|
Elbrus
(1.Versuch) - 5.642 m
Terskol
Tscheget
Elbrus
Ende
Donnerstag, 4.8.2005
Leipzig -> Berlin Schönefeld
19:00 Uhr breche ich zu Hause gemeinsam mit zwei andern Teilnehmern der Tour
auf. Über die Autobahn geht's nach Berlin. Ich parke preiswert in einer
Tiefgarage. Der im Preis inbegriffene Transfer bringt uns zum Flughafen. Gegen
22:00 Uhr sind wir da. 23:00 Uhr
checken wir ein. Nach ein paar Diskussionen, bekommen wir auch unsere
Nahrungsmitteltonne für die Bergtour
ohne Aufpreis durch.
Freitag, 5.8.2005
Berlin -> Moskau -> Mineralny Vody -> Terskol
Pünktlich 1:00 Uhr fliegen wir mit einem A319-100 von Aeroflot nach Moskau. 5:40
Uhr (+2h) landen wir auf
dem Flughafen Scheremetewo Terminal 2. Hier treffen wir noch weitere
Reiseteilnehmer und tauschen etwas Geld
(1 EUR = 34 Rubel). Zum Weiterflug nach Mineralny Vody müssen wir auf die andere
Seite des Rollfeldes zum
Terminal 1. Zum Glück wissen wir Bescheid, daß es einen kostenlosen Shuttlebus
gibt und wimmeln die
Taxifahrer ab, die uns „ganz preiswert“ hinfahren wollen. Beim Einchecken zum
Inlandsflug stoßen nun auch
Steffen und der restliche Teil der Gruppe zu uns. Sie waren bereits 10 Tage in
der Türkei am Ararat
unterwegs und kommen gerade direkt aus Istanbul.

Mit einer uralten TU-134 A von
Aeroflot fliegen wir 2:10h
nach Mineralny Vody. Am Flughafen erwartet uns Gia, ein Mitarbeiter unserer
örtlichen Agentur. Nach dem wir
unser Gepäck erhalten und verladen haben, machen wir uns mit zwei Kleinbussen
auf den Weg ins Baksan-Tal.
Unterwegs essen wir Mittag (1Bier = 30 Rubel). Wir werden mehrfach von Polizei
und Militär für
Ausweiskontrollen angehalten – man spürt die angespannte Lage im Kaukasus. 18:15
Uhr erreichen wir Terskol
und beziehen ein kleines sauberes Hotel (Hotel Nakra) am Fuße des Tscheget.
Momentan regnet es nicht, ist aber bewölkt. Am
Berg soll seit vier Tagen ununterbrochen schlechtes Wetter herrschen – das wird
sich jetzt hoffentlich
ändern. 19:00 Uhr gibt’s Abendbrot. Anschließend trinken wir noch zwei Bier und
gehen dann schlafen.
Samstag, 6.8.2005
Akklimatisationstag am Tscheget
7:30 stehen wir auf. Nach dem Frühstück brechen wir zu einer
Akklimatisationstour auf. Mit dem
Zweier-Sessellift fahren wir eine Sektion auf den Tscheget hinauf. Von hier
laufen wir bis zum Gipfel auf
3.400 m Höhe. Gegen Mittag sind wir oben und bleiben etwa eine Stunde um uns
schon etwas an die Höhe
anzupassen. Das Wetter ist hervorragend, die Sonne scheint. Wir haben einen
großartigen Blick auf den Elbrus
nach der einen und auf den Donguß Urun nach der anderen Seite.

Beim Abstieg
machen wir an der Bergstation
des Sessellifts Rast. Hier gibt es ein Kaffee-Restaurant mit Sonnenterasse, wo
wir etwas trinken und Essen.
Um 16:00 Uhr sind wir wieder im Hotel. 17:00 Uhr gehen wir alle gemeinsam in den
Ort um frische
Lebensmittel, Brot, Käse usw. für unsere Bergtour am Elbrus einzukaufen. Zum
Abendessen sind wir zurück.

Sonntag, 7.8.2005
Elbrus
Nach dem Frühstück werden wir von einem Kleinbus abgeholt und nach Azau zur
Talstation der
Elbrus-Kabinenseilbahn gebracht. Wir fahren die zwei Sektionen der Kabinenbahn
hinauf. Weiter hinauf bis zu
den Botschkis, führt ein Sessellift, auf den wir unser Gepäck verladen. Wir
selbst laufen von hier an. Als
wir an den Botschkis ankommen, ist unser Gepäck schon da. Wir laden es auf eine
Pistenraupe, die es zur
Diesel-Hut bringt.

Steffen fährt mit hinauf, um uns gute Plätze in der Hütte zu
sichern. Wir wandern hinauf.
Nach 1,5 h sind wir um 11:30 oben. Die Hütte ist überraschen gemütlich. Bis
14:00 Uhr machen wir Pause.
Anschließend steigen wir noch 300 hm höher zur besseren Akklimatisation. Wieder
in der Hütte, kochen wir
Hühnersuppe und Nudeln. Gegen 21:00 Uhr verschwinden wir in den Schlafsäcken.

Montag, 8.8.2005
Elbrus
Ich habe miserabel geschlafen und habe starke Kopfschmerzen. 8:00 Uhr stehen wir
auf. Heute machen wir eine
Akklimatisationstour zu den Pastuchov-Felsen und wieder zurück. Mir geht’s nicht
besonders gut und ich habe
an beiden Füßen offene Blasen, die beim Abstieg höllisch weh tun. Ich habe keine
Erklärung dafür – die
Schuhe hatte ich schon auf einigen langen Bergtouren an und nie solche Probleme.
Aber das Wetter ist
außerordentlich gut und auch morgen soll’s noch so bleiben. Deshalb wird
mehrheitlich beschlossen, morgen
den Gipfelversuch zu starten. Weil ich mich eh nicht wohl fühle, schließe ich
mich drei anderen Kameraden
an, die mit der Pistenraupe bis zu den Pastuchov-Felsen fahren wollen. Die
kostet 200 $, also für jeden 50$
und spart 2,5 h Aufstieg.

Dienstag, 9.8.2005
Elbrus
Habe die ganze Nacht kein Auge zugetan. 2:00 Uhr starten die Anderen. Wir, die
wir die Pistenraupe bestellt
haben, stehen 3:30 Uhr auf. Eine Stunde später holt uns die Raupe pünktlich ab.
Das Wetter ist phantastisch.
Ich habe Kopfschmerzen und mir ist übel. 5:00 Uhr sind wir unterhalb der
Pastuchov-Felsen. 6:00 Uhr liegen
diese bereits unter uns und die Sonne beginnt aufzugehen. Wir stapfen den
„Killerhang“ hinauf. Der nimmt
kein Ende. Habe diesen „Sahnehügel wirklich unterschätzt.

Den Sattel erreiche
ich nicht. Etwas unterhalb,
entschließe ich mich zur Umkehr, als ich merke, daß mir schwindlig wird – noch
ein Anzeichen von
Höhenkrankheit. Mit meinen brennenden offenen Blasen quäle ich mich zurück zur
Hütte, wo ich gegen Mittag
ankomme. Im Gegensatz zu mir, hat der überwiegende Teil unserer Gruppe heute
seinen Gipfelerfolg. Die
letzten, der um 2:00 Uhr Aufgebrochenen, kommen völlig erschöpft gegen 19:00 Uhr
wieder an der Hütte an.
Zwei heute gescheiterte Kameraden wollen es übermorgen noch mal probieren. Ich
nicht! Für diesmal hab ich
genug.

Mittwoch, 10.8.2005
Elbrus
Auch in der letzten Nacht auf 4.200 m Höhe hab ich bescheiden geschlafen. 11:30
Uhr holt eine Pistenraupe
unser Gepäck wieder ab. Nur Steffen und die zwei Kameraden, die übermorgen noch
mal den Gipfel versuchen
wollen, bleiben oben. Ich fahre mit der Pistenraupe runter. An den Botschkis
laden wir wieder die Taschen
auf den Sessellift. Ich fahre auch gleich mit runter. Einige laufen. Den letzten
Abschnitt fahren wir wieder
gemeinsam mit den Kabinenbahnen. Gegen Mittag sind wir wieder in unserem Hotel
in Terskol, duschen, Bier
trinken.
11.8.2005 – 13.8.2005 Terskol
Ich habe mich entschlossen, die restlichen Tage in Russland gemütlich und
erholsam zu verbringen. Hier im Tal
geht’s mir wieder gut. Ich schlafe früh lange, teste ausgiebig die gute
russische Küche des Hotels, gehe
spazieren und genieße die grandiose Landschaft bei überwiegend großartigem
Wetter vom Biergarten aus.
Sonntag, 14.8.2005
Terskol -> Mineralny Vody -> Moskau -> Berlin SXF -> Leipzig
6:00 Uhr stehen wir auf. 7:30 werden wir abgeholt. Mit zwei Kleinbussen fahren
wir wieder nach Mineralny
Vody. 12:50 Uhr startet unser Flug nach Moskau mit einer TU 134-A der Aeroflot
pünktlich. In Moskau
Schermetewo wechseln wir wieder vom Terminal 1 zum Terminal 2 mit dem
kostenlosen Shuttlebus der Airline.
Nun haben wir bis 7 h Aufenthalt. 22:50 Uhr Fliegen wir zurück nach
Berlin-Schönefeld, wieder mit einem
A319-100 von Aeroflot. 23:30 Uhr sind wir da. Unser Flughafentransfer zum
Airporthotel, wo unser Auto parkt,
wartet schon. Gegen 2:00 Uhr bin ich zu Hause.


|