Santiago de Cuba -

Tauchen und viel, viel mehr...

 

der wunderschöne Pool vom "Los Corales"

  

Februar 2003 - Ich schwelge in Erinnerungen und jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, genieße ich zur Musik von "Hasta Siempre" - der cubanischen Huldigung an Che Guevara - eine Zigarre der Marke "COHIBA" .

Mit der Absicht einen schönen Erholungs- und Tauchurlaub im karibischen Meer zu verbringen buchten wir wie immer "last minute" über das Internet  eine Reise in den Südosten der sozialistischen Insel. Wie gewohnt werde ich in meinem Bericht hauptsächlich Informationen zur Reise, zum Hotel und zu unseren hier gemachten Taucherfahrungen schildern. Doch es geschah noch viel, viel mehr. Hier also die  Geschichte von neuen Freundschaften und der Unterstützung von Carlos - begleitet von Bildern, die zum Teil durch Anklicken vergrößert werden können. [mehr...]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schöne Korallen und Carlos - ein "Santiaguero"

Ein Reisebericht aus dem Südosten von Santiago de Cuba

 

Vorwort:
Auch diese Schilderung soll - wie die bisherigen zuvor - entscheidungssuchenden Menschen bei der Wahl ihres künftigen Urlaubsgebietes eine Hilfe sein; u.a. vor dem Hintergrund, daß das bunte Treiben unter der Wasseroberfläche nicht zu kurz kommen soll.

Also los ...

Via Internet fiel uns ein Angebot auf, welches nur 

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der Eingang zur Lobby

sehr wenige Rest-Plätze und als Ziel Santiago de Cuba auswies. Nachdem wir bereits den Norden Cuba's auf der Halbinsel Varadero kennengelernt hatten, beschlossen wir den karibischen Teil im Südosten der Insel zu besuchen. Bisher erreichte man diese Ziel überwiegend über den Flughafen Holguin - eine ca. dreistündige Busfahrt schloß sich hieran an. Neuerdings fliegt auch "Thomas Cook" (vorher "Condor") den Flughafen von Santiago de Cuba an. Unser Flug ging von Frankfurt/Main via Havanna nach Santiago - aufgrund des Aufenthalts in Havanna sollten wir planmäßig für diese Strecke insgesamt ca. 14 Stunden unterwegs sein.

 

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unser Zimmer mit dem "Che Guevara - Schrank"

 

Nach letztlich 22 Stunden (inklusive Anreise zum Flughafen, Verspätung und Transfer zum Hotel) kamen wir recht ermüdet im Hotel "Los Corales" an. Der Reiseleiter von ÖGER TOURS machte auf uns einen guten, sympathischen und stets freundlichen Eindruck, welcher sich während des Aufenthaltes bestätigte. Er gab sinnvolle Hinweise - ohne hierbei aufdringlich zu sein. Das Einchecken an der Rezeption erfolgte zügig, da mit uns lediglich fünf weitere deutsche Urlauber eintrafen. Die Lobby des Hotels und die Anlage, durch welche wir vom Roomboy geführt wurden, machten bei abendlicher Beleuchtung einen hervorragenden ersten Eindruck.

Dann betraten wir unser Zimmer - hui... . Ich mußte schon etwas schlucken - der erste Eindruck der Hotelanlage wich diesem kahlem Anblick von weißen Wänden, ohne Bilder - einfach nur weiß. Zwei Betten, zwei Stühle, ein Spiegel und ein Vorhang - bestehend aus mehreren Leinen, die wohl mal ein Tuch waren. Dazu ein kleiner Fernseher auf einem kleinen Tisch, ein Minisafe (gegen Gebühr) und dann dieser Kleiderschrank: genau in solchen Schränken müssen früher die Guerillas ihre Waffen gelagert haben. Dazu ein Badezimmer, welches im sozialistischen Stil eingerichtet war. Das Zimmer und auch das Bad waren sehr einfach, aber sauber.

Der Balkon war schön - mit Meerblick, zwei unbequemen Stühlen und einem Tisch ausgestattet.  Wir beschlossen, uns nicht weiter um unsere Bleibe für die Nacht zu kümmern und möglichst wenig Zeit hier zu verbringen, was uns gelang. Zusätzlich sind die Zimmer mit Telefon und mit einer (lauten) Klimaanlage ausgestattet, die - sofern sie nachts bei Zimmernachbarn in Betrieb ist - Menschen mit einem leichten Schlaf als störend empfinden können.

Aus Gesprächen mit anderen Urlaubern erfuhren wir, daß es bereits renovierte Zimmer gab - vorwiegend auch im Nachbarhotel Carisol. Mitunter waren dort aber andere Einflüsse zu verzeichnen: so war das recht laute abendliche Animationsprogramm bis ca. 23.00 Uhr hier z.T. deutlicher zu hören, da die Show meistens im Bereich des Pools stattfand und diese Zimmer hieran angrenzen.

Das Hotel, welches zuvor unter der Leitung der LTI-Gruppe stand und laut Gerüchten der Hotelangestellten demnächst von einem italienischen Investor übernommen werden soll, wird zur Zeit von der cubanischen Gesellschaft Cubanacan betrieben - ebenso das Nachbarhotel Carisol, in welchem überwiegend französisch gesprochen wird. Beide Anlagen und Einrichtungen können von den Gästen gleichermaßen genutzt werden.

 

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die Hotelanlage von "Los Corales"

 

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die Hotelanlage vom "Carisol"

Einige Ausstattungsmerkmale, die zwar in unserem Katalog nicht ausgewiesenen - vor Ort aber angepriesen wurden, sind nicht oder nur zum Teil brauchbar. Eine Snackbar betreiben beide allinklusiv Hotelanlagen nicht - die vorhandenen Fahrräder leiden genau wie das gesamte cubanische Volk unter dem noch heute existierenden Wirtschaftsembargo der USA. Insofern kann man zwar Fahrrad fahren - Radtouren sind aber selbst für sportive Urlauber eine Herausforderung. Daher brachten viele Gäste, die bereits einmal hier waren, ihr eigenes Zweirad mit.

Der Strand entsprach genau unseren Vorstellungen - in einer Bucht gelegen, schön bewachsen und geschützt von den Bergen der Sierra Maestra. Ein vorgelagertes Korallenriff bietet sehr gute Schnorchel- und Tauchbedingungen. Dazu Liegestühle, ein Wassersportzentrum und eine Strandbar mit einem stets gut gelaunten Barkeeper "Roberto", der die Gäste zu unterhalten weiß. Für Urlauber, die ausgiebig schwimmen wollen, ist die Bucht allerdings nicht optimal. Auch sollten aufgrund des o.g. Korallenriffs die Badeschuhe an diesem Strandabschnitt nicht fehlen.

 

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der Hotelstrand von "Los Corales"

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Roberto - stets gut gelaunt

 

 

Das meist ältere Publikum der beiden Hotelanlagen setzt sich hauptsächlich aus kanadischen (ca. 90%), französischen und deutschen Gästen zusammen. Daraus ergibt sich ein Sprachenmix der Kanadier (englisch, französisch, italienisch, deutsch) und den übrigen Urlaubern. Die meißten unserer Bekanntschaften waren sehr aufgeschlossen und wir kamen schnell ins Gespräch. Hierbei stellte sich die Poolbar der jeweiligen Anlagen als ausgezeichnete Kommunikationsstätte heraus; im Pool auf einem Barhocker sitzend und bei einem Drink in der Hand, erwies sich die Kommunikation als leicht und unkompliziert.

Eine weitere tolle Stätte der Unterhaltung bot sich beim Essen. Es gibt im Restaurant keine festen Plätze - dadurch sitzt man (sofern man es mag) mit stets unterschiedlichen Menschen zusammen. Andernfalls kann man sich zum Essen mit vertrauten Bekanntschaften treffen oder für sich alleine sein. Neben den Hauptrestaurants in den Anlagen werden Spezialitätenrestaurants angeboten. Der Unterschied besteht aus meiner Sicht lediglich bei der Bedienung - das Essen (da aus gleicher Küche) unterscheidet sich kaum. Die Speisen zeichneten sich durch ausreichend Salat, Nudeln und Reis aus - sehr abwechslungsreich oder gar als ausgezeichnet kann die Verpflegung nicht bezeichnet werden.

Die Bedienungen sind durchweg freundlich und haben die karibische Leichtigkeit, welche uns Deutschen oftmals fehlt. 

Besonders am Abend, wenn zum Essen die cubanische Gruppe  "Septeto Variedades" aufspielte, merkte man die Nähe zur Karibik und den Rhythmus, der den Cubanern hier im Blut liegt. Plötzlich kommt der Koch - noch mit weißer Mütze auf dem Kopf - aus der Küche geschossen, schnappt sich eine Bedienung und legt unter dem Beifall der Gäste 'ne flotte Sohle auf's Parkett - nicht geplant; nur weil die Musik und sein Temperament jetzt mit ihm durchgehen - einfach toll!

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"Septeto Variedades" in Aktion

Die Tauchbasis "Marlin" wird von drei Instructoren (Alberto, Kiki und Daniel) betreut. Da wir lediglich mit unseren Shorti's und ABC-Ausrüstungen angereist waren, beschlossen wir, zunächst lediglich einen Tauchgang zu buchen. Auf diese Weise wollten wir die Ausrüstung der Basis testen und die Tauchlehrer 'mal in Action sehen. Danach wollten wir entscheiden, wieviele Tauchgänge wir buchen.

Mit dem Bus fuhren wir in die ca. 2 km entfernte Tauchbasis. Vor dem ersten Sprung ins Wasser wurden unser Logbook und das ärztliche Attest eingesehen - ein Check-Tauchgang wurde nicht absolviert. Die Tauchausrüstung machte auf uns einen guten und gepflegten Eindruck. Allerdings sind auch hier Tauchcomputer Mangelware und gehören somit nicht zur Leihausrüstung. Bis auf unseren letzten Tauchgang fand auch stets eine Einweisung auf die bevorstehenden Aufgaben statt.

Die Tauchplätze liegen alle in unmittelbarer Nähe der Basis oder sogar direkt vor den Hotels. Insofern wurde kurzfristig entschieden, ob man eventuell mit dem Boot direkt am Hotelstrand ablegt und die Spots ansteuert. Wir waren mit dem Motorboot nie länger als zehn Minuten unterwegs - eher weniger.

Pro Tauchtag berechnet die Basis $5 für Jacket und Automat - pro Tauchgang werden $30 verlangt. Mit jedem weiteren Tauchgang verringert sich der Preis pro Tauchgang. In der Regel werden täglich zwei Tauchplätze angefahren - bis spätestens 14.30 Uhr ist man normalerweise wieder im Hotel.

Die Unterwasserwelt besticht durch eine wunderschöne Vielfalt an Pflanzen und Korallen, welche man auch beim Schnorcheln in unmittelbarer Nähe des Hotelstrandes bewundern kann. Die interessierten Unterwasserfreunde werden sich stundenlang hiermit beschäftigen können. Fische sind nicht so zahlreich vorhanden - lediglich einen Großfisch (Barakuda) konnten wir bei einem unserer Unterwasserausflüge beobachten.

Insgesamt waren es schöne Tauchgänge - ruhig und fast strömungsfrei. Lediglich der letzte Abstieg ins Blau war unerfreulich. Nachdem wir zuvor auf 30m waren - anschließend ca. 60 Minuten Oberflächenpause hatten - ging es ohne Absprache erneut ins Wasser. Unser Guide Kiki stieg bis auf knapp 26m ab, für mich unverständlich, da mein Computer bereits auf DEKO-Zeit aufmerksam machte. Also blieben Martina und ich stets 5m über Kiki. Nachdem wir so gut wie nichts interessantes sehen konnten, da unser Guide stets von den Korallenblöcken weg - über den Sandboden tauchte, schoß er plötzlich auf 9 Meter hoch, verweilte hier und anschließend erneut auf 5m, bis er nach 40 Minuten mit uns und jeweils 120 bar in den Flaschen auftauchte. Wir waren "not amused" über diese Vorbereitung und Durchführung des Tauchgangs. Nachdem wir die Sache anschließend unter 4 Augen besprachen, sollte für mich die Sache "aus der Welt sein". Es war halt schade, da es unser letzter Tauchgang war...

 

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die Tauchbasis "Marlin" - 2 Km vom Hotel entfernt

 

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die Tauchplätze - als Vollbild ist alles gut lesbar

 

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in der Bucht von "Cayo Saetia"

 

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Mittagessen in der Hütte - mit Leguan im Vordergrund

 

Das schönste Erlebnis hatten wir jedoch mit Carlos. Ein deutschsprachiger Cubaner aus Santiago leitete einen Jeep-Ausflug nach Cayo Saetia - einer wunderschönen Bucht mit weißem Sandstrand in einem Naturschutzgebiet.

Dazu eine idyllische Hütte und ein ausgezeichnetes Mittagessen bei cubanischer Musik, eine homogene Gruppe von Urlaubern, die den Ausflug genossen und eben dieser Carlos; man merkte, daß man "auf einer Wellenlänge" lag und die Gespräche machten neugierig auf mehr...

So lag es nahe, daß wir uns erneut verabredeten - diesmal privat. Wir fuhren mit dem Bus, welcher die Hotelangestellten  nach Hause brachte, in 50 Minuten vom Hotel ins nächtliche Santiago. Carlos holte uns ab und zeigte uns die Stadt.

Drei Tage später trafen wir uns erneut, schlenderten durch Santiago und besichtigten die (wenigen) Sehenswürdigkeiten der recht armen und verfallenden Stadt - darunter "El Morro" eine Festung oberhalb der Bucht von Santiago und "El Cobre" eine Wallfahrtskirche im Westen Santiago's. 

Carlo's lud uns zu sich nach Hause ein, zeigte uns seine Wohnung und wir lernten seine Frau kennen. Diese Eindrücke und vor allem die vielen Gespräche über das Leben auf Cuba und in Deutschland werde ich nie vergessen. DANKE!

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...mit Regina und Edel

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der Blick von "EL MORRO" auf die Bucht von Santiago

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Abschied von Carlos - heiter, wie in Cuba üblich

 

Fazit: Eine schön angelegte Hotelanlage, ein schöner Sandstrand mit dem vorgelagerten Korallenriff, ruhige strömungsfrei Tauchgänge und ein durch die Bergkette geschütztes Klima zeichnet den Urlaub hier aus. Doch gibt es auch Merkmale, die im Bericht erwähnt wurden und durchaus gewöhnungsbedürftig sind. Man erfährt auch als Urlauber den cubanischen Mangel an Dingen des täglichen Bedarfs.

Wer sich dessen bewußt ist und die heitere Art der hier lebenden Cubaner kennenlernen möchte, kann eine schöne Zeit mit Gleichgesinnten verbringen. Für uns waren diese Sinnesgenossen einige Urlauber aus Deutschland, die ich an dieser Stelle herzlich Grüße, und eben dieser Santiaguero namens Carlos.

"kleine geste - GROßE WIRKUNG": Es ist schwer, eine Korrespondenz zu Carlos aufrecht zu erhalten. Auf "normalem Weg" dauert ein Brief nach Santiago de Cuba bis zu 6 Monaten - Internet oder e-mail sind auf Cuba nur gegen "harte Dollar" zu bekommen und daher für die meisten Cubaner nicht bezahlbar.  Während Carlos rückreisende Urlauber für den Briefkontakt nutzt, bleibt mir i.d.R. nur der "normale postalische" Weg. So wartete Carlos unverhältnismäßig lange auf Antwort -  eine Freundschaft droht zu zerbrechen. Wenn demnächst eine Reise in die Region von Santiago de Cuba ansteht, bitte ich um Hilfe. Eine mail und im Gegenzug warten Erlebnisse, die in keinem Reisebüro buchbar sind... 

Vielen Dank für die tolle Unterstützung an Dagmar Hettich & Tatjana Brunkow !!

 

 

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