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Wie baut man
ein Stockcar ?
Es gibt
sicherlich kein Patentrezept, nach dem man sich das perfekte
Stockcar bauen kann. Jeder hat so seine ganz persönlichen
Vorstellungen, wie sein Gefährt am Ende aussehen soll. Auf
jeden Fall gibt das Reglement des jeweiligen Veranstalters, an
dessen Rennen man teilnehmen möchte, den ersten groben
Rahmen vor. Diese Regeln unterscheiden sich mitunter erheblich
voneinander. Deshalb soll in diesem Beispiel der Aufbau des Autos
für einen Einsatz in Rüdersdorf und Preschen
beschrieben werden. Wer als Neuling in den Stockcarsport
einsteigen möchte, sollte es wohl am besten erstmal in den
unverstärkten Klassen probieren, da sich hier der Aufwand
noch in relativ kleinen Grenzen hält. Eine Garage und etwas
Werkzeug ( vor allem: Flex und Schweißgerät ) sollte
man aber schon haben. Günstig ist es auch, immer einen
Kasten Bier in Reichweite zu stellen.
Grundsätzlich
sollte man beim bauen so wenig wie möglich Aufwand
betreiben, und nicht mehr als nötig Geld ausgeben, sonst
läuft man Gefahr, über lauter Frust, die Lust zu
verlieren. Schliesslich steht ja der Spass im Vordergrund
Dann kann man
sich auch schon auf die Fahrzeugsuche begeben. Ein Stockcar
sollte nach Möglichkeit schon von Natur aus stabil gebaut
sein. Deshalb ist es von Vorteil, sich nach einem älteren
Modell umzusehen, da früher irgendwie alles massiver gebaut
wurde und die Elektronik noch nicht so weit verbreitet war. Die
Ersatzteilversorgung ist auch nicht zu unterschätzen, denn
wenn man z.B. wegen einer kaputten Antriebswelle zum Händler
gehen muss, ist das Budget ratzbatz überzogen. Also
praktischerweise ein deutsches Modell suchen ( beim Golf z.B.,
bekommt man wohl in jeder Autoverwertung alles, was man braucht
), oder gleich einen Ersatzteilspender dazukaufen.
Hat man das
Gerät dann endlich in der Garage, kann es auch gleich
losgehen. Bevor man anfängt, sollte man aber erstmal ein bis
zwei Bier trinken und laute Musik anmachen, so geht einem die
Arbeit viel schwungvoller von der Hand. Jetzt kann man schon mal
alles rausreissen, was nicht unbedingt zum Fahren benötigt
wird: Scheiben, Stoßstangen, Zierleisten, Lampen, Spiegel,
Innenausstattung ( natürlich ohne Fahrersitz samt Gurt ).
Günstig für eine eventuelle spätere Fehlersuche
ist es, auch gleich alle überflüssige Verkabelung zu
entfernen. Vielleicht kann man auch noch das eine oder andere
Teil wieder bei e-bay zu Geld machen. Wenn sich der Tank im
Heckdeformationsbereich befindet, sollte dieser entleert und
aufgebohrt werden.
Spätestens
jetzt ist es an der Zeit, sich das weitere Material zum Aufbau zu
besorgen: ausreichend Rohr, Gitter für die Frontscheibe und
die Fahrertür, etwas Blech entsprechend dem Reglement, ein
paar Schläuche für den Kühlkreislauf und eventuell
einen als Tank umbebauten Kanister samt Benzinpumpe.
Die Rohre
schweisst man so ins Auto, daß es am Ende wie ein
Überrollkäfig aussieht. Speziell beim direkten
Fahrerschutz ist es wichtig, sorgfältig zu schweissen, sonst
könnte es beim Crash arg weh tun. Praktisch ist es auch (
nachdem man den Fahrersitz in die endgültige Position
gebracht hat ), ein senkrechtes Rohr direkt dahinter
einzuschweissen. Dadurch kann verhindert werden, daß die
Lehne bei einem heftigen Heckaufprall nach hinten klappt. Um
etwas mehr Stabilität in die Karosse zu bringen, kann man
auch in den unverstärkten Klassen Blech ( Stärke je
nach Reglement ) anschweissen. Dann nur noch das
Frontscheibengitter eingebrutzeln, und schon ist man mit den
Schweissarbeiten vorerst fertig. Ganz zum Schluss kann man noch
die Türen, sowie die Kofferklappe zuschweissen: erhöht
auch die Stabilität.
Um den Kühler
zu schützen, ist es ratsam, diesen in den Innenraum zu
verlegen. Also Kühlflüssigkeit raus, alle Schläuche
ab und einen Platz im Innenraum gesucht. Die Leitungen verlängert
man entweder mit Rohren, oder mit entsprechend robusten Schlauch.
Dann den Elektrolüfter am Kühler befestigen und über
einen Schalter mit der Batterie verbinden. Den Kühler so
befestigen, daß auch nach einem Überschlag der Fahrer
nicht durch austretendes Kühlwasser gefährdet wird. Man
kann z.B. eine alte Türverkleidung o.ä. zusätzlich
als Abdeckung darüber anbringen. Für die Batterie gilt
dasselbe, wie für den Kühler: wenn sie sich in einem
gefährdeten Bereich befindet, ist es besser, sie in den
Innenraum zu verlegen. Hierbei natürlich ebenfalls auf eine
stabile Verankerung achten!
Wenn der
originale Tank nicht verwendet werden kann, werden z.B. an einen
Reservekanister Anschlüsse für die Spritleitungen
angelötet, Diese werden an geeigneter Stelle mit der
Spritleitung, und der dazwischengeschalteten Benzinpumpe
verbunden. Auch hier wieder darauf achten, daß alles sicher
befestigt wird. Für die Stromversorgung der Pumpe einfach
die Verkabelung der Originalpumpe verlegen.
An der
Fahrertür wird mittels Scharnieren das Gitter angeschraubt.
Den Innenspiegel irgendwie am Frontscheibengitter befestigen und
den Innenraum im Bereich des Fahrersitzes so gut wie möglich
polstern. Hierzu kann man ganz gut die Sitzpolster der
Rücksitzbank verwenden ( z..B. Im Innenbereich der Fahrertür
).
Ja und jetzt
kann auch schon der große Moment kommen: Sprit rein,
Kühlwasser auffüllen und starten. Wenn jetzt alles
dicht ist, ist die Welt in Ordnung. Was zum Schluss noch fehlt
ist die ganz persönliche Note: die Lackierung. Hier ist der
Fantasie keine Grenze gesetzt. Es sollte nur etwas Platz für
die Startnummer gelassen werden.
Du siehst, so
kompliziert ist es gar nicht, sich ein Stockcar aufzubauen.
Sollten im Rennen noch irgendwo spezielle Schwachpunkte zu Tage
treten, weisst Du zumindest, wo noch Verbesserungsbedarf ansteht.
Mit den Jahren kommt die Weisheit . . .
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