Pop & Tod

I hate myself and want to die" ist einer von vielen Songs der Gruppe Nirvana aus Seattle. Heute vor acht Jahren wurde die Leiche ihres Leadsängers Kurt Cobain gefunden, der sich im Alter von 27 Jahren das Leben nahm. Der kommerzielle Erfolg der Grungeband Nirvana Anfang der 90er-Jahre rührt nicht zuletzt daher, dass Lieder wie "Smells like teen spirit" das Lebensgefühl einer ganzen Generation ansprachen. Den tragischen Höhepunkt fanden die in den Songs verarbeiteten Emotionen dann im Selbstmord Cobains am 5. April 1994 in Seattle.
Der Berliner Liedermacher Klaus Hoffmann kritisierte kürzlich, dass Popmusik "um Themen wie Leid, Tod und Sterben immer noch einen großen Bogen macht". Ist diese Kritik angebracht? Immer noch zu wenig Ernst in der Spaßgesellschaft?

Der Tod ist eine der wichtigsten Fragen unseres Seins. Aber ist die Belastung durch ernste Themen nicht vorherrschend genug, so dass die Musik Flucht aus dem Alltag erlauben sollte? Tatsächlich trällern im oberen Chartbereich vorwiegend Plastikbands ihre Banalitäten. Doch auch düstere Kapellen, wie die Finnen Him, deren Erfolgssingle "Join me" sich mit dem Tod beschäftigt, sind Mainstream. Es gibt die verschiedensten Darstellungen des Todes in der Musik: metaphorisch, romantisch verklärt, tröstend. Silverchair besangen ihren "Suicidal Dream", Tomte beschreiben gar "Die Nacht in der ich starb" und "Nur zu Besuch" von den Toten Hosen ist eine Hommage an die verstorbene Mutter des Sängers. Das Angebot ist also vorhanden, nur will es die Mehrheit nicht hören. Sie singt lieber "I’m coming up, so you better get this party started". Und ist es nicht auch besser, wenn jedem selbst überlassen ist, wie sehr er sich mit dem Tod befasst? Ich zumindest höre heute einen Song für Kurt Cobain, "Let me in" von REM.