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Ein Band aus der gelben "Zeitzeugen-des-Alltags"-Buchreihe von Jürgen Ruszkowski
erschienen im September 2000:
Lebensläufe und Erlebnisberichte von Fahrensleuten
aus jüngerer Geschichte und Gegenwart
aufgezeichnet bzw. gesammelt und herausgegeben von Jürgen Ruszkowski
kartoniert: 280 Seiten
Diese Bücher können Sie direkt bei mir bestellen: Kontakt
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Das Buch ist im Buchhandel, oder ( in Deutschland portofrei - Auslandsporto: ab 3,00 ) direkt beim Herausgeber für 13,90 zu beziehen:
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Inhalt:
Der fleißige kleine Steward aus Malaga - Sedeno Martin - español |
|||
Von Schiffselektriker zum Börsenguru - Reaktionen von Lesern |
Vorwort zum zweiten Band Von 1970 bis 1997 leitete ich das größte Seemannsheim in Deutschland am Krayenkamp am Fuße der Hamburger Michaeliskirche, ein 140-Betten-Hotel für Fahrensleute. Dabei lernte ich Tausende Seeleute aus aller Welt kennen. Im Februar 1992 entschloss ich mich, meine Erlebnisse mit den Seeleuten und deren Berichte aus ihrem Leben in einem Buch zusammenzutragen. In der deutschen Seefahrt waren in ihrer
Blütezeit und der der Seemannsmission vor Ausbruch des
ersten Weltkrieges etwa 100.000 Menschen beschäftigt.
Weitere 20.000 deutsche Seeleute arbeiteten unter fremden
Flaggen. Davon sind heute noch etwa 10 %
verblieben. Die Technik hat die Welt an Bord der Schiffe in
den letzten drei Jahrzehnten revolutioniert. Durch
den Container und die Mikroelektronik wurden an Bord
mindestens so große Veränderungen und Umwälzungen
hervorgerufen, wie beim Übergang vom Segel- zum
Dampfschiff. Die Hafenliegezeiten reduzierten sich
drastisch. Landgang in fremden Häfen wurde immer
kürzer und seltener möglich. Die Zahl der
Besatzungsmitglieder eines großen Überseefrachters sank
in den letzten Jahrzehnten von 40 über 20 auf 12 Mann.
Das ferngesteuerte unbemannte Überseeschiff ist nicht
nur denkbar, sondern wurde bereits getestet. Dennoch
ist es kaum vorstellbar, dass in Zukunft unbemannte
Schiffe den Seemann völlig überflüssig machen. Obwohl im letzten Vierteljahrhundert
Zehntausende deutscher Seeleute freigesetzt wurden und in
Landberufe abwandern mussten, ist die Seefahrt ohne die
Menschen an Bord nicht zu denken. Langlebige
Vorurteile in der Gesellschaft gegenüber den Seeleuten
treffen heute nach meinen jahrzehntelangen Erfahrungen
nur noch sehr eingeschränkt zu. Wer in unserer
Zeit in der Seefahrt beruflich bestehen will, muss
fachlich qualifiziert, aus bestem Edelholz geschnitzt und
sehr anpassungs- und widerstandsfähig sein. Die Seefahrt brachte in Jahrhunderten eine
eigene Kultur hervor. Sie droht mit dem Einzug der
Hochtechnologie und des Containers an Bord auszusterben.
Träger dieser Kultur sind Menschen. Menschen, die
in den letzten Jahrzehnten in der Seefahrt arbeiteten,
die in weit geringerer Anzahl noch heute an Bord tätig
sind, die mir im Seemannsheim begegneten, habe ich in dem
ersten Band Seemannsschicksale in kurzen,
aber aufschlussreichen Portraits und Lebensläufen
vorgestellt: Wie kamen sie zur Seefahrt? Was
haben sie an Bord und in den Häfen der Welt erlebt?
Wie geht es ihnen heute? Welche Perspektiven sehen
sie für sich und für den Beruf des Seemanns? Das
Schicksal dieser Menschen soll nicht in Vergessenheit
geraten. Bei den Interviews mit den Seeleuten hatte
ich gemerkt, dass mir altbekannte Gäste des
Seemannsheimes durch die intensiven Gespräche erst
richtig vertraut wurden. Das Projekt brachte mir viel Freude, forderte
aber auch viel Zeit und Kraft. Ein Verlag zeigte
sich interessiert, scheute dann jedoch das Risiko. So
habe ich das Buch im Eigenverlag vertrieben. Die
erste Auflage erschien unter dem Titel: Seemannslos
- heimatlos, eine erweiterte als
Seemanns-Schicksale. Insgesamt brachte
ich bisher über 2.500 Exemplare an interessierte Leser.
Ich erhielt viele Reaktionen zu meinem Buch. Ein Schifffahrts-Fachjournalist: ...heute kam Ihr Buch per Post an - und
ich habe es gleich in einem Rutsch komplett durchgelesen.
Einfach toll! In der Sprache des Seemannes,
abenteuerlich und engagiert. Stories von der
Backschaftskiste und voll von Lebenslust, Leid und
Tragik. Dieses Buch sollte man den Politikern und
Reedern um die Ohren klatschen. Menschenschicksale
voll von Hochs und Tiefs. Ich hoffe, dass das Buch
eine große Verbreitung findet und mit Vorurteilen aufräumt. Da ich in der
Schifffahrts-Journalistikbranche ganz gut engagiert bin,
...werde ich gerne dazu beitragen, dass Ihr Buch eine
große Verbreitung findet... Ich bestelle hiermit noch
fünf weitere Exemplare... Ich wünsche Ihnen viel Erfolg
mit dem Buch, - das wirklich Seinesgleichen
sucht... Die Sekretärin eines Bundestagsabgeordneten
schrieb: ...Herrn Tietjen hat das Buch ... so gut
gefallen, dass er es gerne weiterverschenken möchte und
zu diesem Zweck noch einmal 10 Exemplare
bestellt... Seeleute schrieben mir: ...bei einem Bekannten in Husum sah ich das von Ihnen herausgegebene Buch... Ich las kurz darin und fand es sehr interessant. Ich bin selbst weit über 20 Jahre in der Ex-DDR zur See gefahren... oder ...möchte Ihnen zu Ihrem Buch gratulieren ... fahre seit 1960 zur See, seit 18 Jahren als Kapitän bei einer namhaften Reederei. Habe in meiner Sturm- und Drangzeit selbst mal bei Ihnen gewohnt. Drei der von Ihnen beschriebenen Personen sind mir persönlich bekannt ... Ein Buch, das die Seeleute der 60/70 Jahre treffend beschreibt. Die Reaktionen auf den ersten Band und die
Nachfrage ermutigen mich, in diesem zweiten Band weitere
Menschen vorzustellen, die einige Wochen, Jahre oder ihr
ganzes Leben der Seefahrt verschrieben haben. Ein Kapitän hat jahrelang Tagebuch geführt.
Er benutzte dieses als Quelle für seine Memoiren, die er
mir zur Verfügung stellte. Ich redigierte und
veröffentlichte sie als weiteren Band in der Reihe
Seemannsschicksale. Auch dieses Buch
Ein Leben auf See stieß auf
reges Interesse und der Verband deutscher Kapitäne und
Schiffsoffiziere in Hamburg ermutigte mich mit der
Meinung, diese Reihe Seemannsschicksale
sollte unbedingt fortgesetzt werden. Allen, die an diesen Portraitsammlungen
mitgewirkt haben, mir aus Ihrem Leben erzählten, von
ihren Fahrten berichteten, sich mit der Veröffentlichung
einverstanden erklärten, mir Bildmaterial zur Verfügung
stellten - allen sei herzlich gedankt! Ein besonderer Dank gilt Herrn Jochen Esdohr (+)
aus Magdala für das Korrekturlesen. Hamburg, im September 2000 Jürgen Ruszkowski |
Ein hochinteressantes Seemannsleben vor über hundert Jahren -Kapitän Johannes Hubert - Johannes Hubert |
Vom Schiffsjungen zum Funkoffizierwar jahrelang in der Fischerei tätig im Internet bei Ex-Funker Heinrich Busch entdeckt: Funkoffizier ... Fortsetzung ... weiter ... weiter |
| Ein alter Seemann kann...
aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski el texto del español |
| Von Stettin nach Kolumbien Nautischer Offizier Helmut Laedtke - Helmut el texto del español |
| Zweiter Ingenieur auch ohne Patent
Storekeeper Peter Amtmann - Peter aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski |
| Seemann aus Leidenschaft |
Ein fleißiger Matrose aus Spanien Matrose o.B. Pablo Fernandez Molanes - aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski Pablo Fernandez Molanes Jahrgang 1949 aus der Atlantik-Küstenstadt Cangas de Morasso in Galicien im Nordwesten Spaniens |
|
Steward Rainer Kluge verstorben - Rainer |
| Der fleißige kleine Steward
aus Malaga Steward José Maria Sedeno Martin - Sedeno Martin el texto del español aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski |
Von Schiffselektriker zum Börsenguru Elektriker Günter Grede aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski Günter Grede
wurde im November 1945 in
Hessisch-Lichtenau, etwa 25 km von Kassel entfernt,
geboren. Er wuchs in geordneten
Familienverhältnissen auf. Eine Schwester und ein
Bruder leben noch in Hessen. Ein weiterer Bruder
verstarb vor etlichen Jahren bei einem Verkehrsunfall.
Günter machte nach neun Schuljahren seinen
Hauptschulabschluss und absolvierte anschließend eine
Berufsausbildung zum Elektromaschinenbauer im Aufzugsbau
bei der Firma Hevelmeier & Sander in Kassel. Bis
zu seiner Gesellenprüfung blieb er im Elternhaus. Anschließend
nahm er in Frankfurt am Main eine Arbeitstelle bei einer
Gasgeräte- und Heizungsgesellschaft an, bei der er
Steuerungsgeräte für Gasheizungen zu installieren
hatte. Als
ich im Jahr 1971 eines Tages durch Frankfurts Straßen
spazieren ging, hörte ich, wie jemand meinen Namen
Günter rief. Erst reagierte ich gar
nicht. Dann wurde mein Name noch einmal gerufen.
Ich drehte mich um und stellte fest, dass ein ehemaliger
Kollege, mit dem ich zusammen die Berufsschule besucht
hatte, nach mir rief. Wir gingen zusammen in eine
Kneipe und erzählen uns, wie es uns seit der Schulzeit
ergangen war. Er berichtete mir, er habe zur Zeit
drei Monate Urlaub. Das kam mir reichlich komisch
vor. Wer hat schon drei Monate Urlauf an einem
Stück. Ich erfuhr von ihm, er fahre zur See und da
sei es üblich, die durchgearbeiteten Wochenenden und
Überstunden durch entsprechend langen Urlaub
ausgeglichen zu bekommen. Er meinte, das könne ich
auch haben. Elektriker suche man in der Seefahrt
immer. So kündigte ich meinen Job in Frankfurt und
fuhr nach Hamburg, wo ich mich im Weißen
Haus, dem damaligen Hamburger
Seemannshaus in der Seewartrenstraße einmietete.
Ich lief durch den Hafen und schaute mir die dort
liegenden Schiffe an. Es
dauerte kaum zwei Wochen, da hatte ich meinen ersten
Heuervertrag bei der Hamburg-Süd in der Tasche. Auf
meine dortige telefonische Anfrage hieß es: Kommen Sie
mal mit allen Ihren Papieren vorbei, dann sehen wir
weiter. Die Hamburg-Süd hatte damals schon drei
moderne Containerschiffe mit Turbinenanlage unter Dampf.
Eines war die Columbus Australia, auf der ich
sechs Monate als Elektriker-Assistent in Richtung
Neuseeland tätig war. Ich hatte dabei viel
Gelegenheit zum Landgang. Daher gab ich auch fast
die gesamte Heuer unterwegs aus, so dass ich mich nach
der Rückkehr bald wieder um ein neues Schiff bemühte.
Bei der Hamburg-Süd wollte ich nicht länger bleiben.
Diese Reederei war für mich ein Staat im
Staate, wo es mir nicht so recht gefiel. Ich
fuhr für kurze Zeit nach Hause und fand anschließend
einen neuen Job bei der Firma Chemikalien Seetransport.
Es war seinerzeit ja überhaupt nicht schwierig, schnell
wieder eine neue Arbeit an Bord eines Schiffes zu finden.
Mein
neues Schiff, die unter Kuwait-Flagge fahrende
Alfondas, ein 280.000-Tonnen-Tanker, lag in
Rotterdam in der Werft, als ich einstieg. Ich blieb
zunächst fünf Monate an Bord, die ersten vier als Assi,
den letzten als voll bezahlter Elektriker, machte dann
Urlaub und arbeitete anschließend noch einmal sieben
Monate auf diesem Schiff, auf dem ich damals ein
Schweinegeld verdiente. Da lebte ich nach dem
Motto: Was kostet die Welt?! Allerdings habe ich
mein Geld nicht auf der Reeperbahn durchgebracht, wie
mancher Seemann damals, sondern habe mir davon
Urlaubsreisen nach Asien und Südamerika geleistet.
Ein halbes Jahr hielt ich mich in Thailand und Malaysia
auf. Günter zeigt stolz ein Sparbuch einer
Thailändischen Bank aus jener Zeit: Das musste ich
mir zulegen, weil ich ein Banksafe für meine Reisekasse
benötigte, was mir die Bank nur bereitstellen wollte,
wenn ich ein Sparkonto eröffnen würde. Wenn ich
mal wieder nach Thailand kommen sollte, kann ich mit Zins
und Zinseszins sicherlich an die 40.000 Bath (das sind
etwa tausend Dollar) abheben. Nach
dieser Zeit fuhr Günter zehn Monate lang als Elektriker
bei der Firma Einbcke unter Liberia-Flagge auf der
Neptunia . Die Heuer des Elektrikers
entsprach der eines zweiten Ingenieurs. Auf dieser
Reise gab es kaum Gelegenheit zum Geldausgeben, so dass
er sich anschließend von den etwa 30.000 DM Ersparnissen
ein Auto, einen Schirokko, kaufte, was er jedoch kurze
Zeit später für eine Fehlentscheidung hielt, weil er
das Auto als Seemann kaum nutzen konnte. Bei
einem Urlaubsaufenthalt in Brasilien besuchte er die von
Deutschstämmigen bewohnte Stadt Blumenau, wo er sich in
einer Pension einmietete. Dort lernte ich
auch meine italienstämmige Ex-Frau kennen, die
einigermaßen gut deutsch sprach. Ein Jahr später
heiratete ich sie. Wir haben einen gemeinsamen Sohn
und eine Tochter. Man lebte zusammen in
Balneario Camboriu. Von dort aus verdingte sich
Günter erneut in der Seefahrt bei der Firma
Chemikalien-Seetransport als Schiffselektromechaniker und
später bei der Firma Harms Bergung auf einem
Schwimmkran. Ich
habe mal bei einem Arbeitsamtsvermittler privat einige
Elektrikerarbeiten gemacht. Dadurch hatte ich bei
dem ein Stein im Brett und konnte mir anschließend immer
einige Rosinen aus seiner Angebotspalette
herauspicken. Ich verdiente bei Harms viel Geld und
hatte dazu noch alle sozialversicherungsrechtlichen
Absicherungen. Der Chef hätte lieber einen
Ingenieur eingestellt, aber der Prokurist wollte mich
haben und konnte seinen Chef schließlich davon
überzeugen, dass ich als in der Seefahrt erfahrener
Praktiker das Improvisieren gelernt habe und daher für
den Job geeigneter sei. So war ich drei Jahre lang
von 1977 bis 1980 in Dschidda an der saudischen
Rotmeerküste für die Wartung eines den Saudis
gehörenden Schwimmkrans verantwortlich. Der
Vertrag wurde für drei Jahre geschlossen. Jeweils
nach vier Monaten erhielt ich zwei Monate Urlaub, in
denen ich zu meiner Familie nach Brasilien flog. Nach
Ablauf der drei Jahre verbrachte ich einen längeren
Urlaub in Brasilien. Auf dem
Schwimmkran in Dschidda hatte ich in Gesprächen zwischen
Kollegen von guten Verdienstmöglichkeiten bei der
Baufirma Holzmann gehört, die auf überseeischen
Montageplätzen Fachleute suchte. Für solche
Mitteilungen hatte ich immer lange Ohren und speicherte
das Gehörte für später ab. Nach meiner Rückkehr
aus Brasilien nach Deutschland fragte ich telefonisch bei
Holzmann nach, ob sich auch für mich so ein Job böte.
Was ich zu hören bekam, klang verlockend: Ich sollte
sofort mit allen Papieren vorbeikommen und auch gleich
einen gültigen Pass dabeihaben! Letzteres klang
besonders aktuell. Man suchte sofort jemanden für
eine Baustelle in Nigeria. Im Seemannsheim in
Hamburg, wo ich zu der Zeit wohnte, hatte ich einem
Kollege davon erzählt, der sich dann auch erfolgreich
beworben hatte. Nach zwei Monaten flog ich bereits
mit einem Vertrag als Elektriker und Schlosser nach Port
Harcourt. Auf einer Riesenbarge mit Wohncontainern
hatte ich die Elekto- und Wasserleitungen zu installieren
und zu warten. Der von mir empfohlene Kollege aus
dem Seemannsheim entpuppte sich leider sehr bald als
unbrauchbarer Alkoholiker und musste wieder nach Hamburg
zurückgeschickt werden, weil er morgens nicht pünktlich
aus der Koje kam und auch während er Arbeitszeit soff.
Ich blieb zunächst für fünf Monate. Als ich
in Urlaub flog, fragte man mich gleich, ob ich nicht
wiederkommen wolle und bot mir einen Vertrag für weitere
36 Monate an. Aber etwas später mußte Holzmann
die Arbeiten einstellen, weil wegen einer in Nigeria
ausgebrochenen politischen Revolution neue ungünstigere
Geschäftsbedingungen eingetreten waren. Nach
meiner Rückkehr nach Hamburg wurde ich drei Monate lang
auf einer Holzmann-Baustelle im Kielkanal beschäftigt.
Von dem mir zustehenden längeren Urlaub nutzte ich nur
eine Woche für mich und stieg für die Zeit des
Resturlaubs für eine Reise von Malaga bis Dubei auf
einem Schiff bei Seetrans ein, bekam vom dortigen
Kapitän jedoch einen Sack, weil ich dem
Chief im Streit voll Zorn einen Aschenbecher ins Kreuz
geworfen hatte. Bei meiner Rückkehr nach Hamburg
fragte man mich bei Holzmann sofort ganz aufgeregt, wo
ich denn gewesen sei, man habe schon nach Brasilien nach
mir telefoniert. Man brauchte mich auf einer
Baustelle im Irak. Zwei Wochen später flog ich
schon dorthin und blieb dort von 1982 bis 1986 zur Zeit
des Krieges zwischen dem Irak und Iran. Von dem Krieg
bekamen wir jedoch nur aus der Ferne etwas mit. Die
Russen hatten den Iranern in einer Studie schmackhaft
gemacht, einen versalzten Landstrich durch Ausschwemmung
des Salzes aus dem Boden urbar machen zu können. Dafür
bekamen deutsche und niederländische Firmen den
Zuschlag. In einem breiten Kanal von 173 km Länge
hatte ich zusammen mit einem Elektiker-Kollegen drei
Schwimmbagger zu warten. Wir lösten uns
gegenseitig ab: Einen Monat arbeiteten wir gemeinsam,
dann flog jeder von uns jeweils für je einen Monat in
Urlaub. Nach
Ende des Vertrags ging ich in Hamburg zum Arbeitsamt, um
mich arbeitslos zu melden. Man bot mir jedoch
sofort einen neuen Job bei der Firma Chemikalien
Seetransport an, wo ich ja schon einmal tätig gewesen
war. Da dort nichts Negatives gegen mich vorlag,
wurde ich auch sofort wieder eingestellt. Zwei
Jahre fuhr ich bei CST unter nichtdeutscher Flagge, hatte
dann einen Arbeitsunfall und anschließend bei der selben
Firma noch einmal acht Jahre lang Schiffe unter deutscher
Flagge. Anlässlich der Ausflaggung der deutschen
Schiffe erhielt ich 1996 für meine zehnjährige
Betriebszugehörigkeit eine Abfindung in Höhe von
36.000,- DM. Danach
arbeitete ich noch zwei Jahre lang auf zwei Schiffen der
in Hamburg am Vorsetzen 50 ansässigen Firma Maritim
Carrier Shipping. Auf der Grey Fox war
ich inklusive Werftzeit in Schanghai zunächst fünf
Monate tätig, ging dann für fast sieben Monate vom
21.11.1998 bis zum 8.6.1999 auf die Purple
Beach und dann noch einmal bis zum 20.9.1999 auf
die Grey Fox. Das war mein letztes
Schiff. Bis zum August 2000 habe ich noch Anspruch
auf Urlaubsentgelt. Dann endet meine Seefahrt.
Hoffnung auf neue Jobs habe ich nicht mehr. Ehrlich
gesagt, bin ich auch nicht mehr so scharf auf die Arbeit
auf See. Ich rechne für mich mit einem
Arbeitslosengeld von etwa 2.400,- DM. Davon werde
ich zunächst ganz gut leben können. Günter
wohnt seit Jahren während seiner Hamburg-Aufenthalte im
Seemannsheim am Krayenkamp. Dort bewohnt der
Vierundfünfzigjährige jetzt ein kleines Zimmer, in dem
er neben Bett, Schrank und Kühlschrank sein
Börsen-Büro eingerichtet hat: Seit Oktober
1999 spekuliere ich mit Aktien und bin erstaunt, wie viel
Geld man damit machen kann. Ich habe in den fünf
Monaten schon 44.000,- DM verdient. Manche Aktien
verdoppeln ihren Wert innerhalb kurzer Zeit. Den
Verkaufsgewinn lege ich immer sofort wieder an.
An einer Wandkonsole hängt sein Fernsehgerät, dessen
Bildschirmtext ihm die neuesten Tageskurse offenbaren.
Via Computer und Modem ist er ständig im Internet
unterwegs, verfolgt die Empfehlungen der Analysten und
einige Börsenwerte stündlich und ordert seine Käufe
und Verkäufe online per Direktbank in Österreich per
Mausklick oder per Fax. Im Nachhinein ist man
ja immer klüger. Wenn ich öfter mehr Geduld zum
Abwarten gehabt hätte, hätte ich noch viel mehr
verdienen können, denn manche Werte, die ich verkaufte,
weil sie mir ausgereizt schienen, stiegen anschließend
noch kräftig weiter. Mit dem Eifer eines
Spielers ist er bei der Sache und es müsste ihn schon
ein Börsencrash treffen, ehe er sich der Faszination
dieser für ihn neuen und glitzernden Welt wieder
abwenden würde. Inzwischen hat er aber eingesehen, dass er es ohne praktische Arbeit nicht aushält: Ich habe mich um die Stelle eines Hausmeisters einer großen Wohnanlage beworben. Die wollten speziell einen Elektriker einstellen. Ich brauche eine sinnvolle Aufgabe. Das Aktiengeschäft kann ich in der Freizeit nebenher betreiben. Aber der Verdienst muss schon so sein, dass ich mehr habe, als mein jetzt gutes Arbeitslosengeld! |
| Chief auf Versorgern, Schleppern und Containerschiffen Maschinist Klaus Reek - - Klaus aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski |
| Vom Decksjungen zum Matrosen Heinz-Jürgen Zeidler -- Heinz-Jürgen aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski |
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| Vom Kesselwärter zum
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| Vom Kriegswaisen zum Matrosen
auf Großer Fahrt Dieter Hahn 10 Seiten 2. Beitrag: Kapitän Dieter Hahn im Band 3 auf Bild klicken |
| Seemännische Fachausdrücke und
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Conrad H. v. Sengbusch Werft, Schiffe, Seeleute, Funkbuden Jugend in den "goldenen 1959er Jahren" Lehre als Schiffselektriker in Cuxhaven 13,90 - Bestellungen |
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Ein Seemannsschicksal: Der maritime Liedermacher (seine Lieder-CD kann bestellt werden) Mario Covi: -1- Traumtripps und Rattendampfer Ein Schiffsfunker erzählt über das Leben auf See und im Hafen http://www.libreka.de/9783000221460/FC 13,90 - Bestellungen |
Ein Seemannsschicksal: Der maritime Liedermacher (seine Lieder-CD kann bestellt werden) Mario Covi: -2- Landgangsfieber und grobe See Ein Schiffsfunker erzählt über das Leben auf See und im Hafen http://www.libreka.de/9783000223624/FC 13,90 - Bestellungen |
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Einige maritime Buchhandlungen in Hamburg in Hafennähe haben die Titel auch vorrätig:
HanseNautic GmbH, Schifffahrtsbuchhandlung, ex Eckardt & Messtorff, Herrengraben 31, 20459 Hamburg, Tel.: 040-374842-0, www.HanseNautic.de
WEDE-Fachbuchhandlung, Hansepassage, Große Bleichen 36, Tel.: 040-343240.
Schifffahrtsbuchhandlung Wolfgang Fuchs, Rödingsmarkt 29, 20459 Hamburg, Tel: 3193542, www.hafenfuchs.de
Ansonsten, auch über ISDN über Buchhandlungen, in der Regel nur über mich bestellbar.
Für einen Eintrag in mein Gästebuch bin ich immer dankbar.
Alle meine Seiten haben ein gemeinsames Gästebuch. Daher bitte bei Kommentaren Bezug zum Thema der jeweiligen Seite nehmen!
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last update - Letzte Änderung: 7.12.2009