Cool, gell? Und dann noch in Farbe:
Über mich
Das war ich als Zehnjähriger
Ich komme aus Untergermaringen, Gemeinde Germaringen, im Ostallgäu im bayerischen Schwaben. Dieses schöne Fleckchen Erde liegt im Süden von Deutschland, welches wiederum zu Europa gehört auf einem Planet namens Erde. Geburtsort Buchloe, Kreis Ostallgäu, Geburtstag 21.Dezember. Nach dem Besuch der Grund- und Hauptschule Germaringen und der Staatlichen Realschule in Kaufbeuren machte ich zunächst eine Lehre zum Gärtner. Danach studierte ich an der Bischöflichen Fachakademie in Neuburg/Donau. Jetzt stehe ich als Gemeindereferent in Diensten der Diözese Augsburg.Von 1991 bis 1997 war ich in den Pfarreien Grosskötz und Kleinkötz bei Günzburg eingesetzt. Derzeit bin ich in Pfaffenhausen, Hausen, Salgen, Bedernau und Oberrieden bei Mindelheim tätig.
Weitere Informationen über mich kannst Du gerne per Email anfragen:
Ich bitte um einen Eintrag
ins Gästebuch
Witzig
11 Gründe, das Friteusenfett zu wechseln:
Interessen
Ich bin vielseitig interessiert.
Z.B. an Biologie (z.B. Evolution, Flora und Fauna), Kosmologie,
Philosophie, Theologie und besonders Kunstgeschichte (z.B.
Architektur und Baugeschichte, christliche Kunst,
Ausstattungen von Kirchen im Wandel der Zeit,"Ornamenta
Ecclesiae", Paramentik, Romanik, Gotik, Renaissance, Barock,
Klassizismus, Historismus, Jugendstil, Expressionismus,
Moderne....)
NB:
Du würdest mir durch das Mailen von
historischen Innenaufnahmen z.B. Deiner Heimatkirche eine Freude
machen (bitte an oben angegebene e-Mail-Adresse)
Weisheiten:
Niemanden soll man beneiden.
Bei den Guten ist der Neid nicht angebracht,
die Schlechten ruinieren sich selbst umso mehr, je mehr Glück
sie haben. (Epikur * 341 vC))
Sinnlos ist es, von den Göttern zu erbitten,
was man sich selbst zu verschaffen imstande ist. (Epikur)
Ein jeder scheidet aus dem Leben,
als sei er gerade geboren (Epikur)
Niemand erblickt ein Übel und wählt es dennoch;
sondern man wird von ihm geködert, als sei es ein Gut,
und läßt sich von dem Übel, das größer ist als das Gut
einfangen. (Epikur)
Lieber freiwillig schuldig an einem Leben, das Spass macht,
als unfreiwillig unschuldig an einem Leben in traurigen Verhältnissen (Bruno Jonas)
Hier ein paar Schätze aus meinem Bilderarchiv:
Älteste Aufnahmen meiner romanischen Heimatkirche auf dem Georgiberg
Einschiffiger Bau mit Rechteckchor und Halbkreisapsis.An deren Außenseite Blendarkaden auf hohen Runddiensten (vgl. Reistingen, Sindelfingen, Steingaden). Ausgezeichneter Tuffquaderbau mit feinstem Fugenschnitt (bis 0,60m Schichthöhe). Entstehung spätestens 3. Viertel 12. Jahrhundert. Der Südostturm gotisch (Backstein). (Hans Christ, Stuttgart 1925)
Die Fugen des Apsismauerwerks teilweise mit Rötel bemalt. Der reizvolle, im Lauf der Jahrhunderte aneinandergefügte, abgetreppt dem hügeligen Gelände folgende Baukörper durchgreifend renoviert 1964-70. Freilegung der romanischen Apsisausmalung, sowie Bilder der Georgsvita an der Chornordwand. An der Langhausnordwand gotischer Christophorus und Biblia pauperum der Renaissance freigelegt.
Die der Apsis vorgelagerte Kalvarienbergkapelle (von um 1700) dabei abgebrochen, barocke Fenster vermauert, Wiederherstellung der Lichtführung der Romanik. Die schlichte, teils barocke, aber vorwiegend neuromanische Einrichtung entfernt. Romanischer Kruzifixus im Bayerischen Nationalmuseum, München. Kopie in der Kirche. Im Schiff originell bemalte Kassettendecke von 1690, im Chor moderne braun gebeizte Balkendecke.
Alamannische Reihengräber wohl des 9.
Jahrhunderts durch Grabung (Kurat Christian Frank) 1903
nachgewiesen. Lesefunde einzelner Münzen des Mittelalters
(einseitig geprägte Silber"pfennige"(Brakteaten)).
Jüngst unsensible Erneuerung der ausgedehnten barocken
Friedhofsmauer. Beschaulicher Spazierweg vom Dorf zum Georgiberg
mit barocken Wegkapellen der Zeit um 1700 (mit neueren Bildern
versehen).
Kirche St. Martin Oberrieden um 1900
Kirche St. Martin Oberrieden um 1955
Kirche Unterrieden: ehemaliges Chorgestühl
München St. Rupert: ehemaliger Herz-Jesu-Altar von 1926
Historische Aufnahmen von Großkötz bei Günzburg
Primiz von Mathias Christl 1938
Fahnenweihe des Männergesangsvereins 1959
Hausaltar der ehemaligen Klosterkapelle Grosskötz
von Saumweber,Günzburg 1905
Zur Bau- und Ausstattungsgeschichte der Pfarrkirche St. Peter und Paul im Lauf der Jahrhunderte unter besonderer Berücksichtigung der Altäre
Rein zahlenmäßig betrachtet finden wir in vielen neuen Kirchen einen einzigen Altar, wie es bis ins 7. Jahrhundert hinein üblich war und wie es heute auch noch in den Orthodoxen Kirchen und in den unierten Ostkirchen des byzantinischen Ritus üblich ist. Dort war und ist heute noch ein einziger Altar im Kirchenraum die Regel. Ein einziger Altar deshalb, weil der Altar Jesus Christus selbst symbolisiert, "er selbst ist der Priester, der Altar und das Opferlamm"(V.Präfation für die Osterzeit).
Die Urkirche verwendete nach dem Vorbild Jesu beim Abendmahl Tische aus Holz, schon deshalb, weil man jede Verwechslung mit den heidnischen Opferaltären ausschließen wollte (Aus dem gleichen Grund verwendete man anfangs auch keinen Weihrauch und benannte die Amtsträger mit weltlichen Bezeichnungen aus der Verwaltungssprache). Mit dem Erstarken des Christentums konnte man auch die ersten Kirchen (z.B. Basiliken) errichten, aber noch im 4. Jhdt. brachten in Rom Diakone den Altar, sowie Tische für die Opfergaben des Volkes, vor der Gabenbereitung herbei. Das lateinische Wort "mensa" bezeichnet den Tisch, und so nennt man noch heute auch die eigentliche Tischfläche des Altars; sie ist seit dem frühen Mittelalter immer aus Stein.
Ab dem 7. Jhdt. kommen im Westen mehrere Altäre in einer Kirche zur Aufstellung, was sich mit dem Aufkommen der Privatmessen für bestimmte Verstorbene erklärt, und der Zunahme der Zahl der Priester, für die die tägliche Messe am frühen Morgen (Nüchternheitsgebot) selbstverständlich wurde.
Das II. Vaticanum (1962-65) und die daran anschließende Liturgiereform wird heute von manchen für den "Bildersturm" und das Leerräumen der Kirchen verantwortlich gemacht; dies aber zu unrecht, denn das Konzil fordert in der Liturgie-Konstitution: "Sorgfältig sollen die Ordinarien darüber wachen, daß nicht etwa heiliges Gerät und Paramente oder kostbare Kunstwerke veräußert werden oder verkommen, sind sie doch eine Zierde des Hauses Gottes"(SC126).
Die Liturgiereform orientierte sich in vielem an der Zeit der ersten Jahrhunderte und will, daß beim Neubau von Kirchen die gewonnenen Erkenntnisse berücksichtigt werden. So z.B. ist es sinnvoll, daß, wenn der Altar Christus symbolisiert, nicht in neuen Kirchen mehrere Altäre errichtet werden, weil sonst die Symbolik "ein Altar=der eine Christus=die eine Mitte der christl. Gemeinde" verdunkelt würde.
Die 50-iger, 60-iger und 70-iger Jahre wüteteten zwar in besonderem Maße, was die Dezimierung von Innenausstattungen von Kirchen betrifft, sodass man meinen könnte, man wollte das Zerstörungswerk des Krieges noch weiterführen. Doch beispielsweise wurde schon 1934 im Augsburger Dom begonnen, die erst etwa 35 Jahre zurückliegende, qualitätvolle neugotische Ausstattung zu entfernen. Man kann den Bildersturm der 60-iger Jahre also nicht nur dem Konzil anlasten.
Die Renovierung 1965-68 in Großkötz war leider zu gründlich und radikal und beraubte unsere Pfarrkirche fast vollständig durchaus ansehnlicher und solider Ausstattungsstücke (Hochaltar, Seitenaltäre, Kanzel, eichenes Chorgestühl, Chorschranken, Taufstein, Bruderschaftsstangen, Fahnen, Meßgewänder ...) für deren Herstellung und Erwerb v.a. in der Zeit um 1867-70 viel Mühe und Opfer durch unsere Großkötzer Vorfahren aufgebracht wurde. Vor 30 Jahren wurde vermutlich manches verscherbelt und zu (Klein-)Geld gemacht, das meiste aber im Übereifer und heute unverständlicherweise zu Kleinholz zerhackt und die "Zierde des Hauses Gottes" wurde im Ofen verschürt und machte die Stube warm (Interessant, aber doch überflüssig wäre zu wissen: bei wem?). Und so geschah in vielen katholischen Kirchen vor einer Generation, was z.B. im protestantisch gewordenen Ulm seinem Münster widerfuhr, welches im reformatorischen Bildersturm im 16. Jhdt. über 50 (!) gotische Schnitzaltäre verlor.
Jetzt bleibt als Trost, daß die zu Brennholz zerhackte Einrichtung ja nicht die Rokokoeinrichtung von Dossenberger aus der Zeit von 1765 war, sondern erst von 1867 in neuromanischem Stil (mit Ausnahme der wohl aus dem 18. Jhdt. stammenden Beichtstühle). Wer sind also die "Bösen"? Pfarrer Stury 1867 und die damalige Kirchenverwaltung? Haben sie die ursprüngliche Ausstattung von Dossenberger vernichtet?
Sie lebten im Jahrhundert nach dem Barock, der Barockstil und das lebendige, verspielte und asymmetrische Rokoko wurden als oberflächliche Effekthascherei abgewertet, die nur von der Andacht ablenkten. Dem romantischen 19.Jhdt. war das Mittelalter und seine romanischen und gotischen Kirchen zum Vorbild geworden, deren Formen in den Bauten des Historismus wiederauflebten; keineswegs nur kopierend, sondern neu komponierend. Anfangs ist der Historismus wohl auch vom vorangegangenen Klassizismus beeinflußt, der ganz beruhigt und fast nüchtern ist und in seinen Formen Anleihen weit zurück im antiken griechischen und römischen Stil nimmt.
Sind also die maßgeblichen Herren 1867 der damaligen Mode erlegen? Hier kann man zu deren teilweiser Ehrenrettung sagen: Mit Einschränkung. Die komplette Inneneinrichtung (mit Ausnahme der Bänke und wohl der Beichtstühle), die um 1867 erstellt wurde, ersetzte eben nicht die Altäre von Dossenberger. Mancher Teil der Ausstattung von 1765 ging aber wohl doch 1867 verloren. Welche Altäre ersetzten dann aber die ab 1867 aufgestellten neuromanischen Altäre?
Es waren viel ältere, hochbarocke Altäre von 1692 aus der Wallfahrtskirche Maria-Königin-Bildbei Limbach. Diese Wallfahrtskirche bei Limbach wurde 1788 auf Anordnung Kaiser Josephs II. geschlossen und entweiht, und wie das "Kirchle" in Großkötz auf Abbruch verkauft. Im Pfarrarchiv sind noch Dokumente vorhanden, welche sich aus dieser Zeit erhalten haben.
1788 kaufte nämlich unsere Pfarrei die besagten Altäre aus der Wallfahrtskirche in Limbach für die eigene Pfarrkirche an. Frage: Warum dies, wenn wenige Jahre zuvor die Kirche komplett im schönsten Rokoko erneuert wurde? Warum besteht die Notwendigkeit, daß man 1788 fast 100 Jahre alte Altäre in schwerem Hochbarock aus der Zeit um 1692 ankauft? Wahrscheinlich waren eben keine Rokokoaltäre in der Kirche oder sie waren es nicht mehr. Es ist nicht mehr als Spekulation, aber vielleicht wurden nach dem vorzeitigen Rückkauf der Ortschaft Großkötz durch Österreich 1768 vom Kloster Wettenhausen die von Wettenhausen bezahlten Altäre mitgenommen. Eine andere Möglichkeit wäre, daß die Innenaustattung gar nicht von Dossenberger vollendet wurde und die alten, gotischen Altäre wiederaufgestellt wurden (zur spätgotischen Einrichtung des 15./16. Jhdts. gehörten der gotische Kruzifixus jetzt im Chorraum und wohl auch die gotische Statue der Hl. Elisabeth). Eigentlich wäre ja naheliegend, daß im frühen 17. Jhdt. Altäre von Christoph Rodt aufgestellt wurden, welcher zuerst in Kleinkötz und dann in Großkötz wohnhaft war und im Jahr 1634 im Großkötzer Friedhof begraben wurde. Von diesem bedeutenden Bildschnitzer des Übergangs von der Spätrenaissance zum Frühbarock hat sich leider nur die Annafigur erhalten, welche Rodt zugeschrieben wird.
Naheliegender als der Ankauf von Altären aus Limbach wäre auch eine Transferierung von der hiesigen St. Anna-Kirche, welche ja auch abgerissen worden ist. Dazu findet sich aber eine Notiz von 1788, welche sinngemäß lautet: "Weil der Hochaltar aus "Gybbs" ist, kann er nicht in die Versteigerungsmasse aufgenommen werden". Folglich wäre auch eine Transferierung in die Pfarrkirche schwierig gewesen. Er könnte ein Stuckmarmor-Altar gewesen sein, oder aus einem Altartisch mit Aufbau (Leuchterbank und Tabernakel) und einem stuckierten Rahmen um ein an der Chorstirnwand hängendes Altarbild bestanden haben. Ersterer könnte von Dossenberger stammen, der nachweislich auch als Stukkateur von Altären wirkte (-> Schwennenbach), letzterer wird wohl um 1700 entstanden sein (vgl. St. Wendelin, Obergermaringen).
Jedenfalls schreibt ein Pfarrer um 1850 in ein
Großkötzer Inventarverzeichnis:"Altäre sind 3, mit
reichem Schnitzwerk. 1788 aus der Kirche "zum Kgl.
Bild" bei Limbach erworben und für die hiesige Kirche
zugerichtet, gewähren sie, vor allem der Hochaltar, ein
unharmonisches, wenig schönes Aussehen." Sein Urteil wird
verständlich, wenn man bedenkt, daß diese Altäre nicht für
unsere Kirche bestimmt waren, demnach auch wohl von den
Proportionen, aber auch vom Stil nicht recht zum Stil der Kirche
paßten. Übrigens haben sich Zeichnungen dieser Altäre aus
Limbach erhalten, die wohl um 1860 bei der Planung einer
Renovierung angefertigt wurden. Nach diesen flüchtigen
Zeichnungen zu urteilen, hat sich der obere Abschluß eines
Seitenaltars aus Limbach, der von 1788-1867 in der Pfarrkirche
stand, als Altärchen in der Kapelle an der Straße nach
Oxenbronn erhalten. Ein Hl. Michael mit der Seelenwaage vom
oberen Abschluß des Hochaltars war später in der
Klosterkapelle, ist aber seit dem Weggang der Schwestern nicht
mehr vorhanden.
Zeittafel:
12. Jhdt. Romanischer Kirchenbau ?
Um 1480 (?): Gotische Kirche (Kruzifixus, Hl. Elisabeth Teil der Ausstattung, spätgotische Flügelaltäre (?) insgesamt bis zu vier Altäre: Hochaltar, Kreuzaltar unter dem Chorbogen, zwei Seitenaltäre. Turmerdgeschoß mit gotischem Kreuzgratgewölbe damals Sakristei, Zugang wohl nur einer durch die Kirche.
10. Febr. 1496 Stiftung der St. Sebastiansbruderschaft
1541 Errichtung der Pfarrei St. Peter und Paul
1612 Johann Konrad und Karl Ehinger lassen den Choraltar renovieren (durch Rodt?)
1626 Johann Konrad Ehinger läßt das Ziborium renovieren und machteine Stiftung zur Kirche, ihm ist das Grabepitaph gewidmet an der rechten Seite des Chores "Oben ein schlummernder Knabe (der Engel des Todes), das Haupt auf die Hand und diese auf einen Totenkopf gestützt, zu seinen Füßen die Stundenuhr und darunter mitten das Wappen der Ehinger, in erhabener Arbeit wunderschön ausgeführt. Am Fuße des Monument sind die Worte eingegraben: "Anno 16 den in starb der edel vnd vest Hanß Konrad Ehinger von Balzheim zu Großenkötz, dem gott gnädig sei" . Nach dem Seelenbuch ist der Todestag der 16. Febr. 1633. (nach Aufzeichnungen von Pfarrer Christel)
1674 Johann Ehinger starb am 11. Februar und wurde in der Pfarrkirche neben dem Altar der Heiligen Drei Könige, dem jetzigen Frauenaltar, begraben.
Heute sind ja keine Seitenaltäre vorhanden und die rechte Seite ist heute Ort der Sebastiansfigur und war früher Marienaltar. Zu "Dreikönigsaltar" ist anzumerken, daß sich im Pfarrhof heute ein Ölgemälde "Anbetung der Weisen" befindet, welches dem 17. Jhdt. zuzuordnen ist und vielleicht Altarbild war.
1746 Verpfändung auf 30 Jahre an Reichsstift Wettenhausen
1755 Restaurierung des Pfarrhofs "von Grund aus" durch Mittel des Prälaten
1760 Erneuerung des Schlosses, Anbau des Südflügels (Dossenberger)
1764/65 Erneuerung der Kirche durch Joseph Dossenberger, Fresken von Johann An- wander, Bauherr Propst Augustin Bauhof (Wappen am Chorbogen)
In einer maschinenschriftlichen Chronik von Anton Klotz, die auch Aufzeichnungen Pfarrer Christels verwertet, ist das Zitat zu finden: "Die Kosten dieses Baues wurden aus der Kirchenfabrik bestritten zum großen Nachteile der Stiftung.
Der Prälat scheint den Bau gegen den Willen des Ortspfarrers ausgeführt zu haben, wohl auf Anraten des Dekans und Stadtpfarrers zu Günzburg. Nur auf wiederholtes Andringen des Prälaten, "dem Ehre und Verantwortung dieses Kirchenbaues allein zukommen möge", unterzeichnet der Pfarrer die betreffende Bau- und Stiftungsrechnung (vom 2. Nov. 1762 bis 22. März 1765)."
1768 Vorzeitige Einlösung der Ortschaft wieder zurück an Österreich
1788 Ankauf der drei Altäre aus der auf Abbruch verkauften Wallfahrtskirche Maria - Königin-Bild bei Limbach
Abbruch der St.Anna-Kirche, Gesuch um Nutzung
der Kapelle als Schulhaus wird abgelehnt, Übertragung der
gotischen Muttergottes in die Pfarrkirche
Der Totengräber wird bezahlt für die Umbettung
von Gebeinen in den Friedhof bei der Pfarrkirche.
1856 Missionskreuz (60 fl.), Madonna (100 fl.), Sebastian, Florian, Johann Nepomuk, Aloisius zusammen 200 fl., sämtliche geschnitzt von Riedmüller in München
1866 7 Figuren von Riedmüller zum neuen Hauptaltar (Gottvater, 2 kniende Engel, 2 stehende Engel, Petrus und Paulus) (450 fl.)
1867 Renovierung der Kirche, Entfernung der Limbacher Barockaltäre (sie standen 78 Jahre in unserer Kirche), einheitliche, komplette Ausstattung in neuromanischem Stil.
1870 5 Figuren von Schmid zu den Seitenaltären (560 fl.) Prozessionsfigur Unbefleckte Empfängnis von Schmid (110 fl.)
1876 (Ostern) Anschaffung eines Hl. Grabchristus, geschaffen von Bildhauer Alois Egenberger, Günzburg, Preis 147.- Mark (leider kürzlich neu angestrichen)
1904 neu restauriert (Pfarreienbeschreibung Bistum Augsburg) durch Kirchenmaler Heim, Augsburg
ca. 1914 Neuverglasung mit Butzenscheiben
1929 Orgelweihe am 10.Nov., Orgelbauer Max Dreher, Augsburg
1932 Fresken renoviert (ergänzt ?) durch Fa. Haugg, Ottobeuren
1943 Um den Weltkrieg doch noch zu gewinnen, verfügt der Generalvikar von Augsburg eine Erfassung der in Kirchen vorhandenen Buntmetalle.Einige Altarglöckchen, Kerzenleuchter und ein Messingkreuz und ein Rauchfass und Schiffchen werden zum Einschmelzen für die Kriegsrüstung abgeliefert
1960 Aussenrenovierung, Entfernung des schadhaften Putzes und mit ihm der bei Dossenberger üblichen Gliederung
1965 Innenrenovierung, Entfernung der neuromanischen Ausstattung, welche knapp 100 Jahre alt war
1978 Abplatzungen der Intonaco-Schicht im Langhausfresko werden behoben
1990 Orgelweihe 11.März, Orgelbauer Offner, Kissing
1996 Gründung eines Fördervereins
1997 Beginn der Innenrenovierung
1999 Abschluß der Renovierung, als Hochaltar wird ein neubarocker Altar mit Tabernakelaufsatz aus Altisheim bei Donauwörth aufgestellt, das Kreuz mit Strahlenkranz und stuckierter Draperie versehen.
2000 Renovierung des Ölberges an der Westseite der Kirche mit neuem Gethsemane-Bild "al fresco"
Im folgenden ein Streifzug durch die Geschichte meines derzeitigen Wohnortes:
Die Pfarrei und Pfarrkirche St. Georg, Bedernau, Landkreis Unterallgäu
Der Ort und mit ihm auch eine erste Kirche entstand vermutlich in der ausgedehnten Rodungsperiode des 11./12.Jahrhunderts in einer Zeit milden Klimas und ausgeprägten Bevölkerungswachstums. Das ganze umliegende Waldgebiet mit seinen zahlreichen Kleinsiedlungen gibt sich schon auf den ersten Blick als Rodungsland zu erkennen. Der Patron St. Georg kann als Ritterheiliger auf eine vorhandene Burg (an der Stelle des heutigen Schlosses ) hinweisen. Schon der Historiker Friedrich Zoepfl vermutete als erste Kirche eine Burgkapelle. In den Urkunden erscheint Bedernau zuerst mit einem welfischen Ministerialen "Heinricus de Bedernowe" im Jahr 1160. Der Tradition nach soll die Kapelle zu Bedernau im Jahr 1167 von Abt Isengrim von Ottobeuren Reliquien erhalten haben. Für die Überlassung von Reliquien der Hl. Ursula und ihrer Gefährtinnen aus Köln war die Bedingung geknüpft, jährlich einen Bittgang nach Ottobeuren zu halten, was noch im 17. und 18. Jahrhundert bezeugt ist.
13. Jahrhundert:
Um 1250 besteht bereits die Pfarrei. Nach den Welfen sind nachweislich seit 1250 die benachbarten Mindelberger Herren von Bedernau. Schwigger von Mindelberg stiftet 1250 ein Wilhelmitenkloster, dem er zwei Jahre später die Kirche übereignet. Doch übersiedelt schon 1263 das Kloster als Augustineremiten-Konvent nach Mindelheim.
Laut H.Habel "Der Landkreis Mindelheim" stammen die drei Turmuntergeschoße aus der 2. Hälfte des 12. Jhdt oder der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Innen am Aufgang zum Turm befinden sich drei kreisrunde Medaillons mit Darstellungen der klugen oder törichten Jungfrauen, die sichtbar sind, seit die sie zudeckende Putzschicht abgefallen ist (i.d.R. nicht zugänglich). Sie zierten einst den Chorbogen der spätromanischen Chorturmkirche mit dem jetzigen Turmerdgeschoß als Chorraum (Altarraum). Die drei kreisrunden Felder mit Brustbildern lampentragender und mit kronenartigem Kopfschmuck versehenen Frauen sind recht flächig und ohne Binnenzeichnung gemalt. Bei einer Jungfrau ist die Lampe, die in Art einer Vase dargestellt ist, deutlich zu sehen: Sie ist aufrecht dargestellt, aber ohne Flamme. Aufgrund der aufrechten Darstellung der Lampe neige ich zur Deutung als "kluge Jungfrauen" nach dem bei Matthäus 25, 1-13 überlieferten Gleichnis Jesu von den fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen.
Die Farbpalette der Bedernauer Bilder ist recht einfach: reichlich Rötel, sparsamer gelber Ocker und wohl ein Kupferoxyd - Grün. Einordnen wird man sie in die Zeit von 1250 - 1400, also die zweite Hälfte des 13ten und das 14. Jahrhundert. Die Medaillons zeigen sich an der Innenseite des mittelalterlichen Chorbogens, soweit sie sich heute noch in einem Drittel der ursprünglichen Breite darbietet. Der Erhaltungszustand ist durchschnittlich. Die bei der Antragung eines späteren Putzes eingeschlagenen Vertiefungen (Putzkerben) überziehen in grobem Raster die Bilder. Ebenso zeigen sich Salzausblühungen, da der heute zugemauerte Chorbogen sich in der Westseite des Turmes befindet, die naturgemäß der Witterung stärker ausgesetzt ist. Bedauerlich ist der Verlust des spätromanischen oder frühgotischen Chorgewölbes, welches im Jahr 1709 heruntergeschlagen und durch eine Holzdecke ersetzt worden ist. Das Chorgewölbe dürfte ebenfalls einstmals bemalt gewesen sein. Die Bilder am ehemaligen Chorbogen gehören mit zu den ältesten im Landkreis Unterallgäu.
mittelalterliche Fresken im Turm
Westlich an den Turm schloß sich das Langhaus der mittelalterlichen Kirche an. Dieses wurde wohl in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts abgerissen und der Chorbogen zugemauert. Nördlich anschließend wurde eine neue, größere Kirche in spätgotischem Stil erbaut und der frühere Altarraum im Turmerdgeschoß wurde Sakristei. Die Kirche kann man sich so vorstellen: Das Langhaus und der Chor erhellt durch spitzbogige Fenster, im Schiff eine hölzerne Täferdecke; im Chor ein gemauertes Netzrippengewölbe, die Rippen farbig hervorgehoben und die Felder mit gemalten Ranken eingefaßt; gotische Altäre; der Boden wohl aus Ziegelplatten.
1486 führt Eglof Stebenhaber aus Memmingen 46 Haushaltsvorstände namentlich auf.
16. Jahrhundert:
1518 benennt sich das Mindelheimer Kapitel nach
Bedernau, dem Pfarrsitz des damaligen Dekans Mang Ferber.
17. Jahrhundert:
Durch den dreißigjährigen Krieg und die Pest
wird die Bevölkerung reduziert und herrscht große Not.
1651 stellt eine Visitation fest, daß der Pestfriedhof weder "eingefangen" noch umzäunt sei. Der Generalvikar beauftragte den Pfarrer, für die Einfriedung zu sorgen.
Trotz herrschaftlichem Befehl sträubte sich aber die Gemeinde, die Einfriedung auf sich zu nehmen und wollte sie "dem Heiligen", also der Pfarrei zuschieben. Der Generalvikar ließ daraufhin der Gemeinde erklären: Wenn die Gemeinde dieser ihrer Verpflichtung nicht nachkomme, dürfe bei einer zukünftigen Seuche niemand mehr auf dem Pestfriedhof begraben werden, alle müßten dann auf den Pfarrfriedhof kommen.
Ebenso wird beanstandet, daß das "Unschuldige Häuslein", ein eingezäunter und überdachter Begräbnisplatz für die ungetauft verstorbenen Kindlein, keine eigene Türe habe, es werde einfach ein Brett der Umzäunung herausgenommen.
Auf dem Friedhof gibt es auch ein "Seelhaus", ein Beinhaus (Ossuarium) für die beim Grabmachen herauskommenden Knochen.
1653 wird der Kreuzaltar (am Eingang zum Altarraum) abgebrochen.
1666 wird erstmals die Kapelle zur schmerzhaften Muttergottes an der Straße nach Unterrieden genannt (um 1972 abgerissen).
1668 Gründung und bischöfliche Bestätigung der Skapulierbruderschaft. Sie zählte 1676 bereits über 1000 Mitglieder. Zur Bruderschaft wurden, so 1696, auch Naturalien geopfert; Butter, Schmalz und Hühner, die dann verkauft wurden. Die Bruderschaft hielt allmonatlich eine Prozession ab, bei der mit besonderer Bewilligung des Ordinariates (erteilt am 23. Februar 1681) das Allerheiligste mitgetragen werden durfte. Mit ausnehmender Feierlichkeit wurde im 17./18. Jahrhundert das Bruderschaftsfest begangen. Aus Weißenhorn wurden Kapuziner eingeladen. Zu dem großen Umgang, der dabei veranstaltet wurde, waren Trompeter, Pauker, Musikanten aufgeboten, ab und zu von Pfaffenhausen und Mindelheim; auch wurden Figuren mitgetragen. Auch "gekleidete Personen", d.h. kostümierte Darsteller eines Heiligen oder einer Allegorie gingen mit, die Ausstattungsstücke wurden von Kirchhaslach entlehnt. Auf Kosten der Bruderschaft wurde beim großen Umgang auch Brot ausgeteilt.
Um 1670 wird man den achteckigen Turmoberbau mit einer holzschindelgedeckten Zwiebel verfertigt haben.
1672 das Sakramentshaus an der Chorwand entfernt und der Tabernakel auf den Hochaltar verlegt. Um 1680 entstand die Kanzel.
1699 Reparaturen für 9 Gulden an der Orgel durch den Orgelmacher von Angelberg, d.i. Johann Guggemoser von Tussenhausen
18. Jahrhundert:
Die Heiligenrechnungen bezeugen für das späte
17. und das 18. Jahrhundert ein sehr reges kirchliches Leben. Das
leitete sich zu einem guten Teil her von der muggenthalischen
Herrschaft, die selbst sehr kirchlich gesinnt war. Einige
volkskundliche und kulturhistorische Besonderheiten seien vorab
erwähnt: 1722 und 1738 werden Schreiner und Zimmerleute entlohnt
für "Aufmachung des theatri bei der Comoedi", es wurde
also wohl anläßlich der Kirchweihen ein geistliches Spiel
aufgeführt. In der Rechnung finden sich auch regelmäßig
Ausgaben für Opfer- und Kommunikantenwein oder Speiswein; so
1739 z.B. 38 Maß. Im Zusammenhang damit, daß 1713 ein
Speisbecher angeschafft wurde, darf man annehmen, daß den
Kommunikanten gesegneter Wein gereicht wurde.
In der Kirche befanden sich mehrere Opferstöcke, 1728 z.B. ein Georgsstock bei der Kirchentüre, ein Stock Unserer Lieben Frau ("in medio templi"), ein Antoni- und ein Vierzehnothelferstock. 1722 wird auch ein Anna- und ein Sebastiansstock erwähnt. Es wurden auch Naturalien geopfert, 1736 z.B. Wachs, Butter, Flachs, Hühner.
Wie anderwärts gab es auch in Bedernau Frauen, die sich durch Gebet für andere ein Nebeneinkommen schafften Bei den muggenthalischen Monatsmessen waren jeweils 6 "Bettweiber" beschäftigt, von denen jede für ihr Gebet 4 Kreuzer erhielt (1735).
Auch eine "Kirchensingerin" ist erwähnt, welche 1729 "aus Gnade" 2 Gulden bekam.
1700 neues Kirchenpflaster.
Der gotische Bau wurde ab 1709 barockisiert und zuerst der Chor, ab 1710 das Langhaus durch Gipsmeister Michael Stiller von Ettringen erneuert. Der nicht genannte Maler wurde für die "Emblemata" an der Decke entlohnt.
Die Embleme blieben unter Übermalungen erhalten und sind 1952 z.T.wieder freigelegt worden. Sie versuchen Bilder aus der Natur theologisch zu deuten mittels symbolischer Darstellungen und lateinischer Sinnsprüche (im Chor marianische Embleme, z.B. Lilium inter spinas: Lilie zwischen Dornen; Ex spinis sine spina: Aus Dornen ohne Dorn; interessant auch Darstellung eines Paradiesgartens mit "ausgesperrter" Schlange: Hortus conclusius: Abgeschlossener Garten; oder beim Chorbogen: Sternenhimmel mit Milchstraße: Iter demonstrat: (Das Ziel) zeigender Weg).
Von 1711 - 1719 erscheinen in den Rechnungen Zahlungen an den Türkheimer Bildhauer Michael Seitz für die Apostelfiguren.
1714 wurde der Turm neu mit Schindeln gedeckt. 1717 wird mit dem Stuckmeister Benedikt Zöpf ein Vertrag über 400 Gulden für die Lieferung von drei Stuckmarmoraltären abgeschlossen, welche 1719 in Mindelheim abgeholt werden.
1717 erhielt der Bildhauer für "das Bilt Christi auf dem Palmbesel" 6 Gulden, 55 Kreuzer, der Maler für das Fassen des Bildwerks 5 Gulden, 15 Kreuzer. An die Buben (die den Palmesel ziehen?) wurden beim Wirt Palmbrezen ausgeteilt und die Hauptleute (?) bekamen eine Zehrung.
1718 arbeitet Maurermeister Andreas Prior von Börwang mit seinen Gesellen
13 Tage an der Kirchhofmauer.
1719 fasst der Maler Franz Anton Hörmann von Pfaffenhausen den Rahmen des St.Georgsbildes.
1721 stiftet Graf Christoph Franz von Muggenthal Kloster und Kirche in Baumgärtle.
1722 werden die Altäre von Weihbischof Johann Jakob von Mayr geweiht (wie auch die Kapelle in Baumgärtle).
1727 liefert der Maler von Kettershausen ein Fahnenblatt.
1728 wird von Palier Andre Mayr eine Steintreppe beim Aufgang zur Kirche angelegt.
1732 liefert Augustin Simnacher von Tussenhausen eine neue Orgel, welche nicht die erste ist. Prospekt erhalten.
1734 Erneuerung des Dachstuhls (Zimmermeister Urban Deininger von Bedernau, Palier Andreas Mayr).
1736 Ausbesserung des Hochaltargemäldes durch den Maler Anton Germiller von Mindelheim (spätere Kopie im Turm).
Im gleichen Jahr erhält Maler Joseph Söldenhorn von Pfaffenhausen, der 17 Jahre lang unentgeltlich die Farben für die Glaskugeln am Heiligen Grab geliefert hatte, als Entschädigung 2 Gulden.
22. Juli 1738: Weihe der neuerbauten Wallfahrtskirche in Baumgärtle.
1738 hat Joseph Anton Schneider, Maler von Loppenhausen, die Vortragsstangen mit den Schnitzbildern (Simon Stock, Urständ Christi, St. Johannes, Theresia, Unsere Liebe Frau mit dem Jesuskind) neu gefasst (nicht erhalten).
Im gleichen Jahr fertigen die beiden Schreiner Hans Bernbacher von Bedernau und Anton Moßberger von Loppenhausen ein neues Kommuniongitter und neue Beichtstühle.
1746, den 22.3. stirbt der 1674 geborene Graf Christoph Franz von Muggenthal, sein und seiner dritten Gemahlin (+ 3.3.1760) Epitaph an der Chorwand hinter dem Hochaltar jetzt durch neubarocken Beichtstuhl verdeckt.
1763 kauft der bayerische Kurfürst Karl Theodor das Gut Bedernau.
1764/65 Umbau und Erneuerung des Schlosses durch den Hofzahlmeister Kretz.
1767 wird der Pfarrer Franz Anton Versal von den herrschaftlichen Beamten besonders gelobt wegen seines vorbildlichen Eifers für das Gotteshaus und das Kirchenvermögen. Namentlich durch ihn sei auch die Kirche mit schönen Meßgewändern versehen worden, von welchen sich aber keines in unsere Zeit erhalten hat.
Am 28. Juni 1782 übergibt der bayerische Kurfürst Karl Theodor die Herrschaft Bedernau an den Geheimen Staatsrat und Finanzreferendar Johann Sebastian Reichsfreiherrn von Castell.
19. Jahrhundert:
Um 1800 entstand der klassizistische Taufstein mit
der Figurengruppe der Taufe Christi. Auf einem Flurplan ist etwa
an der Stelle des heutigen Friedhofs ein Malefikantenfriedhof
eingetragen, in dem die auf dem nahen Galgenberg Gerichteten
begraben wurden. Vielleicht wurde der frühere Pestfriedhof nun
so genutzt.
1808 wurde der Friedhof von der Kirche weg verlegt,
1815 das Dach neu gedeckt, der Turm neu geschindelt, der Schießer (Giebel) im Westen abgetragen und neu aufgemauert.
Im Zuge des Abbaus der feudalen Ordnung gehen der Herrschaft alte Rechte verloren: 1809 wird ihr der Blutbann entzogen,
1813 der Galgen trotz Einspruchs des bedernauischen Pflegamtes vom Rentamt Mindelheim versteigert.
1822 wird die Wallfahrtskirche auf Abbruch versteigert, ebenso die Einrichtung. Die schöne Kanzel gelangt nach Erkheim, der Hochaltar über Umwege nach Deisenhausen. Es kommen die prachtvoll gerahmten Gemälde (um 1750) heiliger Franziskaner in die Pfarrkirche (hängen an der Chorsüdwand); ebenso die Monstranz und vermutlich auch ein Seitenaltar, der als Hochaltar aufgestellt wurde.
1867 Innenrenovierung (Maler Rehm, Mindelheim)
11. Oktober 1867: Historienmaler Joseph Kober (Spätnazarener), Göggingen, erhält 400 Gulden für 7 Plafond-Gemälde al fresco im Langhaus (Deckenbilder in Fresko-Technik). Sie zeigen Szenen aus dem Marienleben, die Propheten und die vier abendländischen Kirchenlehrer Hieronymus, Augustinus, Gregorius und Ambrosius. Letztere nach Vorlagen von Johann Schraudolph gemalt, die Originale ursprünglich im Speyrer Dom (1959/60 zerstört).
Joseph Kober war geboren am 27. Februar 1823 in Kirchheim und starb am 04. November 1873 in Göggingen.
1872 kommt der erste Missionar vom kostbaren Blut nach Baumgärtle
1882 Neubau der Wallfahrtskirche in Baumgärtle
1885 Ein Foto (wohl das älteste von der Bedernauer Kirche) zeigt die Südseite, noch ohne angebaute Sakristei, und den eingerüsteten Turm mit einer Sonnenuhr über dem untersten Südfenster
1890 wurde der Chor und der Hochaltar restauriert, dessen Fassung dann als zu dunkel kritisiert wurde, die sich aber an die Seitenaltäre anglich. Später wurde dann die heutige, hellere Fassung in Hellgrün und Rosatönen aufgebracht (bei der Renovierung 1952). In einem Zeitungsartikel von 1890 ist die Rede von "Restauration des Chores und Herstellung des prachtvollen Altars". Maler der Altarbilder war Joseph Stehle, Krumbach. Er kopierte das barocke Altarblatt der Übergabe des Skapuliers durch Maria an den Hl. Simon Stock.
Der Hochaltar setzt sich von unten her zusammen aus dem Altartisch in Neurenaissance mit Darstellungen des Pelikan und des Phönix von 1890, dem neubarocken Tabernakel von 1952, den barocken Säulen und Pilastern (wohl von einem Seitenaltar der alten Wallfahrtskirche Baumgärtle), und als oberer Abschluß der Auszug von 1890 mit dem Gemälde des Hl. Georg von Stehle.
1891 Neubau der später wieder abgerissenen südlichen Vorhalle mit Lourdes-Grotte und Ölberg unter dem aus Großkötz bei Günzburg stammenden Pfarrer Anton Mayr. Baumeister Michel Stark, Pfaffenhausen. Kosten 1000.-Mark.
Herstellung der beiden Emporen, ebenfalls Michel Stark, Pfaffenhausen, für 2200.-Mark; Für Reparatur und Neuaufstellung der Orgel 800.-Mark an einen Orgelbauer in Ritzisried
Für das südliche neue Vorzeichen lieferten die Gebrüder Preckel, Bildhauer, für 130.-Mark zwei Terracotta-Statuen des St. Simon Stock und St. Georgs.
Für den Ölberg kauft man Holzfiguren "Todesangst Jesu und der Engel mit dem Kelch aus St.Ulrich in Gröden, Tirol. Bildhauer Stuflesser, Kosten 120.-Mark.
1893: Restaurierung der Nebenaltäre samt neuer Aufsätze und der Kanzel, Norbert Simon, Maler, für 1200.-Mark
Juni 1894: Neuer Kreuzweg nach Führich, 14 Stationen 70x50cm auf Leinwand und Keilrahmen 700.-Mark, Ernst Schandri, München. Prächtige Neurenaissance - Rahmen wohl in Eiche.
11. Juli 1895: 22 Prozessionsmäntelchen (für Bruderschaftsstangen) für 60,50 Mark von Wettenhausen
06. Oktober 1895 Kauf zweier weißer Chorfähnchen mit gestickten Bildern vom Dominikanerinnenkloster Wettenhausen zum Preis von 200.-Mark.
20. Jahrhundert:
1902 Anlage eines Trottoirs aus Klinkerplatten der
Achsenrieder Ziegelei um die Kirche
1904 Neues Kirchenpflaster (schwarz-weiße Kunststeinplatten, wie noch im Turm sichtbar)
Neue Kirchenbänke unter Verwendung der alten Docken (Stuhlwangen), welche sehr gelungen ergänzt wurden; Gebrüder Ketterle, Altarbauer und Vergolder, Augsburg. Unter der Empore Stuhlwangen der Zeit um 1730, die anderen einige Jahrzehnte älter.
1910 Kauf einer St. Franziskus-Statue aus St. Ulrích im Grödnertal
1911 Aussenrestaurierung durch Josef Notz Pfaffenhausen
Neuerstellung der inneren Chordeckenbilder durch Kirchenmaler Hans Kögel, Pasing, in neubarockem Stil (vier Evangelisten, Marienszenen)
1914 neue Orgel im altem Prospekt von Julius Schwarzbaur, Mindelheim.
1921 werden vier neue Bronze-Glocken von Hamm in Augsburg bezogen, zwei alte Glocken werden nach Baumgärtle gegeben.
1924 neuer Beichtstuhl nach Entwurf und mit Schnitzereien von Saumweber, Günzburg, von Schreinermeister Emil Miller, Bedernau, hergestellt. Aufgestellt an der nördlichen Chorwand, heute hinter dem Hochaltar.
Um 1932 Bau eines Pfarr- und Jugendheims im Pfarrgarten
1937 Entfernung der erst nach 1890 von der Glasmalerfirma Max Mittermaier in Lauingen gelieferten farbigen Kirchenfenster.
Georgs- und Skapulierfahne, Kreuzfahnen restauriert in Kloster Lohhof.
Orgel mit elektrischem Windmotor versehen.
12 silberne Leuchter und alle Kelche gereinigt und erneuert durch Goldschmid Wachter, Babenhausen.
1941 Der rote Baldachin (Himmel) renoviert in München um 1100 RM.
1942 das Jesuskind aus Wachs, gemacht im Jahr1813 von Lieutnant Wachter, Mindelheim, erneuert für 57 RM in Wettenhausen
1943 Für Kriegszwecke werden nach drei Glocken auch andere Metallgegenstände abgeliefert: 14 Leuchter aus Messing zu ca. 32,5kg, 1 Weihwasserkessel aus Kupfer 1kg, 1 Rauchfass mit Schiffchen 1kg, 2 Altarglöckchen ca. 1 kg (laut Bestätigung des Kath. Stadtpfarramtes Mindelheim vom 14. April 1943).
1949 Drei neue Glocken ersetzen die zu Kriegszwecken abgelieferten Glocken:
Die große zu Ehren des dreieinen Gottes, die mittlere zu Ehren Mariens, die kleine zu Ehren St. Josephs. Sie sind bezeichnet: "Mich goß Meister Benjamin Grüninger Villingen Neu Ulm 1949";
Eine vierte, kleine Glocke mit dem Bild St. Georgs ist beschriftet: "In teurer Zeit ward ich erkoren, zu künden, wer ihn (sic!) ihr geboren" und " Gegossen von F. Hamm, Augsburg 1921".
Eine alte Glocke der Bedernauer Pfarrkirche hängt im Turm der Wallfahrtskirche Baumgärtle. Sie stammt aus dem Jahr 1652 und wurde gegossen von Leonhard
Ernst d.J. in Memmingen.
1952/53: Innenrestaurierung unter Pfarrer Karl Imhof
Neuer Tabernakel gefertigt von Hörmann, Altarbauer in Babenhausen, Restaurierung der Raumfassung (u.a. Abnahme von Vergoldungen am Stuck) und Figuren durch Fa. Haugg, Sontheim; Restaurierung der Seitenaltäre durch Stuckateur Schnitzer, Buching; durch denselben auch Neuanfertigung der 2 Stuckmarmorsäulen unter der Empore (vordem viereckige, hölzerne Tragpfeiler, wie heute noch unter der Orgelempore). Die Decke präsentiert nun weißen Stuck auf gelblichem Hintergrund.
Neuer Kreuzweg von Hans Baumann, der alte (nach Führich gemalte) wird dem Bonifatiusverein für die Diaspora geschenkt.
Die großen Altarblätter der Seitenaltäre und des Hochaltars von Maler Stehle aus Unterbleichen/Krumbach (um 1890) werden entfernt. (im Turm)
1955 wird der Dienst der Mesners erleichtert durch den Einbau einer elektrischen Läutanlage für die große und die mittlere Glocke durch die Firma Hoerz, Ulm.
1958 Anfangs Februar wurde der Einbau einer elektrischen Kirchenheizung beendet. Es wurden 130 m Rohrheizkörper unter dem Gestühl der Frauen und Männer verlegt, ferner 30 m Flachheizkörper für die Kinderbänke im Chor. Die gesamte Anlage hat eine Leistung von 50.000 Watt und verbraucht demnach 50 kWh. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 3.720 DM; sie wurden durch eine Listensammlung von Haus zu Haus aufgebracht; pro Haushalt sollte durchschnittlich ein Betrag von 20,-DM gespendet werden. Die Wärmeentwicklung der neuen Heizung war jedoch nicht befriedigend und es war im Winter immer noch bitterkalt in der Kirche. Vielleicht lag es an der mangelhaften Stromversorgung Bedernaus. Die bisherige Netzspannung von 120 V reichte bei den zahlreich verwendeten elektrischen Haushaltsgeräten und landwirtschaftlichen Maschinen nicht mehr aus. So sank zum Beispiel beim Einschalten der Kirchenheizung die Kraftspannung von 220 V auf 190 V. So ist es nicht weiter verwunderlich, daß viele Bürger die schon seit einigen Jahren angekündigte Stromumstellung mit Sehnsucht erwarteten. Sie sollte eine Spannungshebung des Ortsnetzes auf 220 V und des Kraftnetzes auf 360 V bringen.
1968 1970 Innen- und Außenrenovierung
U.a.: Entfernung der Rückwand des Chorgestühls samt der Umrahmung der Tür zur Sakristei, Entfernung der Chorschranken (Kommunionbank).
Anfertigung eines Volksaltares mit Verwendung von barocken Balustern der Chorschranke von Baumgärtle.
Veränderungen an Fensteröffnungen am Turm
1980 Nach Abbruch des alten wird der neue Pfarrhof mit einem Pfarrheim erbaut.
1984 -86 Außen- und Innenrestaurierung unter Pfarrer P. Max Mandlmayer, neue Turmzwiebel (ursprünglich mit Holzschindeln, dann mit Schiefer, nun mit Kupfer gedeckt).
1988 neue Orgel mit 22 Registern (verteilt auf Hauptwerk, Rückpositiv und Pedalwerk), mechanischer Spiel- und Registertraktur, Schleifwindladen und zwei Manualen. Orgelbauer Gerhard Schmid, Kaufbeuren. Prospekt von der alten Orgel übernommen, Rückpositiv an der Emporenbrüstung neu.
Im heiligen Jahr 2000 wurden die unnötigen Holzpodeste des Ambos und Volksaltars entfernt und ein neuer Altarteppich und Tresor angeschafft.
Am 2. Juni 2001 haben wir die seit Jahrzehnten im Turm ausgelagerten Altarbilder wieder in den Hochaltar und den linken Seitenaltar eingesetzt.
Zu allen Zeiten, in guten wie in schlechten, haben die Bedernauer für ihre Kirche gesorgt. Was solche Kirchen für die ländliche Bevölkerung bedeuten, bringt der in Untergermaringen geborene Heimatdichter und Prälat Peter Dörfler auf die Formel:
"Diese Kirchen und Kirchlein, hier hat auch der Bauer sein Schloß."
(in: Die Wessobrunner)
Zusammenstellung durch Gemeindereferent Stefan Weiher unter Zuhilfenahme von:
Steichele/Schröder/Zoepfl: Das Bistum Augsburg
Heinrich Habel: Landkreis Mindelheim; Deutscher Kunstverlag; München 1971
Alois Epple: Die Kober
Pfarrarchiv Bedernau
Weitere
historische Bilderschätze:
(hier gilt zum größten Teil: sic transit
gloria mundi!)
Aichach Seitenaltar
Ausschnitt des jüngsten Altars der beseitigten neugotischen
Ausstattung des Augsburger Doms
Leider entfernter Hochaltar der Kirche St. Paul an der
Theresienwiese, München
Kirche Babenhausen in Schwaben
(c) Stefan Weiher, 12.Febr.2002