Betroffen von der Gewalt auf allen Seiten; betroffen von den flüchtenden, verletzten und toten Menschen aller Nationalitäten des Balkans; betroffen von der Berichterstattung auf beiden Seiten, die nur die eigene Gewalt rechtfertigt; betroffen vom Großen Schweigen der meisten „vom Krieg nicht Betroffenen“ in Europa, die die Stimmen des Hasses um so lauter schallen lassen; betroffen von dem Absinken in eine Barbarei, die so gar nichts mit unserem Anspruch gemein hat, aufgeklärte, zivilisierte, humanistische Menschen zu sein, betroffen fordern wir mit allen Menschen, die noch zu fühlen und zu denken in der Lage sind:
Wir weinen um alle Opfer dieses unwürdigen
Krieges, doch wir erheben für jeden noch lebenden Menschen jeder Nationalität,
Mann Frau oder Kind unsere Stimme. Es muß endlich Schluß sein
mit dem Morden.
Wer noch denken kann, weiß, daß eine
Eskalation dieses Krieges täglich geschehen kann. Ein Haus Europa
wollten wir bauen mit großen und hehren Worten. Aber schon das Fundament
ist zusammengebrochen.
Nachdem die Politik sich nicht willig und in
der Lage zeigt, schnellstens Frieden herzustellen, müssen wir, Frauen
und Mütter, und alle friedliebenden Menschen endlich Initiative ergreifen.
Mit unserer Fahrt nach Belgrad wollen wir in
diesem Sinne ein Zeichen setzen.
Ende kommender Woche wird in Belgrad eine
Friedensorganisationen, Menschenrechtsverbände,
Einzelpersonen, Medien haben ihre Teilnahme beantragt.
Wir betonen, daß wir eine sachliche, über
Schmerz, Verblendung und Haß stehende Atmosphäre anstreben,
die nur eine Sprache zuläßt: die des Friedens. Jeder, der diesen
Sinnes ist, kann seine Teilnahme bis Montag, den 19.04.1999, 12 Uhr, beantragen.
Die Entgegennahme erfolgt über folgende Telefonnummern:
| Frau Steinhäuser | Tel: 030 2910973 | Fax: 030 2910973 |
| Herr Fischer | Tel: 0371 6946548 | Fax: 0371 6946547 |
| Herr Häubl | Tel: 0351 3116322 | Fax: 0351 3116322 |
| Frau Arnold | Tel: 0351 3108375 | |
| Frau Dr. Lenzer | Tel: 0361 5961110 |
Bitte geben Sie an: Ihren Namen, Ihre Anschrift,
Tel/Fax-Nummer, Geburtsdatum, Reisepaßnummer.
Sie müssen im Besitz eines gültigen
Reisepasses sein.
Organisatorisches
Der zentrale Sammelplatz in Deutschland ist Dresden.
Die Abfahrt erfolgt am Donnerstag, dem 22.04.1999, auf dem Busparkplatz
Ammonstraße/Budapester Straße. Dieser Parkplatz befindet sich
ca. 500 Meter vom Dresdener Hauptbahnhof entfernt. Die Busse stehen ab
18 Uhr bereit.
Die Abfahrt erfolgt 20 Uhr. Die Fahrtroute: Dresden-Prag-Wien-Budapest-Belgrad.
Die Anreise der Teilnehmer zu diesem Sammelpunkt erfolgt individuell. Gegebenenfalls kann das Zusteigen auch in Chemnitz (verantwortliches Reiseunternehmen) erfolgen.
Die Rückankunft ist am Sonntag, dem 25.04.1999, gegen 20 Uhr vorgesehen. Zeitverschiebungen sind nicht auszuschließen.
Die „reinen“ Reisekosten betragen ca. 140,00 DM. Das Geld ist vor Antritt der Reise in Dresden zu zahlen.
In den Bussen ist ein kleiner Imbiß käuflich zu erwerben. Im übrigen ist zu empfehlen, Reiseproviant mitzuführen.
Jeder Teilnehmer muß die physischen Belastungen bewältigen können. Ein Arzt befindet sich im Konvoi.
Jeder Teilnehmer muß einen gültigen Reisepaß haben. Bitte klären Sie mit dem regionalen Organisator die Frage, wo das Einreisevisum nach Jugoslawien eingeholt wird.
Wir machen alle Teilnehmer auf folgendes aufmerksam:
Wir haben diese Fahrt mit den entsprechenden
Behörden abgestimmt und uns um die höchstmögliche Gewährung
von Sicherheit bemüht. Dennoch muß sich jeder Teilnehmer bewußt
sein, daß er ein individuelles Risiko eingeht. Der zeitliche und
finanzielle Rahmen ist abgesteckt. Veränderungen durch unvorhersehbare
Bedingungen sind nicht einklagbar.
Berlin, Chemnitz, Dresden, Erfurt, den 15. April 1999
„Bündnis für Frieden...“
Lothar Häupl, Jürgen Fischer, Ilona Rothe, Frau Dr. Lenzer, stellvertretend für mehr als 7000 Menschen aus fast allen Ländern Europas
Ralf Schmidt
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