Intro
Zu Beginn der MuscleCar Ära waren die General-Motors Modelle ohne Konkurrenz. Andere Hersteller bauten
natürlich auch Autos mit starken Motoren, aber es war keines darunter, was den Namen MuscleCar verdiente.
So nahmen die Ingenieure von Oldsmobile den Kampf gegen den Pontiac GTO auf. Es lag auf der Hand, dass sich
hier ein neuer Markt eröffnete! Olds debütierte mit dem 442er Paket in der kleinsten Ausführung, dem F-85
Intermediate. Er glänzte durch eine gute Straßenlage, aber wirkliche Power sollte erst später mit dem
legendären W-30 kommen.
Um 1960 ging der Trend zu kompakteren Autos auch an Olds nicht vorbei. Das etwas kleinere Modell mit Aluminium
V8 hieß F-85. Das F steht für fuel economy (will ich nicht weiter übersetzen). Die sportlichere und luxuriösere
Variante war der F-85 Cutlass.
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1964
Genau dieses Modell war kurz vor der Vorstellung der 65er Modelle mit dem 442er Paket erhältlich. Im Gegensatz
zum F-85, der mit viel Werberummel präsentiert wurde, erschien der 442er in fast heimlicher Manier. Weil sich
die Olds-Führungsetage nicht einigen konnte, was mit diesem Ausstattungspaket eigentlich bezweckt werden sollte,
wurde die 442 Ausführung kaum in den Prospekten erwähnt.
Unter starken Zeitdruck wurden Teile genommen, die bereits in den Regalen lagen, nämlich Police Pursuit Packages,
also verstärkte leistungssteigernde Parts, die eigentlich für Polizeifahrzeuge bestimmt waren. Das Zubehörpaket
war, bis auf den Station, für alle F-85 V8 zu haben, d.h. dass in diesem kurzen Modelljahr auch die einzigen
viertürigen MuscleCars der Geschichte gebaut wurden. Es waren ganze drei F-85 Sedan und sieben Deluxe!
Die Bezeichnung 442 setzte sich wie folgt zusammen: 4-fach Vergaser, 4-Gang Schaltgetriebe und 2-fach Auspuffanlage.
Angetrieben wurde die 442er Version von einem 330er, der im Gegensatz zu dem im Original F-85 verwendeten 310
SAE-PS hatte. Der Preis stimmte auf jeden Fall: er lag ein paar hundert Dollar unter dem des GTO. Aufgrund der
vernachlässigten Werbung wurden aber nur knapp 3000 Fahrzeuge verkauft.
1965
In diesem Jahr veränderte sich das Aussehen des 442 kaum. Aber unter der Motorhaube hatte sich einiges getan.
Oldsmobile nutzte alle Möglichkeiten, die die 400 cui Begrenzung der Karosserie zuließ. Durch eine größere
Bohrung und einen verlängerten Hub erreichte man 400 cui. Die erste 4 im Namen stand nun für 400 cui. Durch
die Änderungen am Motor wurde die Leistung auf 345 SAE-PS erhöht. Der Preis wurde auch korrigiert. Die
Standardausführung mit manuellen 3-Gang Getriebe war 150$ billiger. Einen vierten Gang sowie Automatikgetriebe
gab es auf Wunsch gegen Aufpreis. Nachdem der Ruf des heißen F-85 gefestigt war, kam die Antwort der Verbraucher:
rund 25000 verkaufte Fahrzeuge. Der 442 beeindruckte mit der besten Straßenlage von allen GM-Modellen (mit
Ausnahme der Corvette) und dem Verbrauch. Je nach Leistungsausbeute des Motors und Wahl der Übersetzung, waren
11 Liter / 100 km auf der Landstraße zu erreichen.
1966
Der 442 wartete mit neuem Äußeren auf. Das Auto war größer und die Linienführung weicher geworden. Die
Einführung des Rochester Quadrajet steigerte die Leistung auf 350 SAE PS. Nach 1958 gab es jetzt auch wieder
eine Bestückung mit drei Doppelvergasern (Tri-Carb) im Programm. Gegen einen Aufpreis von 114$ hatte der
442 dann 360 SAE PS [@ 5000 RPM] und 440 NM [@ 3600 RPM]. Allerdings wurde dieser Motor wegen der Leistungsbeschränkung von General Motors nur
ein Jahr gebaut. Es wurden 1966 nur 2.129 Modelle mit Tri-Carb Motor verkauft.
1967
Karosseriemäßig geschah in diesem Jahr, abgesehen von notwendigen Detailverbesserungen um den Grill und die
Heckleuchten, nichts Aufsehenerregendes. Lediglich Haubenschlitze waren als einzige Neuerung zu erkennen.
Die Auswahl an Luxuszubehör hatte abgenommen. Die 442-Ausführung war bei Olds nur noch in dem neuen
Cutlass-Supreme erhältlich. Eine Neuheit war das GM TH-400 Automatikgetriebe, das endlich für die
Intermediate-Modelle zur Verfügung stand. Neu im Programm waren auch die Scheibenbremsen. Die 350 PS des
Motors blieben aber unverändert. Anstelle des Tri-Carb Motors arbeitete nun The Force Air Engine (W-30)
unter der Haube. Der W-30 hatte eine scharfe Nockenwelle, Motorchrom und einen verbesserten Lufteinlass.
1968
Der 68er 442 wurde komplett neu gestylt und war nun als eigenständiges Modell zu bekommen. Außerdem baute
Hurst eine limitierte Edition: den Hurst Olds
mit 455 cui Maschine (390PS).
1969
Das Äußerliche wurde nochmals geringfügig verändert. Neben dem W-30 war auch weiterhin der Hurst Olds
lieferbar.
1970
Aufgrund der hohen Versicherungsprämien, baute Oldsmobile den 350er (310PS) in den 442, um weiterhin das
Interesse der MuscleCar-Käufer zu halten. Da dies nicht gelang, wurde dieser Motor wieder aus dem Programm
genommen.
1971
Dies war das letzte Jahr in dem der 442 als eigenständiges Modell gebaut wurde, danach war er wieder als
Option zum Cutlass erhältlich.
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