Ingrid Maddrell von Man

 

Deutschland in Namibia – G 5

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Die verhängnisvollen Aufstände der Hereros und Namas (Hottentotten)

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Beginnen wir mit der Geschichte

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Es gibt Felsmalereien in der Apollo-11-Höhle in den Hunsbergen im Süden Namibias, die vor 28000 Jahren entstanden, so sagen die Wissenschaftler. Jedenfalls gelten die auf Steinplatten erhaltenen Zeichnungen als die ältesten Kunstwerke Afrikas.

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Das Alter der Felsgravuren bei Twyfelfontein wird auf etwa 5000 Jahre geschätzt. Diese künstlerische Ausdrucksform blieb bis ins 19. Jahrhundert hinein quasi unverändert.

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Die erste Bevölkerungsgruppe, die nachweisbar ist, sind die Buschmänner.

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Die Portugiesen, die im 15. Jahrhundert auf ihrer Suche nach dem Seeweg nach Indien waren, pflegten auf den Fahrten entlang der Westküste von Afrika an ihren Landeplätzen ein steinernes Kreuz zu errichten.  Diego Cào hinterließ ein solches 1484 hundertzwanzig Kilometer nördlich der Mündung des Swakop.  Der Platz heißt Kreuzkap (Cape Cross) und trägt eine Nachbildung des alten Denkmals. Das ursprüngliche Kreuz befindet sich im Meereskundemuseum  in Berlin.

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Seinem Landsmann Bartholomäus Diaz gelang die Umsegelung der Südspitze des afrikanischen Kontinents. Auch er errichtete 1486 ein Kreuz – an einer Bucht rund 700 Kilometer südlich von Kreuzkap und nannte sie „Angra Pequena“.

Ansonsten hatten die Portugiesen keine Kunde von Südwest-Afrika mitgebracht. Die sandige, kahle Küste hatte sie nicht verlockt, in das Innere vorzudringen. Es schien ihnen menschenleer, und sie wollten doch Handel treiben.

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Aber ganz unbewohnt war das Land nicht. Gelbhäutige Männer und Frauen von fast pygmäenhaftem Wuchs, mit flachen Gesichtern, aus denen halbgeschlossene dunkle Augen blinzelten, zogen jagend und Kost sammelnd durch die große Weite des Landes. Sie lebten in Sippengemeinschaften, und ihre Behausungen waren primitive, aus Strauchwerk und Gras schnell errichtete „Windschirme“. Ihre Sprache war ein seltsames Schnalzen. Die Männer spürten den flüchtigen Wildherden nach, schossen mit vergifteten Pfeilen und verfolgten das kranke Tier zäh und unermüdlich, bis es nach Stunden oder Tagen gelähmt zusammenbrach. Dann war gute Zeit für das Buschmannsvolk. Fleisch füllte die Bäuche, und beim Schein des Vollmondes berichteten die Männer in anschaulichen Tänzen von den Abenteuern der Jagd. Aber nicht immer gelang die Pirsch. Dann musste der Hunger mit Wurzeln und Zwiebeln gestillt werden, welche Frauen und Kinder mit primitiven Grabstöcken aus dem harten Boden kratzten. Aber Wurzeln und Zwiebeln waren und sind eine gesunde Kost!

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Wenn die Trockenzeit kam, wenn die Sonne gnadenlos vom wolkenlosen Himmel brannte, wenn jedes Vley, jede Wasserstelle ausgedörrt war, dann brach die Not über das Volk der Buschmänner herein. Denn auch das Wild zog in andere, wasserreichere Gebiete. Schlapp und voller Falten hingen dann die Bäuche der kleinen gelben Menschen herab. Es starben die Alten und oft auch die Kinder. Und die nächtlichen Tänze um das heilige Feuer gipfelten in einem einzigen Schrei nach Regen.

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Im 15. und 16. Jahrhundert wanderten Gruppen bantustämmiger Ackerbau- und Hirtenvölker in den Norden und Nordosten Südwest-Afrikas ein. Sie verdrängten die einheimische Bevölkerung, die Buschmänner, nach Süden.

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Im 17. Jahrhundert drangen die Ovambos, die ebenfalls zur Völkerfamilie der Bantus gehören, vom Norden (Angola) her in das Land ein. Sie waren Ackerbauer und Rinderzüchter und sind es noch heute im äußersten Norden, sofern sie nicht in den Verwaltungen  tätig sind oder außerhalb ihrer Krale Geld verdienen.

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Sie waren von jeher geschickt in handwerklichen Dingen, und sie sind intelligent. (Viele von ihnen sind bewusst in der deutschen Tradition verhaftet, ja stolz  darauf ein Teil der deutschen Geschichte zu sein.)

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Von 1700 an ist Genaueres über Südwest bekannt.

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Zunächst wanderten unter dem Druck burischer Landnahme in Südafrika Nama-Gruppen (Hottentotten) vom Kap nach Norden. Sie gehörten wie die Buschmänner zu den Khoisaniden. Auch sie waren gelbhäutig und klein von Wuchs. Und auf ihren Köpfen standen – wie bei den Buschmännern – die krausen Haare in Knötchen nebeneinander, so dass die Kopfhaut zu sehen war. Und wie die Buschmannsfrauen hatten auch die Nama-Frauen den Fettsteiß, jene seltsam nach hinten gewölbte Sitzpartie.

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Die Hottentotten (Namas) erreichten 1723 erstmals den Oranjefluss. - Er bildet die Grenze zwischen Südafrika und Südwestafrika, heute Namibia. - Dieses Volk führte mit sich Schusswaffen, Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen, für die sie Weide brauchten. Sie verdrängten nun ihrerseits die Buschmänner in den kahlen Küstenstrich und die Kalahari, die Wüstensteppe im Osten von Südwestafrika. Sie nahmen die Weidegelände des Landes in Besitz, und ein anderes Volk, das sie vorfanden und das noch ursprünglicher  war als die Buschmänner, machten sie zu ihren Sklaven, nämlich die Bergdamara, die später unter südafrikanischer Herrschaft Klippkaffern genannt wurden.

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Unter dem Einfluss der Nama (Hottentotten) entwickelte sich  folgerichtig ein Tauschhandel mit der Kapprovinz, der dazu führte, dass Händler und Missionare sich für Südwestafrika zu interessieren begannen.

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Von Norden her zog 1750 ein neues dunkelhäutiges, hochgewachsenes Bantu-Volk heran, die kriegerischen Hereros. Sie waren zu jener Zeit Nomaden und Besitzer großer Rinderherden. Auf ihren Zügen nach  Weideplätzen stießen sie mit den Namas zusammen. Die beiden Völker bekämpften sich, stritten sich um die besten Weiden und jagten einander das Vieh und die Sklaven ab.

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Um 1800 plus erfolgte aus der Kapprovinz  eine neue Einwanderungwelle. Es waren zum einen die Bastards, Nachkommen von Europäern und Hottentotten-Müttern, die Land im heutigen Rehoboth-Gebiet erwarben und zu deutscher Zeit von  Kaiser Wilhelm II für alle Zeiten als sicheren untastbaren Ort zugesichert bekamen. Zum anderen waren es rebellierende Hottentotten-Sklaven – die Orlams. Zwischen ihnen und den Hereros kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die durch Dürreperioden im Norden verstärkt wurden.

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Schließlich zogen die Orlams unter ihrem Führer Jager Afrikaner in die Gegend des heutigen Windhuk.

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Sichere Nachrichten über Südwestafrika lieferten die deutschen Missionare der Rheinischen Mission, die 1840 im Süden siedelten und missionierten. Sie und englische Forscher berichteten über das Hereroland und die Kalahari.

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1840 gründete Jan Jonker Afrikaner, der Sohn von Jager Afrikaner in einem quellenreichen Tal eine Siedlung, die er nach der Farm, auf der er aufwuchs, Klein-Windhoek nannte.

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Dreißig Jahre lang, von 1840 bis 1870, erzählt die Geschichte Südwests von Kriegen zwischen Hereros, Namas (Hottentotten) und Afrikanern, wie sich die Orlams unter  Jan Jonker Afrikaner nun nannten und bis heute nennen.

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Bereits im Jahre 1863 hatten sich die deutschen Missionare an Bismarck gewandt und um den Schutz des Deutschen Reiches gebeten. Bismarck sah damals keine Möglichkeit, diesem Wunsche zu entsprechen, und gab das Gesuch an England weiter. Aber die englische Kap-Provinz war zu jener Zeit nicht an dem kahlen Südwest interessiert. So übernahm Deutschland, zunächst sehr zögerlich, 1884 dann doch auf Lüderitz’s flehentliches Bitten hin endgültig die Schutzherrschaft, so wie ich es bereits erklärt habe.

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Allerdings annektierte die britsche Kapkolonie im Jahre 1866 alle Inseln vor der südwestafrikanischen Küste.

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1874 erreichen Buren aus Transvaal Rietfontein bei Gobabis. Aus Furcht vor britischer Herrschaft zieht ein Teil von ihnen nach Angola.

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1878 wird Walfischbucht mit seiner Umgebung von Großbritannien annektiert.

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1880 Die Herero übernehmen Klein-Windhuk von den Nama (Hottentotten).

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1882   Mit einer Grenzstreitigkeit am Swakop beginnt der letzte große Nama-Herero-Krieg, der zehn Jahre dauern wird.

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Im Jahre 1883 erwirbt der Bremer Großkaufmann Adolf Lüderitz vom Nama-Häuptling Josef Fredericks zuerst das Land um die Lüderitzbucht (50.000 qkm) und später einen Landstreifen vom Oranje-Fluss bis zum 26. Grad südlicher Breite.

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Die 1884 gegründete Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika begann mit der Anwerbung von Siedlern. Siedler und Kaufleute kamen in das Land. Sie farmten und entwickelten das bisher äußerst dünn besiedelte Gebiet. Sie kämpften mit der Schutztruppe gegen die Herero- un Hottentotten-Aufstände, die erst 1907 endgültig zum Abschluss kamen.

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1885 gründen Buren die Republik  Upingtonia bei Grootfontein, die sich zwei Jahre später infolge von Schwierigkeiten mit den Eingeborenen auflöst. Einige Familien kehren nach Transvaal zurück, andere gehen nach Angola.

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1890 Nach seiner Landung bei Walfisch Bucht erreicht Hauptmann Curt von Francois Windhuk, wo er den Grundstein zur Alten Feste legt.

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Der Caprivi-Zipfel wird im Helgoland-Sansibar-Vertrag zwischen Großbritannien und Deutschland dem deutschen Schutzgebiet zugesprochen.  Das Deutsche Reich erhofft sich, in der Zukunft eine Eisenbahnverbindung zwischen Deutsch-Süd-West und Deutsch-Ostafrika (Tanganjika) herstellen zu können.

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1891   wird Winhuk zum Sitz der deutschen Verwaltung.

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Passenderweise wurden die Hereros und Hottentotten ein Herz und eine Seele. Sie hatten einen gemeinsamen mit dem Verstande greifbaren Feind, die Deutschen. Diese mussten von nun an ungeheuerlich auf sich aufpassen.

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Es ist der 15. September 1894 -  Ich zitiere aus einem Geschichtsbuch:

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Der von Hendrik Witbooi angeführte Hottentottenaufstand in Südwestafrika wird vom Landeshauptmann Major Theodor Leutwein niedergeschlagen.

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Hendrik Witbooi ist der Häuptling der aus Südafrika eingewanderten Witboois, eines Hottentottenstammes, der seit Jahren im Krieg mit den Hereros lag.

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Witbooi gelang es 1892, mit den Hereros Frieden zu schließen und beide Stämme im Kampf gegen die Deutschen zu vereinen.

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Am 12. April 1893 holten die deutschen Schutztruppen zum ersten großen Schlag gegen Witbooi aus, der sich mit 500 Reitern und 300 Fußsoldaten auf die Bergfestung Hornkranz zurückgezogen hatte. Er konnte mit dem größten Teil seiner Truppe jedoch entkommen.

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 In der folgenden Zeit überfällt Witbooi immer wieder die Kolonistensiedlungen und Karawanen.

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Major Leutwein stellt ihm im Sommer 1894 ein Ultimatum, das am 1. August abläuft, ohne dass Witbooi sich ergeben hat. Daraufhin lässt Leutwein Witboois Lager bei Naukluft erstürmen.

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Der Hottentottenführer kann zunächst entkommen, wird aber am 15. September endgültig eingekreist und zu einem Friedensvertrag gezwungen, dem die Schutztruppen allerdings wenig trauen. Nach ihrer Auffassung ist Witbooi „im Laufe der Zeit zu einem gewöhnlichen Viehräuber heruntergesunken, dem ein Menschenleben wenig gilt“. Daher wurde er und sein Stamm sowohl von Major von Francois wie auch von Major Leutwein für volgelfrei erklärt.

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Am 12. Januar 1904 begann der erste sehr ernsthafte Herero-Aufstand mit einer ungeheuren  Zahl von Ermordungen an den Deutschen. (siehe Kirchentafel). General von Trotha landete mit Verstärkungen und besiegte die Hereros am 11. August in der Schlacht am Waterberg.  Aber beendet wurden jene Kriege der Hereros und Namas gegen die Deutschen  erst 1907.

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Auf einer Busfahrt von Swakopmund nach Windhuk erzählte mir eine Burin, die in der Gegend von Okahandja, dem Kerngebiet der Hereros, aufgewachsen ist, wie hinterhältig sich die Aufständischen an die Deutschen herangemacht hatten und wie grausam jene die Deutschen hinmordeten.    Die weiße Afrikaanerin zeigte auf eine Farm, auf der eine ganze deutsche Familien - bei den Füßen aufgehängt  - lebendig  verbrannt worden war.  Ihre Gräber werden noch heute gepflegt.

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Eine raffinierte Masche der Hereros war es auch, den wachhabenden Schutztruppler durch „wichtige“ Fragen abzulenken, während von hinten ins Haus geschlichen  und unbemerkt gemordet wurde.

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1907 wird das Wilddreservat II, der spätere Etoscha-Nationalpark, vom deutschen Gouverneur von Lindequist proklamiert.

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Die ersten reinrassigen Karakulschafe  werden eingeführt.

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1908 werden die ersten Diamanten bei Lüderitzbucht entdeckt.

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         Seit 1915 - nach dreißigjährigem erfolgreichen Schaffens und Bauens - gibt es das deutsche Schutzgebiet  nicht mehr.

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(Der  Diamanten-Entdecker wurde des Landes verwiesen und starb arm in Hamburg.)

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Nach dem Ende der Aufstände entstand dieses Lied.

Ich fand es in der Sam Cohen Bibliothek in Swakopmund.

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Landeshymne – Melodie Deutschlandlied

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Südwestafrika wir preisen

Dich als neues Heimatland,

denn mit deutschem Heldenblute

ist getauft Dein gelber Sand.

Vom Oranje zum Kunene,

vom Sambesi bis zum Meer,

heilig sei uns diese Erde,

heilig sei uns seine  Wehr.

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Schäumend wälzt dort seine Brandung

wild heran der Ozean.

Den Zenith durchkreuzt die Sonne

leuchtend hell, auf steiler Bahn.

Weite Steppen, hohe Berge

glänzen bunt im Sonnenlicht.

Der Natur erhabene Schönheit

selbst aus Deinen Dünen spricht.

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Männer, Ihr von deutscher Rasse,

und Ihr echten deutschen Frauen,

Ihr sollt hier auf eigner Scholle

Euch ein sichres Heim erbauen.

Ihr sollt Euren Kindern lehren,

wie die Heimat man verehrt!

Afrikanische Wiegenlieder

singt für sie an Eurem Herd.

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Drum geloben wir Dir Treue,

neues liebes Heimatland!

Deutschem Ruhme, deutscher Ehre

gilt die Arbeit unserer Hand!

Vom Oranje zum Kunene,

vom Sambesi bis zum Meer,

heilig sei uns diese Erde,

heilig sei uns seine Wehr.

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Geschrieben von Oberleutnant Goerke

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Das Deutschlandlied ist ein Liebeslied und kein Kampflied. Heinrich Hoffmann von Fallersleben schrieb es 1842 auf Helgoland zu einer bereits bekannten Melodie von Joseph Haydn.

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Das untere Lied schrieb Ernst Sievert am 9. Juni 1929 in Swakopmund. Da hatten die Deutschen noch Träume, die sie 1945 endgültig begruben. Der Text sollte nach der Weise gesungen werden: Auf IHR Brüder, lasst uns wallen.... Auch diesen Text fand ich in der Sam Cohen Bibliothek in Swakopmund.

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Mein Heimatland Südwest                                

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Vom Oranje zum Kunene,                                             

liegt mein Sonnenland Südwest,

wo an hoher Bergeslehne

der Adler haust im Felsennest;

wo der Sterne hell Gefunkel                  

und des Mondes Silberschein

zaubert in der Nächte Dunkel

Silberglanz auf Busch und Stein.

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Lichterfüllt sind deine Räume,

dornenvolles Steppenland,

Gischt umtost die Küstensäume,

wüst und leer dein weiter Strand.

                        In der blauen Berge Schluchten

grollt der Leu und Leopard,

flieht das Wild in steilen Fluchten,

wird der  Jäger kühn und hart.

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Fehde, Raub und blutig Morden

füllten einst das weite Land,

als noch Hendriks Räuberhorden

stritten bis Hereroland.

Doch dann kamen deutsche Reiter.

Färbten Witbooi rot das Fell,                            

erst bei Hornkranz, dann bei Naukluft,

zwischen Fels und Steingeröll.

 

(„Hendrik Witbooi, der berüchtigte Anführer der Witboois Hottentotten“)

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Und erneut ein schmählich Morden

aus brutaler Machtbegier,

Samuel Ma’eros Horden

schonten Frau und Kind nicht mehr.

Um Verrat und Mord zu sühnen,

reinzuswaschen deutsche Ehr,

kam der Franke aus dem Süden,

Hilfe weiter über’s Meer.

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Leutwein und der alte Römer,

und so mancher tapf’re Held,

jagten dann die Mordgesellen

aus dem Land bis Oriogsend.

Folgten dann mit frischem Mute

Hendrik Witbois Räuberband,

bis er sühnte mit dem Blute

des Verrates ehrlos Schand’.

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Waterberg, dein stolzer Name,

kündet deutsches Heldentum.

Dein Gedenken stets uns mahne

an der deutschen Waffen Ruhm.

Vom Oranje zum Kunene,

weit und breit in Busch und Sand

ruhen deutsche Heldensöhne

aus vom Kampf für’s Vaterland.

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Nie vergessen sei’n die Taten

unserer Reiter stolz und kühn,

der Gefechte blut’ge Saaten

und des wilden Kampfes Müh’n.

Vom Oranje zum Kunene

liegt mein Sonnenland Südwest,

heiß erkämpft durch Deutschlands Söhne.

Drum steh’ ich in Treue fest.

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Denkmal auf dem Friedhof in Swakopmund

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Deutsches Land, gingst uns verloren

In dem wilden Völkerbrand.

Treue hab’ ich Dir geschworen,

schwör’s aufs Neu’ mit Herz und Hand!

Deutsche Art und deutsche Sitte

sollen immerfort besteh’n,

und der Ruhm der deutschen Ritte

nie und nimmer untergeh’n.

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1.Auf Ihr Brüder lasst uns wallen in den großen heilgen Dom, lasst aus tausend Kehlen schallen des Gesangs lebendgen Strom...,! Wenn die Töne sich verschlingen, knüpfen wir das Bruderband, auf zum Himmel Wünsche dringen für das deutsche Vaterland,...

 

2.In der mächtgen Eichen Rauschen mische sich der deutsche Sang, dass der alten Geister Lauschen sich erfreu am alten Klang,.... Deutsches Lied; tön ihnen Kunde fort und fort vom deutschen Geist, der in tausendstimmgen Bunde seine alten Helden preist,.....

 

3.Überall in deutschen Landen blühet kräftig der Gesang, der aus tiefster Brust entstanden, kündet laut des Herzens Drang,.... Deutsches Lied aus deutschem Herzen töne fort von Mund zu Mund, hemm die Klagen, heil die Schmerzen, knüpfe freier Männer Bund,..

 

4.Sei gegrüßt, du Fest der Lieder, ströme Freud und Segen aus, dass die Scharen trauter Brüder kehren froh ins Vaterhaus,.... Nun wohlan denn, Deutschlands Söhne, lasst uns feiern Hand in Hand, und die frohe Kunde töne durch das weite Vaterland,,,.

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Der Komponist Josef Hartmann Stuntz schrieb die Melodie 1830, A. Heinrich Weismann schrieb den Text dazu 1838.

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Diese Tafel befindet sich unter dem Reiterdenkmal in Windhuk.

Zum ehrenden Angedenken an

die tapferen deutschen Krieger,
welche für Kaiser und Reich zur Errettung

und Erhaltung dieses Landes während des

Herero und Hottentottenaufstandes 1903 – 1907

und während der Kalahari Expedition 1908

ihr Leben ließen.

Zum ehrenden Angedenken auch an die

deutschen Bürger, welche den Eingeborenen

im Aufstand zum Opfer fielen,

Gefallen, verschollen, verunglückt, ihren

Wunden erlegen und an Krankheiten gestorben.

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O

In der Christus-Kirche von Windhuk, die im Jahre 1910 eingeweiht wurde. finden Sie an der rechten Wand eine Tafel, auf der alle von den Eingeborenen ermordeten Deutschen namentlich aufgeführt sind.

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(Damals wurden die Fenster verkehrt herum eingebaut, Sie müssen gewendet werden. Ich bin sicher, die Kirche würde sich über jede Spende mehr als freuen.)

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      Das Marine-Denkmal in Swakopmund

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zu Ehren der gefallenen Marine Soldaten, die der Kaiser  aus dem Reich nach Deutsch-Südwest  zu seiner Verteidigung entsandt hatte.  Im Prinzessin Rupprecht Heim leben noch einige Töchter dieser Marine-Angehörigen. Sie können spannend erzählen.

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Unter dem Schatten steht

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(?)den Gefallenen, die auf den Schlachtfeldern gegen (?)

die aufständischen Hereros 1904 – 1906 geblieben,

des Marine- Expeditionskorps  gewidmet.
Ehre sei den bis in den Tod Getreuen !

Gefallen:

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Hier folgt die Liste

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Der Waterberg ist ein geschichtsträchtiger Ort. Hier war es , wo die Schutztruppe die Hereros vernichtend schlug.

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Auf dem Missionsweg gelangt man vom Rasthaus zu den Ruinen der Station der Rheinischen Mission aus dem Jahre 1893 und zum Soldatenfriedhof mit den Gräbern der Schutztruppler, die in der Schlacht gefallen sind. Einmal im Jahr  gedenken hier die Deutschen und die Hereros den Opfern auf beiden Seiten.

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Es wurde mir erzählt, dass es Hereromänner gibt, die an diesem besonderen Tag die deutsche Schutztruppler-Uniform tragen, weil es keine Schande gewesen sei, gegen die Deutschen zu verlieren.

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Das ist der historische Franketurm. Er steht bei Omaruru, wo Hauptmann Franke im Kriege von 1904 die zahlenmäßig überlegenen Hereros geschlagen hat. Der Turm wurde zum historischen Denkmal erklärt.

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In dem 70 km nördlich von Windhuk gelegenen Okahandja stehen ein historisches Missionshaus und eine Missionskirche. In dem öffentlichen Garten liegen die Gräber einiger berühmter Herero-Häuptlinge. In jedem Jahr Ende August findet zum Gedächtnis dieser Häuptlinge ein farbenprächtiger Umzug statt, bei dem die Öffentlichkeit zugelassen ist. Bei der Friedenskirche befindet sich das Grab des Orlam-Führers Jonker Afrikaner.

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(Nun, was zum Beispiel die Belgier im Belgisch-Kongo getrieben haben, scheint der Welt egal zu sein. Aber dass sich die Deutschen in Deutsch-Südwest wehrten, das machte sie natürlich zu den ganz Bösen. Da wird noch heute nach Wiedergutmachung verlangt. Nur, wir haben ja ein fertiges, reiches Land samt aller Pläne zur Diamantengewinnung an die Südafrikaner übergeben. Es wäre doch so einfach gewesen, die schwarzen Völker mit Land und Bildung zu beglücken. Aber da waren die Weißen aus Südafrika noch tausendmal erhabener als wir.—Außerdem:

Wenn ich allein an die Indianer in  Amerika – vom Norden bis zum Süden -  und die Aborigines in Australien denke, frage ich mich, ob wir  wirklich die bösesten Menschen auf diesem Erdball sind.)

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Die weitaus größte schwarze Bevölkerungsgruppe in Namibia sind die Ovambos im Norden. Es gibt acht verschiedene Stämme: jeder mit seinem eigenen Wohngebiet und Dialekt.

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 Ovambomädchen im Kral           Ovambojunge mit Rosenpapagei

 

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Die Hereros.  Ihre „Hauptstadt“ ist Okahandja.

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Eine Gruppe Herero-Frauen. Die Hitze macht ihnen nichts aus.

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Himba-Mädchen

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Die Bewohner des Kaokoveldes im Nordwesten, die Himbas, führen ein isoliertes Dasein .

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Die Kavango-Bewohner setzen sich aus fünf Stämmen zusammen, von denen jeder einen eigenen Bereich am Südufer des Okavango-Flusses bewohnt.

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Bergdamaramutter mit Kind

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Die Damaras, (etwa 70000) die vor der Ankunft der Deutschen Sklaven der Namas und Hereros waren, sind ein dunkles Volk, dessen Herkunft vollkommen unbekannt ist. Sie unterscheiden sich sehr stark von den Bantuvölkern Namibias und haben keine eigene Sprache. Sie sprechen Nama.

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Namas auf dem Weg zu ihren Feldern

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Die Namas (Hottentotten) sind zahlenmäßig den Hereros gleichgestellt.

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Buschmannfrau mit Kind

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Sehr viele der Buschmänner, die ja die ältesten Bewohner Namibias sind, sind immer noch nicht fest ansässig.

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Verehrte Leserin, verehrter Leser,  Sie  werden natürlich feststellen, dass heutzutage in den Städten moderne Menschen leben – die aus allen Gegenden Namibias zugezogen sind.

 

 

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