Papst Hadrian VI., 1522-1523.
Erasmus von Rotterdam, *1466/9 †1536.
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Papst Hadrian VI., 1522-1523
Adrian Florensz wurde als Sohn armer Eltern 1459 in Utrecht geboren. An der Universität von Löwen studierte er Theologie. Der Humanist Erasmus war einer seiner Schüler. Als Professor und Kanzler in Löwen wurde er 1507 Erzieher und Ratgeber Karls V. in Mecheln. Der Gelehrte war bekannt für sein Wissen und seinen makellosen Lebenswandel. Hadrian wurde 1517 Kardinal und blieb 1520 als Karls Statthalter in Spanien, als dieser zur Kaiserkrönung nach Aachen fuhr.
1552 wählte man ihn nach einer länger dauernde Konklave zum Papst. Hadrian wurde der erste Reformpapst - wegen seiner Gelehrsamkeit und der Reinheit seiner Absichten einer der ehrenswürdigsten Päpste. Er lebte asketisch und pflichtbewusst, bekämpfte die Korruption und war barmherzig aber kunstfeindlich. Der Reformation in Deutschland wollte er durch eine gründliche Kirchenreform entgegenwirken. Seine Pläne scheiterten jedoch am Widerstand der römischen Kurie. Er war unentschlossenen bei seinen Vermittlungsversuchen zwischen Karl V. und Franz I. Daher gelang es ihm auch nicht, Europa gegen die Türken zu einigen, die 1522 Rhodos eingenommem hatten. Hadrian starb 1523 nach kurzer Regierungszeit. Er war in Rom so verhasst, dass die Römer nach seinem Tod seinen Leibarzt als Befreier feierten. Hadrian VI. war der letzte nichtitalienische Papst bis zur Wahl von Johannes Paul II. 1978.
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Desiderius Erasmus von Rotterdam (1466/9-1536)
Erasmus, der bedeutende niederländische Humanist, wurde 1466/9 in Rotterdam geboren. Früh elternlos geworden musste er in ein Kloster eintreten, aber dank der Hilfe des Bischofs von Cambrai konnte er in Paris studieren und nach England reisen. Während des Studiums entwickelte er eine Aversion gegen die traditionelle Scholastik. Seine Schriften kritisierten und verspotteten kirchliche Missbräuche und er unterstützte die immer lauter werdende Forderung nach Reformen. Anfangs sympatisierte er mit den Protestanten, doch wollte er weder für noch gegen Luther eingreifen, als dieser 1521 vor dem Reichstag zu Worms stand. Erasmus lehnte Luthers dogmatisches Sendungsbewustsein ebenso ab wie das Machtstreben der Päpste, so dass ihm in beiden Lagern mißtrauisch begegnet wurde. Seine Anhänger hingegen schätzten seine Unabhängigkeit in der konfessionellen Auseinandersetzung. Erasmus schrieb Papst Hadrian VI., den er aus Löwen kannte, dass eine Aussöhnug mit den Protestanten möglich sein müsste, wenn die Kirche nur die schlimmsten Reglementierungen, z.B. das Pristerzölibat, aufheben würde.
Erasmus und Luther führten eine heftige Auseinandersetzung über den freien Wille und die Heilslehre. Erasmus verteidigte entschieden den freien Willen (De libero arbitrio, 1524) und Hyperaspistes (1526-27). Luther entgegnete mit einer seiner wichtigsten theologischen Schriften (De servo arbitrio, 1525). Erasmus legte Wert auf das Studium der klassischen wie der christlichen Antike und wurde der größte Gelehrte des 16. Jahrhunderts. Er edierte und kommentierte die wichtigsten Schriften der Kirchenväter in Latein und Griechisch. 1516 veröffentlichte er das Neue Testament im griechischen Original zusammen mit seiner eigenen lateinischen Übersetzung, die eine Erneuerung des wahren christlichen Glaubens anstoßen sollte. Erasmus wurde zum Ratgeber des 16jährigen Erzherzog Karl, dem späteren Karl V., ernannt und erhielt den Auftrag, einen Leitfaden für die Prinzenerziehung zu verfassen (Institutio principis Christiani, 1516). Erasmus beteuerte, sein bestes Portrait sei in seinen Büchern zu finden. Trotzdem bestellte er Portraits bei grossen Malern seiner Zeit: Matsys, Dürer und Holbein. Matsys hatte ihn bereits 1517 gemalt. Zwei Jahre später schuf er die erste Medaille des berühmten Humanisten, als dieser gerade in Antwerpen weilte. Medaille von Quentin Matsys, c.1462-1530. Bronzeguss, Ø 105 mm Cambridge, Fitzwilliam Museum
Av. : THN KPEITTW TA SYGGPAMMATA DEIXEI : IMAGO AD VIVA[m] EFFIGIE[m] EXPRESSA "Seine Schriften geben ein besseres Bild: Portrait vom Lebendem ausgeführt"
Rev. : OPA TELOS MAKPOY BIOY - MORS VLTIMA LINEA RERV[m]
Büste nach links, mit Haube und Mantel mit Pelzkragen. Im Feld links ER[asmus] und rechts ROT[terdamensis] "Erasmus von Rotterdam". Unten das Datum 1519. "Bedenke das Ende eines langen Lebens - Tod ist die äußerste Grenze aller Dinge"
Die Büste von Terminus auf einem auf Felsen stehenden Sockel. Auf dem Sockel: TERMINVS (altrömischer Gott des Grenzsteines). Im Feld das dem Gott zugeschriebenen Motto : CONCEDO - NVLLI "Ich unterwerfe mich niemandem".
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