Olds/Hurst

Intro
Für die Automobilkäufer, die 1969 eine Hochleistungsstraßenmaschine suchten, gab George Hurst die entsprechende Antwort, den Hurst/Olds basierend auf einem 4-4-2.
Hurst war der Begründer der am meisten respektierten Hersteller von transmission shifter und Rennzubehör. Er erkannte das Potential des Olds 455cui-Motors - mehr Hubraum bedeutete mehr Kraft und Drehmoment. Das ganze gekoppelt mit einem leichten, gut auf der Straße liegenden und mittelgroßen Auto und man hat einen gewaltigen street bomber.

1968
General Motors hatte einen Erlaß, der den Einbau von Motoren, die größer als 400cui waren, in Intermediates verbot. Hurst nahm einen 4-4-2 mit dem 360 PS W-30 400cui-Motor und baute ein MuscleCar nach seinen Ideen. Der nun eingebaute 455cui-Motor hatte nicht nur mehr Leistung [390PS], sondern war auch leichter, so dass der 4-4-2 weiterhin wie kein anderes MuscleCar auf der Straße lag.
John "Doc" Watson rundete das Ganze mit einer Spezialfarbe, einem Hurst shifter, einigen Motormodifikationen und Holzapplikationen im Innenraum ab. Die ersten Hurst/Olds sahen fast langweilig in ihrer silbernen und schwarzen Farbgebung aus. Das Peruvian Silber stammt vom Toronado und wurde von schwarzen Streifen und schwarzem Kofferraum betont. Ebenso stammt der 455er aus besagtem Toronado.
Wer sein Hurst/Olds mit Klimaanlage orderte, musste sich mit 10PS weniger zufrieden geben. Die Produktion begann erst spät im aktuellen Modelljahr und wurde von Demmer Engineering in Lansing, MI durchgeführt. Demmer hatte nur rund 30 Tage die geforderten 500 [insgesamt wurden es 515] Autos umzubauen.
Olds hingegen konnte Tausende von Bestellungen nicht erfüllen, aber es war trotzdem ein Erfolg auf ganzer Linie. Der Weg für eine lange Beziehung zwischen der Oldsmobile Division und Hurst Performance war geebnet.

1969
Das Herz des Hurst/Olds war einmal mehr der 455 cui Rocket V8 in einer überarbeiteten Version. Die Leistung betrug "nur" noch 380PS bei 5.000min-1, das Drehmoment lag bei unglaublichen 500Nm bei 3.200min-1. Das 68er Modell saugte die Luft noch unter der Frontstoßstange an, jetzt wurde die Luft durch große "mailbox" scoops auf der Motorhaube direkt zum Luftfilter geleitet. Weiterhin zierte das Heck ein funktioneller Spoiler. Die Hurst/Olds wurden in Cameo Weiß mit Hurst Fire Frost goldenen Streifen ausgeliefert. Spezielle 15" Chromfelgen [Super Stock II] mit Goodyear Polyglas GT Reifen stellten den Kontakt zur Fahrbahn her. Der Preis lag bei $4.180. Gebaut wurden 912 Hardtops und 2 Convertibles.

1972
Nachdem 1971 ein Dodge Händler das Indy 500 Pace Car bei der Einfahrt in die Boxengasse teilweise verschrotte, nahmen die Automobilhersteller 1972 Abstand von einer Indy Pace Car Serie. Folge war, dass das 72er Hurst/Olds H/O erstmalig Pace Car wurde.
In den 70ern änderten sich die Zeiten und das H/O spiegelte diese Veränderung wieder. Das Auto wurde luxuriöser und hatte weniger Leistung. Als Plattform diente das Cutlass Supreme Hardtop/Convertible, am Motor änderte sich nichts - es war weiterhin der 455er. Das Cameo Weiß war die einzig wählbare Farbe, das Hurst Gold wurde aber durch ein reflektierendes Gold ersetzt, welches wirklich in der Nacht aufleuchtete. Die Hardtop Version hatte ein gepolstertes Vinyldach und als Option war ein Sonnendach erhältlich. Dieses Jahr war das mit der geringsten Produktion von allen H/Os [130 Convertibles, 499 Hardtops und 220 Hardtops mit Sonnendach].

1973
GM's Intermediates bekamen ein neues Blechkleid und die neuen flüssigen Linien standen dem H/O besonders gut. Erstmals wurden zwei Farben angeboten: Cameo Weiß und Ebony Schwarz, jeweils mit goldenen Akzenten. Ein eindrucksvoller Effekt war, dass das Vinyldach die Fenster kleiner erscheinen ließ.
Die Abgase wurden durch große Chromendrohre unter der Heckstoßstange ins Freie geleitet. Als Reifen wurden BF Goodrich Radial T/A verwendet. Unter der Haube arbeitete weiterhin der 455er. Trotz der neuen Abgasregelung und Spritsparvorschläge, überzeugte der Hurst/Olds mit Drehmoment en masse, so dass er von einem Tester für ein Car Magazine den Namen "The H/O Locomotive" erhielt. Als immer noch ein exklusives Auto, wurden nur 1.097 gebaut.

1974
Zum ersten Mal konnte auch ein 350cui V8 geordert werden. Dieser war hauptsächlich für die Fahrzeuge bestimmt, die nach Kalifornien gingen. Der 455er war immer noch verfügbar, aber angesprochene Gesetze forderten Tribut. Bei der Farbe konnte man wieder zwischen Schwarz und Weiß wählen. Das Vinyldach wurde auf Höhe der B-Säule geteilt, um das Targa-Dach des aktuellen Pace-Car zu simulieren. Die Stückzahl beläuft sich auf etwa 1.800. Durch ein einmaliges Abkommen wurden rund 100 Delta 88 Convertibles in H/Os umgebaut, welche alle nur in Weiß zu bekommen waren.

1975
T-Tops waren Mitte der 70er im Kommen und Hurst baute sie als einer der Ersten in ein Serienfahrzeug. Die Käufer hatten wieder die schwere Wahl zwischen Schwarz und Weiß. Immerhin konnte man nun die Farben mischen: Weiß mit schwarzem Vinyldach und entgegengesetzt. Als Antriebseinheit wurden wie letztes Modelljahr 350cui und 455cui Motoren angeboten. Und als Zeichen der Zeit wurden mehr Small Blocks verkauft. Die Federung und die Reifentechnologie ist verbessert worden, so dass eine ausgezeichnete Balance zwischen Kraft und Handling entstand. Die Verkaufszahlen stiegen auf 2.535 Stück.

1979
Nach 3 Jahren kehrte der H/O in GM's verkleinerten Cutlass zurück. Es war der erste H/O, der komplett von Oldsmobile gebaut wurde und keinen 455er Big Block zur Auswahl hatte. Dafür bekam man den einzigen 350cui V8 in einem GM A-Body. Zwischen Weiß und Schwarz bei der Außenfarbe musste mal wieder entschieden werden. Bei der Innenausstattung hatte man die größte Auswahl an Optionen wie niemals zuvor.
Die Motorhaube, Teile vom Dach, das Ende des Kofferraumdeckels, die Alu-Felgen und der Grill waren in einem Goldton gehalten. Auch wenn dies der teuerste H/O [$2.054] war, blieben die Verkaufszahlen hoch [2.499 Stück].

1983/1984
Mal wieder vergingen 3 Jahre bis zur Vorstellung des neuen H/O. Für die 15th Anniversary Edition wurde der H/O nur in Schwarz mit silbernen Schwellern ausgeliefert. 15" Chromfelgen mit Goodyear GT Reifen, eine kraftvoll erscheinende Motorhaube und ein Heckspoiler gaben dem Auto eine entschlossene Erscheinung. Unter der Haube sorgte ein modifizierter 307cui V8 von Oldsmobile für das Vorankommen. Außerdem wurde das Hurst/Olds Emblem neu gestaltet.
Bei den Farben hingegen hat sich nicht viel getan: Schwarz oder Weiß mit roten oder silbernen Streifen. Die Nachfrage war dennoch riesig. Oldsmobile hatte 2.500 Stück veranschlagt, welche aber schnell auf 3.000 aufgestockt wurde. Das war auch der Grund, dass der H/O im darauffolgenden Jahr immer noch erhältlich war. Das 84er Modell ist identisch zum 83er, nur die Farbe hat sich geändert [Silber mit schwarzen Schwellern].

1988
Die Hurst/Olds Geschichte nahm in diesem Jahr eine ungewöhnliche Wendung. Um dem 20. Jahrestag zu gedenken, wurden vier H/Os von Doc Watson auf der Plattform des letzten Cutlass gebaut. Jedes ist ein Einzelstück und spiegelt die Persönlichkeit des jeweiligen Besitzers wieder. Die sogenannten Aero-Kits, die beim Umbau verwendet wurden, waren auch für die Allgemeinheit erhältlich. Diese Kits konnten an jedem 81er - 88er Cutlass installiert werden. Aber nur die 88er Cutlass mit Aero-Kit erhielten den Namen 20th Anniversary Hurst/Olds. Alle älteren Cutlass nannte man Hurst/Aero. Wie viele Kits gebaut wurden, ist nicht bekannt.

Outro
Es waren insgesamt nur 10 von 21 Jahren in denen H/Os gebaut wurden. Insgesamt wurden weniger als 16.000 Autos gebaut. Verglichen mit 30.000 4-4-2s in einem Modelljahr, ist der Hurst/Olds ein wahres Sammlerstück. Die einmalige Geschichte und die Kombination von Luxus und Performance machen ihn immer wieder zum Gesprächsthema unter MuscleCar Fans.

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