14c Untergang der GOYA

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Der Untergang der GOYA


Bericht einer Augenzeugin

Zusammengestellt von Helmut Ramm.

Frau Schmalisch, eine Großnichte der ertrunkenen Minna Gottschalk, stellte mir einen Zeitungsbericht und den Augenzeugenbericht von Frau Prang hierfür zur Verfügung. Frau Prang aus Kirschitten hat 1945 den Untergang der GOYA von der "KRONENFELS" aus, als Augenzeugin, unmittelbar miterlebt.


Mit der ,,Arche Noah" in den Tod.

Größte Schiffskatastrophe der Welt, schrieben die Zeitungen beim Untergang der ,,Titanic", aber die Versenkung der "GOYA" war ein weit größeres Unglück und forderte über 7000 Opfer.

Als die Titanic, auf der Jagd nach dem "BIauen Band", am 14. April 1912 auf einen Eisberg lief und mit 1400 Menschen sank, wurde dies als ,,größte Schiffskatastrophe der Welt" bezeichnet. Doch es gab 33 Jahre später eine noch weitaus größere Katastrophe. Am 16. April 1945 sank der Flüchtlingsdampfer ,,Goya" auf der Höhe von Stolpmünde binnen sieben Minuten. Von den 7200 Flüchtlingen und Verwundeten an Bord konnten nur 172 gerettet werden. Zwei Torpedos eines sowjetischen U-Bootes hatten ihn getroffen.

Als am 13. Januar 1945 der Großangriff der sowjetischen Armeen auf die deutsche Front im Osten begann, ahnte niemand, dass der Angreifer so schnell Boden gewinnen würde. Schon am 23. Januar 1945 stiess der Russe bis zum Frischen Haff durch und schnitt allen Flüchtligen den Weg nach Westen ab. Nur noch über das Eis des zugefrorenen Frischen Haffs konnte nach etwa 10 km die Frische Nehrung erreicht werden. Die Wehrmacht hatte einen Eisstreifen ausgeschildert auf dem die Trecks fahren mußten. Es war hier schon ein Bild des Grauens, weil russische Tiefflieger die Trecks bombardierten und mit Borwaffen angriffen. Viele Wagen waren im Eis eingebrochen und man sah nur noch die Köpfe der toten Pferde aus dem Wasser ragen. Überall lagen tote Soldaten und Zivilisten.

  • Siehe auch Stationen einer Flucht 1945.
  • Die Frische Nehrung ist ein ca. 600 bis 1500 m breiter und ca. 70 km langer Landstreifen zwischen der Ostsee und dem Frischem Haff. Hier konnten die Flüchtlingstrecks westwärts entkommen. Auch die, mit Pferd und Wagen geflüchteten Bauern von Kirschitten im Kreis Pr. Eylau mußten diesen Weg nehmen. Leider aber nützte Ihnen dieses nicht viel, denn in einer großen Zangenbewegung schnitt der Russe Ost- und Westpreußen wenig später vom übrigen Reich ab und es gab keinen Landweg mehr ins Reich. So stauten sich in diesem Kessel in der Weichselniederung tausende Flüchtlingswagen. Der Weg nach Westen war abgeschnitten.

    Die Flüchtlingswagen der Bauern von Kirschitten waren in Schiewenhorst bei Danzig, als man um den 14. April 1945 beschloß zu versuchen auf einem Schiff zu entkommen. Pferde und Wagen mußte man stehen lassen und konnte nur das Nötigste mitnehmen. Von Schiewenhorst, direkt an einem Arm der Weichselmündung in die Ostsee, brachten Kutter die Flüchlinge mit ihrer letzten Habe auf einige Frachter die vor der Halbinsel Hela auf Reede lagen. In einem Zeitungsbericht aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts lesen wir:

    Das Kalenderblatt zeigt den 16. April 1945. Die Katastrophe beginnt bereits am Morgen. Nur zögernd weicht die Nacht, hebt sich der milchige Schleier von den dunklen Schiffsleibern. Es sind Flüchtlingsschiffe, die an der Südspitze der Halbinsel HeIa am Ausgang der Danziger Bucht ankern. Unter ihnen die "GOYA". die schon 15 000 Menschen zur Flucht über die Ostsee verhalf. Nun wartet sie auf neue Ladung. Letzter Ausweg für Hunderttausende ist die Flucht über das Meer.

    Die Uhr zeigt fünf Minuten nach sieben. Aus dem grau verhangenen Himmel stoßen plötzlich sowjetische Bomber. Sofort setzt Flakfeuer ein. Nutzlos. Kinder, Mütter, Verwundete, Soldaten fallen im Bombenhagel. Kaum haben sich die Überlebenden von dem Schrecken erholt, stößt eine neue Bomberwelle aus den Wolken. Es ist 8.30 Uhr. Eine Bombe trifft die "GOYA" an der Vorderkante der Kommandobrücke. Back und Aufbauten werden durchschlagen. Ein Splitter trifft Kapitän Plünnecke am Kopf, reißt ihm eine tiefe Wunde. An Deck werden fünf Besatzungsmitglieder schwer verletzt. Der Bombentreffer hat die Minen-Eigenschutz-Leitung zerstört und das moderne U-Boot-Peilgerät. Damit wird der ,,Goya" die Minen- und U-Boot-Ortung unmöglich. Noch in der folgenden Nacht wird dies dem Schiff zum Verhängnis.

    Die Bombenangriffe scheinen das Signal für den Sturm auf die ,,Goya" gegeben zu haben. Tausende wollen jetzt auf das in Sichtweite liegende Schiff. Kleinere Boote bringen die Flüchtlinge vom Strand zum Schiff. Unaufhörlich rattern die Ladekräne. Auf Tragbahren werden Schwerverwundete an Bord gehievt. Über die ausgehängten Fallreeps ziehen sich die Menschen mit letzter Kraft nach oben, stürzen an Oberdeck. In wenigen Stunden sind Tausende an Bord, darunter viele hundert Schwer- und Leichtverwundete. Für die meisten ist die ,,Goya" zu einer Arche Noah geworden. Gleichzeitig wird die "KRONENFELS" ebenfalls mit Flüchtlingen beladen.

    Um 14.30 Uhr setzen 22 sowjetische Bomber erneut zum Angriff auf Hela an, ihr Angriff gilt den Menschen, die sich zu Tausenden dort verzweifelt am Kai drängen. Wer vorn steht, hat die größte Chance, noch auf ein Boot und damit zur "GOYA" zu gelangen. Seit Stunden zählen Unteroffiziere an den Fallreeps die Passagiere. Um 18 Uhr sind rund 7200 Menschen auf dem Frachter. Kapitän Plünnecke befiehlt: ,,Es kommt niemand mehr an Bord ...!" Tausende müssen zurückbleiben, einem ungewissen Schicksal überlassen.

    Gegen 19 Uhr ist ein kleiner Geleitzug vor Hela zusammengestellt. Er besteht aus der ,,GOYA", dem Dampfer ,,KRONENFELS" und dem Hochseeschlepper ,,ÄGIER". Gesichert werden die drei Flüchtlingsschiffe von den Minensuchbooten ,,M 256" und ,,M 328". Die Marschgeschwindigkeit der Gruppe beträgt elf Seemeilen; man muss sich nach dem Dampfer ,,Kronenfels" richten, dessen Maschinen nicht mehr hergeben.

    Auf dem Oberdeck der ,,Goya" stehen rund 1000 Menschen. Sie haben unter Deck keinen Platz mehr gefunden, sind aber froh, überhaupt noch einen ,,Stehplatz" zu haben. Zehn Minuten vor Mitternacht, erkundigt sich der kopfverletzte Kapitän Plünnecke, nach dem Standort des Schiffes. Die Antwort weckt böse Erinnerungen. In diesem Seegebiet wurde am 30. Januar 1945 die ,,Gustloff" torpediert und am 9. Februar, von dem gleichen sowjetischen U-Boot, die ,,STEUBEN".

    Seit Stunden wartet dieses russische U-Boot ,,L 3" auf das Geleit, das am frühen Abend Hela verlassen hat. Fünf Minuten vor zwölf befiehlt der Kommandant, Kapitän VIadimir Konovalow: ,,Feuer"...! Sekunden später zerreißen zwei Torpedos den Schiffsleib der "GOYA" und schicken das Schiff mit seinen 7200 Menschen in den Tod. Nur sieben Minuten dauert der Untergang. Auf der tödlich getroffenen "GOYA" ist jedes Licht erloschen. Für Sekunden herrscht Entsetzen. Panik bricht aus.

    Die schnell stärker werdende Schlagseite des Schiffes verhindert jedes Rettungsmanöver. Kaum ein Boot kommt ordnungsgemäß zu Wasser. Die Kommandos gehen im Geschrei der Menschen unter. Wer an Oberdeck ist, findet gerade noch Zeit über Bord zu springen. Für die Tausende in den fensterlosen Laderäumen unten im Schiff aber gibt es keine Rettung. Auf dem Minensuchboot ,,M 256" trägt der Wachoffizier in das Tagebuch ein: "GOYA" sinkt um 0.02 Uhr, dem 17. April 1945, auf Breite 55 Grad, 13,5 Minuten Nord, Länge 18 Grad, 20 Minuten Ost. Wassertiefe 76 Meter. Mit der Rettung Schiffbrüchiger wurde begonnen. Hinter diesen dürren Worten. die in keinem deutschen Wehrmachtsbericht steht, von keiner Zeitung gedruckt und von keinem Rundfunksender ausgestrahlt werden, verbirgt sich größte Schiffskatastrophe der Welt.

    Für die Schiffbrüchigen der ,,Goya" ist der Kampf um das Überleben noch nicht zu Ende. Im eiskalten Wasser droht ihnen Tod durch Ertrinken und Erfrieren. Die Besatzungsmitglieder der Minensuchboote "M 256" und ,,M 328", des Dampfers "KRONENFELS" und des Hochseeschleppers ,,ÄGIER" retten was zu retten ist. Stunde um Stunde wird die See abgesucht. Lebende und Tote, unter ihnen auch der Kapitän, werden aus dem Wasser gezogen, von den Flößen geborgen, aus den Kuttern geholt.

    Bei der Insel Rügen erhalten die Rettungsschiffe Anweisung, was mit den 172 Überlebenden geschehen soll: die wenigen Besatzungsmitglieder kommen an Bord der "ÄGIER", die Kurs auf Warnemünde nimmt. Die Kriegsmarineangehörigen fahren mit den beiden Minensuchbooten nach Swinemünde, die Verwundeten und Flüchtlinge steigen auf den Dampfer "KRONENFELS" um, der Kurs auf Kopenhagen nimmt

    Am Vormittag des 17. April l treffen weitere Schiffe an der ,,Unfallstelle Goya" ein, setzen Boote und Kutter aus, suchen die See nach letzten Überlebenden ab. Sie finden niemanden mehr.

    Soweit dieser erschütternde Bericht.


    Auf der Flucht vor den Russen, sind in der Nacht vom 16. zum 17. April 1945 folgende Angehörige unserer Verwandtschaft mit der "GOYA" untergegangen und in der Ostsee ertrunken:

    1. Die Mutter unseres Onkels Kurt Gottschalk, Frau Minna Gottschalk geb. Preßling aus Kirschitten, Kr. Pr.Eylau Ostpr. 69 Jahre alt, geboren 1876 in Gallingen,
    2. ihr Sohn Otto Gottschalk, Bauer aus Kirschitten, 42 Jahre alt, geboren 1903 in Kirschitten.
    3. Seine Ehefrau Ella Gottschalk geb. Scheffler, sowie ihre 3 Kinder,
    4. der um 1936 geborene Sohn und
    5. zwei Töchter die etwa 1939 und 1943 geboren waren. Des weiteren verloren wir die Familie der Tochter von Minna Gottschalk, nämlich
    6. Irma Schulz geb. Gottschalk, Bäuerin aus GalIingen, 39 Jahre alt, geb 1906 mit ihrem Ehemann
    7. Hermann Schulz, Bauer aus Gallingen, 43 Jahre alt, geb. 1906 in Gallingen und deren Tochter
    8. Ilse Schulz, 10 Jahre alt, geb. 1935, sowie ihren Sohn
    9. Reinhold Schulz, 8 Jahre alt, geb. 1937.

    Familie Hermann Schulz aus Gallingen die beim Untergang der GOYA ertrunken sind.

    Irma Schulz geb. Gottschalk, mit ihrem Mann Hermann und den beiden Kindern Reinhold und Ilse. Sie ertranken alle mit den anderen Verwandten beim Untergang der GOYA in der Nacht vom 16. zum 17. April 1945 in der Ostsee.
    Foto: um1941/42


    Ergänzend hierzu schreibt Frau Prang aus Kirschitten, die als Augenzeugin den Untergangs der "GOYA" unmittelbar vom oberen Deck der "KRONENFEL" miterlebte, folgendes:

    Als sich die Front Ende Januar 1945 meinem Heimatdorf Kirschitten im Kreis Pr. Eylau in Ostpreußen näherte, sind alle Bauern aus diesem Dorf, wie so viele andere, vor den Russen mit Pferd und Wagen geflüchtet. Der Treck blieb fast immer zusammen. Leider traten wir die Flucht zu spät an und konnten nicht mehr bis Westdeutschland fahren. Die sowjetischen Truppen hatten in einer großen Zangenbewegung uns eingekesselt und die Weiterfahrt nach Westen unmöglich gemacht. Im Mündungsdelta der Weichsel befanden sich Mitte April 1945 zehntausende von Flüchtlingswagen und konnten nicht weiter nach Westen. Der Kessel wurde immer enger und so entschlossen wir uns, alles stehen und liegen zu lassen und zu versuchen mit einem Schiff zu entkommen.

    Wir waren mit den Wagen der Familie Otto Gottschalk aus Kirschitten zusammen. Auf diesem Wagen war auch die 69jährige Mutter von Otto Gottschalk. Des weiteren war die Schwester von Otto Gottschalk, Frau Irma Schulz mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern aus Gallingen mit ihrem Flüchtlingswagen bei uns. In Schiewenhorst bei Danzig ( Schiewenhorst liegt direkt an einem Mündungsfluß der Weichsel in die Ostsee) haben wir alles zurückgelassen. Von Schiewenhorst fuhren kleine Kutter, die die Flüchtlinge auf die Schiffe brachten. Es war, soweit ich mich erinnere Sonntag, ( dies stimmt nicht. Es war schon Montag,) der 16. April 1945, gegen abend als wir so weit vorangekommen waren, dass wir in die Kutter steigen konnten. Viele Leute aus Kirschitten waren schon eingestiegen. Wir folgten ihnen und mit uns die alte Frau Gottschalk und ihre Tochter mit ihrer Familie aus Gallingen. Weil der Kutter voll war und die Besatzung ihren Sohn Otto Gottschalk mit Familie nicht mehr mitnehmen konnte, stieg Frau Gottschalk und die Familie Schulz aus Gallingen wieder aus, weil alle zusammen bleiben wollten. Dafür stiegen dann andere Leute zu uns ein. Unser Kutter legte ab und wir wurden zu dem Flüchtlingsschiff "KRONENFELS" gebracht. Frau Gottschalk mit der Familie ihres Sohnes und der Familie ihrer Tochter kam dann in den nächsten Kutter. Dieser kam aber nicht hinter uns her gefahren, sondern fuhr zu dem, neben der "KRONENFELS" liegenden, Flüchtlingsschiff "GOYA".

    Das Schiff "KRONENFELS" war total überfüllt und wir mußten an Deck bleiben. Wir waren hier 61 Leute aus Kirschitten. Bald danach sind unsere Schiffe abgefahren. Die "KRONENFELS" fuhr voraus. In der Nacht hatte unser Schiff, die Kronenfels, angeblich einen Maschinenschaden und die beiden anderen Schiffe überholten uns in geringer Entfernung. Genau in diesem Augenblick (12 Uhr nachts) wurde das vorbeifahrende Schiff, es war die "GOYA", von Torpedos getroffen und in der Mitte auseinandergerissen. Die Torpedos waren von einem russischen U-Boot abgeschossen worden. Wir hörten ein vielstimmiges Aufschreien, das minutenlang anhielt und uns Schauer über den Rücken jagte. Die "GOYA" sank schnell. Es dauerte keine 10 Minuten da war alles vorbei und alles still. Man hörte nur vereinzelte Hilferufe. Unser Schiff setzte Boote aus, um die Schiffbrüchigen zu retten. Es kamen 80 Leute an Bord. Wir waren an Deck und haben immer geschaut ob jemand aus Kirschitten dabei war, aber es waren für uns alles fremde Leute. Daher vermute ich, daß Frau Gottschalk mit der Familie ihres Sohnes und ihrer Tochter, (insgesamt 9 Personen) ertrunken ist.

    Der Tod dieser 9 Personen hat sich später, nach Auskunft des Roten Kreuzes, bestätigt.


    Dies ist der erschütternde Bericht einer Augenzeugin die den Unterganges der "GOYA" unmittelbar miterlebte. Dieses Schiffsunglück kostete über 7000 Männern, Frauen und Kindern das Leben. Es gab nur 172 Gerettete.


    Aus dem Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht

    Im "Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht", herausgegeben von Percy Ernst Schramm, sind im Lagebuch des WFStabs (Wehrmacht-Führungs-Stab) für fast jeden Tag die Lageberichte aufgeführt die im Führerhauptquartier mit Hitler geführt wurden.

    Im 2. Halbband dieses Buches liest man auf Seite 1630 in den "Auszügen aus den Niederschriften über die Teilnahme des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine an den Führerlagen" von der Invasion (6. Juni 1944) bis zur letzen Lagebesprechung, an der er teilnahm (18. April 1945),
    über den Untergang der "GOYA", folgendes:

    Lagebericht vom 18.4.1945, 17,30 Uhr
    Nr. 1 bis 5 (behandelt diverse Kriegsschauplätze)
    Nr. 6
    Der Verlust von mehreren 100 Menschen beim Untergang des Dampfers "GOYA" veranlaßt den OB.d.M. (Ober-Befehlshaben der Marine, zu dieser Zeit: Großadmiral Dönitz) zu einem Hinweis auf den außerordentlich geringen Prozentsatz von nur 0,49% Personalverlusten bei den bisherigen Transporten im Ostraum. Während die schmerzlichen Verluste beim Untergang des einzelnen Schiffes stark in Erscheinung treten, würde leicht vergessen, daß zu gleicher Zeit eine große Zahl von Schiffen mit zahlreichen Verwundeten und Flüchtligen an Bord den Ausschiffungshafen sicher erreichten.

    Nr.7
    Die näheren Meldungen über die Beschädigung des Kreuzer "Lützow" ergeben, daß auch in diesem Falle, wie bei der Tirpitz, wieder die englischen Spezialverbände von Lancester-Maschinen mit überschweren Bomben eingesetzt waren. Der Angriff fand bei Tage, etwa 17,00 Uhr statt.

    (Anschließend begab sich der Großadmiral Dönitz befehlsgemäß in den Nordraum, und nachdem am 20. 4. der Wehrmachtsführungsstab in zwei Teile zerissen war, fand keine Lagebesprechung in der bisherigen Form mehr statt.)


    Soweit diese Zitate aus diesem Lagebericht im Führerhauptquartier.



    Aus einer Lagemeldung der Seekriegsleitung über die vom 23. Jan. bis 8. Mai 1945 aus Ostpreußen abtransportierten Flüchtlingen, Verwundeten und Soldaten.
    (9. Mai 1945) heißt es:

    Zusammenstellung der Rücktransporte

    Marineoberkommando Ost
    Mürwik, den 9. Mai 1945
    Nach dem Westen, wurden mit Schiffen aus den Häfen Königsberg, Pillau, Danzig, Gotenhafen (Gdingen) und Hela transportiert
    Flüchtlinge679.541
    Verwundete345.477
    Soldaten181.775
    insgesamt 1.206.793 Menschen

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