| Pontiac GTO |
Intro
Spricht man über das erste Realität gewordene Fahrzeug der Muscle-Car Idee,
so muss es sich wohl um den Pontiac GTO handeln.
Mitte der 50er hatte die Marke Pontiac ein schlechtes Image. Die Produkte
waren nicht sonderlich up to date und man musste sich etwas einfallen lassen.
Pontiac's Generaldirektor, Simon "Bunkie" Knudsen kam auf die Idee, die Marke
durch Rennerfolge und starke Maschinen zu retten. Bis 1957 ging dieses
Konzept voll auf, und Pontiac war verkaufszahlenmässig von Platz 6 auf
Platz 3 aufgestiegen. In diesem Jahr beschloss die AMA, keine Rennen mehr
zu unterstützen. Dieser Beschluss wurde solange ignoriert, wie nur möglich.
Aber 1963 [siehe auch
Corvette-Intro]
war es damit vorbei. Eine neue Strategie
musste her. Jetzt kamen John de Lorean und Jim Wangers ins Spiel.
Sie kamen auf die Idee, einen 389 cui V8 in den Tempest, einen Kompaktklasse-Wagen,
einzubauen. Der Rennverzicht enthielt aber eine Regelung, die das
Leistungsgewicht begrenzte. Für den Tempest hätte das bedeutet, es wäre
maximal eine 329 cui Maschine möglich gewesen.
Pete Estes, Chefingenieur von
Pontiac, liess den Wagen aber doch bauen, geheim, versteht sich. Als das
Projekt dann unvermeidbar doch bekannt wurde, präsentierte man dem
Vorstand nur eine kleine Version, mit entsprechend niedrigem Leistungsgewicht.
Das eigentliche Projektergebnis, der '64er Pontiac Tempest Grand Tourismo Omologato,
sollte nur als Option angeboten werden.
Der GM-Vorstand, so heisst es, reagierte heftig, konnte jedoch nichts mehr
aufhalten. Die ersten Händlerbestellungen lagen bereits vor. Die Meinungen
über diese Art eines Autos gingen auseinander. Zum einen war da das Serienchassis
(A-Body), was zwar durch eine ellenlange Zubehörliste aufgewertet werden
konnte, aber an sich nicht für den zum anderen sehr starken, guten Motor
geeignet war. Man hatte mehr Wert auf Lufteinlässe als auf gute Bremsen
gelegt, wobei man sagen muss, das es eben diese Zusammenstellung von
Komponenten ist, die den Namen MuscleCar wirklich verdient.
Ausserdem möchte ich hier nicht außer Acht lassen, dass es ja eigentlich
eine Marketing Idee war, die einen derartigen Wagen hervorbrachte. Zeichen dafür sind zahllose
Optionspakete, zum Beispiel die "Tri-Power" - Dreifach Vergaseranlage. Aber auch
rund um den GTO wurde unheimlich viel Aufwand betrieben. Es gab GTO-Parfume,
GTO-Manschettenknöpfe, GTO-Socken, usw. Selbst Fernsehfilme und Songs, gar
ganze Musikgruppen entstanden um den Pontiac. Das alles hat das erste wahre
MuscleCar schon zu Produktionszeiten in den Kultstatus gehoben.
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1964
Im ersten Jahr kam der GTO als Optionspaket für den Tempest heraus. Er hatte die 389 cui-Maschine mit
325 PS (bzw. 348 bei der Tri-Power Anlage), und entweder eine 3-Gang-Automatik oder ein 4-Gang-Schaltgetriebe
für 190 $ Aufpreis. Es wurden insgesamt 32.450 Stück gebaut.
1965
In diesem Jahr entstand ein riesengroßer Hype um den nach wie vor als Optionspaket erhältlichen "GeeTO". Der Tiger wurde
zum Markenzeichen und "The Tigers" besangen eben dieses Auto
im gleichnamigen Kassenschlager. Auch "The Monkees" prägten den
Werbefeldzug, indem sie einen radikalen GTO zum Monkeemobil
machten, der dann auch noch mit ungefähr 200 km/h auf dem
Hollywood-Freeway gestoppt wurde. Äußerlich hatte sich etwas
getan. Die Scheinwerfer saßen nun Übereinander. Modifikationen
an der Motorsteuerung erlaubten nun 335 bzw. 360 PS (Tri-Power).
Insgesamt wurden 75.352 Stück gebaut.
1966
Nun war der GTO ein eigenständiger Pontiac. Auch die Form
erhielt eine neue Ausstrahlung. Es entstand das sogenannte
"Coke-Bottle" Design, eine sehr schwungvolle Karosserieform.
Motorentechnisch blieb alles beim alten, das heißt, wie 1965.
Auch die Ram-Air Version behielt die Leistung der Three On The
Tree Maschine bei, wie auch in den beiden Vorjahren, jedoch
dürfte die Praxis bessere Leistung bewiesen haben.
Gebaut wurden in dem Jahr 96.946 Exemplare, ein nie wieder
kehrender Rekord, was den Verkauf eines Muscle Car Modells
anbetraf.
1967
Das war ein Jahr vieler erneuter Änderungen, vor allen Dingen
unter der Haube. Außen erfuhren der Grill und das Heck
ein neues Styling. Ansonsten blieb das Erscheinungsbild
wie im Vorjahr, mal abgesehen von einer interessanten Option:
ein Drehzahlmesser auf der Motorhaube. Genial, oder?
Der 389 cui Achtzylinder verschwand samt
der Tri-Power Anlage und wurde durch einen mit 400 cui
ersetzt. Dieser war als economy (255 PS), standard (335PS),
high output (360PS) und Ram-Air (wie H.O.) erhältlich.
Es wurden immerhin noch bemerkenswerte 81.722 Stück gefertigt.
1968
Eine neue Karosserieform (A-body) brachte ein komplettes
Restyling mit sich. Die Front bestand nun aus Kunststoff, was
einen erkennbaren Stossfänger entfallen ließ. Die
Motoren erfuhren kleinere Modifikationen, was hauptsächlich
ihrer Drehmomentkurve zugute kam. Erhältlich war der GTO
nur noch als Hardtop Coupe oder Convertible. Es wurden zusammen
87.684 Stück an den Mann gebracht.
1969
Es kam eine zweite Version des GTO hinzu: "The Judge",
gewidmet einer Fernsehserie namens "Laugh In", bei der
Sammy Davis Jr. einen Richter spielt, dessen Text:
"Here come da Judge!" zu einem Running Gag wurde. Das 332$
teure Optionspaket beinhaltete eine 366 PS Ram-Air, diverse
Aufkleber, einen Heckspoiler und üppige Mehrausstattung.
Später kam noch eine 370 PS Ram-Air hinzu. Die H.O.
Version verschwindet. Insgesamt verließen 72.287 Autos
das Werk.
1970
Einmal mehr erfuhr der GTO eine radikale Designänderung.
Ein neues Heckdesign, neue Endura (Kunststoff) Front,
sowie eine neue Linienführung ließen ihn luxuriöser
denn je erscheinen. Die economy Maschine verschwand, und
es kam ein 455 cui V8 mit 360 PS hinzu. Die Gesamtstückzahl
betrug nur noch 40.149.
1971
Dieses Jahr sollte das letzte des GTO als eigenes Modell
sein und auch insgesamt vom schleichenden Tod der Muscle Car Ära
zu berichten wissen. Die Maschinen waren nun geringer
verdichtet und gaben entsprechend weniger her. Dafür waren
sie für bleifreien Sprit ausgelegt. Der 400er hatte noch 300 PS,
der 455er dagegen noch "flotte" 325 bzw. 335 (H.O.) PS.
Es konnten gerade mal 10.532 Stück verkauft werden (ganze
17 Judge Convertible!!!).
1972
Ein Pontiac GTO konnte nun nicht mehr geordert werden.
Es musste dann schon ein Pontiac Le Mans mit GTO Option sein.
Convertibles verschwanden aus dem Programm, und die Motoren
waren nur noch ein Schatten ihrer selbst. Es kamen 5.807
neue Fahrzeuge auf die Strassen.
1973
Der Endura Stossfänger verschwand aufgrund neuer Regelungen
und wurde durch einen eigenartig anmutenden neuen ersetzt.
Die Leistung der Achtzylinder wurde weiter herabgesetzt.
Hergestellt wurden nur noch 4.806 Stück.
1974
Das letzte Jahr des längst nicht mehr großartigen GTO.
Verkrüppelt bis auf die Option zu einem Ventura (Mid Size)
sollten sich noch immerhin 7.058 Stück verkaufen.
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