Selbstbau
Druck-Differenz-Manometer zur Synchronisation von 2-Zylinder Motoren
5/2001, Holger Wiemann
Die Thematik KFR
(Konstant-Fahr-Ruckeln) vieler BMW 4V Boxer (R11) brachte mich dazu, nach einem
Verfahren zu suchen, wie man direkt und sehr präzise die Druckdifferenz in den
Ansaugrohren messen kann. Herkömmliche Uhren-Manometer sind zwar sehr handlich,
ihre Auflösungsdarstellung auch kleinster Druckunterschiede ist aber begrenzt
und die Genauigkeit hängt von der exakten Eichung ab.
Das alte Prinzip eines U-Rohres
mit einer inkompressiblen Flüssigkeit bietet sich als hervorragend einfache,
genaue und kostengünstige herzustellende Lösung. Die Auflösung ablesbarer
Druckdifferenzen hängt allein von der Dichte der Flüssigkeit ab. Die notwendige
Dämpfung wird durch die Viskosität und Reibwerte des Mediums im Kapillar
bestimmt.

Obiges Manometer lässt sich sehr
einfach durch wenig Arbeit und Materialien im Wert von ca. 40- 50 DM bauen. Es
spielte bei der Lösung des KFR-Problems meiner BMW R1100R eine entscheidende
Rolle.
Siehe auch
http://people.freenet.de/holger_wiemann/kfr_sync_r11.htm
Bauteile

Insgesamt Materialien im Wert von
40 – 50 DM.
Bauanleitung
Auf dem Brett legt man den 8mm
Schlauch zu einem U-Rohr, wobei die Schläuche parallel eng zusammengepresst
werden (klar, unten bildet der Schlauch eine Schlaufe). Löcher für die
Drahtbefestigung einzeichnen, bohren und mit dem Draht befestigen.
Der 6mm Schlauch wird jeweils am
äußeren Rand des Brettes von oben bis zur Mitte des Brettes befestigt.
6mm/4mm Kupplungen aufsetzen, 4mm
Schläuche dran und mit Schellen befestigen.
Am Ende der 4mm Schläuche die
4mm/4mm Kupplungen aufsetzen und die hitzebeständigen Schläuche anschließen
(kommen später an die Drosselklappenstutzen).
Brett senkrecht stellen, Kriechöl
bis zur Hälfte einfüllen, mit 8mm/6mm Kupplungen und Schellen das System
schließen.
Systemtest
Fest gleichzeitig an beiden
Ölschläuchen saugen; wenn das Niveau der Flüssigkeit der Rohre nicht anfängt zu
steigen/fallen, ist alles dicht!
Skalierung
Das Einzeichnen der Skala sollte
auf jeden Fall NACH Einfüllen der Flüssigkeit geschehen, ansonsten kann
man böse damit überrascht werden, dass nach Fertigstellung das
Flüssigkeitsniveau höher liegt, wie im folgenden Beispiel zu sehen ist:

Beim Einfüllen unbedingt Zeit
lassen, da das Öl sehr lange braucht bis es an den Rohrwänden vollständig nach
unten gelaufen ist!
Der Höhenunterschied h der
Niveaus der Flüssigkeiten ist direkt proportional der Druckdifferenz p nach
|p| / (d * g) = h
g = 9.80665 m/s^2
d =
Dichte des Öles in kg/m^3
|p| =
absoluter Druckunterschied in Pascal
Dünnflüssiges Öl (auch Kriechöl)
hat eine Dichte von ca. 800 kg/m^3, dickflüssiges Öl (z.B. Getriebeöl) von bis
zu 900 kg/m^3. Evtl. könnte man sogar die exakte Dichte beim Hersteller
erfahren.
Für die Druckeinheit gilt 1 bar =
1000 mbar = 100 kPa (kiloPascal).
...
Das 0-Niveau ca. 1 cm unter dem
Flüssigkeitsniveau auf dem Brett einzeichnen, da die Flüssigkeit etwas an den
Innenwänden des Schlauches klebt und nur langsam bei Druckschwankungen komplett
zurückläuft.
Skalierung noch oben genannten
durchführen und darauf achten, dass 1,3 cm Niveauunterschied bei 1 mbar auf
beiden Seiten des 0-Niveaus eine Entfernung von 6,5 mm bedeuten !!!!

Bei einer nutzbaren Länge von ca.
1,5 m im U-Rohr ergibt sich somit ein Messbereich 0 - 0.115 bar ... na, das ist
einmal eine gute Auflösung zum Ablesen von kleinen Druckunterschieden.