Ingrid
Maddrell von Man
Deutschland in Namibia – G 5
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Die verhängnisvollen Aufstände der Hereros und Namas (Hottentotten)
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Beginnen wir mit der
Geschichte
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Es gibt Felsmalereien in der Apollo-11-Höhle in den Hunsbergen im
Süden Namibias, die vor 28000 Jahren entstanden, so sagen die Wissenschaftler.
Jedenfalls gelten die auf Steinplatten erhaltenen Zeichnungen als die ältesten
Kunstwerke Afrikas.
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Das Alter der Felsgravuren bei Twyfelfontein wird auf etwa 5000
Jahre geschätzt. Diese künstlerische Ausdrucksform blieb bis ins 19.
Jahrhundert hinein quasi unverändert.
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Die erste Bevölkerungsgruppe, die nachweisbar ist, sind die
Buschmänner.
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Die Portugiesen, die im 15. Jahrhundert auf ihrer Suche nach dem
Seeweg nach Indien waren, pflegten auf den Fahrten entlang der Westküste von
Afrika an ihren Landeplätzen ein steinernes Kreuz zu errichten. Diego Cào hinterließ ein solches 1484
hundertzwanzig Kilometer nördlich der Mündung des Swakop. Der Platz heißt Kreuzkap (Cape Cross) und trägt eine Nachbildung
des alten Denkmals. Das
ursprüngliche Kreuz befindet sich im Meereskundemuseum in Berlin.
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Seinem Landsmann Bartholomäus Diaz gelang die Umsegelung der Südspitze
des afrikanischen Kontinents. Auch er errichtete 1486 ein Kreuz – an einer
Bucht rund 700 Kilometer südlich von Kreuzkap und nannte sie „Angra Pequena“.
Ansonsten hatten die Portugiesen keine Kunde von Südwest-Afrika
mitgebracht. Die sandige, kahle Küste hatte sie nicht verlockt, in das Innere
vorzudringen. Es schien ihnen menschenleer, und sie wollten doch Handel treiben.
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Aber ganz unbewohnt war das Land nicht. Gelbhäutige Männer und
Frauen von fast pygmäenhaftem Wuchs, mit flachen Gesichtern, aus denen
halbgeschlossene dunkle Augen blinzelten, zogen jagend und Kost sammelnd durch
die große Weite des Landes. Sie lebten in Sippengemeinschaften, und ihre
Behausungen waren primitive, aus Strauchwerk und Gras schnell errichtete
„Windschirme“. Ihre Sprache war ein seltsames Schnalzen. Die Männer spürten den
flüchtigen Wildherden nach, schossen mit vergifteten Pfeilen und verfolgten das
kranke Tier zäh und unermüdlich, bis es nach Stunden oder Tagen gelähmt
zusammenbrach. Dann war gute Zeit für das Buschmannsvolk. Fleisch füllte die
Bäuche, und beim Schein des Vollmondes berichteten die Männer in anschaulichen
Tänzen von den Abenteuern der Jagd. Aber nicht immer gelang die Pirsch. Dann
musste der Hunger mit Wurzeln und Zwiebeln gestillt werden, welche Frauen und
Kinder mit primitiven Grabstöcken aus dem harten Boden kratzten. Aber Wurzeln
und Zwiebeln waren und sind eine gesunde Kost!
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Wenn die Trockenzeit kam, wenn die Sonne gnadenlos vom
wolkenlosen Himmel brannte, wenn jedes Vley, jede Wasserstelle ausgedörrt war,
dann brach die Not über das Volk der Buschmänner herein. Denn auch das Wild zog
in andere, wasserreichere Gebiete. Schlapp und voller Falten hingen dann die
Bäuche der kleinen gelben Menschen herab. Es starben die Alten und oft auch die
Kinder. Und die nächtlichen Tänze um das heilige Feuer gipfelten in einem
einzigen Schrei nach Regen.
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Im 15. und 16. Jahrhundert wanderten Gruppen bantustämmiger
Ackerbau- und Hirtenvölker in den Norden und Nordosten Südwest-Afrikas ein. Sie
verdrängten die einheimische Bevölkerung, die
Buschmänner, nach Süden.
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Im 17. Jahrhundert drangen die Ovambos, die ebenfalls zur
Völkerfamilie der Bantus gehören, vom
Norden (Angola) her in das Land ein. Sie waren Ackerbauer und Rinderzüchter und
sind es noch heute im äußersten Norden, sofern sie nicht in den
Verwaltungen tätig sind oder außerhalb
ihrer Krale Geld verdienen.
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Sie waren von jeher geschickt in handwerklichen Dingen, und sie
sind intelligent. (Viele von ihnen sind bewusst in der deutschen Tradition
verhaftet, ja stolz darauf ein Teil der
deutschen Geschichte zu sein.)
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Von 1700 an ist Genaueres über Südwest bekannt.
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Zunächst wanderten unter dem Druck burischer Landnahme in
Südafrika Nama-Gruppen (Hottentotten) vom Kap nach Norden. Sie gehörten wie die
Buschmänner zu den Khoisaniden. Auch sie waren gelbhäutig und klein von
Wuchs. Und auf ihren Köpfen standen – wie bei den Buschmännern – die krausen
Haare in Knötchen nebeneinander, so dass die Kopfhaut zu sehen war. Und wie die
Buschmannsfrauen hatten auch die Nama-Frauen den Fettsteiß, jene seltsam nach
hinten gewölbte Sitzpartie.
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Die Hottentotten (Namas) erreichten 1723 erstmals den Oranjefluss. - Er bildet
die Grenze zwischen Südafrika und Südwestafrika, heute Namibia. - Dieses Volk
führte mit sich Schusswaffen, Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen, für die sie
Weide brauchten. Sie verdrängten nun ihrerseits die Buschmänner in den kahlen
Küstenstrich und die Kalahari, die Wüstensteppe im Osten von Südwestafrika. Sie
nahmen die Weidegelände des Landes in Besitz, und ein anderes Volk, das sie vorfanden und
das noch ursprünglicher war als die
Buschmänner, machten sie zu ihren Sklaven, nämlich die Bergdamara, die später
unter südafrikanischer Herrschaft Klippkaffern genannt wurden.
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Unter dem Einfluss der Nama (Hottentotten) entwickelte sich folgerichtig ein Tauschhandel mit der
Kapprovinz, der dazu führte, dass Händler und Missionare sich für Südwestafrika
zu interessieren begannen.
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Von Norden her zog 1750 ein neues dunkelhäutiges, hochgewachsenes
Bantu-Volk heran, die kriegerischen Hereros. Sie waren zu jener Zeit Nomaden und Besitzer großer
Rinderherden. Auf ihren Zügen nach
Weideplätzen stießen sie mit den Namas zusammen. Die beiden Völker bekämpften sich, stritten sich um
die besten Weiden und jagten einander das Vieh und die Sklaven ab.
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Um 1800 plus erfolgte aus der Kapprovinz eine neue Einwanderungwelle. Es waren zum
einen die Bastards, Nachkommen von Europäern und Hottentotten-Müttern, die Land
im heutigen Rehoboth-Gebiet erwarben und zu deutscher Zeit von Kaiser Wilhelm II für alle Zeiten als
sicheren untastbaren Ort zugesichert bekamen. Zum anderen waren es
rebellierende Hottentotten-Sklaven – die Orlams. Zwischen ihnen und den Hereros kam es zu kriegerischen
Auseinandersetzungen, die durch Dürreperioden im Norden verstärkt wurden.
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Schließlich zogen die Orlams unter ihrem Führer Jager Afrikaner in die Gegend des heutigen Windhuk.
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Sichere Nachrichten über Südwestafrika lieferten die deutschen
Missionare der Rheinischen Mission, die 1840 im Süden siedelten und
missionierten. Sie und englische Forscher berichteten über das Hereroland und
die Kalahari.
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1840 gründete Jan Jonker Afrikaner, der Sohn von Jager Afrikaner
in einem quellenreichen Tal eine Siedlung, die er nach der Farm, auf der er
aufwuchs, Klein-Windhoek nannte.
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Dreißig Jahre lang, von 1840 bis 1870, erzählt die Geschichte
Südwests von Kriegen zwischen Hereros, Namas (Hottentotten) und Afrikanern, wie
sich die Orlams unter Jan Jonker
Afrikaner nun nannten und bis heute nennen.
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Bereits im Jahre 1863 hatten sich die deutschen Missionare an
Bismarck gewandt und um den Schutz des Deutschen Reiches gebeten. Bismarck sah
damals keine Möglichkeit, diesem Wunsche zu entsprechen, und gab das Gesuch an
England weiter. Aber die englische Kap-Provinz war zu jener Zeit nicht an dem
kahlen Südwest interessiert. So übernahm Deutschland, zunächst sehr zögerlich,
1884 dann doch auf Lüderitz’s flehentliches Bitten hin endgültig die
Schutzherrschaft, so wie ich es bereits erklärt habe.
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Allerdings annektierte die britsche Kapkolonie im Jahre 1866 alle
Inseln vor der südwestafrikanischen Küste.
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1874 erreichen Buren aus Transvaal Rietfontein bei Gobabis. Aus
Furcht vor britischer Herrschaft zieht ein Teil von ihnen nach Angola.
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1878 wird Walfischbucht mit seiner Umgebung von Großbritannien
annektiert.
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1880 Die Herero übernehmen Klein-Windhuk
von den Nama (Hottentotten).
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1882 Mit
einer Grenzstreitigkeit am Swakop beginnt der letzte große Nama-Herero-Krieg,
der zehn Jahre dauern wird.
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Im Jahre 1883 erwirbt der Bremer
Großkaufmann Adolf Lüderitz vom Nama-Häuptling Josef Fredericks zuerst das Land
um die Lüderitzbucht (50.000 qkm) und später einen Landstreifen vom
Oranje-Fluss bis zum 26. Grad südlicher Breite.
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Die 1884 gegründete Deutsche
Kolonialgesellschaft für Südwestafrika begann mit der Anwerbung von Siedlern.
Siedler und Kaufleute kamen in das Land. Sie farmten und entwickelten das
bisher äußerst dünn besiedelte Gebiet. Sie kämpften mit der Schutztruppe gegen
die Herero- un Hottentotten-Aufstände, die erst 1907 endgültig zum Abschluss
kamen.
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1885 gründen Buren die Republik Upingtonia bei Grootfontein, die sich zwei
Jahre später infolge von Schwierigkeiten mit den Eingeborenen auflöst. Einige
Familien kehren nach Transvaal zurück, andere gehen nach Angola.
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1890 Nach seiner Landung bei Walfisch
Bucht erreicht Hauptmann Curt von Francois Windhuk, wo er den Grundstein zur
Alten Feste legt.
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Der Caprivi-Zipfel wird im
Helgoland-Sansibar-Vertrag zwischen Großbritannien und Deutschland dem
deutschen Schutzgebiet zugesprochen.
Das Deutsche Reich erhofft sich, in der Zukunft eine Eisenbahnverbindung
zwischen Deutsch-Süd-West und Deutsch-Ostafrika (Tanganjika) herstellen zu
können.
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1891 wird
Winhuk zum Sitz der deutschen Verwaltung.
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Passenderweise wurden die Hereros und
Hottentotten ein Herz und eine Seele. Sie hatten einen gemeinsamen mit dem
Verstande greifbaren Feind, die Deutschen. Diese mussten von nun an
ungeheuerlich auf sich aufpassen.
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Es ist der 15. September
1894 - Ich zitiere aus einem
Geschichtsbuch:
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Der von Hendrik Witbooi angeführte
Hottentottenaufstand in Südwestafrika wird vom Landeshauptmann Major Theodor
Leutwein niedergeschlagen.
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Hendrik Witbooi ist der Häuptling der aus
Südafrika eingewanderten Witboois, eines Hottentottenstammes, der seit Jahren
im Krieg mit den Hereros lag.
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Witbooi gelang es 1892, mit den Hereros
Frieden zu schließen und beide Stämme im Kampf gegen die Deutschen zu vereinen.
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Am 12. April 1893 holten die deutschen
Schutztruppen zum ersten großen Schlag gegen Witbooi aus, der sich mit 500
Reitern und 300 Fußsoldaten auf die Bergfestung Hornkranz zurückgezogen hatte.
Er konnte mit dem größten Teil seiner Truppe jedoch entkommen.
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In der folgenden Zeit überfällt Witbooi immer wieder die
Kolonistensiedlungen und Karawanen.
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Major Leutwein stellt ihm im Sommer 1894
ein Ultimatum, das am 1. August abläuft, ohne dass Witbooi sich ergeben hat.
Daraufhin lässt Leutwein Witboois Lager bei Naukluft erstürmen.
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Der Hottentottenführer kann zunächst
entkommen, wird aber am 15. September endgültig eingekreist und zu einem
Friedensvertrag gezwungen, dem die Schutztruppen allerdings wenig trauen. Nach
ihrer Auffassung ist Witbooi „im Laufe der Zeit zu einem gewöhnlichen
Viehräuber heruntergesunken, dem ein Menschenleben wenig gilt“. Daher wurde er
und sein Stamm sowohl von Major von Francois wie auch von Major Leutwein für
volgelfrei erklärt.
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Am 12. Januar 1904 begann der erste sehr ernsthafte
Herero-Aufstand mit einer ungeheuren
Zahl von Ermordungen an den Deutschen. (siehe Kirchentafel). General von
Trotha landete mit Verstärkungen und besiegte die Hereros am 11. August in der
Schlacht am Waterberg. Aber beendet
wurden jene Kriege der Hereros und Namas gegen die Deutschen erst 1907.
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Auf einer Busfahrt von
Swakopmund nach Windhuk erzählte mir eine Burin, die in der Gegend von
Okahandja, dem Kerngebiet der Hereros, aufgewachsen ist, wie hinterhältig sich
die Aufständischen an die Deutschen herangemacht hatten und wie grausam jene
die Deutschen hinmordeten. – Die weiße Afrikaanerin zeigte auf eine Farm, auf der eine
ganze deutsche Familien - bei den Füßen aufgehängt - lebendig verbrannt worden war. Ihre Gräber werden noch heute gepflegt.
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Eine raffinierte Masche
der Hereros war es auch, den wachhabenden Schutztruppler durch „wichtige“
Fragen abzulenken, während von hinten ins Haus geschlichen und unbemerkt gemordet wurde.
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1907 wird das Wilddreservat II, der spätere
Etoscha-Nationalpark, vom deutschen Gouverneur von Lindequist proklamiert.
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Die ersten reinrassigen
Karakulschafe werden eingeführt.
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1908 werden die ersten Diamanten bei Lüderitzbucht entdeckt.
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Seit 1915 - nach dreißigjährigem erfolgreichen Schaffens und
Bauens - gibt es das deutsche Schutzgebiet
nicht mehr.
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(Der
Diamanten-Entdecker wurde des Landes verwiesen und starb arm in Hamburg.)
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Nach dem Ende der Aufstände entstand dieses Lied.
Ich fand es in der Sam Cohen Bibliothek in Swakopmund.
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Landeshymne
– Melodie Deutschlandlied
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Südwestafrika wir preisen
Dich als neues Heimatland,
denn mit deutschem Heldenblute
ist getauft Dein gelber Sand.
Vom Oranje zum Kunene,
vom Sambesi bis zum Meer,
heilig sei uns diese Erde,
heilig sei uns seine Wehr.
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Schäumend wälzt dort seine Brandung
wild heran der Ozean.
Den Zenith durchkreuzt die Sonne
leuchtend hell, auf steiler Bahn.
Weite Steppen, hohe Berge
glänzen bunt im Sonnenlicht.
Der Natur erhabene Schönheit
selbst aus Deinen Dünen spricht.
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Männer, Ihr von deutscher Rasse,
und Ihr echten deutschen Frauen,
Ihr sollt hier auf eigner Scholle
Euch ein sichres Heim erbauen.
Ihr sollt Euren Kindern lehren,
wie die Heimat man verehrt!
Afrikanische Wiegenlieder
singt für sie an Eurem Herd.
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Drum geloben wir Dir Treue,
neues liebes Heimatland!
Deutschem Ruhme, deutscher Ehre
gilt die Arbeit unserer Hand!
Vom Oranje zum Kunene,
vom Sambesi bis zum Meer,
heilig sei uns diese Erde,
heilig sei uns seine Wehr.
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Das
Deutschlandlied ist ein Liebeslied und kein Kampflied. Heinrich Hoffmann von
Fallersleben schrieb es 1842 auf Helgoland zu einer bereits bekannten Melodie
von Joseph Haydn.
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Vom Oranje zum Kunene,
liegt mein Sonnenland Südwest,
wo an hoher Bergeslehne
der Adler haust im Felsennest;
wo der Sterne hell Gefunkel
und des Mondes Silberschein
zaubert in der Nächte Dunkel
Silberglanz auf Busch und Stein.
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Lichterfüllt sind deine Räume,
dornenvolles Steppenland,
Gischt umtost die Küstensäume,
wüst und leer dein weiter Strand.
In
der blauen Berge Schluchten
grollt der Leu und Leopard,
flieht das Wild in steilen Fluchten,
wird der Jäger kühn und hart.
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Fehde, Raub und blutig Morden
füllten einst das weite Land,
als noch Hendriks Räuberhorden
stritten bis Hereroland.
Doch dann kamen deutsche Reiter.
Färbten Witbooi rot das Fell,
erst bei Hornkranz, dann bei Naukluft,
zwischen Fels und Steingeröll.
(„Hendrik Witbooi, der berüchtigte Anführer der
Witboois Hottentotten“
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Und erneut ein schmählich Morden
aus brutaler Machtbegier,
Samuel Ma’eros Horden
schonten Frau und Kind nicht mehr.
Um Verrat und Mord zu sühnen,
reinzuswaschen deutsche Ehr,
kam der Franke aus dem Süden,
Hilfe weiter über’s Meer.
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Leutwein und der alte Römer,
und so mancher tapf’re Held,
jagten dann die Mordgesellen
aus dem Land bis Oriogsend.
Folgten dann mit frischem Mute
Hendrik Witbois Räuberband,
bis er sühnte mit dem Blute
des Verrates ehrlos Schand’.
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Waterberg, dein stolzer Name,
kündet deutsches Heldentum.
Dein Gedenken stets uns mahne
an der deutschen Waffen Ruhm.
Vom Oranje zum Kunene,
weit und breit in Busch und Sand
ruhen deutsche Heldensöhne
aus vom Kampf für’s Vaterland.
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Nie vergessen sei’n die Taten
unserer Reiter stolz und kühn,
der Gefechte blut’ge Saaten
und des wilden Kampfes Müh’n.
Vom Oranje zum Kunene
liegt mein Sonnenland Südwest,
heiß erkämpft durch Deutschlands Söhne.
Drum steh’ ich in Treue fest.
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Denkmal auf dem Friedhof in Swakopmund
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Deutsches Land, gingst uns verloren
In dem wilden Völkerbrand.
Treue hab’ ich Dir geschworen,
schwör’s aufs Neu’ mit Herz und Hand!
Deutsche Art und deutsche Sitte
sollen immerfort besteh’n,
und der Ruhm der deutschen Ritte
nie und nimmer untergeh’n.
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1.Auf Ihr Brüder lasst uns wallen in den großen heilgen
Dom,
2.In der mächtgen Eichen Rauschen mische sich der deutsche
Sang, dass der alten Geister Lauschen sich erfreu am alten Klang,.... Deutsches
Lied; tön ihnen Kunde fort und fort vom deutschen Geist, der in tausendstimmgen
Bunde seine alten Helden preist,.....
3.Überall in deutschen Landen blühet kräftig der Gesang,
der aus tiefster Brust entstanden, kündet laut des Herzens Drang,.... Deutsches
Lied aus deutschem Herzen töne fort von Mund zu Mund, hemm die Klagen, heil die
Schmerzen, knüpfe freier Männer Bund,..
4.Sei gegrüßt, du Fest der Lieder, ströme Freud und Segen aus, dass die Scharen trauter Brüder kehren froh ins Vaterhaus,.... Nun wohlan denn, Deutschlands Söhne, lasst uns feiern Hand in Hand, und die frohe Kunde töne durch das weite Vaterland,,,.
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Der Komponist Josef Hartmann Stuntz
schrieb die Melodie 1830, A. Heinrich Weismann schrieb den Text dazu 1838.
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Diese
Tafel befindet sich unter dem Reiterdenkmal in Windhuk.
Zum ehrenden Angedenken an
und Erhaltung dieses Landes während des
Herero und Hottentottenaufstandes 1903 –
1907
und während der Kalahari Expedition 1908
ihr Leben ließen.
Zum ehrenden Angedenken auch an die
deutschen Bürger, welche den Eingeborenen
im Aufstand zum Opfer fielen,
Gefallen, verschollen, verunglückt, ihren
Wunden erlegen und an Krankheiten gestorben.
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O
In der Christus-Kirche von Windhuk, die im Jahre 1910 eingeweiht
wurde. finden Sie an der rechten Wand eine Tafel, auf der alle von den
Eingeborenen ermordeten Deutschen namentlich aufgeführt sind.
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(Damals wurden die Fenster verkehrt herum eingebaut, Sie müssen
gewendet werden. Ich bin sicher, die Kirche würde sich über jede Spende mehr
als freuen.)
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Das Marine-Denkmal in
Swakopmund
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zu Ehren der
gefallenen Marine Soldaten, die der Kaiser
aus dem Reich nach Deutsch-Südwest
zu seiner Verteidigung entsandt hatte.
Im Prinzessin Rupprecht Heim leben noch einige Töchter dieser
Marine-Angehörigen. Sie können spannend erzählen.
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Unter dem Schatten steht
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Gefallen:
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Hier folgt die Liste
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Der
Waterberg ist ein geschichtsträchtiger Ort. Hier war es , wo die Schutztruppe
die Hereros vernichtend schlug.
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Auf
dem Missionsweg gelangt man vom Rasthaus zu den Ruinen der Station der
Rheinischen Mission aus dem Jahre 1893 und zum Soldatenfriedhof mit den Gräbern
der Schutztruppler, die in der Schlacht gefallen sind. Einmal im Jahr gedenken hier die Deutschen und die Hereros
den Opfern auf beiden Seiten.
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Es wurde mir erzählt, dass es Hereromänner gibt, die an diesem
besonderen Tag die deutsche Schutztruppler-Uniform tragen, weil es keine
Schande gewesen sei, gegen die Deutschen zu verlieren.
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Das ist der
historische Franketurm. Er steht bei Omaruru, wo Hauptmann Franke im Kriege von
1904 die zahlenmäßig überlegenen Hereros geschlagen hat. Der Turm wurde zum
historischen Denkmal erklärt.
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In dem 70 km nördlich von Windhuk gelegenen Okahandja stehen ein
historisches Missionshaus und eine Missionskirche. In dem öffentlichen Garten
liegen die Gräber einiger berühmter Herero-Häuptlinge. In jedem Jahr Ende
August findet zum Gedächtnis dieser Häuptlinge ein farbenprächtiger Umzug
statt, bei dem die Öffentlichkeit zugelassen ist. Bei der Friedenskirche
befindet sich das Grab des Orlam-Führers Jonker Afrikaner.
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(Nun, was zum Beispiel die Belgier im
Belgisch-Kongo getrieben haben, scheint der Welt egal zu sein. Aber dass sich
die Deutschen in Deutsch-Südwest wehrten, das machte sie natürlich zu den ganz
Bösen. Da wird noch heute nach Wiedergutmachung verlangt. Nur, wir haben ja ein
fertiges, reiches Land samt aller Pläne zur Diamantengewinnung an die
Südafrikaner übergeben. Es wäre doch so einfach gewesen, die schwarzen Völker
mit Land und Bildung zu beglücken. Aber da waren die Weißen aus Südafrika noch
tausendmal erhabener als wir.—Außerdem:
Wenn ich allein an die Indianer in Amerika – vom Norden bis zum Süden - und die Aborigines in Australien denke,
frage ich mich, ob wir wirklich die
bösesten Menschen auf diesem Erdball sind.)
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Die weitaus größte schwarze
Bevölkerungsgruppe in Namibia sind die Ovambos im Norden. Es gibt acht verschiedene Stämme: jeder mit seinem
eigenen Wohngebiet und Dialekt.
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Ovambomädchen im Kral Ovambojunge mit Rosenpapagei
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Die Hereros. Ihre „Hauptstadt“ ist Okahandja.
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Eine Gruppe Herero-Frauen. Die Hitze
macht ihnen nichts aus.
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Himba-Mädchen
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Die Bewohner des Kaokoveldes im
Nordwesten, die Himbas, führen ein isoliertes Dasein .
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Die Kavango-Bewohner setzen sich aus fünf Stämmen
zusammen, von denen jeder einen eigenen Bereich am Südufer des Okavango-Flusses
bewohnt.
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Bergdamaramutter mit Kind
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Die Damaras, (etwa 70000) die vor der Ankunft der
Deutschen Sklaven der Namas und Hereros waren, sind ein dunkles Volk, dessen
Herkunft vollkommen unbekannt ist. Sie unterscheiden sich sehr stark von den
Bantuvölkern Namibias und haben keine eigene Sprache. Sie sprechen Nama.
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Namas auf dem Weg zu ihren Feldern
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Die Namas (Hottentotten) sind zahlenmäßig den
Hereros gleichgestellt.
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Buschmannfrau mit Kind
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Sehr viele der Buschmänner, die ja die ältesten Bewohner Namibias
sind, sind immer noch nicht fest ansässig.
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Verehrte Leserin, verehrter Leser, Sie
werden natürlich feststellen, dass heutzutage in den Städten moderne
Menschen leben – die aus allen Gegenden Namibias zugezogen sind.
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