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FUTURAMA & ANGEL vs

FUTURAMA & ANGEL vs. DIE SIMPSONS & BUFFY

 

Warum Futurama und Angel besser sind als die Simpsons und Buffy.

 

 

Es gibt Fernsehserien, die sind sehr gut, z.B. die Simpsons. Und Buffy. Buffy, the Vampire Slayer wohlgemerkt. Was viel besser klingt, als die lapidare deutsche Untertitelung:  Buffy. Im Bann der DŠmonen. Obwohl die auch nicht schlecht ist.

 

Es gibt aber auch Fernsehserien, die sind noch viel besser, auch wenn man zunächst daran zweifelt. Da wäre zum einen Futurama. Auch von Matt Groening, der Mann hinter den Simpsons. Das ganze sieht ähnlich aus, lustige Cartoons und frohe Farben. Die Geschichten sind aber viel besser. Das gleiche bei Angel, ein Spin-Off von Buffy. Angel musste seine große Liebe, Buffy, verlassen, da ihre Liebe - nun ja, potentiell tödlich ist. Also ist Angel nun in Los Angeles, und auch da müssen Vampire und Dämonen bekämpft werden.

 

Es scheint, als waren die Simpsons und Buffy jeweils die Vorbereitung auf Größeres und Komplexeres. Vielleicht sind diese beiden die Rettung unserer Teenagerjahre, während Futurama und Angel uns die Twenty-somethings, die unglaublich schwierigere Phase des Erwachsenwerdens leichter machen.

 

Als Teenager lebten wir noch wohlbehütet im Elternhaus, gingen zur Schule und verbrachten unsere Nachmittage irgendwie. Wir mussten uns nicht mit schlampigen Mitbewohnern rumplagen, überlegen, wovon wir die nächste Miete bezahlen, Termine auf Ämtern einhalten und uns obendrein ernsthaft Gedanken über unsere Zukunft machen. Die geschützte Atmosphäre der Adoleszenz spiegelt sich in den konsumierten Fernsehserien wider: Die Simpsons leben abgeschirmt in Springfield, ab und zu steht mal ein Ausflug nach Capital City, Afrika oder Australien an. Die Probleme sind die alltäglichen Kleinigkeiten und der unschuldige Unsinn Heranwachsender. Das gleiche bei Buffy: Obwohl viele Gefahren in Sunnydale lauern - Vampire, Dämonen, Monster - bleibt auch dies ein hermetisch abgeschirmter Bereich, der irgendwie Wohlbehagen ausstrahlt. Die Dämonen sind ohnehin alltäglich und symbolisieren vermutlich die Gefahren und Anstrengungen des Heranwachsens. Man überlebt, irgendwie.

 

Und dann stößt man plötzlich auf Angel, in Los Angeles. Das ist wie die Schule beenden und vom Land in die Großstadt zu ziehen. Plötzlich ist man auf sich allein gestellt, Freunde und Familie sind zurückgeblieben. Und man ist Dingen und Situationen ausgeliefert, mit denen man erstmal klarkommen muss. Es gilt, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, überlegen, wohin man will und wie man das erreichen kann. Plötzlich enthüllt sich einem die Komplexität des Erwachsenwerdens. Oder ist es bereits das Erwachsensein?

 

In Angel gibt es plötzlich finanzielle Sorgen, reale Bedrohungen von anonymen Konzernen mit fragwürdigen Machenschaften (Wolfram & Hart), Verrat, Rache, Eifersucht, etc. Zudem gibt es in Los Angeles eine Menge mehr Menschen und Dämonen. Die Welt wird bunter und damit spannender. Wir sprechen hier von kultureller und ethnischer Vielfalt, dem Nebeneinander verschiedener Lebensstile. Sind wir offen, so führt das zu mehr Toleranz und wachsender Lebenserfahrung und Weltkenntnis. Nicht zu vergessen, dass Angel mehr als 200 Jahre alt ist und schon so einiges erlebt hat. Letztlich stellt sich beim Anschauen immer wieder das Gefühl ein: "Da ist jemand, der mich versteht." Und genau das brauchen wir im Chaos unserer Zeit.

 

Futurama geht da sogar noch einen Schritt weiter. Die ganze Geschichte ist nicht länger in einer Stadt angesiedelt, sondern mehr oder weniger im Weltraum. Und in der Zukunft. Ausgehend von der Basis in Neu New York reisen Fry und Konsorten durch das All, um Lieferungen auszutragen. Da wird die kulturelle Vielfalt nochmal exponentiell gesteigert. Während sich bei den Simpsons lediglich der Quoten-Inder und der Quoten-Afro-Amerikaner finden, sind Frys Freunde Amy vom Mars, Bender der Roboter, die einäugige (auch außerirdische) Leela, Frys Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel Prof. Farnsworth, der jedoch 160 Jahre alt ist, sowie Zoidberg, ein Art Hummerspezies. Mit der Ansiedelung der Geschichte im vermutlich unendlichen Weltall, steigen auch die Gefahren und Möglichkeiten des Daseins. Futurama greift genau die Probleme auf, mit denen wir Mittzwanziger konfrontiert sind: Die stetigen Erwartungen von Freunden, Familie, Arbeitgebern, Staat und Kunden, Liebe, Freundschaft, die Möglichkeiten und Risiken gesellschaftlichen Auf- und Abstiegs, Drogen und der latente Kampf ums Überleben. Immer gepaart mit der Frage nach dem Sinn des Daseins, der sich doch nie enthüllt.

 

Was bleibt ist die konstante Frage: Mache ich es wie Fry und konzentriere mich darauf, irgendwie aber einfach und genüsslich durchs Leben zu kommen? Oder doch lieber wie Angel und suche mir eine Aufgabe, irgendein Ziel, das es zu erreichen gibt - eine Mission? Aber die Entscheidung muss wohl jeder alleine treffen.

 

Melanie Grundmann / Juni 2004

 

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