Beispiel
für die Nutzung kleiner Wasserkraftpotentiale:
(Inbetriebnahme
Juni 2000)

Abwasserwerke
Emmerich
Blackweg
40
46446
Emmerich
Ausgangslage
Wasserkraftnutzung
Beitrag zum Umwelt- und
Klimaschutz
Wirtschaftlichkeit
Technische Daten der
Wasserkraftanlage
Bauherr
Mitwirkende Firmen
Lageplan
der Kläranlage
Ausgangslage
Die ehemalige Hansestadt Emmerich
liegt am Niederrhein bei Flußkm 852, in der Nähe der holländischen Grenze.
Hier leben und arbeiten heute 30.000 Menschen. Die Stadt betreibt eine moderne
biologische Kläranlage mit einer Größe von 195.000 EWG. Die zu behandelnden
Abwassermengen schwanken zwischen 300 und 3000 m³/h in der Spitze.
Das gereinigte Wasser der Kläranlage fließt über einen offenen Kanal in den Ablaufschacht. Dort fällt das Wasser ungenutzt ca. 4,0 Meter tief und gelangt über eine Rohrleitung in den Rhein.

Blick
auf den Ablaufkanal und Schacht
Wasserkraftnutzung
Die Höhendifferenz des abfließenden
Wassers zu nutzen und die enthaltene potentielle Energie in elektrischen Strom
zu wandeln, ist die Grundidee dieses Vorhabens. In den Ablaufschacht wurde
deshalb nachträglich eine Wasserturbine zur Stromerzeugung eingebaut.
Diese Form der Energierückgewinnung ist für Kläranlagen innovativ. Es bietet sich eine gute Chance, völlig neue Wasserkraftpotentiale zu erschließen. Als Vorbild kann diese Anlage auch andere Betreiber anregen.
Beitrag zum Umwelt- und
Klimaschutz
Die Abwasserwerke Emmerich tragen mit dieser Maßnahme zum Umwelt- und Klimaschutz bei.
Jede kWh Strom aus Wasserkraft ersetzt Strom aus fossilen Energieträgern, entlastet die Atmosphäre und schützt unser Klima. Die kleine Wasserkraftanlage ist in der Lage, die CO2-Emissionen jährlich um ca. 72.000 kg zu reduzieren und vermeidet weitere Emissionen wie Schwefeldioxid, Stickoxid, Kohlenmonoxid und Staub.
Wasserkraftstrom könnte auch Strom aus der Kernenergie substituieren. So kann durch diese kleine Anlage bereits jährlich 0,2 kg Atommüll vermieden werden.
Wirtschaftlichkeit
Der Wasserkraftstrom ist nicht nur sehr umweltfreundlich, er trägt, wenn auch in geringem Maße, zur Senkung der Betriebskosten bei. Es ergeben sich daraus gleichermaßen ökologische und ökonomische Vorteile für den Kläranlagenbetreiber und natürlich auch für die Bürger der Stadt.
Bei Einspeisung in das öffentliche Netz werden nach dem neuen Einspeisungsgesetz (EEG) 0,15 DM/kWh vergütet.
Wird der eigenerzeugte Strom aus der erneuerbaren Ressource Wasserkraft auf der Kläranlage genutzt, entfällt die Ökosteuer.
Die Baukosten der Wasserkraftanlage betragen einschließlich aller Nebenkosten und Ingenieurleistungen 140.000 DM. Es ist eine gute Investition in die Zukunft.
Die Anlage ist für den vollautomatischen Betrieb ausgelegt, sie arbeitet weitgehend wartungsfrei und benötigt kein Betriebspersonal.
Technische Daten der
Wasserkraftanlage
Durchströmturbine, Leistung 13 kW
Fallhöhe H = 3,60 bis 3,80 m
Ausbaudurchfluß Q = 400 l/s
Asynchrongenerator 15 kW, 400V/50Hz
Die Jahresarbeit beträgt 65.000 kWh
Technische Lebensdauer der Anlage > 20 Jahre

Durchströmturbine
mit Generator
Bauherr
Abwasserwerke
Emmerich
Blackweg 40
46446 Emmerich
Werkleiter:
Dipl.-Ing. R. Antoni
Tel. 02822 / 92
56 0; Fax 02822 / 92 56 49
Planung und Bauüberwachung
Prof. Dr. Hafner Ingenieurgesellschaft mbH
Ingenieurbüro Dr. Köppke GmbH
Bilsteinstraße 11
58313 Herdecke
Tel. 02330 / 12 91 35; Fax 02330 /
12 91 65