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Das Grundsteuerkataster von 1830 für Albrechtsdorf Hier klicken
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Albrechtsdorf, das größte Dorf im Süden des Kreises Pr.Eylau wurde im Jahre 1335 von Bartenstein aus als deutsches Bauerndorf gegründet. Leider ist die erste Gründungsurkunde verloren gegangen und so müssen wir uns mit der Handfeste begnügen. Sie wurde "In der Jahrzahl unseres Herrn, MCCC im zweiundneunzigsten Jahr, am Montag vor der Auffahrt unseres Herrn" (das war der 20. Mai 1392), ausgestellt. Erster Lokator und erster Schulze des Dorfes war ein Lambert Krumm. Doch schon bald danach, spätestens 1362, verlor der Ort seine Unabhängigkeit und wurde bis zur Aufhebung der Gutsuntertänigkeit nicht wieder selbständig. Im Laufe der Zeit wechselte es sehr oft den Grundherren und war auch mehrfach unter zwei und mehr Herren geteilt. 1362 kam Albrechtsdorf in den Besitz des Prussischen Ritters Santunge zu magdeburgischen Rechten, nachdem es zuvor im Besitz der Malgedins gewesen war, an die es später, als der Besitz Santunges zerfiel, wieder zurückkam.
Im Krieg des Deutschen Ordens gegen Polen im Jahre 1414, erlitt der Ort großen Schaden. Er wird für den Ort mit 3000 Mark, und für die Kirche mit 300 Mark angegeben. Etliche Hufen blieben sicherlich wüst liegen, wenn auch keine genaue Angaben vorhanden sind.
Die Aufteilung des Dorfes ging weiter.
Wir sehen also, daß der Ort recht oft den Gutsherren gewechselt hat und ein Teil seiner Hufen anderen Herren verpfändet war oder zum Nießbrauch bestellt war. Dennoch behielt das Dorf seine Handfeste nach kulmischem Recht, daß seine Bewohner in ihrem Recht und Besitz schütze. Lediglich die Oberhoheit und die Zinszahlungen gingen an die adligen Lehnsherren. Die Größe des Dorfes blieb mit 80 Hufen seit der Gründung des Dorfes bestehen. Auch die Anlage blieb unverändert erhalten und noch heute verläuft die Dorfstraße in der Nord-Süd-Richtung.
Die Zeit, wann die Reformation hier in Albrechtsdorf ihren Anfang genommen hat, kann nicht genau ermittelt werden. Soviel geht aber aus den vorhandenen Nachrichten hervor, daß zu Ende des Jahres 1523 kein Zins von den ausstehenden Kapitalien, welche der Kirche gehörten, mehr abgetragen wurde. Nachdem am 8.4.1525 zwischen dem vormaligen letzten Hochmeister und nunmehrigen Herzog von Preußen, Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach, und dem König Sigismund von Polen der endgültige Friede zu Krakau geschlossen wurde, schwand die letzte Aussicht auf Wiederherstellung des vorigen Zustandes. Aus Mangel an Geistlichen, welche die neue evangelische Lehre verkünden konnten, ging der Gottesdienst um diese Zeit in vielen kleinen Dorfkirchen ein, und man findet auch in Albrechtsdorf die Nachricht, daß die Kirche lange Zeit nach der Reformation, ebenso wie die vom Nachbarort Reddenau wüst gelegen hat. Reddenau bekam 1568 den ersten evangelischen Pfarrer und in Albrechtsdorf wirkte ab 1577, als erster evangelischen Pfarrer, Gregorius Braun.
Ob auch die in Preußen im Jahre 1529 wütende pestartige Krankheit unter dem Namen englische Schweißkrankheit in Albrechtsdorf Opfer gefordert hat, ist nicht zu ermitteln gewesen. Noch ein schwerer Schlag traf unsere Gegend durch die Pest, die zu Anfang des 17. Jahrhunderts ausbrach. Im Kirchenbuch findet man zwar keine wesentlich höhere Sterberate in Albrechtsdorf, aber wir finden in der Familienchronik der von Kreytzen auf Peisten, daß mehrere Familienangehörige durch die Pest dahingerafft wurden.
1820 fand auch die Gutsauseindersetzung mit den 18 Bauern statt. Diese waren neben dem Scharwerk dem Lehnsherrn in Gr. Peisten zu einem jährlichen Zins von
Die Schule soll 1662 eingerichtet worden sein. Im Kirchenbuch wird im 18 Jhd. ein Kirchschullehrer erwähnt. Seit 1863 war sie zweiklassig, ab 1886 dreiklassig. 1925 wieder zweiklassig. Als letzte Schulleiter und Organisten waren August Eduard Guske, (1873-1910), Karl Anton Guske, (1910 -1928); Karl Reichwald 1928-1945 im Amt. Als zweiter Lehrer war Ewald Weißgräber von 1920 bis 1945 in Albrechtsdorf tätig.
Die alte
Ordenskirche,
1335 gegründet, lag in der Mitte des Ortes und war aus verputzten Feldsteinen gebaut. Sie wurde 1655 und 1818 renoviert.
Aus der ganzen Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts sowie dem Unglücklichen Krieg von 1806/07 läßt sich über die Geschichte von Albrechtsdorf wenig feststellen. Die Schlacht bei Pr.Eylau der verbündeten Preußen und Russen gegen Napoleon am 7./8. Febr. 1807, brachte sicher wieder Not und Bedrängnis. In damaliger Zeit war es üblich, daß die durchziehenden Armeen von der Bevölkerung alle benötigten Sachen requirierten. Das führte zwangsläufig zu Not und Elend. Der Pfarrer Kolbe aus Landsberg/Ostpr. hat genau ermittelt, welchen Schaden er durch die Besatzung erlitten hat.
Die hygienischen Verhältnisse waren sicher auch nicht die besten, so daß Krankheiten sich schnell ausbreiten konnten. So verzeichnete der Pfarrer von Landsberg im Februar 1807 im Kirchenbuch: Vom 7.bis 20. d. Mon. (Febr. 1807) stand allhier die feindliche französische Armee, die Kriegsunruhen dauern fort, und seit dieser Zeit sind durch neuentstandene faulartige Diarrhoen sehr viele, die fast alle in der Stille und ohne Anmeldung begraben wurden, gestorben. Nach langer angewendeter Mühe sind nachstehende Verstorbene ausgemittelt und hier eingetragen". Es folgen bis 1. März ca. 44 Sterbefälle. Bis zum 31. Dez.1807 sind im Kirchspiel Landsberg 396 Sterbefälle eingetragen, gegenüber 50 bis 70 in den anderen Jahren. Diese Ruhrepidemie hat im Sommer 1807 auch Albrechtsdorf erreicht. Das Albrechtsdorfer Kirchenbuch verzeichnet von 1800 bis 1805 im Durchschnitt 20 Sterbefälle im Jahr. 1807 sind aber 157 Leute im Kirchspiel verstorben, allein im August gab es 29 Tote. Der überwiegende Teil verstarb an Ruhr, vor allem Kinder und Leute im Alter von 55 bis 65 Jahren.
In den alten Hausbüchern von Bartenstein ist außer einigen Verschreibungen nichts Wesentliches über Albrechtsdorf aufgezeichnet. Von diesen, aus der Zeit von 1603-1700 lassen sich noch folgende feststellen:
Bevor Albrechtsdorf an die von Kreytzen auf Groß Peisten fiel, war es in den Händen des damals mächtigen Hauses von Tettau auf Tolks, woran auch noch der alte Stand in der Kirche, geschmückt mit dem Wappen der Familie von Tettau und der Inschrift G.A.v.T erinnert. Aus der Hand der Familie von Tettau ist Albrechtsdorf dann endgültig durch Patengeschenk des Herrn von Tettau an einen jungen von Kreytzen an Peisten gefallen.
Als der Ort zu Peisten gekommen war, ließ die dortige Gutsherrschaft hier in Albrechtsdorf ein Vorwerk bauen. Von diesem Vorwerk wurden aber nur 12 Hufen bewirtschaftet. Das übrige Areal, welches damals noch viel Wald hatte, wurde von 20 Bauern und 24 Arbeitsleuten bewirtschaftet.
Im Jahre 1811 verteilte die Gutsherrschaft 60 Hufen an die 20 Bauern derart, daß jeder derselben 1 ½ Hufen zinsfrei und 1 ½ Hufen zinspflichtig zu seinem Eigentum erhielt. Wie damals üblich, wurde bis zur Separation das Land in drei Feldern von allen gemeinschaftlich bewirtschaftet. Die 24 Arbeiter und der Lehrer hatten Weiderecht. Bei der Separation wurden dieselben durch Weideland abgefunden. Als das Vorwerk baufällig geworden war, wollte die Gutsherrschaft es nicht mehr aufbauen und verpachtete das Vorwerksland an einzelne Interessenten. Später wurden diese 12 Hufen an Wirte in Albrechtsdorf verkauft.
In der Zeit um 1825 hat Albrechtsdorf folgende Wirtschaften:
Um 1880 war Albrechtsdorf das zweitgrößte Dorf im ganzen Kreise Pr. Eylau. Die Einwohnerzahl war bis auf ungefähr 1200 gestiegen. Die massiven Häuser fanden immer mehr Anklang. Das Dorf machte auf den Beschauer einen recht guten Eindruck, wozu besonders die gute Beschaffenheit der Dorfstraßen beitrug. Der Gemeindevorsteher Friedrich Krause hat in den Jahren 1876-1879 viel für die Verbesserung des Dorfes und Verschönerung der Dorfstraßen getan. sie wurden mit Kies befahren, mit Bäumen bepflanzt und Prellsteine wurden gesetzt. In jener Zeit wurde auch bereits der sogenannte Bürgersteig von der Kirche nach dem Südende des Dorfes errichtet.
In den kirchlichen Verhältnissen hat sich in der Zeit seit 1858, als Pfarrer Götz amtierte, eine Große Umwandlung vollzogen. Es zeigten sich die ersten Baptisten. Sie und ihre Anhänger hielten bald hier, bald dort ihre Andachten, die freilich häufig gestört wurden. Da fand sich ein von der Wanderschaft soeben heimgekehrter Grobschmiedegeselle ein, Ferdinand Schirmann, der bald der Mittelpunkt der ganzen Bewegung wurde. Er wurde in der Familie des damaligen Wirtes Saat gastfreundlich aufgenommen und war bald unter dem Titel Prediger bekannt. Nachdem er Schwiegersohn des Wirtes Saat geworden war, wurde die Zahl der Baptisten immer größer. Schließlich wurde eine Kapelle erbaut, daneben ein Predigerhaus, zu dem der Schwiegervater ein Grundstück kaufte. Von weit und breit kamen jetzt Menschen zu Andachten, Festen und Taufen, und bis 1945 bestand diese Baptistengemeinde. Der eigene Friedhof der Baptistengemeinde lag außerhalb des Dorfes.
Das Handwerk erlebte in Albrechtsdorf gegen Ende des vorigen Jahrhunderts einen großen Aufschwung, doch dann vernichtete die aufkommende Industrialisierung auch hier eine Reihe von handwerklichen Betrieben. Am vorteilhaftesten schnitten noch die lebenswichtigen Betriebe der Bäcker und Fleischer, Schneider und Schuster, Maurer und Zimmerleute ab, die bis 1945 noch ihr Fortkommen hatten. Um 1880/90 ist viel für daß Dorf getan worden. Der Neubau der Schule, der Bau der Chaussee Landsberg-Bartenstein, Verbesserung der Landwege nach Tappelkeirn und Reddenau, erforderten hohe Kosten. Unerwähnt soll auch nicht bleiben, die Überweisung des Jagdpachtgeldes des Jahres 1883 an die von der Überschwemmung am Rhein betroffenen Menschen.
Am 1.10.1912 wurde im Schulzenamt im Beisein des Landrats und Kreisbrandmeisters, die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Der damalige Hauptlehrer und Kantor Guske, wurde ihr Führer. Die Wehr hatte damals 20 aktive Mitglieder. Während des Krieges (1914-1918) ruhte die Arbeit innerhalb der Wehr. Nach dem Kriege fand am 2.6.1919 die erste Generalversammlung statt. Kantor Guske wurde wieder einstimmig mit der Führung der Wehr beauftragt. 1923 legte er des vorgeschrittenen Alters wegen den Führerposten nieder und trat ihn an 0berstraßenmeister Plehn ab, der ihn bis 1929 innehatte. 1929 ging der Vorsitz in die Hände des Bauern Zilian. Während seiner Zeit wurde die Motorspritze angeschafft und 1932 der Wehr übergeben. Nach 1933 wurde Gastwirt Scheffler Führer der Wehr, die jetzt den ganzen Amtsbezirk umfaßt und in die Löschzüge Albrechtsdorf und Bartelsdorf gegliedert war.
Der Ort Albrechtsdorf hatte sehr viele "Abbauten", das sind Grundstücke, die nicht direkt im Dorf, sondern auf den Ländereien außerhalb des Ortes gebaut waren. Eine Aufstellung der im Dorf gelegenen Grundstücke und der Grundstücke die außerhalb des Ortskerns lagen, mit Stand von 1945, folgen im Plan des Ortes.
Eine kleine Zeitchronik für das Kirchspiel Albrechtsdorf |
aufgestellt von Hans-Georg Stritzel, Goethestr. 22, in 78579 Neuhausen ob Eck, dem Verfasser des |
Ortssippenbuches von Albrechtsdorf |
| 1335 Gründung von Albrechtsdorf als deutsches Bauerndorf |
| 1335/62 Albrechtsdorf wird adliges, gutsuntertäniges Dorf zur Besitzung Gr. Peisten |
| 1347 Erste Erwähnung Tappelkeims als kölmisches Gut ,, Tapelkeym" |
| 1350/ 1379 Gründung von Bartelsdorf( ,,Bertholdesdorf") als untertäniges Bauerndorf privater Grundherren |
| 1352/62 Entstehung der Ordenskirche in Albrechtsdorf |
| 1354 Erste Erwähnung Bandels als prußischer Edelsitz "Bandelen" |
| 1362 Gut Bandels wird dem Prußen Santunge verliehen |
| 1414 Schwere Kriegsschäden nach dem Poleneinfall in Albrechtsdorf und Bandels |
| 1424 Erste Erwähnung Marguhnens als prußische Siedlung ,, Mergunen " |
1454/66 Verwüstungen und Plünderungen in den Orten während des Bürgerkrieges, dem sog. ,,Ständekrieg" |
1520/21 Völlige Vernichtung Marguhnens im ,, Reiterkrieg" |
1520 Melchior von Kreytzen auf Gr. Peisten erwarb Teile von Albrechtsdorf |
um 1523 Reformation nahm in Albrechtsdorf ihren Anfang |
1577 Neubesiedlung von Marguhnen durch Simon Dittrich |
1583 Albrecht von Kreytzen erwirbt von Familie Aulack weitere Ländereien in Albrechtsdorf |
1600 Ganz Albrechtsdorf mit dem Kirchenpatronat im Besitz der Familie von Kreytzen auf Gr. Peisten |
ab 1610 Ausbruch der Pest mit vielen Opfern im Kirchspiel |
1638 Verpfändung von Albrechtsdorf an die Herren von Lehndorff |
1695 Wolf und Achatius von Kreytzen werden Herren über Albrechtsdorf |
um 1720 Einrichtung der Schule in Albrechtsdorf. Erste bekannte schriftliche Erwähnung 1754 |
1755 Neubau der Schule in Albrechtsdorf |
| 1794 Lehnsherr Erdmann F.A von Kreytzen hebt Erbuntertänigkeit für seine Dörfer auf. |
1807 Schlacht bei Pr. Eylau, Preußen und Russen gegen die Franzosen unter Kaiser Napoleon. Kein Sieg Napoleons |
| 1807 Hohe Sterblichkeit im Kirchspiel durch von franz. Truppen eingeschleppte Ruhrepidemie |
um 1807 Einrichtung der Schule in Tappelkeim |
1819 Gründung des Kreises Pr. Eylau |
1858 Gründung der baptistischen Gemeinde in Albrechtsdorf |
1864 Bau der Kapelle und des Predigerhauses für die baptistischen Gemeinde |
1874 Einführung des Königlich Preußischen Standesamtes Albrechtsdorf |
1885 Neubau der Schule in Albrechtsdorf |
1897 Gründung des Kriegervereins Albrechtsdorf |
1912 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Albrechtsdorf |
1914 Mobilmachung am 01. August, Einberufung von 12 Reservisten des Kirchspiels |
1928 Bildung der Gemeinde Albrechtsdorf, der Gemeinde Bandels-Sand mit den Vorwerken Kobbelbude und Suiken und der Gemeinde Bartelsdorf mit den Ortsteilen Marguhnen und Tappelkeim |
1929 Verkauf des Gutes Bartelsdorf mit dem Vorwerk Marguhnen an die ,,Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Ostbund" |
1935 Feier zum 600-jährigen Bestehen von Albrechtsdorf |
Febr. 1945 Schwere Verluste und Besetzung der Orte durch russische Truppen |
1945 Teilung des Kreisgebietes in den nördlichen sowjetrussischen und südlichen polnischen Besatzungsteil |
1946/47 Vertreibung der letzten deutschen Bewohner aus dem Kirchspiel. |
Albrechtsdorf hat heute den polnischen Namen Wojciechy und ist ein polnisches Bauerndorf. |
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Für die Dörfer, die dem König gehörten, waren die Ämter zuständig. Alle Dörfer die einen Gutsbesitzer als Lehnsherren hatten, bezeichnete man als "gutsuntertan" und alle Dörfer die der Landesherrschaft bzw. dem König gehörten, waren "königliche Dörfer". Dies alles endete mit der Bauernbefreiung. Zurück nach oben