Fol. 3v Abb. 3
[DURINK:] [Latitudo.] a) Longitudo.
Nota: banderium 1 hoc continet in longitudine tres ulnas cum quartali, in latitudine vero tres ulnas minus quartali.
[DLUGOSZ und HAND II:] 2 Banderium b) ordinis cruciferorum 3, quod Fridericus Vallerod c) 4 , magnus marsalcus Prussie, ducebat, nacione Francus et nobilitate insignis, qui pro armis cum sua familia defert fluvium cruce signatum et in galea gallum cristatum 5 ; qui in eodem prelio fuit occisus et in Mariemburk d) 6 reductus; patruus germanus Christoferi 7 episcopi Lubuczensis; sub quo erant milites de Franconia.
a) von Hand II radiert und weiter nach links über das
Fahnenfeld geschrieben; vgl. Anm. d.
b) von Dlugosz später vorangestellt?
c) e nachträglich übergeschrieben.
d) zwischen Mariem und burk latitudo radiert;
vgl. Anm. a.
1 Es handelt sich um einen Ganfalon, s. S. 132 ff. u.
139.
2 Vgl. DLUGOSZ, Hist. Pol. IV, S. 42: Item tertius
Ordinis totius, cuius in campo albo lata crux nigra erat insigne; cuius
ductor erat Fridericus de Wallerod Marsalcus Prussiae. [Übersetzung
von Marie-Luise Heckmann: “Dasselbe gilt für das dritte Banner
des gesamten Ordens, dessen Zeichen ein schwarzes Kreuz in einem weißen
Feld war. Sein Träger war Friedrich Wallenrode, der Marschall von
Preußen.“]
3 Vgl. das Wandbild in Lochstedt, wiedergegeben auf
Abb. X im Haupttext.
4 Friedrich von Wallenrode, Oberster Marschallund zugleich
Komtur von Königsberg (polnisch: Królewiec) 1407-1410. Gefallen
bei Tannenberg.
5 Diese Angabe ist falsch, denn das aus Oberfranken
stammende Geschlecht Wallenrode führte ein anderes Wappen, eine silberne,
viereckige Schnalle im roten Feld; s. STREHLKE [Scriptores rerum Prussicarum
IV], S. 14 Anm. 3, sowie B. JÄHNIG, Johann von Wallenrode [O.T. Erzbischof
von Riga, königlicher Rat, Deutschordensdiplomat und Bischof von Lüttich
im Zeitalter des Schismas und des Konstanzer Konzils (um 1370-1419), Bonn-Bad
Godesberg 1970], S. Abb. 1 u. 15. Eine Verwechslung mit dem polnischen
Wappen Srzeniawa (Fluß mit Kreuz) und dem der fränkischen Familie
Rotenhan (Fluß mit Stern, auf dem Helm ein hahn) liegt vor. Zur Familie
Rotenhan gehörte der weiter unten erwähnte Christopher, 1424-1436
Bischof von Lebus (polnisch: Lubusz).
6 Marienburg (polnisch: Malbork), Hauptburg des Deutschen
Ordens in Preußen und Sitz des Hochmeisters von 1309 bis 1459.
7 Siehe Anm. 5.
Übersetzung: Marie-Luise Heckmann
“[Durink:] [Breite.] Länge.
Bemerke: Dieses Banner umfasst in der Länge drei Ellen mit einem Viertel, in der Breite aber drei Ellen weniger ein Viertel.
[DLugosz und Hand II:] Das Banner des Ordens der Kreuzträger, das der Oberste Marschall in Preußen, Friedrich Wallenrode, führte, welcher der Nation nach ein Franke und durch Adel ausgezeichnet war. Er trug mit seiner Familie als Wappen den mit einem Kreuz bezeichneten Fluss und auf dem Helm einen Hahn. Er wurde in jener Schlacht getötet und auf die Marienburg zurückgebracht. Der Oheim war ein leiblicher Bruder des Bischofs Christoph von Lebus. Unter ihm traten die Ritter aus Franken auf.“