 1 r und Anm. 5 zu Abb. 1.
Siehe Anm. 6 zu Abb. 1.
5 Gemeint ist offenbar „Deutschland“ und nicht etwa „Schwaben“.


Übersetzung: Marie-Luise Heckmann

“[Durink:] Breite/Länge.

Bemerke: Dieses Banner umfasst weniger als andere Läuferfahnen, [nämlich] in der Länge eine Elle weniger ein Viertel, in der Breite aber im Ganzen eine Elle.

[Dlugosz und Hand II:] Das kleinere Banner des [Hoch-] Meisters der Kreuzträger; unter welchem die besonders bemerkenswerten und vorzüglichen Ritter des Kreuzträgerordens und einige angeworbene Ritter auftraten, die aus den verschiedenen Teilen Deutschlands gekommen waren, sowie einige Höflinge und Kammerdiener des [Hoch-] Meisters.“