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Generation X - Reloaded

Generation X - Reloaded

 

Alle paar Jahre kreieren die Medien ein neues Buzzword fŸr die Mitglieder unserer Gesellschaft, die sich irgendwo zwischen 20 und 35 befinden oder sich dem Alter entsprechend fühlen und verhalten: nach Generation X kam die Generation Golf, dann Generation @.

 

Ich selbst bin 24 und habe mich eigentlich immer der Generation X zugeordnet. Diese ist also keineswegs mit der Grunge-Bewegung untergegangen. Im Gegenteil: Die meisten Leute in meiner Umgebung gehören dazu. Wir leiden unter Perspektiv- und Antriebslosigkeit,  Desillusionierung und Zukunftspessimismus. Wir flüchten uns in Party- und Drogenexzesse, um dem tristen Alltag wenigstens kurzfristig zu entfliehen.

 

A propos Flucht: Ich bin für drei Monate im Ausland. Im Mai hatte ich mein Studium beendet. Und bereits seit längerer Zeit stellt sich die Frage: Und was nun? Die Aussicht mit Mitte Zwanzig bereits einen 9 to 5 Bürojob auszuüben, und das - mit Variationen, sicherlich - für den Rest des Arbeitslebens, erscheint  mir eher düster. Das bestätigen mir auch die Freunde, die diesen Weg gegangen sind. Nichtsdestotrotz ist dies die Erwartung meiner Eltern. Die gehören einer Generation an, die noch konstante Entwicklungen kennt. Ich kann nicht mal sagen, was nächstes Jahr sein wird. Vielleicht ist das das große Problem: Unsere Eltern haben uns mit einer linearen Weltanschauung erzogen. Das Leben liess sich planen. Und plötzlich ist man erwachsen und die Welt ist ein einziges Chaos. Es lassen sich zwar viele Wege gehen, aber wo fängt man an? Wenn ich eine Tür aufmache, fallen dann fünf andere für immer zu? Kann und will ich das riskieren?

 

Also hatte ich gleich nach der Diplomprüfung meine Koffer gepackt, um eine dreimonatige Auszeit zu nehmen. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, Klarheit darüber zu gewinnen, was ich mit meinem Leben eigentlich anfangen will, nicht nur beruflich. Die Frage stellt sich jedoch schon seit Jahren, ergebnislos. Und nun bin ich seit sechs Wochen hier und bin weiterhin ratlos. Die Gedanken drehen sich im Kreis.

 

Und wohin ich gucke: letztlich geht es jedem so. Was beruhigend ist, irgendwie. Vielleicht ist das der beste Weg: nicht groß nachdenken, wer man ist und wohin man will, sondern einfach etwas machen, das Spaß bringt und einen über Wasser hält. So dümpeln wir alle vor uns hin, fühlen uns ewig jung und machen das beste aus dem, was wir haben.

 

Melanie Grundmann / Juni 2004

 

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