
Diese noch relativ junge Hunderasse hat
ihren Namen vom Begründer dieser Zucht, Herrn Leendert
Saarloos erhalten. Der
Niederländer wollte eine Hunderasse züchten, die keine
Degenerationserscheinungen, dafür aber eine
natürliche Resistenz gegen die
verschiedensten Krankheiten und noch die scharfen Sinne des Wolfes besitzen
sollte. Der
Hund sollte bei dieser Kreuzung die Vorzüge beitragen, die ihm die
Domestikation in viel tausendjähriger Arbeit gegeben hat, nämlich die
Verbundenheit zum Menschen, mangelnde Fluchtdistanz bei echter und
vermeintlicher Gefahr, Lernfreudigkeit bis ins hohe Alter usw.
Sein späteres Ziel galt
einem aufmerksamen, intelligenten, brauchbaren Hund, der sich aufgrund seiner
hervorragenden Nase zum Fährtenhund und seiner angeborenen Vorsicht und seines
blitzschnellem Reaktionsvermögens rasch ausbilden ließ
, sowohl als Polizeihund
als auch als Rettungshund und Blindenführhund. Vorrangig jedoch ging es ihm um einen kerngesunden, noch
"nicht degenerierten" Hund. (Außerdem experimentierte Saarloos
gern. So besaß er einen halben Zoo an Tieren und kreuzte auch verschiedene
Arten miteinander.)
Da der Wolf viele dieser von ihm gewünschten
Eigenschaften besaß, wählte er eine Wölfin (Fleur, eine europäische
Wölfin, die er vom Tiergarten Blijdorp in Rotterdam kaufte) als Stammelternteil
für die von ihm kreierte Rasse und den Deutschen Schäferhund Gerard van
Fransenum (Axel v. Stubersheim x Wotan’s Irmhild), aus preußischer
Linie. Seine Vorfahren haben im ersten Weltkrieg gedient und Mut und
gute Abrichtbarkeit bewiesen. Er selber war als Welpe eigentlich schon dem Tode
geweiht, da er schwer verletzt war nach der Geburt. Durch Aufpäppeln wurde
aus ihm doch noch ein kräftiger Rüde. Die Wölfin soll sich wie ein Hund
verhalten haben, sie konnte ohne Leine nebenher laufen und Gerard soll sie dann
korrigiert haben, wenn sie nicht das machte, was sie sollte. Wenn man auf den
Fotos genau hinschaut, sieht man, dass Gerard eine weiße Maske hatte; heute
undenkbar, da haben alle Deutschen Schäferhunde schwarze Masken - wie einige "Saarloos"
auch...
Die Wölfin entstammte dem sibirischen Zweig des europäischen Wolfes, weshalb etliche Saarlooswolfhunde heute noch russische Namen haben, in Anlehnung an ihre Urahnin. (Die erste Wölfin ging übrigens noch vor dem Zuchteinsatz an Staupe ein - ein Irrglaube, dass Wölfe bzw. Wolfhunde gesunder seien bzw. "natürliche Resistenzen" besitzen.)
Sein erster Wurf Welpen kam im
Frühjahr 1936 zur Welt. Leider starben sie alle innerhalb eines Monats
an der gefürchteten Hundeseuche, die vermutlich ein Besucher mitbrachte. Doch
Saarloos ließ sich nicht entmutigen und im
Jahr darauf hatte er wieder Welpen, 2 graue Hündinnen (Pittha und Fleurie)
und einen Rüden (Barré). Leider wurden auch diese Tiere angesteckt und der
Rüde starb an den Folgen der Seuche, während die beiden Hündinnen
überlebten. Da er für die weitere Zucht einen Halbwolfrüden brauchte,
paarte er im Frühjahr 1938 nochmals Gerard und Fleur. In diesem Wurf waren
neben 6 Hündinnen auch ein Rüde. Und nur dieser Rüde, der auch Barré genannt
wurde, wurde behalten, die Hündinnen wurden aussortiert (was sicherlich
getötet bedeutet). Die F2-Generation war das
Resultat der Rückkreuzung der weiblichen Tiere mit ihrem Vater, was 75% Hund
und 25% Wolf ergibt (rein statistisch gesehen): Er kreuzte Fleurie (F1) mit ihrem Vater, um die Scheuheit zu
eliminieren; und von den 7 Welpen
reservierte er zwei für die weitere Zucht: Largo (F2) und Kaja. Und schon hier gab es den ersten „braunen“ Saarloos:
nämlich Kaja.
Spekulationen über angebliche Huskyeinkreuzung wegen der roten/braunen Farbe sind daher
völlig absurd. Allerdings
wurde Kaja dann wohl doch nicht zur Zucht verwendet, so wie auch Barrés
Nachkommen anscheinend nicht weitergingen in der Zucht.. 
L. Saarloos kreuzte zu
Anfang auch wieder Deutsche Schäferhunde ein:
Largo (F2)
wurde
1940 mit
seiner Halbschwester Dela (DSH) verpaart. Aus dem Wurf, der 13 Welpen
beinhaltete, behielt er 7, die sich alle prächtig entwickelten, u.a. Tarzan
(F3).
Noch im
Winter desselben Jahres wurde der Halbwolf Barré (F1) mit der Halbwölfin Fleurie
(F1) verpaart; aus dieser Verpaarung
kamen 8 Welpen, wovon er zwei zur Beobachtung behielt. Er bemerkte, daß die
Hündin sehr gut abrichtbar war, während der Rüde die Reserviertheit seiner
Großmutter Wolf geerbt hatte. Darum war er für die weitere Zucht ungeeignet
und fand ein endgültiges Zuhause im Tierpark Rhenen. Im
Frühjahr 1941 wurde Pittha (F1) mit ihrem Halbbruder Max (DSH) verpaart. Diese Welpen
(u.a. Pitta II, Ilse - F2) entwickelten sich hervorragend. Sie kamen im Charakter ihrem Stammvater Gerard
sehr nahe, von Reserviertheit soll keine Sprache gewesen sein, so daß sie für den
Allround-Polizeidienst bestimmt wurden. In demselben Frühjahr wurde Fleurie
(F1) mit ihrem
Halbbruder Max (DSH) verpaart. Überzeugt von
den guten Eigenschaften seiner Wolfhunde gerade aus dieser letzten Generation,
ging er über, eine begrenzte Anzahl seiner Tiere abzugeben, wobei er aber die
Kontrolle über diese Tiere behielt. Es waren alles Rüden, die er abgab und die kastriert wurden, damit kein anderer mit ihnen züchten konnte, mit Ausnahme zweier Weibchen, bei denen aber notariell festgelegt wurde,
dass mit ihnen nicht gezüchtet wurde. Aufgrund seiner prächtigen Tiere
(breite, tiefe Brust; prächtiges Fell, elastischer Gang; Schulterhöhe 75 cm!),
die einen tiefen Eindruck machten und auch einen wundervollen
Charakter hatten,
hatte L. Saarloos nun vermehrt Anfragen nach Welpen...
1942 stellte Saarloos eine Antrag auf Aufnahme in das Niederländische Hundestammbuchverzeichnis beim Raad van Beheer. Doch der Antrag wurde abgelehnt; die Tiere wären noch zu uneinheitlich, um sich als Rassebild von den übrigen Rassen deutlich zu unterscheiden. Nach Saarloos' Vorstellungen sollte der Europese Wolfhond braun sein! Er hätte eine Halbwölfin mit einem braunen Rüden verpaart und 5 der 7 Welpen seien braun, so Saarloos bei der Anhörung beim Raad van Beheer am 15. Mai 1943. Außerdem wurde wenigstens von einigen der Wolfhunde Abrichtbarkeit verlangt, um als Rasse anerkannt zu werden; doch die konnte nicht festgestellt werden. Man vermutet aber auch, daß die Schäferhundlobby die Ablehnung beeinflußt hatte, ähnlich wie Jahre später beim Tschechoslowakischen Wolfshund. Sie schienen wohl die Konkurrenz zum Deutschen Schäferhund zu fürchten...
Bei seinen Bemühungen die Hunde auszubilden stellte sich aber dann doch Erfolg ein: einige Hunde schienen als Blindenführhunde geeignet zu sein. Die angeborene Vorsicht und Reserviertheit vor allem Unbekannten schien eine Ausbildung möglich zu machen und gab L. Saarloos Selektionsmöglichkeiten.
Außerhalb seines Kennels wurden nun an
verschiedenen Plätzen in den Niederlanden Zuchtstätten eingerichtet. Eine
Blindenführhundschule wurde in Dordrecht gegründet.
Die Ausbildung übernahm L. Saarloos selber.
Dadurch, dass nun auch die Welpen woanders aufwuchsen, wurden sie auch besser sozialisiert, denn bei Saarloos in seinen Zwingern lernten die Welpen wenig kennen und waren sicherlich auch deshalb eher scheu.
Hilfe fand Saarloos im Genforscher Dr. L. Hagendoorn, da Saarloos erkannte, daß er allein nicht weiterkam mit seiner Zucht. (Da im Laufe der Zucht oft Bruder und Schwester sowie Halbgeschwister oder Eltern mit ihren Kindern miteinander verpaart wurden und es zudem später zeitweise Engpässe im "Zuchtmaterial" gab z.B. durch Krankheit, ist der Inzuchtgrad der Rasse heute noch recht hoch, wenn man den Pedigrees Glauben schenken kann; zudem wird auch heute noch teilweise Linien- und Inzucht betrieben.)
Mehr zur Abstammung der heutigen Saarlooswolfhonden hier!
Nebenbei bemerkt haben
aber auch andere Rassen das Inzuchtproblem, z.B. was der Yro
v.d. Kilstroom bei den Saarloos ist,
ist der Rep z
PS bei den TWHs...
Später wurden noch Wölfe eingekreuzt, die
letzte Wölfin 1963. (Angeblich die sechste, ganz geklärt ist das nicht, da L.
Saarloos alle seine Wölfinnen "Fleur" nannte. Er selber soll im Besitz
von 5 Wölfen gewesen sein.) Die Niederländische
Vereinigung von Saarloos Wolfhonden (NV)
vermutet
noch mehr Wolfseinkreuzungen. Offiziell ist es die Zweite, laut Papieren gab
es aber noch eine dritte in den 50er Jahren, wieder eine Wölfin, verpaart mit
Barnum v.d. Kilstroom. (Laut Aussage eines Insiders ist die Wölfin von 1963
dieselbe, die in den 50er Jahren zur Zucht kam. Mit 12 Jahren wurde sie 1963
nochmals belegt, um Frischblut in die Rasse zu bringen. Sollte es aber wirklich
dieselbe Wölfin sein, verändert dieses den Inzuchtkoeffizienten und bringt
eben nicht "frisches" Blut...) Eine Tochter aus dieser
Verpaarung ist Alma v.d.
Kilstroom, Mutter von Baron v. d. Kilstroom, der wiederum der Vater von
Fakar v.d. Kilstroom ist (s. Pedigree Garou Loup). Die NV hat 4
Wölfe ausfindig gemacht, alles weibliche Tiere, da L. Saarloos der Meinung war, dass
das Wildtier immer weiblich sein sollte... (Allerdings ist es auch möglich, daß
diese weiteren vermuteten Einkreuzungen bzw. Linien nicht weiter in der Zucht verfolgt
wurden, denn sie finden sich in den alten Stammbäumen nicht wieder.
Andererseits soll L. Saarloos bei seiner Zuchtbuchführung auch nicht immer
alles so genau genommen haben... man sieht also, da gibt es nichts genaueres,
viele Spekulationen...)
Da ein Bekannter von L. Saarloos, ein Biologe, im Besitz eines schwarzen Timberwolfrüden war und dieser auch schon bei ihm zuhause war, liegt die Vermutung nahe, daß dieser trotzdem auch zum Zuchteinsatz kam. Dieser "Timber" soll ein relativ unkompliziertes Tier gewesen sein, dass sich wie ein Hund verhielt. Nicht zurückhaltend, jeden begrüßend, nicht aggressiv anderen Tieren gegenüber. L. Saarloos war begeistert von diesem schwarzen Canadischen Wolf mit weißem Brustfleck... (De Wolfhond 1965)
Tatsächlich sehen die heutigen Saarlooswolfhunde dem amerikanischen Timberwolf viel ähnlicher als dem Europäischen Wolf, dem die beiden Fleurs entstammten. Auch das gute Sozialverhalten untereinander spricht eher für den Timberwolf. Doch offiziell wird jeglicher Zuchteinsatz eines Timberwolfes bestritten, auch Marijke Saarloos, sein Tochter, bestreitet dieses...
In den letzten Kriegsjahren des zweiten Weltkrieges wäre die Rasse fast verloren gegangen. Dank eines örtlichen Schlachthauses konnte die Hungersnot im Winter 1944/45 abgewendet werden. Dafür hätten deutsche Offiziere fast den Untergang dieser Rasse heraufbeschworen. Sie wollten ursprünglich die Hunde für Kriegszwecke holen, doch als die Soldaten Schüsse abfeuerten, trotz Warnung von L. Saarloos über die möglichen Folgen, folgten die Tiere ihrem Fluchttrieb, als die Zwinger geöffnet wurden. "Wertloses Zeug" war der Kommentar des Offiziers. Das rettete vielleicht der Rasse das Überleben. Es dauerte rund 1 Woche, diese Tiere wieder einzufangen.
Immer wieder hatte L.
Saarloos gegen den
Fluchttrieb und die Scheuheit bei seinen Tieren anzukämpfen, die immer wieder
durchkam.
1950 grassierte ein Virus in seinen Zwingern und raffte viele Welpen und die meisten seiner erwachsenen Wolfhunde dahin. Man riet Saarloos dringend zu impfen, doch er weigerte sich zuzugeben, dass es ein Virus war. (Soviel zur "natürlichen Resistenz" gegenüber Krankheiten!)
L. Saarloos traf eine sehr strenge Auslese und verkaufte keine Welpen. Er gab die Tiere an geeignete Menschen ab, die sie nicht weiter veräußern durften. Nur er betrieb die Zucht, ließ sich auch von diversen Rückschlägen nicht entmutigen. Nicht das Aussehen seiner Hunde interessierte ihn, sondern der Charakter. Dies machte er zu seinem Zuchtgrundsatz.
Der gleichen Meinung waren aber nicht die
Freunde des Wolfhundes, die sich wohl mittlerweile eigenständig machten: Ihnen
schwebte als Zuchtziel die schöne Gestalt der „Halb- und Viertelwölfe“ vor.
(Dabei waren die Tiere von der Anfangszeit
nach heutigem "Geschmack" eher untersetzt und grob, nicht so
prächtig, wie erzählt wird, der Schädel war breit, s. Foto o.) In den Hunden
war der eingebrachte Wolf kaum noch zu erkennen. Doch Saarloos blieb seinem
Ziel, Selektion nach Charakter, treu. Heimlicher Widerstand war die Folge. Es wurde
ohne sein Mitwissen gezüchtet. Andere Rassen sollen eingekreuzt worden
sein, da auf einmal phänotypische Merkmale auftauchten, die weder dem Wolf noch
dem Deutschen Schäferhund zugeschrieben werden können. Sie züchteten nun vermehrt auf diese äußeren Merkmale.
Diesem Trend konnte sich
offenbar auch L. Saarloos nicht verschließen und paarte nochmals 1963 einen
seiner Wolfhunde (Yro v.d. Kilstroom) mit einer Wölfin (Fleur II,
s.o.). Er wollte
damit auch der beginnenden Inzucht entgegenwirken (die Tiere wurden kleiner und
schmaler) und die Rasse gleichzeitig
vermehrt mit seinem Zwinger identifizieren. Vor allem aber tat er es, weil Freunde
ihm immer wieder zuredeten; ihnen war das wolfartige Aussehen wichtiger. Denn
für die Charaktereigenschaften hinsichtlich der "Brauchbarkeit"
seines "Wolfhundes" brachte die erneute Wolfseinkreuzung einen herben
Rückschlag. Der Fluchtrieb kam
wieder voll durch. Damit wurde der
Europäische Wolfhond als Blindenführhund Geschichte. So wurde Anfang der 70er
Jahre
die Ausbildung zum Blindenführhund eingestellt, auch wegen des
zunehmenden Verkehrs. Die Blinden hatten außerdem das Vertrauen in die
Hunde wegen schwerer Unfälle verloren. So ist der heutige Saarlooswolfhond ein Familienhund "ohne Gebrauchswert", der Rassestandard
sagt: Verwendung: keine Dienstbarkeit! Der Standard wurde 1993 noch einmal
revidiert. Seither heißt der Saarloos offiziell Saarlooswolfhond (in einem Wort
geschrieben und vor allem OHNE s!!!).
1963 stellte Saarloos zum zweiten Mal einen Antrag auf Anerkennung als Rassehund. Da L. Saarloos jedoch weiterhin darauf beharrte, dass alle seine Hunde in seinem Eigentum bleiben, wurde sein Antrag wieder abgelehnt. Danach schien er nur noch wenig Interesse an seiner Rasse zu haben. Er verwendete nur noch wenige Tiere, besonders bei den Rüden, in der Zucht, so daß die Zuchtbasis sich fast fatal verkleinerte. Er machte sich Gedanken über seine Nachfolge. Vielleicht sollte die Rasse mit ihm untergehen... Schließlich starb er 1969.
Dann übernahm seine Tochter Marijke die Zucht zusammen mit ihrer Mutter. Da sie aber da erst 17 Jahre alt war, war sie sicher mit der Situation überfordert; die Mutter war zudem blind. In den folgenden Jahren gab es zunehmend Schwierigkeiten. Das Grundstück wurde verkauft an einen benachbarten Gewerbetreibenden. Um den Europäischen Wolfhund und die Zucht zu retten, wurden die Tiere in Notzwingern bei einem Freund untergebracht. Es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein...
Und so gab es 1975 eine Gruppe beunruhigter Liebhaber der Rasse,
die diese bedroht sahen in ihrem Fortbestand und den Raad van Beheer um Hilfe
baten. Mit einer Anzahl von Wolfhunden fuhren sie nach Amsterdam und diese
wurden beim Raad van Beheer in das Zuchtbuch aufgenommen. Es folgen Jahre der
Registrierung. Für den Standard
stand die Zaska van de Kilstroom
Modell...
Leider wurden nur wenige Hunde eingetragen, obwohl es damals sehr viel mehr gegeben hat. Und davon waren viele schon alt. Hunde, die als Blindenführhunde arbeiteten, konnten ebenfalls nicht in der Zucht eingesetzt werden. So blieb von den ehemals vielen Hunden nur wenig übrig für die Weiterzucht, die zudem auch noch unterschiedlich aussahen. Es gab noch keinen einheitlichen Typ. Diesen festzulegen und die Rasse damit zu formen ist ein hartes und schweres Stück Arbeit, das Anerkennung verdient. Denn man hat es innerhalb weniger Generationen geschafft, die Rasse auch als Rasse wirklich zu festigen.
Leider wird das Erreichte nun wieder zunichte gemacht, doch dazu später....
Obwohl an die 300 Blindenführhunde, ausgebildet in seiner Blindenführhundschule in Dordrecht, eingesetzt wurden und einige auch als Rettungshund arbeiteten, eignet sich der Saarlooswolfhund nicht als Gebrauchshund. Saarloos’ Bemühungen, seine Hunde als Polizeihunde auszubilden, scheiterten ebenso am scheuen Wolfserbe wie die anderen Ausbildungen. Der Fluchttrieb hatte den Angriffstrieb völlig verdrängt. Er besitzt weder Schärfe noch Kampftrieb und ist deshalb als Schutz- und Polizeihund gänzlich ungeeignet. (Allerdings hat mindestens ein Wolfhund die Polizeiprüfung bestanden. Aber das hat auch ein WOLF in Dänemark geschafft!)
Da sich einige ausgesuchte Hunde wohl trotzdem
gut ausbilden ließen, vor allem als Blindenführhund, ( zu Beginn der 50er Jahre
hat der erste Wolfhund erfolgreich die Blindengeleithundprüfung absolviert) gab
das der Rasse den Nimbus, sie sei als Blindenführhund besonders geeignet. In
der "Hochzeit" der Ausbildung wurden pro Jahr bis zu 24
Blindenführhunde ausgebildet. Begonnen hatte es damit, dass in der
Nachbarschaft eine blinde Frau wohnte und L. Saarloos für sie einen seiner
Wolfhunde als Blindenführhund ausbildete, was auch gelang. (Diese Nachbarin
wurde später seine Frau.) Die Intelligenz und
der Selbsterhaltungstrieb der Wolfhunde ließ sie besonders geeignet erscheinen.
Lieblingshund Yro bestand zudem Ende der
60er Jahre die
Rettungshundeprüfung.
Neben ihm bestanden noch die Wolfhunde Gerard und Dambee die Rettungshundeprüfung mit
dazugehörigem Zertifikat.
Doch
der wölfische Ursprung machte sich zu sehr bemerkbar, die Hunde waren immer
noch sehr vorsichtig und scheu wie Wildtiere. (Der Aufgabe als
Blindenführhund wäre der Saarlooswolfhund im heutigen Straßenverkehr absolut
nicht gewachsen. Deshalb wurde zu Anfang der 70er Jahre die Ausbildung zum
Blindenführhund aufgegeben.)
Daran hat sich bis heute wenig geändert. L. Saarloos hatte zwar keinen vorzüglichen Arbeitshund, wie ihm vorschwebte, wohl aber eine neue Rasse geschaffen, die viel von ihren Wolfsahnen, sowohl in ihrer äußeren Gestalt als auch vor allem in ihrem Wesen verkörpert. Mit ihrem sanften Charakter und ihrer natürlichen Art sprechen sie für sich und Saarloos’ Zuchterfolg. Leider folgten nach seinem Tode einige Jahre der unkontrollierten Weiterzucht, so daß einige gute Eigenschaften verwischten. Es wird vermutet, daß dann sogar andere Rassen eingekreuzt wurden, z.B. Alaskan Malamute, sogar ein Mechelaer war wohl irgendwann dabei. Erst durch die Anerkennung durch den „Raad van Beheer op kynologisch gebied in Nederland“ am 5. Juli 1975 konnte die unkontrollierte Zucht eingedämmt werden. Es folgten Jahre der Registrierung. 1981 erfolgte die Anerkennung durch die F.C.I.. Leider waren die meisten registrierten Hunde schon alt - zu alt für die Zucht. So kamen nur wenige Hunde in die Zucht, denn auch die weißen, die es da noch öfter gab, wurden nicht verwendet (s. u.).
Heute ist der Saarlooswolfhond ein angenehmer Familienhund und Kinderfreund, allerdings nicht für Jedermann. In Pflege, Gesundheit und Fütterung sind sie zwar denkbar anspruchslos, aber man muß mit ihnen umzugehen wissen. Er will konsequent erzogen werden. Obwohl er sich nicht als „Gebrauchshund“ eignet, ist er doch sehr lernfähig. Mit außerordentlich viel Geduld und Liebe (neben Konsequenz) läßt er sich zum Gehorsam über positive Motivation erziehen. Er eignet sich auch für die Arbeit innerhalb eines Agility- oder Breitensport-Programms. Er zeichnet sich NICHT durch sklavischen Gehorsam, sondern eher durch Eigensinn und Selbständigkeit aus. Sie sind sehr intelligent, vor allem im Bereich Problemlösung. Mehr als jeder andere Hund braucht der Saarlooswolfhond seine Rudelordnung. Der Chef muß der Chef sein und vom Hund als solcher anerkannt werden. Das heißt aber NICHT, den Hund ständig zu drücken oder mobben, sondern souverän auftreten. Sonst ist dieser große, starke Hund kaum lenkbar. Das erfordert schon ein wenig Studium der Wolfs- und Hundepsyche. Da diese Hunde ein ausgeprägtes Mienenspiel und eine ausdrucksvolle Körpersprache haben, kann man sie gut „lesen“.
Ein erstes, maßgebliches Merkmal von
erwachsenen Wolfhunden ist, daß sie weniger Jugendmerkmale im
Verhaltensrepertoire besitzen als andere Hunde. Diese Jugendmerkmale
ermöglichen bei den meisten Hunden eine einfache Handhabung, was Gehorsam und
Führigkeit betrifft. Wolfhunde verhalten sich daher eher unterwürfig als
gehorsam.
Ein zweites, sehr wichtiges Merkmal bei Wolfhunden, was in den Vordergrund rückt, ist die Zurückhaltung allem Unbekannten gegenüber. Auf Veränderungen seiner gewohnten Lebensumstände reagiert der Saarlooswolfhond höchst sensibel. Seinen scharfen Sinnen entgeht nichts. Geradezu reserviert verhält er sich jedem Fremden gegenüber. Für den Wolf in seiner natürlichen Umgebung ist diese Eigenschaft (über)lebenswichtig, beim Haustier allerdings eher lästig. („Lieber 100 mal feige als einmal tot!“)
Dabei sind sie extrem anhänglich ihrer Familie gegenüber. Der Saarlooswolfhond weicht „seinen“ Menschen nicht von der Seite. Man muß es also schon ertragen können, den Hund ständig um sich zu haben. Daraus ergibt sich auch die Tatsache, daß der Saarlooswolfhond das Alleinsein nicht verträgt! Sie haben sehr starke Separationsängste, die eine unglaubliche Zerstörungswut heraufbeschwören können. Für eine Zwingerhaltung sind sie, wie eigentlich alle Hunde, überhaupt nicht geeignet: Die Rudelbindung ist zu stark, als daß der Saarlooswolfhond mehr als einige Stunden unbeschadet allein im Zwinger ertragen kann. Schließlich bedeutet Verlassensein in der Wildnis Tod und Verderben, da sich das Jungtier (auf dieser Stufe eines jungen Wolfes stehen alle Hunde in ihrer geistigen Entwicklung) nicht selbst versorgen kann. Ein Jungtier mit gesunden Instinkten wird also alles in Bewegung setzen, um bei seiner Familie (Rudel) und damit in Sicherheit zu sein. Selbst sogenannte ausbruchsichere Zwinger werden in kürzester Zeit bezwungen.
Als Wachhund eignet sich der Saarlooswolfhond nicht sonderlich, er bellt kaum, obwohl er es kann. Zum Verteidigen eignet er sich überhaupt nicht. Ihm fehlt jeglicher Angriffstrieb.
Für Wölfe gilt, daß sie vor der 3. Lebenswoche aus
dem Bau genommen werden müssen, damit sie ausreichend sozialisiert und auf den
Menschen geprägt werden können. Bei Hunden ist dies viel einfacher, und der
Zeitraum ist viel weiter gesteckt. Auch bei Saarlooswolfhonden ist es sehr
wichtig, daß die Welpen zwischen der 3. und 16. Lebenswoche sehr gut geprägt
und gefördert werden. Der Welpe sollte mit möglichst vielen Menschen Kontakt
haben. Dabei ist es sehr wichtig, daß diese Menschen dem Welpen gegenüber
positiv auftreten, um dem jungen Tier gute Erfahrungen zu vermitteln.
Hier ist der Züchter als erstes gefordert. Er muß schon in den ersten Wochen für zahlreiche Kontakte und Eindrücke sorgen. Später ist dann der Besitzer gefragt. Sehr hilfreich ist hier ein Besuch einer guten Hundeschule, die sich mit Welpenspielprägungstagen (nach Weidt/Berlowitz, den Erfindern der Welpenspielprägungstage) befaßt.
Man sieht den Welpen die Scheuheit oft noch nicht an, da sie ihr Schreckverhalten erst nach der 8. Woche entwickeln. Selbst ein bis dahin optimal geprägter Saarloos Welpe kann dann „auf einmal“ scheu werden, ohne daß ein erkennbarer Grund vorliegt. Die evtl. angeborene Scheuheit kommt jetzt in dieser Phase des Umbruchs im Entwicklungsablauf des Welpen zum Tragen.
Sind sie aber vorher schon scheu, wurden sie schlecht sozialisiert oder sind vom Erbe her scheu. Von diesen Welpen sollte man Abstand nehmen, da diese Hunde große Probleme bereiten können. (Wer lebt schon allein im Wald?)
Verhalten sich Saarlooswolfhunde zurückhaltend in ungewohnten Situationen, ist es sehr wichtig, daß man den Hund immer wieder in solche Situationen bringt, damit der Hund lernt, daß das keine bedrohlichen Umstände sind. Wichtig ist dabei das eigene Auftreten: ruhig und entschlossen! KEINESFALLS sollte der Hund bemitleidet oder gestreichelt werden! Er würde es nur als Bestätigung seiner Angst auffassen und das Verhalten würde verstärkt werden anstatt gedämpft!
Eine zweite, wichtige Phase liegt zwischen dem 3. und 7. Lebensmonat, die sogenannte sensible Phase. Hier kann erneut Scheuheit auftreten. An vieles, das für andere Rassen nichts besonderes darstellt (Fahrstuhl, Auto, viele Menschen etc.) muß der Saarlooswolfhond bereits als Welpe gewöhnt werden. Viele Saarloos Welpen haben Probleme mit dem Autofahren (Übelkeit, Harn- bzw. Kotabsetzen), später sabbern sie meist „nur“ noch, das allerdings heftig. (Eine Bordeauxdogge wäre neidisch.) Mit der Stubenreinheit haben Saarlooswolfhunde auch so ihre eigene Auffassung: Es dauert länger als bei „normalen“ Hunden, bis sie stubenrein sind, und sie markieren manchmal besondere Plätze im Haus, vor allem, wenn man mehrere Hunde hält. Das gerade zerkaute Schweineohr wird für den anderen tabuisiert bzw. der Platz, an dem es verspeist wurde.
Ihr
ausgeprägtes Rudelverhalten ist auffallend, vor allem im Zusammensein mit
anderen Wolfhunden. Es fällt auf, wie ruhig und
freundlich die Hunde
miteinander umgehen. Sie sind sehr sozial, d.h. dass sie sich sicher und
berechenbar verhalten, ein sauberes Sozialverhalten haben. Mit fremden Hunden vertragen sie sich
meist sehr gut, sie sind keine Raufer und lieben es, mit allen freundlichen
Hunden zu spielen. Problematischer kann die Haltung von mehreren, erwachsenen
Zuchthündinnen sein, die bereits Welpen hatten. Das „Welpen-haben-dürfen“
bedeutet für die Hündinnen dieser Rasse einen großen Aufstieg in der
Rangordnung; in dieser Position werden keine gleichrangigen Hündinnen mehr
geduldet. Meist ist es dann unumgänglich, die Hündinnen auf Dauer zu trennen.
Paarweise gehalten verhalten sie sich oft partnertreu, akzeptieren nicht jeden
Deckpartner. Hündinnen werden oft nur einmal im Jahr läufig, meist Winter.
Dafür kann die Hitze länger dauern als bei „normalen“ Hunden. Und auch bei den
Rüden ist manchmal die fruchtbare Periode an eine bestimmte Zeit gebunden.
Daher sind manch geplante Deckakte mit fremden Partnern erfolglos geblieben.
Kindern gegenüber ist der Saarlooswolfhond sehr
geduldig. Jedoch sollte man seine Größe und entsprechende Kraft bedenken.
Zusammen mit seinem überschäumenden Temperament, das er Freunden zeigt, wirft
er selbst Männer um.
Spielen ist den Hunden vorbehalten, die auf der Jugendstufe geblieben sind. Den erwachsenen Saarlooswolfhonden wird Spielen schnell langweilig. Nach dreimal Bällchen werfen wollen sie etwas Interessantes machen. Dabei lassen sie sich stark von ihren Trieben und Instinkten leiten: Der ausgeprägte Jagdtrieb ist nicht zu unterschätzen! Und sie sind erfolgreiche Jäger! (Katzen, Schafe, Wildschweine, Kaninchen etc.) Sind mehrere Saarlooswolfhunde zusammen, jagen sie organisiert in der Gruppe. Auffallend ist, daß sie ihre Energie gut einteilen können.
So lieb, so umgänglich, so schön diese Tiere auch sein mögen, ihr Scharfsinn, ihr Lernvermögen gepaart mit einem phänomenalen Gedächtnis und oft überraschender Anwendung des Gelernten (z.B. Türen öffnen, selbst Kühlschranktüren!), wann es dem Hund notwendig erscheint, ihre unheimliche körperliche Kraft, ihr ausgeprägtes Rudelverhalten und ihr kaum zu kontrollierender Jagdtrieb stellen den Hundefreund oft vor arge Probleme.
Um dem Saarlooswolfhond die nötige Bewegung und Abwechslung zu verschaffen, muß man schon körperlich fit sein. Stundenlanges Joggen und Radfahren ermüdet den Wolfhund noch lange nicht! Anderseits fordert er die Bewegung nicht ein, wenn es mal aus welchen Gründen auch immer mal weniger ist als sonst. Er ist trotzdem ein ruhiger, ausgeglichener Hund, keinesfalls hyperaktiv.
Außerdem sind Saarlooswolfhunde, genau wie Wölfe und etliche andere Hunde auch Opportunisten. Sie klauen wie die Raben, wenn es ihnen lohnend erscheint - und Futter bzw. menschliche Nahrungsmittel sind das immer!
Saarlooswolfhunde sind dank ihres Wolfserbes spätreife Hunde. Die Hündinnen werden oft erst nach 15 bis 18 Monaten das erste Mal läufig, manche erst nach 2 Jahren. Die Hitze kann bis zu 6 Wochen andauern. Der Abstand zweier Hitzen beträgt oft 10 bis 13 Monate. Rüden heben oft erst mit 12 Monaten oder später ihr Bein. Bei Rudelhaltung kann es auch sein, daß ein rangniedriger Rüde nie das Bein hebt.
Trotz seines Wolfsblutes ist der Saarlooswolfhond ein Hund und kein Wolf. Mit Wölfen und Hybriden kann man nicht ohne Gefahr zusammenleben. Mit der Geschlechtsreife (2-3 Jahre) versuchen Wölfe sehr viel stärker, ihre Rangposition zu verbessern. Derart starke Aufstiegsbestrebungen sind beim Saarloos genauso selten wie bei anderen Rassen. Der Saarlooswolfhond hat auch nichts mit den wild produzierten Wolfsmischlingen und Hybriden zu tun, die jetzt leider immer mehr „in Mode“ kommen. Bei diesen werden immer wieder neue Hunde bzw. Wolfsmischlinge oder Hybriden mit neuen Wölfen verpaart, ohne Selektion, meist nur nach Aussehen verpaart. Die dazugehörigen Ahnentafeln sind meist so manipuliert, dass diese Hybriden F5 sind und damit nicht mehr unter das WA fallen.
Der Saarlooswolfhond ist eine
durchgezüchtete
Rasse, bei der der Charakter eine ganz wichtige Rolle spielt
und ihn vom Tschechoslowakischen Wolfshund DEUTLICH
unterscheidet! Der Saarlooswolfhond ist der Sanftmütigere von beiden, der TWH
eher das Raubein, der auch seine Arbeit braucht und viel agiler und
temperamentvoller erscheint, schont fast hyperaktiv.
Doch mittlerweile vermischen sich durch illegale Einkreuzungen die Rassen zusehends und es wird für einen Laien zunehmend schwerer, noch Unterschiede zwischen den beiden Rassen auszumachen. Gerade beim Saarlooswolfhond sehen viele Hunde mehr wie Mischlinge aus... Das normalerweise ausgewogende bzw. harmonische Äußere leidet durch die Einkreuzung, die Proportionen stimmen nicht ganz: Da paßt der Kopf nicht zum Körper, die Hinterhand nicht zur Vorhand usw. Oft sieht man bei diesen Mixen eine steilere Hinterhand wie z.B. bei den Nordischen Rassen oder überwinkelt wie beim Deutschen Schäferhund. Am Gangwerk kann man das gut erkennen, wenn man einen Blick dafür hat. Der Saarlooswolfhund läuft normalerweise ganz locker ohne zuviel Schub, die Hinterhand tritt nicht vor die Vorderhand. Anders beim DSH, der mit viel Schub läuft und dadurch übertritt. Manche Richter meinen, dass ein Saarloos mit viel Schub (=Kraft) laufen muss und bewerten solche Hunde leider falsch. Und viele der Mixe laufen auch mit zuviel Schub...
Kleinigkeiten wie das GELBE Auge, lange Schnauze, niedriger Rutenansatz, weiße Maske (nicht schwarz), mittelgroße, gerundete Ohren weit angesetzt mögen nicht erheblich sein, machen aber auch eine Rasse aus bzw. gehören zum Standard.
Leider hat durch die Einkreuzung auch das Wesen gelitten. Nicht wenige dieser Mixe mit Saarloospapieren sind auffällig, beißen sogar ihre Besitzer, sind unruhig und hyperaktiv, wollen ständig beschäftigt werden. Sie sind teilweise sehr rauh im Spiel, wie eben viele TWH es auch sind. Und es werden immer mehr, so daß viele einen reinrassigen Saarlooswolfhond schon gar nicht mehr kennen. Viele betrachten es als Erungenschaft, dass diese Tiere teilweise nicht reserviert oder sogar sehr offen sind. Aber genau deshalb werden diese Hunde unberechenbarer, schnappen auch schon mal. Ein Saarloos ist gerade auch Kindern gegenüber sehr zuverlässig! Auch diese Ausgeglichenheit und Ruhe, die ein echter Saarloos ausstrahlt, vermisse ich oft bei den Mixen. Außerdem mobben etliche von den Mixen (vor allem Rüden) und gehen einer Rauferei nicht aus dem Weg, sondern manche provozieren regelrecht Raufereien.
Es scheint u.a. eine typisch deutsche Eigenschaft zu sein, etwas Vorhandenes noch "verbessern" zu wollen. So soll aus dem Familienhund SAARLOOSWOLFHOND ein Arbeitshund und aus dem Arbeitshund TSCHECHOSLOWAKISCHER WOLFHUND ein Familienhund werden. In den Ursprungsländern sieht man das nämlich ganz anders, so wie die Rassen auch gedacht waren und so werden sie dort auch behandelt und gehalten. Warum kann man beide Rassen nicht so lassen, wie sie sind und wie wir sie kennen und lieben gelernt haben????
Auch das Argument der Inzucht als Rechtfertigung für die Einkreuzung einer anderen Rasse gilt nicht wirklich, da viele der Mixe aus ein und derselben Linie stammen und damit überproportional vertreten sind. Krankheiten bzw. körperliche Anomalien (wie doppelte Zähne) treten gerade erst seit den Einkreuzungen auf. Dem gegenüber sind die reinrassigen Saarlooswolfhunde bisher eine weitgehend gesunde Population, weshalb eine Vermischung der beiden Populationen vom Niederländischen Verein vehement abgelehnt wird.
!!!Ganz wichtig ist die Medikamentenüberempfindlichkeit: Die Narkose darf bei einem Saarlooswolfhond nur mit einem Mittel für sensible Tiere eingeleitet werden, sonst besteht die Gefahr, daß er nicht mehr aufwacht! DOMITOR wird von vielen Saarlooswolfhunden, aber auch von Collies, nicht vertragen!!! Herzprobleme mit Todesfolge treten gehäuft auf! Am besten scheint eine Narkose mit Gas zu sein. Läßt sich außerdem auch besser und genauer dosieren.
Der Anfänger ist gut beraten, sich bei mehreren Züchtern und vor allem Besitzern ausführlich zu erkundigen, bevor er sich für die Adoption eines Saarlooswolfhundes entscheidet. Es lohnt sich, diesen Leuten aufmerksam zuzuhören und die „Schauermärchen“ zu glauben, denn sie stimmen alle!
Niemand sollte sich einen solchen Hund anschaffen, weil er imposant und wunderschön und so selten und damit exklusiv ist, ohne daß sich der künftige Besitzer der Probleme bewußt ist, die auf ihn zukommen können.
Wenn der Hund den ganzen Tag allein ist, tun Sie sich und dem Hund einen Gefallen und verzichten Sie generell auf Hundehaltung. Manchmal ist der größere Tierfreund der, der auf Hundehaltung verzichtet! Das Tier wird sich schnell langweilen und sich Spiele ausdenken, die man gar nicht lustig findet: „Welcher Schuh schmeckt am besten?“, „Welche Füllung hat das Sofa?“, „Wie haltbar ist der Autosicherheitsgurt bzw. die Rückbank?“ etc. In seiner Langeweile kann der Hund schnell einen Schaden anrichten, der den Kaufpreis bei weitem übersteigt!
Man sollte auch nicht vergessen, daß der Saarlooswolfhond eine Person kennen muß, wo man ihn hingeben kann, wenn man aus irgendwelchen Gründen selbst dazu nicht in der Lage ist (Geschäftsreise, Krankenhausaufenthalt etc.) Diese Hunde lassen sich selten von Fremden anfassen!
Auch bei der Haltung von mehreren Saarlooswolfhunden muß man von Anfang an planen; vor allem, wenn es sich um ein Paar handelt. Was macht man, wenn die Hündin läufig ist? Welchen Hund kann man weggeben, und das für 4 Wochen und wohin? Zu meinen, dass man das schon schafft, die beiden zuhause zu trennen, klappt fast nie. "Zeugnisse" dieser vergeblichen Bemühungen laufen mittlerweile zahlreich umher. Der Rüde wird ALLES daran setzen, zu seiner Herzensdame zu kommen und da bieten Türen KEIN Hindernis!!!
Es sind schon Saarlooswolfhond-Hündinnen am 4./5. bzw. 8. Tag erfolgreich gedeckt worden, andere erst am 35. Tag!!! Auch überlebt das Sperma im Geschlechtstrakt der Hündin bis zu 7 Tage! Man muß also frühzeitig trennen, will man keinen unkontrollierten Nachwuchs haben! Meist wird aber erst nach dem 20. Tag gedeckt, was diese Tiere von "normalen" Hunden doch deutlich unterscheidet. Die Zucht dieser Rasse ist nicht einfach. Daher gibt es selten einen Saarlooswolfhond sofort oder "auf Bestellung". Manch geplante Würfe bleiben "Leer", aus verschiedenen Gründen (Rüden sind auch manchmal nur zu bestimmtem Zeiten fruchtbar, Herpesviren, falscher Zeitpunkt...). Man muß sich daher als Interessent auf längere Wartezeiten einrichten, die man aber gut dazu nutzen kann (und sollte!), die Rasse genauer kennen zu lernen.
Auch sollte man kein Sauberkeitsfanatiker sein. Das Stockhaar ist das Haar, das am meisten haart. Und da der stockhaarige Saarlooswolfhond jede Menge Haare hat, haart er stark, vor allem in den Zeiten des Fellwechsels.
Die Aufzucht erfordert Bedacht, denn sie
wachsen schnell und sehen früh erwachsen aus. Das führt oft dazu, daß man den
Saarlooswolfhond
als Junghund überfordert.
Kurze Spaziergänge und Tobespiele sollten im 1. Jahr ausreichen. Später hat man
noch 10 bis 12 Jahre Zeit, mit seinem Hund weite Wanderungen oder Radtouren zu
unternehmen. Für den Schlittenhundesport eignet sich der Saarlooswolfhond nur
bedingt, da er vom Körperbau her zu schmal ist und die Hinterhand nicht den
nötigen Schub bringt, ohne dass das auf die Knochen und Gelenke geht. Pulkasport bzw. Skijöring dagegen ist sicher
eine prima Sache. Und nicht wenige Saarloos machen gern Agility oder
Turnierhundesport. Fordert man sie zu früh, kann Cauda-Equina-Syndrom oder
Degenerative Myelopathie die Folge sein.
Wichtig ist, daß der Welpenkäufer schon vorher Kontakt mit den Züchtern aufnimmt und sich dort die Gegebenheiten anschaut. Wie werden die Hunde gehalten? Wo werden die Welpen aufgezogen? (Sehr wichtig! Ein abgeschotteter Raum im Keller oder Garage oder reine Außenhaltung führt zwangsläufig zu schlecht sozialisierten Welpen.) Die Welpen sollten die Gelegenheit bekommen, mit der Umwelt in Kontakt zu treten: Menschen, Autos, Lärm, Haushaltsgeräusche etc. Ein gut sozialisierter Welpe kommt neugierig näher und begrüßt meist sogar freudig die Neuankömmlinge, bleibt aber zumindest in der Nähe und versteckt sich nicht in Panik. Zeigt sich hier ein Welpe beim Züchter schon scheu, ist Vorsicht geboten.
Leider ist auch der Saarlooswolfhond nicht verschont worden von Erbkrankheiten, doch bis jetzt sind es nur Ausnahmefälle. HD ist zum Glück - bisher- kein Problem in der Population. Schlechter als HD-C tritt bisher nicht auf. Und diese Hunde haben damit keine Schwierigkeiten.
L. Saarloos hatte sich damals darauf beschränkt, Tiere mit erkennbaren Anomalien und Gebrechen einzuschläfern. Sie kamen so zwar nicht zur Fortpflanzung, aber was an genetischen Problemen in seinen Hunden steckte, konnte er jedoch so nicht erkennen; zur damaligen Zeit sicher auch ein noch wenig bekanntes Gebiet.
Um die Gesundheit der Rasse insgesamt und der einzelnen Tiere im besonderen zu erfassen, nehmen einige Züchter von Saarlooswolfhunden eine Gesundheitskaution von ihren Welpenkäufern. Da man sonst oft nicht die Möglichkeit hat zu kontrollieren, was vererbt wird bzw. ob sich die Anzahl der Erbträger und Merkmalsträger vergrößert, ist diese Methode leider oft der einzige Weg, um an diese so wichtigen Informationen zu gelangen. Denn oft hört und sieht man von den glücklichen Welpenbesitzern nichts mehr. Dabei wäre es so wichtig, von möglichst allen Tieren diese Informationen zu erhalten um zu erfahren, wie es genetisch mit den Elterntieren, aber auch mit der Rasse insgesamt steht. Schließlich möchten ja auch andere einen gesunden Saarlooswolfhond haben. Und das erfährt man eben nur, wenn die Besitzer ihre Tiere nach ca. 12- 18 Monaten untersuchen lassen auf HD und PRA!
Die Welpenkäufer erhalten das Geld wieder zurück, sobald sie dem Züchter die Ergebnisse der HD-Auswertung und der PRA-Untersuchung vorlegen.
Preis pro Welpe: In der Niederländischen Vereinigung für SWH ca. € 800,- (plus Mitgliedschaft und incl. SWH-Fond) ; in Deutschland € bis 1000 in Frankreich € 1 200,- !
Saarlooswolfhond (nach oben)
Laut Standard sind die drei Farben wolfsgrau, agutibraun
(bosbruin=waldbraun, fälschlicherweise aber immer wieder mit buschbraun
übersetzt) und creme bis
weiß zugelassen.
Früher gab es bei den Saarlooswolfhunden auch sehr
dunkle, die als schwarz gelistet wurden, viele braune und vor allem auch mehr
weiße neben den grauen, wobei die Grauen natürlich zahlenmäßig immer am stärksten vertreten
waren. Da fielen in einem Wurf alle drei Farben...
Ein bekannter weiß-Vererber war Yro v.d. Kilstroom, L. Saarloos' Lieblingshund, ebenso Caro v.d. Kilstroom und dessen Sohn Oskar; auch Urba und Nimrod v.d. Kilstroom haben weiß vererbt, so daß eben bis vor kurzem noch die weiße Farbe präsent war, wenn auch nur noch sehr selten und nur noch in der Niederländischen Vereinigung. Diese o.g. Tiere kommen praktisch bei sämtlichen Saarlooswolfhunden im Stammbaum weiter hinten vor. Die weiße Farbe kommt vom Deutschen Schäferhund, der das rezessive Gen eingebracht hatte. (siehe auch den "weißen Schäferhund", der oft als Amerikanisch-Canadischer weißer Schäferhund bezeichnet wird, da er über den Atlantik wieder zurück nach Europa kam, und zwar zuerst in die Schweiz. Eigentlich ist er aber nichts anderes als eine rezessiv-vererbte Farbvariante des Deutschen Schäferhundes, die aber vom SV e.V. als unerwünscht betrachtet wird und deshalb in Deutschland keine Anerkennung findet. Seit dem 01.01.2003 hat die Schweiz das Patronat über die Rasse übernommen und so heißt der weiße Schäferhund nun offiziell "Berger Blanc Suisse" - eine eigentlich deutsche Rasse!!!)
Weiße Saarloos gab es sowohl mit schwarzen als auch mit leberfarbenen Nasen, also mit und ohne Schwarzpigment. So hatten die beiden letzten weißen Saarlooswolfhunde jeweils eine schwarze bzw. leberfarbene Nase.
Das Weißgen des Saarlooswolfhonds kommt von dem C-Gen aus der sogenannten Albinoreihe. Groß-C ist dabei dominant klein-c gegenüber. Dazwischen gibt es verschiedene Abstufungen. Klein c bedeutet überhaupt kein Pigment, also Albino. Das C-Gen an sich wirkt epistatisch, das heißt, dass dieses Gen die Merkmalsausprägung anderer Gene abschwächt (das Ganze nennt man "Genetisches Milieu": Gene, die andere Gene beeinflußen). Auf den Saarlooswolfhond bezogen heißt das, dass ein weißer Saarloos mit schwarzer Nase eigentlich ein Grauer (schwarz nach der B-Reihe: danach gibt es nur groß-B=black/schwarz oder klein-b=brown/braun) ist, während ein weißer Saarloos mit brauner/leberfarbener Nase eigentlich ein brauner Saarlooswolfhond ist. Das C-Gen überlagert nur die eigentlichen Farbgene. Damit ein weißer Saarlooswolfhond geboren wird, muß aber das C-Gen von beiden Elterntieren vererbt werden.
Die sogenannte "Wildfärbung", der etwas gelblich/bräunliche Anflug, den manche weißen Hunde wie auch die Yukawitte haben, ist ein zusätzliches Gen. So scheinen die "weißen" mit brauner Nase eher cremefarbe zu sein, während die mit schwarzer Nase meist schneeweiss sind.
Heute hat sich das Bild gründlich gewandelt. Es gibt viele graue Saarloos, braune wurden vor allem in Belgien gezüchtet, während die Niederländische Vereinigung die braunen nicht fördert in der Zucht. Doch zur Zeit werden wieder mehr braune Saarlooswolfhunde gezüchtet außerhalb des NVSWH... s.u.
Tatsächlich sollten auch braune Saarlooswolfhunde nicht miteinander
verpaart werden. (In den 80ern wurden jedoch 2 braun x braun-Kombinationen
gemacht, außerhalb des NVSWH: Astor x Borrha
und Eijke Louba Zwart v. Helmond x Tarno
v.d.Kilstroom.) Da die braunen Saarloos kein schwarzes Pigment haben, geht also
Pigmentverlust in der Zucht/Rasse damit einher. Braun vererbt sich rezessiv,
dass heißt, dass die braunen Saarloos homozygot sind, während die Grauen
sowohl reinerbig (homozygot) als auch mischerbig (heterozygot) sein können. An dem
Pigmentverlust hängt aber noch mehr: In der
Embryonalentwicklung sind Zellen für Pigmente und Organzellen eng miteinander
verbunden, so daß man annehmen kann, daß ein Pigmentverlust auch Auswirkungen
auf die Organe haben kann:
Die Neuralleiste beim Embryo liefert zum einen Pigmentzellen, zu anderen aber eben auch einen erheblichen Teil des Nervengewebes. Daraus kann sich ergeben, dass unpigmentierte (weiße) Tiere evtl. Schwächen an Sinnesorganen haben...
Tendenziell gibt es bei weißen Hunden tatsächlich etwas mehr Störungen an den Sinnesorganen als bei "farbigen" Hunden, aber das ist wirklich nur wenig mehr! Und dabei ist es völlig egal, ob die Hunde eine braune oder schwarze Nase haben, sie sind deswegen nicht mehr oder weniger anfällig!
Beispiele für einen Zusammenhang zwischen Farbe und Sinnesorgane sind z.B. der Merlefaktor, bei dem einige Tiere taub oder/und blind sein können (bzw. ist ein Letalfaktor, d.h. dass 50% der Nachkommen nicht lebensfähig sind. Weißtiger, also homozygote Merletiere, haben oft Behinderungen). Ein anderes Beispiel sind weiße Perserkatzen mit blauen Augen, die taub sind, s.u.. Auch bei den Dalmatinern kommen taube Hunde recht häufig vor. Bei einigen anderen weißrassigen Hunden dagegen ist häufig nichts in der Richtung bekannt.
Vor kurzem (Anfang 21.Jhdt.) wurde in der Schweiz ein Wurf Weißer Schweizer Schäferhunde geboren, bei denen einige Welpen taub sind. Es handelt sich dabei um einen Inzuchtwurf...
Eine gänzliche oder fast vollständige Weißfärbung des
Fells kann verschiedene genetische Grundlagen haben. Eindeutig
tierschutzrelevant ist die Weißfärbung, wenn sie über das sogenannte W-Gen
vererbt wird, daß über alle anderen Farbgene dominiert und daher z. B. zu
"rein-weißen" Katzen führt. Die Tiere haben häufig, aber nicht
immer blaue oder verschiedenfarbige Augen. Nicht davon betroffen sind Albinos,
denen jegliches Pigment fehlt. (Bislang sind übrigens die meisten weißen
Katzen Träger des W-Gens, da alternative Zuchtwege uninteressant waren.) Bei
der Nachzucht solcher Tiere ist mit schweren Defekten zu rechnen. Sie werden
durch Störungen in der Embryonalentwicklung verursacht und
betreffen Augen und
vor allem das Innenohr s.o..
Im Niederländischen Verein wird niemals braun mit braun kombiniert. Man bevorzugt grundsätzlich den grauen Saarloos. Auch der weiße Saarloos kam im Niederländischen Verein nicht zum Zuchteinsatz. Er wurde nur als "Nebenprodukt" gesehen. Vermutlich befürchtete die NVSWH, dass das oben genannte auf den Saarlooswolfhond zutrifft, was aber eindeutig verneint werden kann, denn das Weiß-Gen des Saarloos ist eindeutig rezessiv und wirkt epistatisch. L. Saarloos züchtete damals durchaus mit weißen Wolfhunden weiter (z.B. Doni, Nacha, Wanka (aus einem 10er Wurf, von denen 6 weiß waren - Yro x Doni, etc.)
Bis vor kurzem gab es keinen lebenden weißen Saarlooswolfhond mehr. Die
letzten beiden, die in der Niederländischen Vereinigung lebten und Geschwister
waren, sind 2000
bzw. schon davor (Tjaary Twitjana van Asthado) gestorben. Der letzte weiße Saarlooswolfhond -
Tagos Timber
van Asthado (Valimar (braun) x Helena Storm van Chabony (grau))
starb im März 2000...
Doch am 12.03.2003 wurde seit vielen Jahren (seit 1986)
wieder ein weißer Welpe geboren! Eine Sensation!!! Es gibt sie also wieder, die
Weißen!
Die Hündin kommt aus der Verbindung Ithakin Itarak Timberley x Myrthe Megera Timberley und heißt Yukawitte Yosemite Timberley.
Und am 14.04.2006 gab es wieder 2 weiße (mit brauner Nase) aus Tipper und Brego und ein weißer Rüde aus Thiffy und Romilda.
Ursprung: Niederlande
Verwendung: Der Saarloos Wolfhund ist nicht in Hinsicht auf eine besondere Dienstleistung gezüchtet worden; er besitzt Eigenschaften, die es ihm ermöglichen, ein treuer und zuverlässiger Gesellschafts- und Haushund zu sein.
Klassifikation FCI: Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde
Sektion
1 Schäferhunde
[...]
Allgemeines Erscheinungsbild: Der Saarlooswolfhond ist ein kräftig gebauter Hund, dessen äußeres Erscheinungsbild (Körperbau, Gangwerk und Behaarung) an einen Wolf denken läßt. Er ist harmonisch gebaut und hat recht lange Gliedmaßen, ohne den Eindruck zu erwecken, hochbeinig zu sein. Die unterschiedlichen sekundären Geschlechtsmerkmale bei Rüden und Hündinnen sind ausgeprägt.
Wichtige Proportionen: Der Saarlooswolfhond ist länger als hoch. Oberkiefer und Schädel haben zueinander ein Längenverhältnis von1 zu 1.
Verhalten und Charakter (Wesen): Lebhafter, von Energie strotzender Hund, der einen stolzen und unabhängigen Charakter aufweist. Er ist nur aus eigenem freien Willen gehorsam; er ist nicht untertänig. Gegenüber seinem Herrn ist er anhänglich und im höchsten Maße zuverlässig. Fremden gegenüber zeigt er sich reserviert, einigermaßen mißtrauisch. Seine Reserve und sein wolfähnlicher Fluchtrieb in unbekannten Situationen sind typisch für den Saarlooswolfhund und sollten als rassetypische Eigenschaften erhalten werden. Wenn Fremde sich einem Saarlooswolfhund nähern, sollten sie einiges Verständnis für das Benehmen dieses Hundes haben, für seine Zurückhaltung und für seinen Fluchttrieb, Eigenschaften, welche er als Erbgut in sich trägt. Eine forcierte, nicht gewünschte Annäherung durch einen Fremden kann dazu führen, daß der Fluchttrieb überwiegt. Die Behinderung dieses Triebes, z.B. durch mangelnde Bewegungsfreiheit des angeleinten Hundes, kann dazu führen, daß sein Benehmen ängstlich erscheint.
Kopf:
Der Kopf soll einen wolfartigen Eindruck erwecken und in seiner Größe mit dem Körper harmonisch übereinstimmen. Von oben und von der Seite gesehen ist der Kopf keilförmig. Sehr charakteristisch ist die Linie vom Fang zum gut entwickelten Jochbeinbogen. Zusammen mit der richtigen Form und Stellung der Augen verursacht diese Linie das gewünschte wolfsähnliche Erscheinungsbild.
Oberkopf:
Schädel: Der Schädel ist flach und breit; in Bezug auf seine Breite muß vor Übertreibung gewarnt werden, da dies die typische Keilform beeinträchtigt. Das Hinterhauptbein und die Augenhöhle dürfen nicht auffallen; der Augenbrauenbogen soll in einer fließenden Linie in den Schädel übergehen.
Stop: Der Übergang von dem kräftigen Fang zum Schädel bildet einen leichten
Stop.
Gesichtsschädel:
Nase: Nasenspiegel gut pigmentiert, Nasenrücken gerade.
Kiefer: Ober- und Unterkiefer sind gut entwickelt und tragen ein kräftiges und komplettes Scherengebiß, welches jedoch auch in Form einer knappen Schere annehmbar ist.
Lefzen: Gut geschlossen.
Oberkiefer: Verglichen mit dem Schädel darf er nicht grob erscheinen: ein zu grober Fang verunstaltet die typische wolfähnliche Form.
Unterkiefer: Nicht auffallend.
Augen: Vorzugsweise gelb, mandelförmig, leicht schräg platziert, nicht vorstehend und nicht rund, mit gut anliegenden Augenlidern. Der Ausdruck ist aufmerksam, wohl reserviert, aber nicht ängstlich. Das Auge ist ein sehr rassetypisches Merkmal, welches das gewünschte wolfsähnliche Erscheinungsbild unterstreicht. Der gewünschte Ausdruck wird nur durch ein helles Auge hervorgerufen. Auf die Farbe, Form und richtige Stellung im Schädel muß sehr viel Wert gelegt werden. Beim älter werdenden Tier darf die gelbe Augenfarbe dunkler werden, aber die ursprüngliche gelbe Farbanlage des Auges sollte erhalten bleiben. Eine braune Farbanlage ist weniger erwünscht. Die Augenhöhle geht in einer fließenden Linie in den Schädel über: eine zu ausgeprägte Augenhöhle zusammen mit einem akzentuierten Augenbrauenbogen und einem markierten Stop ist unerwünscht.
Ohren: Mittelgroß, fleischig, dreieckig mit einer abgerundeten Spitze; Innenseite behaart. Das Ohr ist auf der Höhe der Augen angesetzt. Die Ohren sind sehr beweglich und bringen Stimmung und Emotionen des Hundes zum Ausdruck. Unerwünscht sind zu spitze und zu hoch angesetzte Ohren. Zu weit lateral angesetzte Ohren verunstalten de Kopf in seiner typischen Erscheinungsform und sind deshalb weniger erwünscht.
Hals: Trocken und gut bemuskelt; er geht in einer sehr
fließenden Linie in den Rücken über; ebenso ist die Linie von der Kehle zur
Brust fließend. Der Hals kann, vor allem bei der Winterbehaarung, durch einen
schönen Kragen geschmückt sein. Die Kehlhaut ist minimal und fällt nicht auf.
Für den Saarlooswolfhund kennzeichnend ist, daß im entspannten Trab Kopf und
Hals eine fast horizontale Linie bilden.
Körper: Der Saarlooswolfhund ist länger als hoch.
Rücken: Gerade und stark.
Rippen: Normal gewölbt.
Brust: Die fließende Brustlinie reicht höchstens bis zu den Ellenbogen. Brust und Abstand zwischen den Beinen erscheinen von vorne gesehen mäßig breit. Eine zu massive Brustpartie soll vermieden werden, da dies die typische Silhouette, die diesen steten Traber kennzeichnet, stört. Die Silhouette ist eher rank und sehr wolfähnlich.
Unterlinie: Straff und leicht aufgezogen.
Rute: Am Ansatz breit und üppig behaart; sie reicht
mindestens bis zum Sprunggelenk. Sie erscheint etwas tief angesetzt, was oft
durch eine leichte Vertiefung beim Rutenansatz akzentuiert wird. Die Rute wird
leicht säbelförmig gebogen bis beinahe gerade getragen. In der Erregung und im
Trab darf sie höher getragen werden.
[...]
Gangwerk: Der Saarlooswolfhund ist ein typischer ausdauernder Traber, der in seinem eigenen Tempo bequem große Entfernungen überbrücken kann. Seine natürliche Gangart ermüdet ihn kaum und erinnert an die eines Wolfes. Der Saarlooswolfhund unterscheidet sich stark von anderen Rassen durch sein sehr spezifisches, leichtfüßiges Gangwerk. Die richtige Art der Fortbewegung ist von verschiedenen Details im Körperbau stark abhängig; vor allem sind die richtigen Winkelungen zwischen den einzelnen Gliedmaßen von großem Einfluß. Im freien ungezwungenen Trab trägt der Saarlooswolfhund Kopf und Hals fast waagerecht: in dieser Haltung sind dann die Stellung der Augen und die Keilform des Kopfes besonders bezeichnend. Im ausdauernden Trab, die rassetypische Bewegung, zeigt der Hund kein übermäßiges Ausgreifen der Gliedmaßen, weil dies, genau wie zu viel Schub, das typische leichtfüßige Gangwerk, ein Vorbild für energiesparende Bewegung, zerstören würde.
Haarkleid:
Beschaffenheit des Haares: Die Sommerbehaarung ist ganz anders als die Winterbehaarung. Im Winter überwiegt meistens die Unterwolle, die zusammen mit dem stockhaarigen Deckhaar einen reichlichen Pelz über den gesamten Körper formt und um den Hals einen deutlichen Kragen bildet. Bei der Sommerbehaarung dominiert über den ganzen Körper das stockhaarige Deckhaar. Temperaturunterschiede im Herbst und Winter können einen großen Einfluß auf die Unterwolle haben; diese sollte aber in jedem Fall anlagemäßig vorhanden sein. Es ist notwendig, daß der Bauch, die Innenseite der Oberschenkel und auch der Hodensack mit Haar bedeckt sind.
Farbe des Haares: Die Haarfarben sind:
· Von hell bis dunkel schattiertes Schwarz-wildfarben, das sogenannte wolfsgrau
· Von hell bis dunkel schattiertes Braun-wildfarben, das sogenannte „bos“-braun, („bos“= Wald).
·
Von hell crème-weiß bis
weiß.
Die Pigmentierung von Nase, Augenrändern, Lippen und Zehennägeln soll beim wolfsgrauen und weißen Saarloos Wolfhund schwarz, beim waldbraunen und crème-weißen leberfarben sein. Die Haare der ganzen Körperunterseite, an der Innenseite der Extremitäten und an der Hinterseite der Hosen sind hell in der Farbe. Sowohl der wolfsgraue als auch der waldbraune Saarlooswolfhond zeigen an den unteren Teilen der Extremitäten dunkle Farbe. Sie sollten auch eine ausdrucksvolle Maske haben.
Größe und Gewicht:
Die Widerristhöhe beim Saarloos Wolfhund variiert
bei den Rüden von 65 bis 75 cm,
bei den Hündinnen von 60 bis 70 cm.
Geringe Abweichungen nach oben sind zulässig.
Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Kopf:
· Zu runde, vorstehende Augen.
· Zu stark akzentuierte Augenhöhle, wobei die Augenbrauen nicht in einer fließenden Linie in den Schädel übergehen, was oft mit viel Stop und zu runden Augen einhergeht.
· Zu hoch angesetzte und/oder spitze Ohren.
· Zu weit nach außen abstehende Ohren.
Körper:
Zu tief, zu kurz.
Rute:
· Ringelrute.
· Über den Rücken getragene Rute.
Extremitäten:
Zu grober Knochenbau der Läufe
Haarkleid:
· Zu wenig intensiv ausgesprochene Farben sind weniger erwünscht.
· Bildung eines schwarzen Sattels durch schlechte Verteilung der dunklen Haare.
Ausschließende Fehler:
· Jede Form von Aggressivität.
· Andere als erlaubte Haarfarben.
N.B.: Rüden sollen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
Anmerkung:
Im Standard wird die Rasse seit 1993 als Saarlooswolfhond niedergeschrieben, vorher war die Schreibweise Saarloos Wolfhond; da sich aber in Deutschland diese alte Schreibweise durchgesetzt hat, hatte ich sie auch so übernommen: entweder Saarloos Wolfhund oder wie im Ursprungsland zu Anfang Saarloos Wolfhond. (Mittlerweile allerdings übernehme ich doch das aktuelle Original - Saarlooswolfhond bzw. im deutschen Saarlooswolfhund)
Die Mehrzahl von Saarlooswolfhond heißt übrigens Saarlooswolfhonden, nicht wie einige meinen "Saarlooswolfhonde"! Das ist D/NL-Mischmasch. Ist man sich nicht sicher mit der Fremdsprache, sollte man doch lieber beim deutschen bleiben und Saarlooswolfhunde schreiben...!
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Die Reserviertheit, die auch der Standard fordert, macht aber aus dem Saarlooswolfhond erst den angenehmen Familienhund, der er ist, der keinen Fremden belästigt, den Kindern gegenüber ein zuverlässiger und super Kumpel ist, der seine Familie über alles liebt.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf das Statement von Andrea Wahl hinweisen...
Mir geht es darum, dass der Saarlooswolfhond geeignete Besitzer findet, nicht um die Leute, die einen Hund suchen. Ich hoffe, dass ich mich verständlich ausgedrückt habe. Das ist im www oft nicht ganz einfach...
Kontakte:
·
Niederländische Vereinigung von Saarlooswolfhonden 
Sekretariat: G.R. Mast
Keurnotenlaan 2
NL-9451 JB Rolde
Niederlande
Tel. +31 (0) 592-248646
Fax. 0031 (0) 592-248041
Westfalendamm 174
D-44141 Dortmund
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update 20.09.2006